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Verbände - Osnabrück:Caritas-Präsident Neher will sozial-ökologische Wende

Bayern
Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Osnabrück (dpa) - Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, hat einen sozial gerechten ökologischen Umbau der Gesellschaft gefordert. "Die CO2-Emissionen sind durch Corona nicht spürbar zurückgegangen. Gut, es wird jetzt ein bisschen weniger geflogen - aber das ist noch längst keine nachhaltige Veränderung", sagte der katholische Theologe im Interview mit den Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse in Osnabrück. Nach Berechnungen der Denkfabrik Agora Energiewende sind die CO2-Emissionen in Deutschland 2020 um etwa 80 Millionen Tonnen auf 722 Millionen Tonnen zurückgegangen. Zwei Drittel der Minderung seien eine Folge der Corona-Pandemie.

Eine ungenügende Klima- und Umweltpolitik benachteilige diejenigen, die es ohnehin schwer haben, sagte Neher. So lebten ärmere Menschen oft in Wohnungen, die an großen Straßen liegen, mit hoher Belastung durch Lärm und Abgase. "Diese Menschen haben nichts von einer Klimaprämie für Elektroautos."

Sinnvoll wäre es zum Beispiel, den öffentlichen Nahverkehr für Bedürftige günstiger zu machen, schlug Neher vor. Denkbar sei auch, ökologische Wohnungssanierungen an einen sozial verträglichen Mietpreis zu koppeln.

Der 65-Jährige ist seit 2003 Caritas-Präsident. Zuvor war er Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg. In den rund 25 000 Einrichtungen und Diensten des katholischen Wohlfahrtsverbandes arbeiten laut Caritas bundesweit mehr als 690 000 Menschen, hinzu kommen einige zahlreiche Ehrenamtliche.

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