Reisetipps Weimar

Stichworte Weimar

ACC

Das Autonome Cultur Centrum, kurz ACC genannt, wurde in Weimar zu einer Institution. 1988 hatten zwei Studenten das leer stehende Haus am Burgplatz besetzt, es wieder bewohnbar gemacht und mit kulturellem Leben erfüllt. Die DDR-Behörden duldeten alles stillschweigend. Nach der Wende konnte das Haus günstig gekauft werden. Im Erdgeschoss entstand ein Café-Restaurant, im ersten Stock wurde die Kleine Galerie weitergeführt mit Ausstellungen, die Furore machten. Im Nachbarhaus mietete man Räume für die Große Galerie. Etwa 150 Veranstaltungen gibt es jährlich im ACC, ferner ein Dutzend Ausstellungen, Lesungen und Performances. Frank Motz, der Hausbesetzer von 1988 und einer der Chefs des Zentrums, bekam 1998 für sein Engagement den Weimar-Preis verliehen.

Bauhaus

Die 1919 gegründete Hochschule für Gestaltung ist längst Legende, sie erlangte weltweite Wirkung über ihre eigentliche Lebensdauer hinaus. Das Staatliche Bauhaus wurde zum Synonym moderner Architektur und Formgestaltung, es gilt bis heute als Avantgardestätte und als die modernste Kunstschule des 20. Jh. Ihr Begründer Walter Gropius versuchte zusammen mit namhaften Künstlern wie Lyonel Feininger, Paul Klee oder Wassily Kandinsky, die Welt des Designs und der Architektur zu revolutionieren und das Kunsthandwerk neu zu beleben. Die Kunsthochschule musste 1925 nach Dessau übersiedeln und wurde 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten aufgelöst. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg prägten die Ideen des Bauhauses die moderne Entwurfskultur.

Lichtskulptur

An jedem Wochenende, zum Kunstfest sogar täglich, rückt eine Lichtskulptur die Autobahnkirche Gelmeroda vor den Toren Weimars ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Das strahlende Kunstwerk, das der Weimarer Peter Mittmann entwickelt hat, war ein Projekt des Kulturstadtjahres. Eingeschaltet wird das Licht freitags, samstags und sonntags bei Einbruch der Dunkelheit, ausgeschaltet um 24 Uhr. Die Gelmerodaer Kirche wurde weithin durch die Zeichnungen des deutsch-amerikanischen Malers Lyonel Feininger bekannt.

Statistisches

Weimar breitet sich an beiden Ufern der Ilm aus. Die Nord-Süd-Ausdehnung der Stadt beträgt 11,4 km, die Ost-West-Ausdehnung 8,9 km. Erstmals wurde die Stadt 899 als „Vvigmaria“ genannt, nach dem Schmalkaldischen Krieg wurde sie 1547 Residenz des Herzogtums Sachsen-Weimar. Weimar ist eine kreisfreie Stadt im Freistaat Thüringen. Mit seinen 64500 Einwohnern steht es unter den Städten des Freistaates Thüringen an vierter Stelle - in den vergangenen Jahren sind stets mehr Menschen zugezogen als abgewandert. Das Stadtgebiet umfasst 84,3 km². Große Industriebetriebe sind nicht vorhanden, im verarbeitenden Gewerbe gibt es rund zwei Dutzend Unternehmen mit jeweils mehr als 20 Arbeitnehmern. Partnerstädte sind Hämeenlinna (Finnland), Blois (Frankreich), Siena (Italien) und Trier (Deutschland).

Theater

Das traditionsreiche Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar als einziges Spitzenorchester Thüringens prägen mit 600 Vorstellungen im Jahr den Veranstaltungskalender der Stadt. Ihr Glanz strahlt weiter über Weimar hinaus. Entsprechend hoch schlugen die Wellen, als bekannt wurde, das Theater solle aufgrund von Sparzwängen mit der unbekannten Bühne in Erfurt fusionieren. Es hagelte Proteste, wie die Stadt sie in ihrer Geschichte noch nicht erlebt hatte. Mahnwachen zogen auf, Demonstrationen fanden statt, Unterschriften wurden gesammelt. Die Aktionen fanden deutschlandweit öffentliche Beachtung - und hatten Erfolg. Die Landesregierung lenkte 2007 im Theaterstreit ein. Das Land stieg mit 79 Prozent in das Gesellschaftskapital am Theater und der Staatskapelle ein und erhielt den Vorsitz im Aufsichtsrat: Das Deutsche Nationaltheater - das die Staatskapelle beherbergt - wurde zum Staatstheater erklärt, die Fusion mit Erfurt war endgültig vom Tisch.

Tourismus Oscar

Was für Kinostars der Oscar in Hollywood, ist für die Touristiker, Hoteliers und Gastronomen der Five Star Diamond Award der American Academy of Hospitality Sciences. In Weimar bekamen diese begehrte Auszeichnung das Hotel Elephant sowie das Grand Hotel Russischer Hof und sein Restaurant Anastasia, die damit in einer Reihe mit dem Ritz Carlton in Shanghai und dem Adlon in Berlin stehen, denen diese Anerkennung ebenfalls zuteil wurde. 2002 wurden der Tourismus-Oscar erstmals in zwei Städten vergeben, einer davon in Weimar. Der Oscar wird Unternehmen verliehen, die sich vor allem durch Gastlichkeit und Service auszeichnen.

Welterbe

Die Unesco erklärte 1998 das Ensemble „Klassisches Weimar“ als 20. Stätte in Deutschland zum Welterbe der Kultur. Insgesamt wurden elf historische Bauten und Parkanlagen in die Welterbe-Liste aufgenommen. Dazu gehören die Wohnhäuser von Goethe und Schiller, die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, das Stadtschloss und das Wittumspalais, die Stadtkirche mit Herderhaus, das Alte Gymnasium sowie die Fürstengruft mit dem Historischen Friedhof, der Park an der Ilm mit Goethes Gartenhaus und dem Römischen Haus. Aber auch die Parkanlage Belvedere mit Schloss und Orangerie, die Schlösser und Parks in Tiefurt und Ettersburg gehören dazu. Seit dem Jahr 2002 zählt der literarische Nachlass von Goethe zum Weltdokumentenerbe „Memory of the World“der Unesco, also zum „Gedächtnis der Menschheit“. Bereits 1996 waren die Wirkungsstätten der Kunsthochschule des Bauhauses - das Haus am Horn, die ehemalige Kunstschule und die ehemalige Kunstgewerbeschule - als Welterbe anerkannt worden.