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Ausbildung zum Baumkletterer: Der Profi für Baumpflege und Seilklettertechnik

SELBST AN SCHMALEN STÄMMEN KÖNNEN BAUMKLETTERER SICHER ARBEITEN. FOTOS: PIXABAY

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Ausbildung zum Baumkletterer: Der Profi für Baumpflege und Seilklettertechnik

Mindestqualifikation zur Ausübung gewerblicher Tätigkeiten als Baumkletterer: Absolvierung eines Seilklettertechnikkurses "A". Die Ausbildung kann man auch an der Münchner Baumkletterschule machen.

BAUMKLETTERER SIND BAUMPFLEGER UND DEM ERHALT DER BÄUMEN VERPFLICHTET.
BAUMKLETTERER SIND BAUMPFLEGER UND DEM ERHALT DER BÄUMEN VERPFLICHTET.

Noch immer sorgen Baumkletterer, die an Seilen gesichert in hohen Baumkronen bruchgefährdete Äste absägen oder Kronensicherungen anbringen, bei Passanten für ungläubiges Staunen. Doch die Seiltechnik hat sich mittlerweile etabliert. Sie ist erheblich kostengünstiger als von einem Hub-Kran aus Bäume zu beschneiden oder zu fällen. Oft besteht auch nicht die Möglichkeit einer Zufahrt, um von einer Hub-Bühne aus den Baum zu bearbeiten. Äste und Baumteile können mit der Seiltechnik auch auf kleinem Raum abgeseilt werden, ohne Gebäude oder Teile des Gartens zu gefährden. Herabfallende Äste oder umstürzende Bäume können erhebliche Schäden verursachen, andererseits sollen Bäume möglichst lange erhalten bleiben. Großes Fachwissen und eine verantwortungsvolle Arbeitsweise sind daher bei der Baumpflege wichtig. Der Begriff „Baumkletterer“ ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. 

Als Mindestqualifikation zur Ausübung als gewerbliche Tätigkeit fordert die Berufsgenossenschaft die Absolvierung eines Seilklettertechnik-Kurses „A“. Wer mit Motorsäge im Baum hantieren möchte, benötigt die Bescheinigung über den „B“-Kurs in Seilklettertechnik. Zugangsvoraussetzung dafür sind der Nachweis von mindestens 300 Stunden Kletterpraxis und die Qualifikation über Arbeitssicherheit im Baum. Die Ausbildung zum Baumkletterer kann beispielsweise in Gilching an der Münchner Baumkletterschule absolviert werden. Die 1999 von Johannes Bilharz und Bruno Erhart gegründete Baumkletterschule wurde 2002 als erste Ausbildungsstätte für zertifizierte Baumkletterer von der Berufsgenossenschaft anerkannt. Unterrichtet werden Aufstiegstechniken mit Klemmgeräten und Knoten und der sichere Umgang mit der Motorsäge. Gefährliche Stellen im Baum, wie etwa abbruchgefährdete Äste, lernen Teilnehmer zu beurteilen. Außer der Baumklettertechnik wird auch umfangreiches Fachwissen zur Baumpflege bis hin zu rechtlichen Fragen angeboten.

„Baumkletterer sehen sich in erster Linie als Baumpfleger und sind dem Naturschutz verpflichtet“, betont Karl Flintorp, der seit1998 in Feldafing einen Garten- und Baumpflegefachbetrieb betreibt und selbst ein erfahrener Baumkletterer ist. Häufig würden falsche Schnittführungen und nicht notwendige Starkastschnitte oder die Kappung von Kronen Baumschäden verursachen. Fehlerhaft angebrachte Kronensicherungen können zu geringerer Standfestigkeit der Bäume führen. Kronensicherungen müssen zudem regelmäßig überprüft werden. Im Normalfall wird zur Sicherung der Krone eine dynamische Bruchsicherung angebracht, die dem schadhaften Baumteil bei leichten sommerlichen Winden etwas Beweglichkeit ermöglicht, aber Überlastungen verhindert. Der Baum reagiert dann durch ein sogenanntes „Kompensationswachstum“ auf die Schäden und heilt sich gewissermaßen selbst. Die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau hat ein umfangreiches Regelwerk und Richtlinien zur Baumpflege (ZTV) erarbeitet, nach dem heute zahlreiche Fachbetriebe arbeiten. WOLFRAM SEIPP

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 20.01.2024

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