Süddeutsche Zeitung

Mainz:Gerhard Trabert freut sich auf Besuch des Bundespräsidenten

Lesezeit: 1 min

Drei Monate nach dem Treffen des Sozialmediziners Gerhard Trabert mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt das Staatsoberhaupt zum Gegenbesuch nach...

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Mainz (dpa/lrs) - Drei Monate nach dem Treffen des Sozialmediziners Gerhard Trabert mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt das Staatsoberhaupt zum Gegenbesuch nach Mainz. „Ich bin sehr dankbar, dass er uns genau jetzt in dieser Zeit besucht“, sagte Trabert am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Demokratie müsse nicht nur gegen Bedrohungen von außen, sondern auch nach innen verteidigt werden. Steinmeier will am 2. Juni den von Trabert geleiteten Verein Armut und Gesundheit in Deutschland besuchen und dabei unter anderem auch mit Wohnungslosen zusammenkommen.

„In der Pandemie waren Arme besonders betroffen“, sagte Trabert. „Jetzt leiden Bezieher von Hartz-IV-Leistungen nochmal besonders unter den steigenden Lebenshaltungskosten.“ Der Arzt fügte hinzu: „Hier muss gegengesteuert werden.“ Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Demokratie von innen destabilisiert werde.

Die jetzt beschlossenen höheren Regelsätze für Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB II) reichten nicht einmal aus, um die Inflation auszugleichen, sagte Trabert. „Wenn Menschen sich nicht mehr unterstützt sehen, besteht die große Gefahr, dass sie nicht mehr zur Wahl gehen oder dass sie empfänglicher für Populisten, Rassisten und rechtsextreme Kräfte werden.“ Dies zeige sich bereits an der geringen Beteiligung bei der jüngsten Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen und dem hohen Stimmenanteil für Marine Le Pen bei der Präsidentenwahl in Frankreich.

Die protokollarische Begleitung des Bundespräsidenten bei seinem Besuch in Mainz übernimmt Familien- und Integrationsministerin Katharina Binz (Grüne) in Vertretung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), wie das Familienministerium am Mittwoch in Mainz mitteilte. Trabert, der Professor für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden ist, hatte am 13. März als parteiloser Kandidat für die Linke in der Bundesversammlung für das Amt des Bundespräsidenten kandidiert. Daraufhin hatte der wiedergewählte Bundespräsident Steinmeier den Mainzer Arzt Anfang März ins Schloss Bellevue zu einem Gespräch über Obdachlosigkeit eingeladen.

© dpa-infocom, dpa:220525-99-425953/3

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220525-99-425953
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
Direkt aus dem dpa-Newskanal