Reisetipps Venezuela

Szene Venezuela

Alejandra Huaynalaya

kam von Peru nach Venezuela, um Sprachen zu studieren. In Mérida belegte sie die Fächer Englisch, Französisch und Deutsch und verbrachte dann mehrere Jahre in Chicago, Freiburg und Köln. Während des Studiums arbeitete sie für Reiseagenturen und Hotels, seit 2004 leitet sie gemeinsam mit dem Deutschen Joe Klaiber die Posada Casa Vieja in der Sierra Nevada und begleitet Touristen durch die Anden.

Outdoor-Abenteuer

Adrenalin im Regenwald und in den Bergen der Gran Sabana

Mit dem motorisierten Kanu über Stromschnellen zum höchsten Wasserfall der Welt, mit dem Gleitschirm über den Regenwald oder mit Rucksack und Machete um die Lagune - die Gran Sabana im Süden des Landes entwickelt sich zum Hotspot für Actionhungrige. Besonders gefragt sind neuerdings Expeditionen auf die zum Teil noch komplett unerforschten tepuis, die sich bis zu 3000 m über den Regenwald erheben. Spezialveranstalter wie Condorverde (www.condorverdetravel.com) bieten sogar Helikopterflüge ins Reich der Riesenspinnen, fleischfressenden Pflanzen und rosa befellten Skorpione an. Wilde Raftingtouren und Trekking auf den Tafelbergen organisiert Uwe Neumann, Gründer von Bagheera Tours. Die abenteuerlichen Expeditionen in der Gran Sabana sind anspruchsvoll und nur für Schwindelfreie geeignet: Übernachtet wird in 2800 m Höhe, wenige Schritte vom Abgrund enfernt (http://earthdiscover.com).

La Moda

Exzentrische Opulenz

Die Kreationen der einheimischen Designer erobern die Laufstege der Welt. Mayela hat bereits den Fashion-Olymp erreicht und verkauft in New York. Die figurbetonten Kollektionen aus Chiffon mit viel Liebe zum Detail, Rüschen und Bordüren sind heiß begehrt. Bekannt wurde sie durch die Miss Venezuela Shows - sie designte die Kleider der Kandidatinnen. Zu kaufen gibt's die angesagten Teile z.B. in Caracas (Centro Comercial California Mall | Calle California | Local PB 10-11 | Las Mercedes | www.mayela.com.ve). Opulente Roben aus Brokat und Rohseide entwerfen Durant & Diego. Die Mode des angesagten Designerduos gibt's im Centro Comercial San Ignacio (Av. Blandín | Nivel Chaguaramos | Caracas | www.durantdiego.com).

Kostbarer Kakao

Venezuelas Schokoladenseiten

Mittlerweile haben auch die Europäer die Kultur der Kakaobohne entdeckt. Ein Trend, der aus Venezuela stammen könnte. Die Besitzer der Plantage Cacao San José haben sich auf die komplizierte Rückzüchtung alter, rarer und hocharomatischer Sorten wie Criollo oder Trinitario spezialisiert. So entstehen süße Delikatessen aus reinem Kakao wie die Domori-Schokolade Hacienda San José von Gianluca Franzoni (Av. Los Chaguaramos | Río de El Pilar | Municipio Benítez | www.cacaosanjose.com). Neben Bohnen schießen auch neue Angebote aus dem Boden: Auf der Hacienda Bukare werden nicht nur Kakaoprodukte, sondern auch Plantagentouren angeboten (Península de Paria | bei Chacaracual | www.bukare.com).

Ballfieber

Venezuela ist verrückt nach Fußball

Im baseballvernarrten Venezuela spielte Fußball bislang nur eine untergeordnete Rolle. Doch die Copa América 2007, das südamerikanische Pendant zur Europameisterschaft, bescherte dem Land neue Stadien wie das Estadio Monumental in Maturín (www.monagassportclub.com) und eine ungeahnte Begeisterungswelle. Hier weiß jeder, wer gerade spielt und was die Stärken und Schwächen der Teams sind. Infos und Termine gibt's unter www.federacionvenezolanadefutbol.org.

Street-art

Trend-Trio: Graffiti, Hip-Hop und Rap

In Caracas sprayt der Hase! So nennt sich Venezuelas bekanntester Sprayer, der immer mehr Nachwuchskünstler zum Sprayen animiert. Die junge Graffitiszene wächst und mit ihr die Hip-Hop-Gemeinde. Auch hier gibt Hase den Ton an: Als DJ Castor erarbeitete er sich eine riesige Fanbase. Die Platte Real y Medio besitzt Kultstatus und ist wegweisend in Sachen Rap aus Venezuela. Die neuesten Beats finden sich im Internet unter www.culturahiphopera.net oder www.delascalles.com. Aktuelle Termine für die Batalla de Los Gallos, ein Hip-Hop-Event in Caracas, wo sich die Besten des Landes im Freestylerap messen, werden unter www.redbullbatalladelosgallos.com veröffentlicht.

Konzeptclubs

Caracas: Elektroklänge auf der Designercouch

Hugo Chávez' sozialistische Doktrin hat in den modernen Ausgehschuppen der Hauptstadt Hausverbot. Oberstes Gebot der In-Lokale: ausgefallene Konzepte. Die Malabar ist Restaurant, Bar, Boutique, Konditorei und Nachtclub in einem (Av. Orinoco | www.malabar.com.ve). Ebenso angesagt ist die Living Room Lounge. Hier chillt die Szene auf orangen Sofas und amüsiert sich bei Clubsounds einheimischer DJs (Centro Comercial San Ignacio). In der Sukabar trifft hipper Elektropop auf schickes Orientambiente. Spezialität des Hauses sind Mojitokreationen wie Apfel- und Himbeermojito (Nivel Blandín, Local B 27-2 | www.sukabar.com).

Moderne Zeiten

Neue Bühnen für die jungen Wilden

Kunstfreunde aufgepasst! Die jungen Künstler finden durch extravagante Vernissagen in Caracas immer mehr Förderer. Eine der wichtigsten Kreativen der Szene ist Ninoska Huerta. Sie zählt zu den besten Kuratorinnen des Landes und fördert in ihrer Galerie in Caracas die jungen Wilden der Szene wie den lateinamerikanischen Konstruktivisten Carlos Anzola (Tel. 0212/9773460 | www.ninoskahuertagallery.com). Zu Ihnen gehört auch Alberto Cavalieri, der mit abstrakten Skulpturen aus Stahl, Beton und Holz Plätze und Parks zu einer Bühne für seine Kunst macht (www.albertocavalieri.com). Seine Werke, wie die überdimensionalen, geflochtenen und ineinandergeschlungenen Stahlkonstruktionen, gibt es auch in der Onlinegalerie | www.gbgarts.com von Gabriela Benaim Ginnari zu sehen. Kunstliebhaber finden hier Newcomer der venezolanischen Kunstszene.

Öko-Expeditionen

Mit den Locals durch die Wälder

Kultur und Einheimische kennenlernen, bei ihrer Landarbeit mitmachen, auf ökologisches und soziales Fairplay setzen: Ökotourismus ist im Trend. Die Besitzer der Posada El Limón haben das erkannt und bieten neben Übernachtungen auf einer alten Mangoplantage auch geführte Exkursionen durch den Henri-Pittier-Nationalpark an, der bekannt ist für seine vielen Reptilien und bunten Schmetterlinge (Calle El Piñal 64 | El Limón | Maracay | www.posadaellimon.com). Mitten im Sierra-Nevada-Nationalpark liegt die Casa Vieja. Von hier aus können Hobbyornithologen ihre Expeditionen starten. Die einheimischen Guides kennen die besten Plätze zur Beobachtung exotischer Vögel (Posada Casa Vieja | Transandina | Tabay | www.casa-vieja-merida.com).