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Das Kultusministerium Bayern: Weniger Verwaltung, mehr Zeit für die Kinder

Der Fokus an den bayerischen Schulen soll wieder mehr auf der pädagogischen Arbeit liegen. Foto: Adobe Stock

Bildung - Schulen, Hochschulen und Weiterbildung

Das Kultusministerium Bayern: Weniger Verwaltung, mehr Zeit für die Kinder

Entbürokratisierung an Bayerns Schulen: Mehr Zeit für Lehrkräfte durch Bürokratieabbau und ein Maßnahmenpaket. Lehrkräfte sollen wieder mehr Zeit für den Unterricht haben.

Lehrkräfte und Schulleitung klagen unter dem scheinbar endlosen Verwaltungsaufwand, der ihren Berufsalltag prägt und der sie von ihrer eigentlichen Berufung, dem Unterrichten, abhält. Unaufhörlich gibt es Berichts-, Dokumentations- und Nachweispflichten zu erfüllen. Viele Aufgaben haben gar nichts mit Bildung zu tun: Lehrer müssen die Gelder für den Wandertag einsammeln, Reisekosten abrechnen und sich um die Schul-IT kümmern. Dass der Fokus an den bayerischen Schulen wieder mehr auf der pädagogischen Arbeit liegen muss, hat das Kultusministerium erkannt. Kultusministerin Anna Stolz hat dafür ein Maßnahmenpaket geschnürt, das den Schulen mehr Freiräume geben und sie von unnötiger Alltagsbürokratie entlasten soll.„Unsere Schulleitungen und Lehrkräfte brauchen wieder mehr Zeit für ihre pädagogische Kernarbeit“, so Stolz in einer Pressemitteilung. Es gehe um die Bildung für die Kinder, nicht um das Abarbeiten von Verwaltungsaufgaben. Es gibt zu viele Vorschriften und Vorgaben, kritisiert die Ministerin: „Nicht alles, was einmal eingeführt wurde, muss heute noch unbedingt nötig sein.“

Eine Umfrage des Kultusministeriums stieß auf große Resonanz. Es kamen fast 500 Vorschläge mit Verbesserungsvorschlägen aus den Schulen und den Schulaufsichtsbehörden. Wie das Ministerium mitteilt, können rund 80 Prozent der Vorschläge sofort oder im Verlauf der Legislaturperiode auf den Weg gebracht werden. Entlastung soll es insbesondere für Schulleitungen und Schulaufsichten geben: Dazu gehört erstens eine Vereinfachung der Kommunikation zwischen Ministerium und Schule. Im Klartext heißt das, dass die kultusministerellen Schreiben bislang zu umständlich und langatmig formuliert sind. Zweitens sollen die Schulleitungen weniger mit statistischen Abfragen geplagt werden. Künftig soll es ein Drittel weniger geben. Manche Erhebungen seien heute überflüssig, so die Ministerin.

Dritter Eckpunkt ist die Überarbeitung der externen Evaluation. Für diesen Qualitäts-Check werden die Schulen alle paar Jahre auf den Prüfstand gestellt. Ein Instrument, das den evaluierten Schulen viel Aufwand in Sachen Zeit und Personal beschert und wegen des Lehrermangels besonders in der Kritik steht. Deshalb soll die externe Evaluation ab dem nächsten Schuljahr ausgesetzt und völlig neu konzipiert werden. Entlastung verspricht man sich auch von der vierten Maßnahme, dem einfacheren Umgang mit den Überstunden von Lehrkräften.„Extrem zeitaufwändige Mehrarbeitsabrechnung und komplizierte Berechnung“, war dazu die Rückmeldung aus den Schulen. Weil wegen des Lehrermangels ein Freizeitausgleich in der Praxis oft gar nicht möglich ist, sollen deswegen in Zukunft die zusätzlich geleisteten Unterrichtsstunden vergütet werden. Zu den weiteren Maßnahmen des Entbürokratisierungspakets gehören zum Beispiel, dass Lehrkräfte säumigen Schülern wegen der Rückgabe von Schulaufgaben nicht mehr hinterherlaufen müssen oder viel Zeit mit dem Einsammeln von Bargeld vertun. Generell soll der Papieraufwand reduziert und Verfahren wie beispielsweise Anmeldungen und dergleichen digitalisiert und vereinfacht werden.

Für die Ministerin sind das die ersten Schritte, um die Schulen mit schlanken Prozessen und einer modernen Verwaltung zu entlasten und fit für die Zukunft zu machen.„Weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit für die Kinder“, erwartet sich Stolz. Die Lehrerverbände haben die Entbürokratisierungsankündigung zwar grundsätzlich begrüßt, wollen sich davon aber nicht „blenden lassen“, wie Simone Fleischmann unterstreicht. Die Präsidentin vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) kritisiert, dass viele Maßnahmen mit vagen„Absichtserklärungen“ noch weit entfernt von der Umsetzung seien. 

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 24.01.2025

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