Anzeige

DIE KUNST DES WEITBLICKS

DIE KLASSISCHE, AUF EINZELKÄMPFERN BASIERENDE ARBEITSORGANISATION IST IN VIELEN FÄLLEN NICHT ZUKUNFTSFÄHIG. DER TREND GEHT IN RICHTUNG KREATIVBÜRO MIT VIELEN VERSCHIEDENEN ARBEITSBEREICHEN, SOWOHL FÜR KONZENTRIERTE EINZELARBEIT WIE FÜR KREATIVE TEAMARBEIT. FOTO: PIXABAY/ MOERSCHY, PEXELS

WEBIMMOBILIEN

DIE KUNST DES WEITBLICKS

Die Planung eines NEUEN FIRMENGEBÄUDES ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten

Gründe für ein neues Firmengebäude gibt es viele. Ein festes Rezept zur Planung eines Neubaus ist daher kaum möglich. Es geht vielmehr darum, dabei bestimmte Aspekte genau zu betrachten und die notwendigen Schlüsse daraus zu ziehen, damit der Blick in die Zukunft nicht zu einem Blick in eine Kristallkugel wird. Dennoch ist die Planung eines Neubaus auf alle Fälle mit einer Vision verbunden, denn sie gilt nicht dem Unternehmen in der gegenwärtigen Situation, sondern der, die sein wird, wenn der Bau vollendet ist und darüber hinaus. Damit sich die Investition lohnt, muss der Neubau nach der Vollendung noch eine Weile seine Vorteile und Angebote ausspielen können. Dazu gehören etwa der nötige Platz fürs Wachstum der Mitarbeiterzahl, Sorge um das Wohlbefinden der Mitarbeiter, Erhöhung der Effektivität und Produktivität, Ermöglichung zeitgemäßer Arbeitsweisen oder Anreize für langfristige Mitarbeiterbindung, um nur einige Argumente herauszugreifen. 

Unternehmen aus der Region

Nicht zuletzt mit dem Ziel, die Kosten des Neubaus zu amortisieren und Rücklagen für den nächsten Entwicklungsschritt bilden zu können. Das heißt in einfachen Worten: Der Nutzen muss die Kosten deutlich übertreffen. Gefragt ist also eine langfristige Planung mit einer möglichst hohen Wahrscheinlichkeit, dass sie auch eintrifft, sonst droht der finanzielle Ruin. Selbst wenn der Plan perfekt aufgeht, bleibt der Schritt zu einem Neubau dennoch nicht risikofrei. Schlechte Organisation oder Fehler beim Bau können schnell mal die Baukosten gewaltig in die Höhe treiben. Entsprechende Maßnahmen zur Absicherung, aber auch höchste Sorgfalt bei der Wahl der Bau-unternehmen sollten bei der Planung daher einen hohen Stellenwert eingeräumt bekommen.

Bevor es aber so weit ist, muss eine fundierte Bedarfsanalyse erfolgen, die auch mit dem Zweck verbunden ist, den richtigen Moment für die Neubauentscheidung zu bestimmen. Die zentrale Frage heißt dabei: Was muss der Neubau leisten können? Das gilt für einen Bürotrakt genauso wie für eine Produktionshalle, wobei jede Veränderung in ihrer Kausalkette konsequent zu Ende gedacht werden muss, da etwa eine Erhöhung der Produktion mehr Platz für die Lagerhaltung (für Produktionsteile wie für die entstehenden Produkte) und für die Vertriebsabteilung erfordert. Entsprechende Lkw-Terminals sind eventuell auch zu planen. Und so weiter.

Nicht weniger komplex ist die langfristige Planung im Fall eines Bürogebäudes. Eine Weiterentwicklung kann gegebenenfalls eine Umstrukturierung der Abteilungen und der Arbeitsweise erfordern. Damit verbunden sind auch entsprechende Teambereiche, will man den Neuentwicklungen auf dem Sektor der Arbeitsorganisation folgen. Um auf die durchaus gewinnwirksamen Vorteile der Gruppendynamik zugreifen zu können, ist es notwendig, eine großzügige Infrastruktur anzubieten, die nicht nur aus Räumen besteht, sondern auch aus der dazu notwendigen Büro sowie technischen Ausstattung. Ein wichtiger Faktor eines wachsenden Unternehmens ist die interne Kommunikation. Ob ungezwungen beim Mittagstisch oder arbeitsorientiert im Konferenzraum: Räume für den Austausch der Mitarbeiter untereinander sind in derzeit gemäßen Arbeitsorganisation ein Muss.

Einen nicht zu vernachlässigenden Aspekt fürs Gelingen einer Unternehmensentwicklung stellen die Betriebskosten eines Gebäudes dar. Die können bisweilen eine Firma ruinieren. Der wichtigste Kostenfaktor ist zunehmend die energetische Bilanz eines Gebäudes. Bei der Dämmung sollte daher nicht gespart werden, zumal sie eine enorme Kostenreduktion sowohl bei der Temperierung mit Wärme wie bei der Kühlung in heißen Sommern bewirken kann. Zu überlegen wäre zudem, ob eine energetische Unabhängigkeit dank Photovoltaikanlage bei der Kosten-Nutzen-Rechnung längerfristig nicht mit einer positiven Bilanz zu Buche schlägt. Gelingt es, bei der weitblickenden Kalkulation samt Puffer am Ende zumindest eine schwarze Null herauszubekommen, steht dem Neubau nichts im Weg.                                                   REINHARD PALMER

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 07.09.2024

Das könnte Sie auch interessieren