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Die besten Blogs zu:PISA

16 verschiedene Bildungssysteme und ein knappes Dutzend unterschiedliche Schultypen leistet sich unser Land.

Alle paar Jahre erfasst Deutschland das Pisa-Fieber. Jetzt ist es wieder so weit: Eine halbe Million zufällig ausgewählte Schüler haben sich im Frühjahr 2009 den Tests unterzogen. Auf das Ergebnis wird hierzulande schon deshalb mit Argusaugen geblickt, weil vor zehn Jahren, als die erste Studie erhoben wurde, deutsche Schüler in allen Fächern noch deutlich unter dem Durchschnitt lagen. Das hat sich geändert. Dennoch herrscht in den Medien nach wie vor Uneinigkeit, wie die Ergebnisse zu bewerten sind. So auch in der Welt der Blogs, wo man den Sinn der Studie überhaupt in Frage stellt.

Vorschau: Ergebnisse der PISA-Studie 2009 werden veroeffentlicht

Ein Schüler der fünften Klasse korrigiert im Gymnasium Kirchheim bei München das falsch geschriebene Wort 'PISA', das an einer Schultafel geschrieben steht. Am 7.12.10 wurden die Ergebnisse der PISA-Studie 2009 bekanntgegeben.

(Foto: dapd)

Mit einer gehörigen Portion Ironie bespricht ein Blogger auf glamorama.blog.de die Ergebnisse. Unser Land schneide nicht schlecht ab. Die Mittelmäßigkeit der deutschen Schüler sei eigentlich ziemlich beachtlich. Beachtlich für ein Land, schreibt der Blogger, "das sich 16 verschiedene Bildungssysteme und ein knappes Dutzend unterschiedliche Schultypen leistet. Beachtlich für ein Land, das für Rüstung dreimal soviel wie für Bildung ausgibt und in vielen Regionen seit Jahrzehnten Lehrerstellen abbaut. Und beachtlich auch angesichts der Tatsache, dass die Lehramtsstudenten (also die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer) an vielen deutschen Universitäten zu den leistungsschwächsten und am unwissenschaftlichsten ausgebildeten Studenten zählen."

Als reichlich skurril empfindet dagegen Bildungsjournalist Thomas Kerstan die Meldungen einiger Medien, deutsche Schüler seien wieder nur Mittelfeld. Auf blog.zeit.de/schulblog/ liest Kerstan den Miesmachern die Leviten. Die Schulkinder in Deutschland, so der Blogger, seien nach Informationen aus Kultus-Kreisen im Vergleich zur ersten Studie deutlich schlauer geworden. "Besonders gut schnitten die Kinder bei den jüngsten Erhebungen in Mathematik und Naturwissenschaften ab, zufriedenstellend auch bei der Lesekompetenz." Zur Spitzengruppe gehören die Deutschen Schüler deshalb noch nicht. Wer solch eine Erwartung gehegt habe, so liest man im Schulblog, der sei entweder ahnungslos oder wolle die deutschen Schulen auf Teufel komm raus zu Verlierern stempeln.

Grundsätzlich in Frage stellt die Pisa-Studie der österreichische Blogger Helmut Hirner. Der Autor reagiert damit auf das schlechte Abschneiden der österreichischen Schüler in der Disziplin Lesekompetenz. "Also liebe Schüler", schreibt Hirner, "bedenkts einfach, dass die Prüfer vielleicht einfach ein wenig zurückgeblieben konservativ sind und machts euch nix aus der Beurteilung." Weiter heißt es auf hirner.at : "Deutsch ist eine lebendige Sprache und wenn ihr sie benutzt, gehört sie euch." Sie entwickele sich dank moderner Kommunikationstechnologie schneller weiter, als sich so mancher Germanist in seinen kühnsten Träumen vorstellen könne, schreibt Hirner. Alles also halb so wild.

Auf www.saperionblog.com platzt Martin Bartonitz sogar fast der Kragen angesichts der Pisa-Studie. "Lächerlich, wenn man meint, allein mit dem Verschenken von Büchern schlauere Kinder zu bekommen", schreibt der Blogger. Die Erkenntnisse der Hirnforschung, fordert Bartonitz, müssten endlich berücksichtigt werden. "Wenn also ein Kind in diesen frühen Phasen vernachlässigt wird (siehe besonders in Familien mit weniger Einkommen) und nicht in Bezug auf das Sammeln vielfältigster Erfahrungen spielerisch und mit Spass gefördert wird, ist das meiste Potential schon verloren."

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