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Das Stil-Geheimnis der „Queen of Taupe“

Helle Töne und natürliche Materialien, gut aufeinander abgestimmt: Diese Suite im Lux*Belle Mare steht für Zeitlosigkeit und Leichtigkeit. Foto: Lux* Resorts & Hotels

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Das Stil-Geheimnis der „Queen of Taupe“

Bekannt für ihren vielfach zelebrierten „FUSION STYLE“ hat sich die britische Interior Designerin Kelly Hoppen weltweit einen Namen gemacht

Wer in puncto Interior Design über den heimischen Kreis hinaus schaut, der kennt ihren Namen seit Jahrzehnten: Kelly Hoppen, britisch-südafrikanische Innenarchitektin und Produktdesignerin mit erkennbarem Faible für Luxusobjekte. Die Bandbreite ihrer Projekte reicht dabei von privaten Immobilien wie Villen und Chalets über gewerbliche Bauten wie Hotels und Restaurants bis hin zu „Mobilien“ wie Yachten und Privatjets.

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In Südafrika geboren, weltweit Tätig: Die Interior Designerin Kelly Hoppen hat mit ihren Entwürfen einen Ganz eigenen Stil geprägt. Foto: Kelly Hoppen

Über die Anfänge: 1959 in Kapstadt Südafrika geboren, entwarf die gerade 16-Jährige eine Küche für Freunde der Familie, nachdem sie kurz zuvor die Schule verlassen hatte. Das Projekt gelang und kam an. Nächster Meilenstein in der kreativen Biografie: Die Gestaltung des Privathauses von Rennfahrer Damien Hunt, was neue Aufträge aus der Klientel der Betuchten und Berühmten einbrachte, darunter die Beckhams. Der typische Hoppen-Stil umschließt eine Palette softer, neutraler Naturtöne, im englischen Sprachraum auch „Noncolours“ genannt, was ihr den Spitznamen „Queen of Taupe“ einbrachte: Ein Farbton, der in den letzten zehn Jahren unter dem neuen Namen „Greige“ als Sprachmix aus Beige und Grau eine Renaissance erlebte. Hoppen über Hoppen: „Meine Philosophie ist immer dieselbe, es geht darum, eine ruhige, ausgewogene Balance zu finden, gerne inspiriert von fernöstlichen Kulturen. Ich liebe die asiatische Philosophie, deren Harmonie und Lebensstil“, sagte sie einmal. 

Für Hoppen muss ein stimmiges Interieur einen „Flow“ haben, wie sie es nennt,ein durchgängiges und erkennbares, sehr zurückhaltendes Farb- und Materialkonzept also, das sich von Anfang bis Ende durch die Räume zieht. Im Rahmen ihres modern-zeitlosen, von schnelllebigen Trends befreiten Stils kombiniert die Designerin mit Vorliebe Vintage-Elemente mit einem Mix aus kräftigen Farbtupfern in Form von Accessoires, die sozusagen die Würze in ihrem Moodboard aus elegisch-neutralen Tönen ausmachen. Ihre zahlreichen Aufträge führen sie in entfernte Winkel der Erde, zum Beispiel nach Mauritius, wo sie lokale Einflüsse als Quell neuer Ideen nahm. Hier auf Mauritius gestaltete Kelly Hoppen zum Beispiel das Lux* Belle Mare Resort und versah die strohgedeckten Suiten, Villen und öffentlichen Bereiche des Hotels mit einem modern-kolonialen Stil und einem schicken, luftigen Look. Große Fensterfronten holen das Licht ins Innere, klare Linien und beruhigende Weißtöne schaffen Balance, ergänzt, ganz Hoppen-like, von leuchtenden Farbtupfern. So entstehen Refugien, die zugleich schlicht und elegant sind. Auch für das Interieur des Lux* Grand Baie zeichnete die britische Star-Innenarchitektin verantwortlich, zusammen mit dem heimischen Architekten Jean-Francois Adam. Auch im Lux* Grand Gaube legte sie Hand an, mischte Retro-Chic mit Tropic Flair - und schaffte einmal mehr eine leichte, unbeschwerte Interpretation von Luxus mit dem Hoppen-Signature-Mix aus Weiß, Creme, Taupe und Beige. „Das sind Töne, die nie aus der Mode kommen oder antiquiert wirken. Eine Verbindung aus klassisch und zeitgenössisch, so würde ich es nennen“, sagt sie.

Gemäß bewährter Rezeptur setzen Farbakzente in leuchtenden Farben wie Türkis, Fuchsia, warmem Gelb, Apfelgrün, chinesischem Rot, leuchtendem Orange und Violett optisch interessante Eyecatcher. Das Ganze kombiniert die Gestalterin mit Textilien wie Leinen, Baumwolle und anderen wertigen Stoffen, mit weißem Holz und spiegelnden Lackoberflächen, mit gebleichten Holztischen, die an Strandgut erinnern sollen. Auch die Badezimmer kommen luftig-schlicht daher. Sorgfältig arrangierte Kunstwerke ergänzen das Ambiente und sorgen für einen privaten, persönlichen Rahmen. „Ich will ein Ambiente schaffen, das frei ist von allem Überflüssigen und Überladenem, das zeitlos und friedlich ist, frei vom Stress und Druck des täglichen Lebens“, sagt die Designerin über ihre Arbeit. Einfach und doch luxuriös, daraus ergibt sich eine Mixtur mit Wiedererkennungswert, die ihr zum Erfolg verhalf: 2014 wurde sie von einer englischen Zeitung als eine der wichtigsten englischen Innenarchitektinnen des Landes bezeichnet.

Davor und danach gewann sie Designpreise wie den Andrew Martin Interior Design Award und den Elle Decoration Award. Dazu brachte sie 13 Bücher heraus, die auf das Erstlingswerk „East meets West* von 1997 folgten, schon damals mischte sie Einflüsse diverser Kontinente zu einem eklektischen Mix. Die Bildbände erlauben, sich den Hoppen-Flair nach offizieller Anleitung in die eigenen vier Wände zu holen: Frei nach dem Motto „Ruhiger Hintergrund mit Eyecatchern“, so funktionieren auch ihre Ratgeber namens „Style Solutions for Every Home“, „Design Masterclass“ oder „The Golden Rules of Design“.

Längst entwirft Hoppen eigene Produktkollektionen mit Luxusmöbeln und Wohnaccessoires, die sie über den eigenen Online-Store anbietet. Wichtig bei ihren großangelegten Wohnprojekten: „Die Synergie mit dem Auftraggeber ist alles. Ich arbeite gerne mit Kunden, die eine Vision haben, aber bereit sind, diese weiterzuentwickeln“, sagt die Designerin. Und gerade weil sie auf Baustellen früher oft die einzige Frau war und sich etwas isoliert fühlte, engagiert sie sich heute für Förderprojekte und macht sich für Frauen in der Designbranche stark. So begrüßt sie es, dass heute jeder und jede über Online-Auftritte oder soziale Medien die Möglichkeit hat, die eigene Arbeit vorzustellen.

Sie selbst hat sich von keiner noch so herausfordernden Aufgabe aufhalten lassen. „Nichts ist zu groß und nichts ist groß genug“, so Hoppen. Gerade Projekte mit üppigen Dimensionen würden ihre Kreativität und die ihres Teams erst hervorlocken, sagt sie, erst dann kämen die besten Ideen zustande. Wie wohnt die Autodidaktin und Stilexpertin eigentlich persönlich in ihrem Londoner Stadthaus? Keine Überraschung: Die Designerin lebt jenen Style, den sie vielfach und international einsetzte, auch ganz persönlich: Mit ausgewählten Kunstwerken, feinen Texturen und edlen Materialien. So ist ihr Eigenheim auch eine Art Showroom und Visitenkarte ihrer weithin bekannten Arbeitsweise.

Franziska Horn

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 18.01.2025

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