Glühbirnen-Verbot:Kein Klimaschutz ohne Umwelt- und Ressourcenschutz

Lesezeit: 8 min

"Warum nur sind Politiker der EU, allen voran die Umweltminister so blind, dass sie meinen, mit der Ausschaltung der Glühbirne das Problem des Klimaschutzes eklatant positiv zu beeinflussen? Abgesehen davon, dass die Wärmeenergie, die von der Glühlampe ausgeht, im Innenbereich im System bleibt, sind da noch die vielen Mängel der Energiesparlampe: hohe Herstellungsenergie, hoher Preis, schnellerer Verschleiß bei häufigerem Aus- und Einschalten (dafür lässt man sie möglichst lang brennen - wo bleibt dann der Spareffekt?), elektromagnetische Strahlung etc. - das alles ist längst bekannt.

Für mich mit das größte Problem ist die Notwendigkeit von hochgiftigem Quecksilber in der Herstellung (alle Quecksilber-Fieberthermometer hat man mit grossem Trara verbannt!). Nicht minder problematisch und giftig ist das benötigte Lithium.Welche anderen Stoffe hat Osram noch in der Giftküche?

Man kann sich vorstellen, welche Mengen an diesen Elementen beim beabsichtigten Monopol der Energiesparlampe abgebaut werden müssen, und zwar in ökologisch äußerst sensiblen Gebieten wie zum Beispiel den Salzseen Boliviens und anderen Gebieten der Entwicklungsländer. Gerade aber in diesen Ländern wird der Umweltstandard der rohstoffhungrigen Indusstriemagnaten mit Füßen getreten - das weiß man aus den grauenvollen Verschmutzungen und Giftbelastungen in den Produktionsstätten der Dritt-Weltländer - eine Riesengefahr für die Menschen und die Natur. Ganz zu schweigen von den fehlenden sozialen Mindeststandards.

Regionen, die sich dem Raubbau Ihrer Resourcen widersetzen, werden sich dem Druck der rohstoffhungrigen Produzenten beugen müssen, die vor Korruption nicht zurückschrecken.

Problem Nummer zwei: Entsorgung der ach so "klimaschützendenden" Sparlampe: Auch in unserem angeblich "Mülltrennungs-Vorzeigeland " BRD landet noch so mancher Problemmüll sorglos in der Haustonne; ganz zu schweigen von den wilden Mülldeponien und Entsorgungspraktiken in vielen EU Ländern, wo Müll einfach am Straßenrand, in Wäldern und Flusstälern landet. Wann das Quecksilber und andere Gifte dann in den Süß- und salzwassertieren, im Boden und in Nahrung und Trinkwasser sind, ist nur eine Frage der Zeit.

Dass Klimaschutz ohne umfassenden Umwelt- und Resourcenschutz nicht geht, haben die Politiker auf den Energie fressenden und Kerosin verschleudernden Gipfeltreffen offensichtlich nicht kapiert."

Barbara Rautenberg Bad Kötzting

Lobbyarbeit der Industrie

"Bei der "Öko"-Lampe scheinen die Quecksilberindustrie und die Lampen/Birnenindustrie die größten Lobbyisten in den Regierungen und der EU gewesen zu sein. Quecksilber wird verboten, also muss man der Industrie helfen, Ihr Material noch loszuwerden. Die "Öko"-Lampen sind auch teurer, halten aber - aus Erfahrung - oft nur genauso lange, wie die herkömmlichen. Und jetzt müssen sie noch in den Sondermüll.

Dass die Lichtausnutzung bei geringerer Wattleistung genauso gross sei wie bei entsprechenden ähnliche Glühlampen, ist auch ein schon erwiesener Irrtum, ebenso, dass bei "matten" Birnen die Lichtausbeute geringer ist als bei klaren gleicher Wattzahl.

Was sind schon 10% fürs Licht. Was ist mit den 200-, 300-, 500- und 1000-Watt-Strahlern in den Kaufhäusern und Geschäften? Die sind teilweise 16 Std. und mehr an. Und die ganze Festbeleuchtung der Städte?

Zu fragen wäre auch, ob nicht durch die viel aufwendigere Herstellung, das Quecksilber und die anderen Nachteile, der Ökoeffekt gegen Null tendiert. Diese Gesamt-Energie-Schau fehlt bisher! Es fragt sich, wieviel Kraftwerke hierfür extra laufen.

Wahrscheinlich werden die Glühbirnen wiederkommen, wenn ein Grossteil der Energie aus Solar- und anderen erneuerbaren Energiequellen kommt. Nichts gegen technischen Fortschriftt, aber richtigen!

Als ich zwei Röhrenmonitore im Arbeitszimmer hatte, brauchte ich im Winter kaum zu heizen, jetzt - mit Flachbildschirmen - muss ich richtig heizen. Ökobilanz: etwas für Rechner. Aber Brüssel und andere nicht nachdenkende Politiker regulieren, was zu regulieren ist, wir wissens ja."

Rolf Kaiser München

Unausgegorene Entscheidung

"Die in Ihrem Artikel angesprochenen "zehn Mythen" sind für mich keine Kriterien, die Energiesparlampen nicht einzusetzen. Leider wird jedoch auch hier, wie bei fast allen Diskussionen, der dekorative Zweck der Glühlampe völlig vernachlässigt. Es wurden doch bisher Glühlampen mit den unterschiedlichsten Glaskörpern hergestellt, um sie dem jeweiligen Einsatz bestmöglich anzupassen. Das hatte ja einen Sinn.

Stellt man sich dagegen eine aufwendig gearbeitete Decken-oder Wandlampe vor, so sind die bisher angebotenen Energiesparlampen in vielen Fällen aus optischen Gründen nicht einsetzbar.

Natürlich haben wir bei allen Lampen mit verdeckten Leuchtmitteln Energiesparlampen im Einsatz. Die anderen Leuchten werden wir aus den genannten Gründen so lange wie möglich mit Glühbirnen bestücken. Angst vor dem Fortschritt haben wir Deutschen sicher nicht, vielleicht nur vor solch unausgegorenen EU-Entscheidungen wie dem Verbot der Glühbirnen."

Dietmar Send Durach

Typischer Schnellschuss

"Eigentlich hat M. Bauchmüller nichts Neues in Sachen Glühbirnen gesagt sondern nur nachgeredet, was andere vorgesagt haben. Aber dies ist, wie bei fast allen Kommentaren zum Klima und zur Energie, nur die halbe Wahrheit. Fangen wir bei der Herstellung an. Die sogenannten Sparlampen brauchen ca. das 10-fache der Energie und an Rohstoffen, wie eine normale Glühbirne.

Es ist richtig, dass nur 20% einer Glühlampe in Licht umgewandelt wird und der grosse Rest in Wärme. Aber wo ist da ein Problem?? Das meiste Licht wird in der dunklen Jahreszeit gebraucht, in der auch geheizt werden muss, also bleibt 80% der Energie der Glühlampe als Wärme in der Wohnung und unterstützt die Heizung. Wo geht da etwas verloren??

Der grösste Unterschied zwischen Glüh- und Sparlampe besteht bei der Entsorgung. Die Sparlampen haben eine nicht zu unterschätzende Menge an Quecksilber, die aufwendig im Sondermüll aus den Lampen entfernt werden müssen oder auf der Deponie landen. Also wo ist noch der grosse Vorteil der Sparlampe für die Umwelt? Nebenbei lassen sich Sparlampen nicht dimmen, was ein grosser Vorteil der Glühlampe ist und das spart richtig Energie, wenn regelmässig angewendet.

Das "Verdammen" der Glühlampe ist ein typischer "Schnellschuss aus der Hüfte" ohne groß nachgedacht zu haben. Wo der Einsatz einer Sparlampe Sinn macht, ist er zu unterstützen, aber die Glühlampe zu verbieten, ist mehr als Unsinn."

Wilfried G. Weber Herrsching

Entsorgung muss in Ökobilanz einberechnet werden

"Energiesparlampen, so war ich bisher informiert, verwendet man dort, wo das Licht lange brennt, weil die Lampen durch häufiges Schalten schnell kaputt gehen, und weil sie beim Einschalten besonders viel Strom verbrauchen.

ich habe ein fensterloses Bad, da schalte ich am Tag x-mal das Licht an und nach einer Sekunde wieder aus. in der Diele, im abgedunkelten Schlafzimmer: Licht an, Licht aus. Energiesparlampen erscheinen mir da nicht sinnvoll.

Wie sieht die Ökobilanz der Energiesparlampen aus, wenn auch das Entsorgen eingerechnet ist? Ich muß dafür zehn Kilometer eigens mit dem Auto fahren. Und was tun die Leute, die kein Auto haben? Die müssen zwei Stunden lang mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit der Kirche ums Dorf fahren. Glaluben Sie, dass das jemand tut?"

Sophia Ludl Neusäß

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