Reisetipps Wien

Bloss nicht! Wien

Trinkgeld vergessen

Das Bakschischgeben mag an das abschätzige Bonmot erinnern, in Wien beginne der Balkan, lässt sich jedoch auch als liebenswürdiges Prinzip von „leben und leben lassen“ deuten. Tatsächlich kommen Kellner, Taxifahrer, Friseure, Tankwarte und Toilettenfrauen nur dank der Trinkgelder finanziell halbwegs über die Runden.

Sightseeing mit dem eigenen Wagen, falsch parken

Staus und Parkplatznot sind auch in Wien notorisch, vor allem in der Innenstadt. Lassen Sie den Wagen daher besser in der Garage. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in Fußwegentfernung voneinander, und das öffentliche Verkehrsnetz ist dicht geknüpft. Bußgelder werden in EUZeiten auch jenseits der Grenze gnadenlos eingetrieben. Wer gar verkehrsbehindernd parkt, wird den Wagen erst nach Zahlung von 170 Euro auf einem Sammelplatz am Stadtrand wiedersehen. In flagranti erwischte Parksünder kommen weitaus billiger weg, wenn sie gleich zahlen und nicht daheim die Anzeige abwarten.

Im Pauschalangebot zum Heurigen

Wer in Grinzing dort einkehrt, wo die Touristenbusse in Kolonne parken, versäumt das Wesen eines Heurigen, zu dem ein Mindestmaß an Intimität gehört. Ziehen Sie die anderen Lokale und Heurigengegenden vor.

„Kaffee“ bestellen

Wer in einem Traditionscafé einfach „Kaffee“ bestellt und dabei gar noch die erste Silbe betont, erweist sich als Ignorant, auch wenn der soignierte Ober keine Miene verzieht. Hierzulande bestellt man, bitte sehr, einen kleinen oder großen Braunen oder Schwarzen, einen Kapuziner, eine Melange etc., und zwar nicht mit Sahne, sondern mit Schlagobers.

Zu legere Kleidung in Oper und Altstadt

Die große Mehrheit der kulturbeflissenen Wiener legt für den Abend in einem ihrer Musentempel eine Kleidung an, die sie als „dem Anlass entsprechend“ bezeichnen. Soll heißen: keine Minis oder T-Shirts, Jeans oder gar kurze Hosen. Für die Herren sind zumindest Sakko und Krawatte obligat. Aber auch tagsüber in der Altstadt gibt es Tabus: entblößte Oberkörper bei den Herren und Bikinitops bei den Damen. Noch viel verpönter ist ein solcher Aufzug bei Innenbesichtigungen, besonders natürlich in Kirchen.

Schwarzfahren

Der Gedanke mag manch einen verlocken. Doch Vorsicht! Gelegentlich durchkämmen die im Volksmund „Schwarzkappler“ titulierten Kontrolleure sehr wohl die Waggons. Wer in Bus, Straßen- oder U-Bahn erwischt wird, zahlt 62 Euro, in der Schnellbahn kostet es gar 70 Euro.