50 Stunden suchen

Parkplätze sind in der Großstadt ein rares Gut - und sie können ganz schön ins Geld gehen. Foto: Pixabay

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50 Stunden suchen

Die Parkplatzsuche in München ist ein echtes Geduldsspiel und kostet Geld

Wohin mit dem Auto? Das ist in München eine schwierige Frage. Wer auf einen freien Parkplatz angewiesen ist, braucht Zeit – und Geld.

Die Fakten: Gut 760.000 Autos sind in München zugelassen. Dazu kommen noch täglich mehr als eine halbe Million Pendler – viele davon sind mit dem Auto unterwegs. Dass das Probleme beim ruhenden Verkehr, sprich: bei den geparkten Autos, mit sich bringt, ist klar. Eine aktuelle Studie hat sich des Themas angenommen und die Situation in München mit der in anderen deutschen Großstädten verglichen. Mit interessanten Ergebnissen. So kostet die Berechtigung zum Anwohnerparken in München mit 30 Euro pro Jahr exakt halb so viel wie etwa in Mainz. In Hamburg sind sogar 70 Euro fällig. Am billigsten ist das Jahresticket in Wiesbaden (12,50 Euro), auf Platz zwei liegt Berlin mit 20,40 Euro. „Bei Nicht-Anwohner-Parkplätzen liegt München mit knapp fünf Euro für die erste Stunde bundesweit in Front“, heißt es in der Studie im Auftrag des Autoabo-Anbieters Finn weiter. In den Münchner Parkhäusern geht es dagegen relativ preiswert zu. Die verlangen im Schnitt für die erste Stunde zwei Euro. In Berlin und Frankfurt ist man mit der doppelten Summe dabei.

Die Parkplatzsuche kostet Zeit und Nerven – das wissen geplagte Innenstadt-Bewohner nur zu gut. Im Schnitt sind es laut der aktuellen Untersuchung in München neun Minuten. Eine Spanne, die sich im Jahr auf 50 Stunden summiert, was die Studienautoren wiederum in 1.092 Euro Suchkosten umrechnen. Diese ergeben sich aus dem zusätzlichen Kraftstoffverbrauch und den gesamtgesellschaftlichen Kosten durch mehr Emissionen und die aufgewendete Zeit. Bundesdeutscher Spitzenreiter ist hier Frankfurt am Main mit 65 Stunden und 1.410 Euro Kosten. Doch wie schnell kommt man eigentlich vorwärts, wenn man keinen Parkplatz sucht, sondern in der Stadt von A nach B unterwegs ist? Ziemlich langsam, so das Ergebnis, nämlich in München in der Hauptverkehrszeit mit durchschnittlich gerade mal 20,5 km/h – weniger als ein Pedelec locker schafft. Am schnellsten geht es übrigens mit 27,6 km/h in Leipzig vorwärts, am langsamsten in Frankfurt/Main mit 17,4 km/h.

Bei den zehn teuersten öffentlich zugänglichen Hotel-Parkplätzen Deutschlands nimmt München einen in diesem Fall wirklich ehrenhaften letzten Platz ein: Neun Euro verlangt eine Luxusunterkunft in der Maximilianstraße laut Studie für die erste Stunde. Gegenüber dem Spitzenreiter, einem Hotel im Zentrum Berlins mit 25 Euro, ist das geradezu ein Sonderangebot. Noch teurer ist es bei Kundenparkplätzen in Hotels. Aber auch da liegt die Landeshauptstadt mit maximal 24 Euro pro Nacht in einem Haus an der Sonnenstraße im preiswerteren Drittel. Ein Frankfurter Beherbergungsbetrieb setzt sich hier mit mindestens 45 Euro pro Übernachtung an die Spitze.

Rudolf Huber

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 19.02.2024

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