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BRANDGEFAHR BEI PHOTOVOLTAIKANLAGEN

STATISTISCH KOMMEN BRÄNDE VON PV-ANLAGEN ÄUSSERST SELTEN VOR, KÖNNEN DANN ABER FÜR GROSSE SCHÄDEN SORGEN. FOTO (GENERIERT MIT KI): ADOBE STOCK

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BRANDGEFAHR BEI PHOTOVOLTAIKANLAGEN

FACHGERECHTE INSTALLATION und REGELMÄSSIGE WARTUNG wirken vorbeugend

Schon seit Jahrzehnten sind PV-Anlagen ein bewährtes Mittel, um die Kraft der Sonne fürs Haus in Energie umzuwandeln. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts sind deutschlandweit gut 2,6 Millionen Anlagen installiert. Die meisten davon laufen problemlos und sicher, gerade auch was die Brandgefahr anbelangt. Das hat unter anderem das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme bereits mehrfach untersucht und dabei festgestellt, das es lediglich in 0,006 Prozent der Fälle zu einem Brandgeschehen komme. Dennoch häufen sich in letzter Zeit die Meldungen bezüglich solcher Unglücke. Erst vor wenigen Wochen brennt eine PV-Anlage einer Firma in Bad Hersfeld in Hessen, in einem Klinikum in Nordrhein-Westfalen geht ein Kellerbrand von einem defekten Wechselrichter aus und bei einem Großbrand einer Lagerhalle im oberpfälzischen Auerbach breitet sich das Brandgeschehen von der Solarstromanlage sogar auf Wohngebäude in der Nachbarschaft aus. Wenn es so weit kommt, entstehen schnell mal Schäden in Millionenhöhe, von der Gefahr für Leib und Leben ganz abgesehen. Trotz des statistisch kleinen Risikos ist es also angezeigt, den Ursachen auf den Grund zu gehen, denn es ist ja von einer weiteren Zunahme der Anlagen auszugehen. Zumindest wünscht sich die Bundesregierung, dass die bis im Jahr 2030 verbauten eine Leistung von 215 Gigawatt erzeugen im Moment sind es noch etwa 67.

Überlegte Installation und prüfendes Augenmerk

Expertinnen und Experten sehen die nicht fachgerechte Installation und mangelnde Wartung als Hauptursachen für die Brandgefahr im Keller oder auf dem Dach. Gerade wenn PV-Anlagen nachträglich installiert werden, gilt es den baulichen Brandschutz zu beachten, denn es kommt offenbar vor, dass Brandmauern aus Unachtsamkeit oder Unwissen einfach überbaut werden und eventuelle Brände so begünstigt werden. Diese Vorsicht sollte auch gelten, wenn wie ganz aktuell im Falle Bayerns die Bauordnung überarbeitet wurde und gelockerte Vorschriften beinhaltet. Im konkreten Fall reichen bei Reihen- und Doppelhäusern nun auch Trennwände statt Brandwänden aus, die vorgeschriebenen Mindestabstände wurden verringert. Ähnlich ist das auch im Bundesland Bremen, wo Solaranlagen sogar ganz ohne Abstand montiert werden können, sofern Brandwände mindestens 30 Zentimeter über die Bedachung ragen. Beides sind Maßnahmen seitens der Gesetzgeber, um auf Dächern eine größere PV-Fläche zu ermöglichen. 

DURCH EINE „DC-FREISCHALTUNG“ UND DAS BEREITHALTEN DER BAUPLÄNE KANN MAN DIE ARBEIT DER FEUERWEHR IM FALL EINES PV-BRANDES ERLEICHTERN. FOTO: ADOBE STOCK
DURCH EINE „DC-FREISCHALTUNG“ UND DAS BEREITHALTEN DER BAUPLÄNE KANN MAN DIE ARBEIT DER FEUERWEHR IM FALL EINES PV-BRANDES ERLEICHTERN. FOTO: ADOBE STOCK

In Sachen Wartung sollte man die exponierte Lage der meisten Anlagen im Auge behalten. Die Materialien sind dauerhaft der Witterung, mitunter Tierverbiss oder auch Blitzeinschlägen ausgesetzt. Dies kann genauso wie eine zu starke Verschmutzung zur Ermüdung der einzelnen Komponenten führen, was ebenfalls dem Brandrisiko zuträglich sein kann. Dabei hilft es, selbst regelmäßig einen prüfenden Blick über Module, Montage-Einheiten, Verkabelung, Wechselrichter, Zähler und Speicher walten zu lassen, und mindestens alle vier Jahre sollten Fachleute ran, denen mit ihrem Spezialgerät auch optisch verborgene Schäden nicht entgehen. Mittlerweile gibt es etliche Fachfirmen, die die Reinigung und Service-Intervalle übernehmen. Privatleute sind dazu im Übrigen nicht verpflichtet, es wird lediglich empfohlen.

Sollte trotz aller Vorsorge irgendwo im Bereich der PV-Anlage ein Brand entstehen, kann man die Arbeit der Feuerwehr schon im Vorfeld ein wenig erleichtern. Zum einen, indem man eine Kopie der Baupläne der Immobilie griffbereit hält, um den Löschkräften einen einfachen Zugang ins Gebäude und zum oft versteckten Brandherd zu ermöglichen, und zum anderen durch ein kleines, im besten Fall schon integriertes technisches Feature: Mit der „DC-Freischalteinrichtung“, auch „Feuerwehrschalter genannt, kann die gesamte Installation mit einem Drücker stromlos gemacht werden, so dass zumindest von der elektrischen Spannung im Brandfall keine zusätzliche Gefahr ausgeht.                              KAI-UWE DIGEL

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 09.06.2024

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