Reisetipps Weimar

Ausflüge & Touren Weimar

Naturschönheiten im Saale- und Ilmtal

Das südöstlich von Weimar gelegene Tal der Saale und das Tal der Ilm im Südwesten bilden die Grenzen dieser Tagestour, die etwa 150 km lang ist.

Auf der A 4 fahren Sie 24 km bis zur Anschlussstelle Jena-Göschwitz und weiter auf der B 88 nach Kahla im Saaletal. In der Pfarrkirche der kleinen Stadt hat Martin Luther 1524 gepredigt. Sehenswert ist bei Seitenroda die Leuchtenburg, die einen Abstecher lohnt. „Königin des Saaletales“ wird die im Lauf der Jahrhunderte mehrfach um- und ausgebaute Burg mit ihren vier Wehrtürmen aus dem 15. und 16. Jh. auch genannt. Sie beherbergt ein Museum (tgl. | April-Sept. 9-18, Okt.-März 9-17 Uhr | www.museum-leuchtenburg.de), das eine Jagd-, Porzellan- und Weinbauausstellung zeigt. Ebenfalls an der B 88 liegt Orlamünde, dessen Burg im Mittelalter der Stammsitz der Grafen von Weimar-Orlamünde war. Pößneck besitzt mit dem spätgotischen Rathaus eines der schönsten Bauwerke Thüringens. Der Brunnen auf dem Marktplatz plätschert bereits seit 1521. Der Weiße Turm von 1453 ist ein Rest der Stadtbefestigung. Pößneck scheint schon Goethe gefallen zu haben, denn bei seinen Reisen in die Bäder Böhmens hat er hier häufig übernachtet.

Von Pößneck sind es 13 km bis Saalfeld, das vor allem durch die Feengrotten (Führungen, Dauer ca. 1 Std. | April-Okt. tgl. 9.30-17, Nov./Dez. und Febr./März tgl. 10.30-15.30, Jan. Sa/So 10.30-15.30 Uhr | www.feengrotten.de) bekannt geworden ist. In weniger als 300 Jahren schuf die Natur hier in einem ehemaligen Alaunschieferbergwerk eine wundervolle Farbenpracht. Im Guinness-Buch der Rekorde werden die Feengrotten als die „farbenreichsten Schaugrotten der Welt“ bezeichnet. In der Stadt selbst gehören zu den weiteren Sehenswürdigkeiten das Rathaus am Markt, die Burgruine Hoher Schwarm sowie die Stadtkirche St. Johannis.

Von Saalfeld sind es auf der B 85/88 nur 5 km bis Bad Blankenburg mit der Burgruine Greifenstein als markantem Wahrzeichen. Attraktion auf den spärlichen Resten der im 13. Jh. erbauten Anlage sind die Flugvorführungen des Falknerhofes (Juni-Sept. | tgl. 11 und 15 Uhr | Okt-Mai Mo geschl.). Ein Halt lohnt sich in Paulinzella: Das Benediktinerkloster verfiel nach der Säkularisation im 16. Jh. langsam, doch selbst die Ruinen sind beeindruckend. Im Jagdschloss sind eine Ausstellung zur Klostergeschichte sowie eine Jagd- und Forstausstellung zu sehen (Di-So April-Okt. 10-18 Uhr).

Nächste Station ist das von der Ilm durchflossene Stadtilm mit der prachtvollen Liebfrauenkirche, deren älteste Teile aus der Zeit um 1200 stammen.

Auf der B 87 erreichen Sie nach 15 km Kranichfeld im mittleren Ilmtal, das zwei Burgen besitzt: Die im 16. Jh. im Renaissancestil umgebaute Oberburg, auch Oberschloss genannt, und die Niederburg, an die nach einem Brand 1934 nur noch die Umfassungsmauern erinnern. 4 km weiter, entlang der östlichen Straßenseite, erstreckt sich der Stausee Hohenfelden mit dem Freizeitpark. Dazu gehören die täglich geöffnete Avenida-Therme und das Strandbad mit großen Liegewiesen. Für FKK-Anhänger gibt es im hinteren Teil des Bades einen Bereich. Aus mehr als 30 historischen Gebäuden - darunter Bauernhöfe, Werkstätten und Scheunen - besteht das Thüringer Freilichtmuseum (Jan.-März Sa, So 11-17 Uhr, April-Okt. tgl. 10-18 Uhr, Nov./Dez. Di-So 11-17 Uhr | www.freilichtmuseum-hohenfelden.de). An der Anschlussstelle Erfurt Ost geht es wieder auf die A 4, die Sie nach 20 km bei der Anschlussstelle Weimar verlassen müssen.

Auf der Spur des Dichters: der Goethewanderweg

Von 1775 bis 1788 ging Goethe, wann immer er es einrichten konnte, von Weimar zum Schloss „hinter den Bergen“. Dort, in Großkochberg, wohnte seine gute Freundin Charlotte von Stein. Eine Wandergruppe aus Jena suchte nach der kürzesten Verbindung, die Goethe damals gewählt haben könnte. Den 28 km langen Weg markierte sie mit einem großen weißen „G“ auf grünem Untergrund. Planen Sie einen ganzen Tag dafür ein.

In Weimar wandern Sie am Wielandplatz los. Der Weg führt Sie über die Amalien- und Rainer-Maria-Rilke-Straße sowie den Bergweg nach Vollersroda - ein typisches Straßendorf, das schon 1262 in einer Urkunde erwähnt wird. Goethe hat diese Strecke meist mit dem Pferd zurückgelegt und war nach eigenen Angaben etwa zweieinhalb Stunden unterwegs.

Wenig später bietet sich vom Hang der Balsamine ein herrlicher Blick in das mittlere Tal der Ilm. Sie wandern weiter bergab und kommen in das schön gelegene Dorf Buchfart. Sehenswert ist die überdachte, 39 m lange Holzbrücke (17./19. Jh.) über die Ilm. Die ältesten Teile der Wassermühle daneben stammen aus dem 17. Jh. Oberhalb des Dorfes, am Steilhang des linken Ilmufers, wurde die Höhlenburg in den Kalkfelsen getrieben, die in vor- und frühgeschichtlicher Zeit vermutlich als Fluchtort diente. Weiter geht es nach Saalborn, danach laufen Sie ein kleines Stück an der B 85 entlang. Im Dämmbachsgrund, benannt nach einem munter plätschernden Bach, biegen Sie rechts in einen Waldweg ein und wandern in Richtung Schwarza. Von hier geht es weiter nach Hochdorf.

In Hochdorf haben Sie 20 km der Strecke zurückgelegt. Zeitangaben sind kaum möglich, denn mancher verweilt auf den Ruhebänken und Rastplätzen, während andere die Wanderung als sportliche Herausforderung ansehen. Goethe hatte es, so die Überlieferung, stets eilig, denn Charlotte von Stein wartete auf ihn. Am 12. Juli 1777 notierte der Dichter: „... ich habe mich gestern herausgeflüchtet, bin um halb sechs zu Fuß von Weimar abmarschiert und war halb zehn schon hier, da alles schon verschlossen war und sich zum Bettgehen bereitete ...“

Als nächstes Wanderziel folgt Neckeroda, ein altes Rundangerdorf. Bald darauf ist der Luisenturm erreicht, von dem Sie einen weiten Blick ins Thüringer Land haben. Benannt wurde der Turm nach Luise von Stein, einer Enkeltochter Charlotte von Steins. Noch 3 km, und das Ziel ist erreicht: Schloss Kochberg.