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17. Juni 2009:Frage zu Bildungsstreiks

Muss der Staat für mehr Lehrer und Professoren sorgen? Das war die Frage der vergangenen Woche. SZ-Leser sind sich einig: Ja!

Muss der Staat für mehr Lehrer und Professoren sorgen? Oder müssen auch Eltern mehr privat in die Bildung ihrer Kinder investieren? Das war die Frage der vergangenen Woche. Die Leser sind sich einig:

"Natürlich muss der Staat für mehr Lehrer und Professoren sorgen": Schüler und Studenten haben für eine Verbesserung der Bildungssituation gestreikt.

(Foto: Foto: dpa)

"Natürlich muss der Staat für mehr Lehrer und Professoren sorgen. Aber woher nehmen? Wer will denn in diesem Bildungs- und Schulklima noch Lehrer werden? Die Unterbewertung der fachlichen Anforderungen und die einseitige Überbetonung der Schule als Psycho- und Sozialbaustelle bei familiärem Versagen verprellt viele junge Menschen, die aus fachlichem Interesse Lehrer werden und ihr Wissen weitergeben wollten.

Und die private Investition der Eltern in die Bildung? Damit das auftrumpfende Gehabe 'Mein Haus, mein Auto, mein Boot ...' noch durch 'Meine Schule, mein Lehrer ...' ergänzt werden kann? Symptomatisch für die Bildungsprobleme ist die einseitig marktwirtschaftliche Beschränkung auf das Verhältnis von Input zu Output."

Hubert Schießl Gauting

"Natürlich sollte der Staat für mehr Lehrer und Professoren sorgen und auch in die notwendige Ausbildungs-Infrastruktur investieren! Aber er wird es nicht machen, denn er zieht sich ja immer mehr aus allen den Bereichen zurück, für die ursprünglich das Steueraufkommen seiner Bürger gedacht war (Krankenhäuser, Alters- und Gesundheitsvorsorge, innere Sicherheit, Polizei, öffentlicher Verkehr, Energie und Wasserversorgung, Bildung). Als Ausgleich dafür wird die Anzahl sinnloser Verordnungen und Gesetze erhöht. Die Bevölkerung wird dann mit Begriffen wie 'Privatisierung', 'mehr Wettbewerb', 'systemrelevant', 'Globalisierung' für dumm verkauft!"

Werner Dieges Freising

"Warum streikt man mittwochs (was Schüler und Studenten im Sinne der Sache eigentlich nicht können) und demonstriert nicht samstags zusammen mit Eltern und Lehrern? Das wäre wirkungsvoller. Mit dem Bildungsstreik wird zwar eine breite Öffentlichkeit erreicht, doch durch das Ausgrenzen von Lehrern, Professoren und Eltern wird Distanz und Unmut geschaffen. Man sollte darüber nachdenken, ob mit weniger politischer Kritik und Dickköpfigkeit, sondern vielmehr mit Unterstützung durch Lehrer und Eltern in Zukunft mehr erreicht werden könnte, auch wenn das alles weniger revolutionär ist."

Anna-Maria Zouhar Schorndorf