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Bayerischer Kletterkünstler: Bionicon Jesse FS 750 2 im Test

Spaß auf zwei Rädern: Das Bionicon Jesse FS 750 2 steckt voll feiner Technik für kleine oder große Fluchten aus dem Alltagstrott. Fotos: Rudolf Huber

Mobile Faszination Juli 2024

Bayerischer Kletterkünstler: Bionicon Jesse FS 750 2 im Test

Das Bionicon Jesse FS 750 2, ein All-Mountain-Fully mit Bosch-Antrieb und Vollfederung, punktet durch technische Raffinesse und Vielseitigkeit. Ideal für anspruchsvolle Trails und lange Geländefahrten.

Vier E-Mountainbike-Modellreihen hat Bionicon aktuell unter dem Dach des Weidener Radl- und Roller-Spezialisten MSA (u. a. Kymco, Voge, Mondial, Trenoli) zu bieten. Alle vier sind bei Ausstattung und Preis im gehobenen Mittelfeld zu suchen. Das von uns getestete Jesse wiederum liegt Bionicon-intern etwa in der Mitte. Das günstigste Modell steht mit 3.499 Euro in der Preisliste, das Testgerät Jesse FS 750 2 des Modelljahres 2024 mit 4.299 Euro. Viel Geld – bekommt man dafür auch einen entsprechenden Gegenwert? Wenn es um Fahrspaß, Kraxelkünste und die Komponenten geht, kann diese Frage mit „ja“ beantwortet werden. Das hochbeinige All-Mountain-Fully ist ein kongenialer Begleiter speziell für Freunde knackiger Singletrails mit ebenso knackigen Auf- und Abfahrten. 

Die Voll-Federung (vorne Suntour XCR34 Boost, hinten RockShox Deluxe Select) lässt sich aufs Fahrergewicht einstellen, die Rahmengeometrie führt zu einer sportlichen, aber nicht unkomfortablen Haltung. Und die per Daumendruck versenkbare Sattelstütze nimmt allzu steilen Downhill-Passagen den Schrecken, auch wenn kein MTB-Profi im (sportlich harten) Sattel sitzt. Ein Übriges tun beim Geländeeinsatz der 78 Zentimeter breite Lenker, die fein dosierbaren Tektro-Bremsen und der E-Antrieb. Bei Letzterem setzt Bionicon auf das Bosch-Komplettsystem. Sprich: den Performance Line CX-Motor mit kraftvollen 85 Newtonmetern, den Powertube-Akku mit 750 Wattstunden und das vernetzte Kiox-Display samt recht vielfältig bestückter Lenker-Bedienung. Der dicke Akku macht sich nicht nur durch ordentlich Reichweite respektive bezwingbare Höhenmeter bemerkbar – auf unseren um die 70 Kilometer langen Testfahrten haben wir ihn jeweils circa halb geleert. Er sorgt auf der anderen Seite natürlich auch für ordentlich Gewicht. 28 Kilo sind es insgesamt, wenn man den Angaben der Personenwaage glauben will. Das muss man bei einer Kaufentscheidung berücksichtigen – und sich eventuell bei den etwas leichteren 500er- oder 625er-Akkus aus dem Modelljahr 2023 umschauen. Die dicken Nobby Nic-Reifen von Schwalbe machen auf Asphalt, Schotter und Steinen einen guten Job, je nach Geschmack und Einsatzzweck lässt sich das Jesse mit 27.5oder 29-Zoll-Rädern ausstatten. Die größere Version überbrückt leichter größere Brocken und ist besser für lange Trips geeignet, die kleinere sorgt für einen Tick mehr Agilität im anspruchsvollen Gelände. Die Shimano Cues-Schaltung mit zehn Gängen macht einen guten Job, ist mit den passenden Zwischenschritten von ganz kurz bis lang abgestimmt und ermöglicht eine geschmeidige Umsetzung von Menschen- und Maschinenkraft.

Das Fazit: Das Bionicon Jesse FS 750 2 ist kein Alltags-Radl, sondern ein Sportgerät mit Spaßfaktor. Dank der Vollfederung ist es auch auf langen Strecken komfortabel, es steckt Geländeeinlagen locker weg und macht auf jedem Untergrund gute Laune. Der Bosch-Antrieb erweist sich als Volltreffer: Was die Abstufung der Unterstützung je nach Steigung und Muskelkraft angeht, zeigt er nach wie vor, wo es langgeht.

Rudolf Huber

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 22.07.2024

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