Der Markt für smarte Gewerbeimmobilien wächst mit beeindruckender Dynamik. Die Gründe: steigende Energiepreise, strengere Umweltgesetze und technologische Innovationen wie künstliche Intelligenz. Laut dem Sonepar-Trendreport 2025 entwickelt sich die Gebäudeautomation zur Schlüsseltechnologie - nicht nur für mehr Energieeffizienz, sondern auch als Fundament neuer Geschäftsmodelle.
Immerhin sind heutige Gewerbeimmobilien zu 75 Prozent mit einer mehr oder weniger umfänglichen Gebäudeautomation ausgestattet, 60 Prozent besitzen Photovoltaikanlagen, und die Versorgung über eine Wärmepumpe erfolgt bei 55 Prozent.
Insbesondere große Gewerbeeinheiten bieten enormes Potenzial. Durch automatisierte Steuerung von Heizung, Kühlung, Beleuchtung und Integration erneuerbarer Energien lassen sich Betriebskosten deutlich senken. Gleichzeitig erfüllen smarte Gebäude die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sowie der EU-Taxonomie für nachhaltige Investitionen.
Die Umsetzung ist herausfordernd, aber notwendig

Doch zugegebenermaßen erweist sich die Umsetzung als anspruchsvoll, denn im Gegensatz zu Privathäusern treffen bei Gewerbeimmobilienzahlreiche Systeme aufeinander-von HLK (Heizung, Lüftung, Klimatisierung) bis zur Beschattungstechnik. In der Konsequenz stellt sich die Frage, ob bestehende Systeme eher angebunden oder ersetzt werden sollten. Ohne eine genaue Planung, Beratung und in Teilen hohe Investition geht es oftmals nicht. Komplexe Schnittstellen und die Notwendigkeit spezifischer Fachkenntnisse stellen vor allem das Elektrohandwerk vor Herausforderungen. Hier könnten KI-basierte Lösungen künftig helfen, Konfiguration und Systemsteuerung zu vereinfachen. Smarte Gewerbeimmobilien avancieren so zum neuen Standard in ihrer Assetklasse. Wer nicht automatisiert, riskiert regulatorischen Rückstand.
KELLY KELCH
Erschienen im Tagesspiegel am 07.06.2025