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Raus ans Meer: an die Chesapeake Bay

Die Chesapeake Bay mit ihren Stränden und Fischerorten liegt für die Washingtoner vor der Haustür: Bis zum malerischen Hafenstädtchen Annapolis sind es etwa 45 Min. Autofahrt über die Route 50 nach Osten. Nach weiteren 12 km mündet diese in die Bay Bridge, eine atemberaubende, 6 km lange Stahlkonstruktion. Die Überfahrt mit herrlichem Blick kostet 2,50 $ Gebühr. Ins pittoreske St. Michaels kommen Sie danach in etwa eineinviertel Stunden: weitere 30 km auf der Route 50 nach Osten, dann 45 km nach Süden, bei Easton auf die Rte. 33 abbiegen und dann noch ca. 15 km. Badesachen nicht vergessen!

Obwohl es nur knapp 35000 Ew. hat, ist Annapolis seit drei Jahrhunderten die Hauptstadt des Bundesstaates Maryland und durfte sogar einmal vorübergehend als Hauptstadt der Vereinigten Staaten dienen (1783 bis 1784). Das Kapitol von Annapolis, das Maryland Statehouse (tgl. 9-17 Uhr), ist 20 Jahre älter als das in Washington und hat kurioserweise eine Kuppel aus Holz.

Die meisten Häuser der Altstadt stammen aus dem 18. oder 19. Jh. Eine Besichtigung lohnen: das Charles Carroll House (107 Duke of Gloucester St. | Juni-Okt. So 12-16, Sa 10-14 Uhr | Eintritt 5 $), das Chase-Lloyd House (22 Maryland Ave. | März-Dez. Mo-Sa 14-16 Uhr | Eintritt 2 $) und das Hammond-Harwood House (19 Maryland Ave. | April-Okt. Di-So 12-17 Uhr | Eintritt 6 $ | www.hammondharwoodhouse.org).

Durch die pittoresken Sträßchen lässt es sich herrlich bummeln, kleine Läden und Lokale laden zum Verweilen ein. Am schönsten sitzt man am City Dock, dem alten Hafenbecken, mit Blick auf die vor Anker gegangenen Segelboote - Annapolis ist schließlich die Hauptstadt der Hobbysegler. Von hier legen auch Ausflugsboote in die Bay ab.

Am Ufer des Severn River liegt die amerikanische Marineakademie US Naval Academy. Das riesige Areal, das ein Marinemuseum beherbergt, kann täglich von 9 bis 17 Uhr besichtigt werden (www.usna.edu). Pass mitbringen! Weiter geht es auf der Route 50 Richtung Bay. Die letzte Abfahrt vor der Bay Bridge führt in den Sandy Point State Park, einen Sandstrand an der Bucht. Hier kann man schön baden und picknicken, Wasservögel beobachten, fischen oder ein Boot mieten. | Im Sommer tgl. 6 Uhr bis Sonnenuntergang | Eintritt 5 $

Kurz hinter Annapolis überspannt die Bay Bridge die Chesapeake Bay. Die größte Bucht der USA ist 320 km lang und 5,6 bis 56 km breit. St. Michaels liegt auf einer schmalen Landzunge und ist einer der ältesten Orte der Bay. Zu kolonialer Zeit war das Städtchen ein Zentrum des Schiffsbaus, heute ist es vor allem Ausflugsziel. Trotzdem hat sich der Ort seinen kleinstädtischen Charme bewahrt, mit malerischen Häusern, kleinen Läden und einem stimmungsvollen Bootshafen. Von dort legt im Sommer ein Ausflugsschiff zu einer einstündigen Fahrt über den Miles River ab, bei der Wasservögel und prächtige Villen am Ufer vorbeiziehen.

Die Geschichte der Schifffahrt in der Bay dokumentiert das Chesapeake Bay Maritime Museum in der Mill Street (April, Mai, Okt-Mitte Nov. 10-17 Uhr, Juni-Sept. 10-18 Uhr, Mitte Nov.-März Fr-Mo 10-16 Uhr | Eintritt 13 $ | www.stmichaelsmd.org).

Auf in die Wildnis

Zum wunderschönen Shenandoah National Park in den Blue Ridge Mountains sind es 140 km über die Interstate 66 West und die 340 nach Süden. Wenn Sie unterwegs ein wenig Geschichte schnuppern möchten, machen Sie 45 km südwestlich von Washington Halt im Manassas National Battlefield Park. Bei Front Royal ist die nördliche Einfahrt in den Shenandoah Park. Der Eintritt kostet 10 $ pro Fahrzeug. Nehmen Sie Verpflegung mit!

Dass der idyllische Manassas National Battlefield Park einst Schauplatz zweier blutiger Schlachten während des Bürgerkriegs war, ist heute nur noch schwer vorstellbar. Ein paar Kanonen und ein Museum erinnern an die Gefechte, sonst laden Wiesen und Wald zum Spaziergang ein. | Tgl. Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang | Eintritt 3 $ | www.nps.gov/mana

Natur pur erleben Sie im Shenandoah National Park. „Tochter der Sterne“ bedeutet der Name in der Sprache der Ureinwohner. Der Nationalpark sitzt genau auf dem Kamm der Blue Ridge Mountains, die zu den Appalachian Mountains gehören. Am schönsten lässt er sich über den 1939 eröffneten Skyline Drive erkunden, eine 170 km lange Straße, die einen herrlichen Ausblick auf die unberührte Natur gewährt. Rehe, Hirsche und sogar Bären sind mit etwas Glück am Straßenrand zu sehen. Entlang der Panoramastraße gibt es 75 Aussichtsplateaus und immer wieder gut ausgeschilderte Wanderwege.

Wandern Sie ein Stück auf dem berühmten Appalachian Trail, der sich von Maine bis Georgia durch die Appalachian Mountains schlängelt. 160 km des Trails verlaufen durch den Shenandoah National Park - zu erkennen ist er an weißen Markierungen. 32-mal kreuzt der Trail den Skyline Drive, z.B. kurz hinter dem Rattlesnake Point Overlook bei Meile 22 oder am Beahms Gap bei Meile 28,5. Besonders empfehlenswert ist der 7 km lange Whiteoak Canyon Trail, der bei Meile 42 beginnt und zu Wasserfällen führt. Dort können Sie gut ein Picknick machen. Der Shenandoah National Park ist zu jeder Jahreszeit schön, ein Farbenmeer aber ist er im Herbst während des Indian Summer. Der Park ist immer zugänglich, die Besucherzentren sind von Anfang April bis Ende November geöffnet. | www.nps.gov/shen

Wenn Sie etwa 45 Minuten auf dem Skyline Drive gefahren sind, kreuzt dieser die Route 211. Biegen Sie nach Westen ab, und folgen Sie den Schildern zu den Luray Caverns, kathedralenhohen Höhlen mit wunderschön gefärbten Tropfsteinen (Nov.-März tgl. 9-16 Uhr, April-Okt. tgl. 9-18 Uhr | Eintritt 19 $ | www.luraycaverns.com). Machen Sie gleich hinter Luray einen Abstecher in das hübsche Dorf Washington, das zwecks Unterscheidung zur Hauptstadt auch Little Washington genannt wird. Außer Galerien und Antiquitätenläden finden Sie hier das im ganzen Land berühmte, sehr teure Spitzenrestaurant Inn at Little Washington (lange vorher reservieren! Tel. 540/6753800 | www.theinnatlittlewashington.com). Die Route 211 Richtung Osten führt Sie durch das malerische Rappahannock County wieder zurück.