Die Astern sind noch da und manche Dahlie strahlt noch, aber dann wird es blütenmäßig still. Hier oder da zeigt sich noch das späte Grün im Laub der Bäume. In wenigen Tagen können die Herbststürme alles Laub von den Bäumen fegen. Mit einem Rechen kann das Laub vom Rasen auf den Beeten oder unter den Bäumen verteilt werden, etwa als Winterschutz für jetzt im Herbst gepflanzte Blumenzwiebeln. Das Laub selbst ist für den Garten ein echter Wertstoff.
Wie wir Menschen auch, braucht ein Garten im Winter eher seine Ruhe. Die nicht winterharten Gewächse müssen zwar in den Keller, das Gartenhaus, im besten Fall ins Gewächshaus oder eben in die Garage umgezogen werden, aber ansonsten ist draußen Gelassenheit angezeigt. Wurden früher die Stauden schon im Herbst bodennah abgeschnitten und die Beete gesäubert, übt man sich heute eher im Stehenlassen. Wer seinen Garten gut geplant und gepflanzt hat, gewinnt nun völlig neue Einsichten und Perspektiven: Wenn die Laubbäume nackt sind, zeigen sie ihre wahre Struktur und Gestalt.
Zwischen ihnen stehen die verschiedenen Gräser von riesig bis niedrig, silbrig, sandfarben oder fast weiß. Ihre Ähren, Rispen und auch ihr Laub kommen jetzt wunderbar zur Geltung. Sie fangen jeden Lichtschimmer und verstärken ihn. Sie fangen jeden Windhauch und sorgen für Dynamik, wenn sich sonst im Garten nichts mehr bewegt.
Winterliche Inspirationen
Die vielfältigen Gräser zeigen sich mit glänzendem Rauhreif nach einer Frostnacht oder mit morgendlichen Tautropfen. Die heimischen Gräser sind stark und robust. Sie haben den Sommer ausgehalten und sie kommen auch gut durch den Winter. Und das alles ohne unseren großen Pflegeaufwand. Geschnitten werden sie erst im Februar. Erst dann schneidet man die mannshohen Stiele mit scharfer Schere oder einem Messer kurz über dem Boden ab und sieht dem neuen Austrieb im Frühjahr gelassen entgegen. Bis dahin dienen sie kleinen Säugern, Nagern, Insekten und Vögeln als Nahrung und Unterschlupf.
Eindrucksvoll präsentieren sich die Riesen. Bestens bekannt das Pampasgras (Cortaderia selloana), das in den nächsten Monaten zeigt, was es kann. Erst seit ein paar Wochen wachsen die Blütenstände in die Vertikale, mal in Weiß, Creme oder Rosa, aber immer luftig fedrig und sehr aufrecht und windstabil. Noch kann das Gras gepflanzt werden, ob solitär in den Rasen oder ins gemischte Staudenbeet. Es ist ein interessanter Hingucker für viele Jahre und besonders jetzt in Herbst und Winter. Mit seinem dicken Blätterhorst ist das Ziergras ein Versteck für Vögel und Insekten bis in den Februar.