Reisetipps Weimar

Highlights Weimar

Region: Südliche Altstadt

Goethe-Nationalmuseum

Zu Weimars bekanntestem Museum, dem Goethe-Nationalmuseum, gehören das Wohnhaus von Johann Wolfgang Goethe (1749-1832), der sogenannte Sammlungsbau von 1915 und der 1935 als Goethe-Museum errichtete Anbau. Im Goethe-Nationalmuseum wird der gesamte Nachlass des Dichters, mit Ausnahme der Handschriften, aufbewahrt. Die Sammlungen zur Bildenden Kunst umfassen 26500 Objekte, die zu den Naturwissenschaften 23000. Nach dem Betreten des Museums geht es entweder nach links in die ständige Ausstellung des Nationalmuseums oder nach rechts in Goethes Wohnhaus.

Goethes Wohnhaus: In dem 1709 errichteten Haus wohnte Deutschlands bedeutendster Dichter fast 50 Jahre lang. Bereits 1885 wurde es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die sogenannten Christianezimmer bewohnte Goethes Lebensgefährtin und spätere Ehefrau, das Junozimmer diente als Empfangssalon und Musikzimmer. Im Hinterhaus liegen Goethes Arbeitsräume, zu denen nur die Familienmitglieder und wenige Freunde Zutritt hatten. Goethe richtete die niedrigen, engen Kammern bescheiden ein. In einem Gespräch mit seinem Privatsekretär Johann Peter Eckermann sagte er: „... prächtige Zimmer und elegantes Hausgerät (sind) etwas für Leute, die keine Gedanken haben und haben mögen ...“

Vom Vorzimmer aus blickt man in die (Besuchern nicht zugängliche) Bibliothek mit etwa 6000 Bänden und in das Arbeitszimmer, in dem so bedeutende Werke wie „Wilhelm Meisters Wanderjahre“, die „Wahlverwandtschaften“ und der „Faust“ entstanden. Beide Räume sind im Originalzustand erhalten. In dem bescheidenen Schlafzimmer ist Goethe in den Mittagsstunden des 22. März 1832 im Sessel sitzend gestorben. Der Garten an Goethes Wohnhaus ist seit 1886 für die Öffentlichkeit zugänglich. Hauptsächlich Christiane hat ihn genutzt, um den Haushalt mit Obst und Gemüse zu versorgen.

Ständige Ausstellung „Wiederholte Spiegelungen. Weimarer Klassik 1759-1832“: Die 1999 eröffnete Ausstellung folgt nicht den chronologischen Grundlinien der Biografie Goethes, sondern zeigt den berühmten Dichter in seinen vielfältigen Beziehungen zu Persönlichkeiten der damaligen Zeit. Entstanden ist ein Panorama der Literatur, der Politik und der Kunst zwischen 1750 und 1832. Zu sehen sind rund 800 Exponate, bei denen es sich fast ausschließlich um Originale handelt. Einstündige Führung durch Goethes Wohnhaus (Eintrittskarten an der Museumskasse) | Goethes Wohnhaus und ständige Ausstellung April-Sept. Di-Fr/So 9-18, Sa 9-19 Uhr, Okt. Di-So 9-18 Uhr, Nov.-März Di-So 9-16 Uhr: Di/Fr 13 Uhr, Sa 13/15 Uhr | Frauenplan 1

Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek

Im festlichen Rokokosaal der kulturgeschichtlichen Forschungsstätte von internationalem Rang erhält der Besucher in wechselnden Ausstellungen Einblicke in den etwa eine Million Bücher umfassenden Bestand. Die vor allem auf Betreiben von Herzogin Anna Amalia zu Bedeutung gelangte Bibliothek stand 38 Jahre unter der Oberaufsicht von Goethe.

Das historische Bibliotheksgebäude ist durch zwei unter dem Platz der Demokratie entstandene Tiefenmagazine mit dem Roten und Gelbem Schloss sowie der Neuen Wache verbunden, die mit dem in den Innenhof gesetzten Bücherkubus ein modernes Studienzentrum bilden. Bis zu dessen Fertigstellung Anfang 2005 waren nur etwa 20 Prozent der Bücher im Hauptgebäude untergebracht, der Rest in über die Stadt verteilten Magazinen. Schlagzeilen lieferte die Bibliothek durch den verheerenden Großbrand am Abend des 2. Septembers 2004, bei dem die Flammen rund 50000 kulturgeschichtlich einmalige Bücher für immer vernichteten. Seit Ende 2007 steht das aufwendig restaurierte historische Gebäude den Besuchern wieder offen. | Rokokosaal Di-So 10-15 Uhr | Führungen durch das Studienzentrum: Anmeldung unter Tel. 545/401, Tel. 545/402, Tel. 545-403 | www.annaamalia-bibliothek.de | Platz der Demokratie

Markt

Die gute Stube der Stadt, Treffpunkt der Einheimischen und der Touristen. An der Westseite ist das Rathaus zu sehen, gegenüber liegen das Stadthaus und das Mitte des 16. Jhs. entstandene Cranachhaus, ein farbenfrohes Doppelhaus mit zwei charakteristischen Giebeln. Zu seinem Namen kam der Renaissancebau, weil der Schwiegersohn Lucas Cranachs d. Ä. der Bauherr war. Der berühmte Maler verbrachte das letzte Jahr vor seinem Tod in dem Haus Markt 11/12, seine Malstube befand sich im dritten Stock. In dem Haus daneben (Nr. 13) wohnte Karl Ludwig von Knebel (1744-1834), der Erzieher des Prinzen Constantin. Knebel und Goethe pflegten eine intensive Freundschaft. An der Südseite des Marktes steht das traditionsreiche Hotel Elephant, in dem seit jeher alle berühmten Gäste der Stadt wohnen und dessen beiden Restaurants Elephantenkeller und Anna Amalia überregionalen Ruf besitzen.

Im Blickpunkt des Marktes steht seit jeher der Neptunbrunnen, der bekannteste der zahlreichen Weimarer Brunnen. Tausende von berühmten und unbekannten Gästen der Stadt sind an ihm schon vorbeigelaufen oder haben sich vor ihm fotografieren lassen. Der Löwe, der den 1570 fertig gestellten Brunnen zierte, musste 1774 der Neptunfigur mit dem Dreizack weichen.

Das Haus Nr. 15, zum Platz der Demokratie gelegen, ist das Rote Schloss, das jedoch heute mit einem grauen Anstrich versehen ist. Das Renaissancegebäude mit einem schönen Portal entstand wie auch das sich anschließende Gelbe Schloss (Zugang vom Platz der Demokratie) als Herzoginnenwitwensitz. Das Rote Schloss wurde in die Erweiterung der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek einbezogen. Montags bis samstags findet ein ausgedehnter Obst- und Blumenmarkt statt, der dem Stadtbild einen bunten Tupfer aufsetzt.

Region: Nördliche Altstadt

Schlossmuseum

In mehr als 70 historischen Räumen des Residenzschlosses werden Malerei, Grafik und Plastik vom Mittelalter bis Beginn des 20. Jhs. ausgestellt. Die Sammlungen gehören zu den bedeutendsten in Thüringen. Im Erdgeschoss sind Arbeiten der religiösen Kunst des Mittelalters zu sehen, ferner Kunst der Renaissance, darunter eine Auswahl bedeutender Werke von Lucas Cranach d. Ä., beispielsweise die Bilder „Luther als Junker Jörg“ und „Christus segnet die Kinder“. Hier steht auch die 1706 in Weimar gefertigte astronomische Uhr, die von 4 Uhr bis 21.30 Uhr viertelstündlich erklingt.

Durch das Audienzzimmer Herzog Carl Augusts führt der Weg ins erste Obergeschoss zur Galerie niederländischer und italienischer Malerei. Hier sind einige Bilder von Peter Paul Rubens, Willem van de Velde (Hafenszenen) und Tintoretto zu sehen. Auch spanische Maler sind vertreten. Im Westflügel hängen Gemälde aus der Zeit der Aufklärung, darunter Werke von Anton Maron und Johann Friedrich August Tischbein. Beachtenswert in diesem Geschoss sind auch historische Wohn- und Festräume des Klassizismus. Original erhalten blieben im sogenannten Kleinen Flügel die Gesellschaftsräume der Großherzogin Maria Pawlowna. Die Dichterzimmer im Westflügel, auf Anregung Maria Pawlownas eingerichtet, gelten als die frühesten Erinnerungsstätten für Goethe, Schiller, Wieland und Herder.

Über das Marmortreppenhaus - ein hervorragendes Beispiel klassizistischer Architektur in Deutschland - erreicht man das zweite Obergeschoss, wo Arbeiten von Vertretern der „Weimarer Malerschule“ ausgestellt sind. | Di-So April-Okt. 10-18 Uhr, Nov.-März 10-16 Uhr | Burgplatz 4

Stadtkirche St. Peter und Paul

Das bedeutendste Kirchengebäude Weimars ist die Stadtkirche. Johann Gottfried Herder wirkte hier und wurde nach seinem Tod 1803 auch vor Ort beigesetzt. Die Grabplatte liegt im mittleren Kirchenschiff. An der Nordwand des Chors ist der Grabstein für den 1553 gestorbenen Maler Lucas Cranach d. Ä. angebracht, doch seine Grabstätte befindet sich auf dem Jakobsfriedhof. Prominentes Ausstattungsstück ist das dreiflügelige Altarbild. Cranach hat das Werk 1552 begonnen, nach seinem Tod hat es sein Sohn vollendet. Das Gotteshaus erhielt sein heutiges spätgotisches Aussehen um 1500. | April-Okt. Mo-Sa 10-12 und 14-16 Uhr, So 11-12 und 14-15 Uhr, Nov.-März tgl. 11-12, 14-15 Uhr | Herderplatz

Region: Südlich des Zentrums

Historischer Friedhof

Einer der bedeutendsten deutschen Friedhöfe, denn auf ihm ruhen zahlreiche Persönlichkeiten der deutschen Geistes- und Kunstgeschichte (s. Kapitel Spaziergänge). | Tgl., März-Sept. 8-21 Uhr, Okt.-Feb. 8-18 Uhr | Am Poseckschen Garten

Region: Am Stadtrand

Gedenkstätte Buchenwald

Die weiträumige Anlage auf dem Ettersberg, etwa 8 km vom Stadtzentrum entfernt, erinnert an mehr als 250000 Menschen, die von 1937 bis 1945 im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert waren. Über 50000 von ihnen kamen ums Leben. Die Nationalsozialisten hatten das KZ ab 1937 errichtet, die Häftlinge wurden seit 1943 in Buchenwald und in seinen insgesamt 136 Außenkommandos rücksichtslos in der Rüstungsindustrie ausgebeutet.

Von August 1945 bis 1950 nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gelände als Internierungslager, in dem schuldige und vermeintlich schuldige Nationalsozialisten, aber auch willkürlich verhaftete Personen, unter ihnen Frauen und Jugendliche, inhaftiert waren. Von den etwa 28000 Häftlingen starben über 7000 vor allem an Krankheiten und Unterernährung. Sie wurden in Massengräbern verscharrt. Gegenüber diesem Gräberfeld entstand 1997 ein eigenes Ausstellungsgebäude, in dem die Geschichte des Lagers dokumentiert ist.

Ab 1954 wurde die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ geschaffen, die heute schlicht den Namen „Gedenkstätte Buchenwald“ trägt. Zum ehemaligen Lager führt die 1939 von Häftlingen ausgebaute „Blutstraße“, die teilweise noch original erhalten ist. Der Parkplatz und die Bushaltestelle entstanden auf dem Exerzierplatz der SS. Man betritt das Lagergelände durch das Tor mit der verhöhnenden Inschrift „Jedem das Seine“. Informations- und Gedenktafeln sowie Gedenksteine erinnern an bedeutsame Orte und Ereignisse. Lagerbaracken sind nicht mehr vorhanden, ihre Grundrisse wurden durch Kupferschlacke markiert. Erhalten sind das Torgebäude mit Arrestzellenbau und Gedenkzellen für die hier ermordeten Häftlinge, die Häftlingskantine, das Krematorium mit einem museal gestalteten Nebengebäude. Das Desinfektionsgebäude dient heute als Kunstmuseum, und im Kammergebäude ist eine Dauerausstellung zur Geschichte des KZ zu sehen.

Vom Lager führt der Weg zur Südseite des Ettersbergs, auf dem sich eine monumentale Denkmalanlage befindet, in die drei große Massengräber einbezogen wurden. Im Mittelpunkt erhebt sich das von dem Bildhauer Fritz Cremer gestaltete Denkmal (1958). Es vereint elf aus Bronze gegossene Figuren, die den Widerstandskampf im Lager darstellen. Krönung der gesamten Anlage ist der 50 m hohe Glockenturm mit einer Bronzeplatte im Inneren, unter der sich Erde aus anderen Konzentrationslagern befindet. Ein Museum am Eingang zum Mahnmal informiert zur Geschichte der Gedenkstätte Buchenwald seit 1945. Im Kino der Gedenkstätte wird mehrmals täglich ein Einführungsfilm (Dauer 30 Min.) gezeigt. Die Besucherinformation am Parkplatz hält Informationsmaterial bereit und berät vor dem Rundgang. | Ca. 10 km nördlich von Weimar | Die Außenanlagen sind tgl. bis zum Einbruch der Dunkelheit zu besichtigen, Öffnungszeiten der musealen Einrichtungen: Di-So April-Okt. 10-18, Nov.-März 10-16 Uhr | Der Besuch der Gedenkstätte sowie der Ausstellungen ist kostenlos | www.buchenwald.de

Schloss und Park Belvedere

Schloss Belvedere war zu Goethes Zeiten nach Tiefurt und Ettersburg einer der Sommersitze der herzoglichen Familie. Den Bau der Anlage südlich der Stadt veranlasste Herzog Ernst August 1724, als Vorbild diente Schloss Belvedere in Wien. Der Barockbau, neben dem vier Kavaliershäuser stehen, ist umgeben von einem Park im englischen Landschaftsstil, den Hermann Fürst von Pückler-Muskau gestaltete. Eine Zierde ist der Russische Garten, der auf Anregung der Großherzogin Maria Pawlowna entstand, die sich vom Schlosspark Pawlowsk in St. Petersburg inspirieren ließ. Im Park befinden sich die Orangerie und der Rote Turm, der bis 1820 im Garten des Wittumspalais stand und als Teesalon diente. In der Nähe des Schlosses entstand 1995/96 das Musikgymnasium als modernes Gebäude mit vielen Glasflächen. Das Untergeschoss des Baus, der Konzertsaal, ist einem antiken Stadion nachempfunden.

In den schönen Räumen des Schlosses - darunter der Festsaal - wird Kunsthandwerk aus dem 17. und dem 18. Jh. gezeigt. Die Arbeiten sind Zeugnisse vor allem der höfischen Kultur des 18. Jhs. Beeindruckend sind die Fayencen, das Porzellan und die Gläser. Die im 18. Jh. entstandenen Thüringer Porzellanmanufakturen sind fast alle mit Beispielen vertreten: Volkstedt, Wallendorf, Ilmenau und Limbach ebenso wie Gotha und Kloster Veilsdorf. Ein Einblick in die Entwicklung der Glaskunst wird anhand von Exponaten aus der Zeit vom 16. bis zum 19. Jh. gegeben. Ebenfalls zu sehen sind Möbel, vor allem Schreibmöbel und anspruchsvolle Raumausstattungen, sowie Textilien. | Öffnungszeiten Schloss: Di-So April-Okt. 10-18 Uhr, Der Park kann ganzjährig besichtigt werden, die Orangerie ist nur in den Wintermonaten geöffnet | Belvederer Allee (außerhalb des Stadtzentrums

Region: Weimar mit Umgebung

Deutsches Nationaltheater

Das Dreispartenhaus - Musik, Theater, Tanz - zeigt sich in seinem Repertoire seiner großen klassischen Tradition verpflichtet, auf dem Spielplan stehen aber auch moderne Inszenierungen. Die Angebote reichen vom Schauspiel über Oper und Operette, Musical und Ballett bis hin zu Sinfoniekonzerten und Kindertheater. | Theaterplatz | telefonischer Kartenservice Tel. 755334Besucherservice Tel. 755303Ticket-Service Tourist-Information Tel. 7450 | www.nationaltheater-weimar.de

Hotel Elephant

Damals wie heute quartiert sich hier ein, wer Rang und Namen hat. Von hier aus sind fast alle Sehenswürdigkeiten Weimars zu Fuß bequem zu erreichen. DZ ab 129 Euro. 99 Zi. | Markt 19 | Tel. 8020 | Fax 802610 | www.arabellasheraton.com