Jedes Jahr stehen besondere Arten und Lebewesen im Fokus, wenn verschiedene Naturschutzorganisationen die „Natur des Jahres“ küren. Ob „Baum des Jahres“, „Blume des Jahres“ oder „Vogel des Jahres“: Diese Ehrungen sollen auf bedrohte Tier- und Pflanzenarten, besondere Lebensräume oder ökologische Zusammenhänge aufmerksam machen. Baum des Jahres 2025 ist die Roteiche, eine ursprünglich in Nordamerika beheimatete Eichenart, die vor 300 Jahren nach Europa kam. Zur Blume des Jahres wurde das im Moor beheimatete Sumpf-Blutauge gewählt, was ein Zeichen für den Erhalt und die Renaturierung dieses Lebensraums setzen soll. Heilpflanze des Jahres ist die Linde.
„Dieser mächtige Baum verbindet Tradition und Moderne und tut das Seine zur Beruhigung der teilweise hyperbeschleunigten Gesellschaft“, begründet ein Jurymitglied die Wahl. Lindenblüten sind wissenschaftlich als traditionelles Erkältungsmittel und als hilfreich bei leichten Stresszuständen bestätigt. Überlieferungen nennen außerdem Blätter, Rinde und deren Asche und schreiben ihnen entzündungshemmende, harntreibende, blutreinigende und entspannende Wirkungen zu. Arzneipflanze des Jahres ist die Schafgarbe. Staude des Jahres: das Kaukasus-Vergissmeinnicht.
Erhalt der lokalen Sorten
Mit dem Blattkohl als Gemüse des Jahres soll zur Erhaltung der vielen lokalen Sorten aufgerufen werden. Auch die Giftpflanze des Jahres wird regelmäßig gekürt. Dieses Jahr fiel die Wahl auf den Cashewbaum. Rohe Cashewkerne sind nämlich giftig, denn die Fruchtschale enthält das Öl Cardol. Gekaufte Cashewnüsse sind in der Regel unbedenklich: Bevor die Kerne in den Handel kommen, wird die äußere Schale entfernt. Danach werden sie entweder geröstet oder gedämpft. Durch diese Verfahren wird das giftige Cardol unschädlich gemacht.
Bäume der Zukunft für den Garten
Diese Arten kommen mit dem Klimawandel besonders gut zurecht
Den Garten klimafest gestalten, das ist der Wunsch vieler Gartenbesitzer. „Zukunftsbäume für den privaten Garten“ heißt die Broschüre, die der Verband der Gartenbaumschulen BdB e.V. (GBV) und der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. gemeinsam herausgegeben haben.
Darin werden 60 klimaresiliente Bäume vorgestellt, mit denen Gärten zukunftsfest werden. Darüber hinaus gibt es Tipps zur Gestaltung des Gartens mit den portraitierten Bäumen sowie zum richtigen Pflanzen. Die Broschüre umfasst das Wissen von rund 150 Gartenbaumschulen aus Deutschland und Österreich. Mit entsprechender Bebilderung und einem übersichtlichen Steckbrief der einzelnen Gehölze bietet sie einen fundierten Überblick und eine professionelle Hilfestellung für die klimafeste Gartengestaltung. Viele der in unseren Gärten wachsenden Bäume leiden bereits heute unter den gravierenden Auswirkungen des Klimawandels. Einige der einst etablierten und sicher geglaubten Arten sind zunehmenden Stresssituationen ausgesetzt. Insbesondere länger anhaltende Hitzeperioden, zunehmende Starkregenereignisse, Stürme oder auch Schneelasten im Winter setzen den einst Gartengehölzen gesetzten massiv zu.
Hainbuchen und viele Ahornarten sind robuste Hausbäume
Die in der Regel steigenden Durchschnittstemperaturen, verbunden etwa mit spontan auftretenden Spätfrostereignissen wie sie häufig auftreten, können sich extrem auf die Vitalität von Bäumen auswirken. „Die Klimaveränderungen sind ein echter Gamechanger und haben auch auf den Hausgarten Auswirkungen“, so Oliver Fink, Vorsitzender der Gartenbaumschulen.
Die Broschüre (www.gruen-ist-leben.de/zukunftsbaeume-fuer-den-garten ) stellt Arten und Sorten vor, die mit den veränderten Klimabedingungen besser zurechtkommen. „Sie sind ausreichend winterhart, können dauerhaft in unserer Klimazone existieren und werden von der heimischen Insektenwelt gut angenommen“, erklärt Fink. Während die flachwurzelnden Fichten in den zurückliegenden heißen Extremsommern häufig vertrockneten, sind etwa viele Ahornarten robust, hitzeverträglich und gedeihen in jedem Gartenboden. Als Hausbäume empfohlen werden zum Beispiel auch Hainbuche und viele Obstbaumarten. Da die Privatgärten vielfach kleiner werden, sind besonders die kleinen, robusten Sorten gefragt.