Reisetipps Zürich

Ausflüge & Touren Zürich

Die Rigi, die Königin der Voralpen

Diese kleine Reise führt u.a. mit der ältesten Zahnradbahn Europas auf die Rigi, einen tollen Aussichtsberg, ist gespickt mit Möglichkeiten zur Einkehr, gut in einem Tag zu machen und nur mit einem Problem behaftet: Es liegen derart viele Sehenswürdigkeiten am Weg, dass Entscheidungsfreudigkeit gefordert ist.

Sie fahren mit den Schweizerischen Bundesbahnen in die Kapitale der Innerschweiz, Luzern. Der Bahnhof wurde unverkennbar von dem bekannten Architekten Santiago Calatrava entworfen. Gegenüber steht das neue Kultur- und Kongresszentrum des französischen Stararchitekten Jean Nouvel. Mit dem Schiff gelangen Sie in knapp einer Stunde zu dem Ort Vitznau, der auf der Sonnenseite des Vierwaldstättersees am Fuße der Rigi in einer malerischen Bucht liegt.

Unweit östlich der Schiffsstation befindet sich das Araballa Sheraton Hotel Vitznauerhof, ein Schmuckstück aus der Belle Époque. Das Hotel hat ganzjährig geöffnet und offeriert sonntags ab 11.30 Uhr einen opulenten Brunch, der, einmal genossen, nicht so schnell in Vergessenheit gerät: verschiedene Sorten Lachs, unzählige Käsesorten, Jogurts, Müslis, dazu Salate, Beilagen und Fleisch. Und das alles in hervorragender Qualität und zu einem günstigen Preis (Seestrasse | Tel. 0413997777 | Fax 0413997666 | www.vitznauerhof.ch | €€€).

Wer etwas später dran ist, steigt direkt in die Vitznau-Rigi-Bahn um, die in einer Viertelstunde gut 1000 Höhenmeter überwindet und wunderbare Aussichten bietet. Die Bahn wurde 1871 in Betrieb genommen und war die erste Zahnradbahn Europas. Sogar die Königin von England unternahm 1868 einen Ausflug nach Rigi-Kaltbad, wo - der Name sagt's - seit dem 17. Jh. Pilger ihre Leiden zu heilen suchten. Auf Rigi-Klösterli entstand eine Kapelle, und bald entspann sich ein Wallfahrtstourismus, im Zuge dessen Gasthäuser und Hotels aus dem Boden schossen. Heute ist die Rigi ein beliebtes und ruhiges, weil autofreies Ferienziel. Einen exzellenten Ruf genießt die Rigi nicht nur wegen ihrer einzigartigen Lage unmittelbar vor dem Alpenhauptkamm, sondern auch dank ihrer sonnigen, schnell erreichbaren Terrassen, die besonders im Herbst, wenn meist das gesamte Schweizer Mittelland unter einer dicken Hochnebeldecke begraben liegt, attraktiv sind.

Rigi-Kaltbad kann übrigens auch von Weggis aus mit einer Seilbahn erreicht werden. Ein längerer, aber geruhsamer Spaziergang führt von Kaltbad nach Rigi-Scheidegg, wohin bis 1931 ebenfalls eine Bahn fuhr. Jetzt spaziert man auf der alten Trasse nach Rigi-First, wählt dort am besten den zwar leicht exponierten, dafür eine grandiose Aussicht auf den Vierwaldstättersee bietenden Felsenweg, um bei Unterstetten nicht nur wieder auf die Trasse zu stoßen, sondern auch auf ein Restaurant. Weiter geht's die leicht ansteigende Trasse entlang auf der anderen Seite des Bergkammes mit Blick gegen Norden und sogar durch einen alten Tunnel. Mit der Scheidegg erreichen Hungrige und Durstige weitere Restaurants und die kleine Seilbahn, die in wenigen Minuten die 1000 m tiefer gelegene Bahnstation Kräbel erreicht, wo es auf die Zahnradbahn umzusteigen gilt. Diese bringt Sie zum altehrwürdigen eisernen Brückenbahnhof der Arth-Rigi-Bahn gleich über den Gleisen der SBB. In 40 Minuten erreichen Sie den Zürcher Hauptbahnhof.

SBB Zürich-Luzern (jede halbe Stunde | Fahrzeit ca. 50 Min.) | Schiff Luzern-Bahnhofquai-Vitznau (Fahrzeit knapp 1 Std.) | Vitznau-Rigi-Bahn (je nach Variante 18-30 Min.) | Rigi-Arth-Goldau (je nach Variante 6-30 Min.) | SBB Arth-Goldau-Zürich (Fahrzeit: 40-50 Min.)

SBB-Rundreisebillette sind am Bahnschalter erhältlich. Detailinfos unter www.sbb.ch und www.rigi.ch.

Zur tiefstgelegenen Alp der Schweiz

Eine kleine Rundreise auf der Sonnenseite des Zürichsees, verbunden mit einem ausgedehnten Spaziergang zu einem typischen Landrestaurant echt Schweizer Prägung.

Mit der Forchbahn fahren Sie bis zur Station Forch, dem Ausgangspunkt des Spaziergangs. Folgen Sie den gelben Schildern, die nach Erlenbach, dem Ziel des Ausflugs, weisen. Schon nach einer Viertelstunde tut sich eine Variante auf: Im Weiler Wangen beginnt das Küsnachter Tobel (Tobel, schluchtartiges Tal mit einem Bach), das sich gut 6km bis nach Küsnacht am See hinunterzieht und mit einem lauschigen Weg erschlossen ist.

Der Weg findet auf einem Straßenstück seine Fortsetzung und biegt nach einer Brücke über ein Rinnsal ab. Links am Weiler Limberg vorbei, leicht Haken schlagend durch einen lichten Wald zur Straße, wo zwei Schilder den Weg nach Erlenbach weisen. Sie halten sich an die Variante links, die ein Stück die Straße entlang und gemäß einer fast in den Baum eingewachsenen Tafel zur Kittenmühle führt. Den Anfang des Erlenbacher Tobels durchqueren Sie vorerst und gelangen über eine Alpwiese zu einer uralten Eiche, an deren Fuß Bänke dazu einladen, den herrlichen Blick über den See auf die voralpine Hügellandschaft zu genießen.

In wenigen Minuten erreichen Sie die Blüemlisalp: eine Alp mit zugehöriger Genossenschaft und einem Restaurant urschweizerischen Zuschnitts, das Landspezialitäten serviert (Do-Sa und Mo 9-0.30, So 10 bis 22 Uhr | €€€). Im Sommer stehen auf dem Vorplatz Tische und Bänke zum Essen und Mosttrinken.

Frisch gestärkt, machen Sie sich wieder auf Richtung Erlenbach. Durch das schon erwähnte Erlenbacher Tobel gelangen Sie vorbei an kleinen Wasserfällen und skurrilen Steinformationen, über Stege und Brücken langsam zur Goldküstengemeinde Erlenbach, einem bevorzugten Wohnort für Leute mit besser gepolstertem Geldbeutel. Von dort bringt Sie die S 6 bzw. S 16 in 15 Min. nach Zürich, oder Sie wählen (im Sommer) die attraktivere Variante mit dem Schiff. Unmittelbar neben dem stilvollen Anlegeplatz lädt die auf den See hinausragende, verglaste Terrasse des Seerestaurants Schönau (tgl. 8-24 Uhr | €€) zum „Zvieri“ (kleiner Nachmittagsimbiss) ein. Die Fahrt mit dem Schiff zurück an den Bürkliplatz in Zürich versetzt einen dann gänzlich in andere, südliche Gefilde: Der Blick auf die überbaute Goldküste - das rechte, sonnenbeschienene und eben eher teure Pflaster - sowie die stattlichen Bürohäuser und schönen Hotelpaläste eingangs Zürich weckt schon fast Erinnerungen an mediterrane Ferienerlebnisse.

Bahnhof Stadelhofen, mit der Forchbahn (S 18) bis Forch (mittags alle 15 Min., Fahrzeit 21 Min.) | Spaziergang (je nach Schrittlänge und Pausen: 1,5-3 Std.) | Schiff Erlenbach-Zürich (Fahrzeit ca. 30 Min.). Am günstigsten für diesen Ausflug ist eine ZVV-Tageskarte für vier Zonen. Sie kostet 14,40 CHF.