Reisetipps Ungarn

Szene Ungarn

Enikö Roszjár

Die Halbungarin ist mehrmals im Jahr in Ózd. Dort besucht sie ihre Familie, genießt das ungarische Essen und den selbst angebauten Wein. Doch wenn das Wochenende naht, zieht es die Produktdesignerin in das zwei Stunden entfernte Budapest. Am meisten gefällt ihr, dass die Stadt nie stillsteht und noch immer im Aufbruch ist. Vorallem die Kunstszene und das schrille Nachtleben haben es ihr angetan.

Black & Beauty

Mode made in Ungarn

Schwarz ist die Farbe der Stunde! Die Designer kreieren die aufregendsten Outfits in der Farbe der Nacht und setzen sie mit sexy Materialien wie Lack, Leder und Satin in Szene. Für den großen Auftritt: Der Designer Bori Toth (www.tothbori.com) erobert mit seinen eleganten Black-Outfits den internationalen Markt. Die Abendroben sind bodenlang, figurbetont und mit raffinierten Ausschnitten versehen. Ebenso spannend, aber mit einem Schuss Extravaganz, präsentieren sich die Outfits des vietnamesischen Wahlbudapesters Anh Tuan (www.anh-tuan.com). Highlight seiner Kollektion ist eine Jacke aus tiefschwarzem Lack, deren Ärmel an Fischschuppen erinnern. Leder und Lack bestimmen jedoch nicht nur das Bild seiner Kleider. Anh Tuan zieht das Thema konsequent durch: Accessoires wie Taschen, Schuhe, Handschuhe werden ebenfalls aus den dunklen Materialien gefertigt. Außergewöhnliche Shoppingerlebnisse bieten der Store Retrock (Ferenczy István utca 28, Budapest, www.retrock.com) und die Boutique Manier (Váci utca 68, Budapest, www.manier.hu).

Eventbaden

Wellness by Night

Der neueste Schrei am Spahimmel: Wellness bei Mondschein, Sternenfunkeln und Diskolicht. Die Thermalbäder entstauben ihr Image und öffnen ihre Pforten für Nachtschwärmer. Eventbaden heißt das Motto im Thermalbad Rudas (Döbrentei tér 9, Budapest). Einmal im Monat sorgen dort bei der Cinetrip-Party Sparty angesagte DJs für Stimmung, Bartender mixen Cocktails, und Performances bringen die Gäste zum Feiern. Kultverdächtig (www.cinetrip.hu)! Ebenfalls nachtaktiv ist das Thermalbad Halastermál in Kiskunhalas. Wobei die Betonung auf aktiv liegt! Am Wochenende heißt es Rutschen, Sprudeln und Wellness genießen bis kurz vor Mitternacht (Nagy Szeder István utca 1, www.halasthermal.hu).

Festivalfieber!

Außergewöhnlich & cool

300 Festivals ungarnweit! Diese Zahl spricht für sich. Und die stetig wachsenden Besucherzahlen untermauern den Trend. Festivals sind in! Je lauter, bunter, verrückter, umso besser. Beim Nomanslandfestival Egerszalók heißt es zum Beispiel „Goa meets Zirkus-Art“. Gute Musik hören und nebenbei von echten Profis des Fachs die Kunst des Feuerjonglierens erlernen, und das auch noch in einem Freibad (Forrás utca 4, www.nomanslandfestival.com)! Das Internationale Maultrommlerfestival in Kecskemét versetzt nicht nur Didgeridoo- und Maultrommelfans jedes Jahr in Aufregung. Exotisch alternatives Flair (Kossuth tér 4, www.doromb.com)! Das Csangofestival ist das Folklorefestival in Jászberény (www.csangofesztival.hu). Weitere Festivals gibt's unter www.fesztival.lap.hu.

Joy of jazz

Neue Ideen

Durch die ungarische Jazzszene weht ein frischer Wind. Das Dresch Mihály Quartett, Lajkó Félix oder das Muzsikás Ensemble sind die Stars der Stunde. Sie alle bringen das Publikum in den Jazzclubs zum Schwitzen und haben sich mittlerweile auch auf internationaler Ebene einen Namen gemacht. Jazz rund um die Uhr bietet der Jazz Garden (Veres Pálné utca 44/a, Budapest | www.jazzgarden.hu). Sax und Co. als Frühstücksbegleiter! Für musikalische Jazzexperimente ist die Eventlocation Millenáris Park, die auch Haus der Zukunft genannt wird, aufgeschlossen. Auf Konzerten wird das Neueste vom Neuen präsentiert (Kis Rókus utca 16-20, Budapest, www.millenaris.hu)! Drei Tage Jazz und nichts als Jazz verspricht Jazzland, ein Jazzfestival in Cserfő. Das Line-up ist stets hochkarätig: Randy Brecker, Doug Hammond aus den USA und Borbély Mihály, um nur einige zu nennen (www.jazzland.hu).

Zweckentfremdet

All-in-One-Locations

Ausrangierte Boote mit neuer Funktion! Die schwimmenden Riesen werden zu Nightlifelocations umgebaut und avancieren damit zu Ungarns Ausgeh-Hotspots Nummer eins. Auf dem 1500 m² großen Schiff A 38 (Petőfi Híd Budai Hídfö, Budapest, www.a38.hu) sind eine Konzerthalle, fünf Bars und ein Restaurant untergebracht. Internationale und nationale Musikgruppen geben hier ihre Konzerte. Klein und retro ist dagegen das Pub-Schiff Blue River Pub (Petőfi tér 8, Budapest, www.blueriverpub.hu). Es ist ganz im Stil der 1960er-Jahre eingerichtet, der Sound variiert zwischen Funk, Britpop, Hip-Hop und Elektro. Vesztipizza hat sich, wie der der Name schon sagt, auf Pizzas spezialisiert. Die Location erinnert an ein Mississippischiff aus dem 19. Jh. Die Atmosphäre ist chillig, die Drinks sind hervorragend (Móricz Zsigmond-rakpart - III. Hajó, Györ, www.vesztirestaurant.hu).

Trendsport Kiten

Im Sommer und im Winter

Die Kiter entdecken den Plattensee für sich. Übrigens nicht nur im Sommer. Im Winter, wenn der See zugefroren ist, kommen die Ice-Kiter! Profis und Könner zieht es dann nach Balatonakarattya. Der Surfbeach Siófok steht für Action und Party. Ein eigenes Baywatch-Team und Full-Power-Partys sorgen für ungetrübten Kitespaß (Szent László utca, Siófok/Aranypart, www.surfbeach.hu). Anfänger lernen im Sommer Theorie und Praxis zum Beispiel in der Sharky Wassersport-Schule (Keszthely Damjanich utca 1, Vonyarcvashegy, www.surfschule.in). Nach dem Kurs winkt der VAW-Kitesurfgrundschein.

Let's Dance

Csárdás und Co. kommen

Der Rhythmus gibt den Ton an! Auf den Tanzflächen herrscht dichtes Gedränge. Der Grund: Tango und Csárdás, der ungarische Nationaltanz, sind wieder angesagt. Die Tanzhäuser erfahren ein regelrechtes Revival. Zur Livemusik der Buda Folk Band oder des Berkó Ensemble wird das Tanzbein geschwungen. Die beliebtesten Dance-Locations sind das Fonó Budai Zeneház (Sztregova utca 3, Budapest, www.fono.hu) und das Marczibányi (Marczibányi tér 5a, Budapest, www.marczi.hu).

Stylishe Symbiose

Essen & Ambiente als Einheit

Wenn aus Restaurants Gourmettempel werden - dann sind Interieur und Gerichte perfekt aufeinander abgestimmt. Im Mokka in Budapest hat der Orient Einzug gehalten. Ethno-Designelemente bestimmen das Bild. Genauso exotisch wie das Ambiente sind die Speisen. Gewürze, die sich Küchenchef Zsolt Serenyi aus den entferntesten Ecken der Welt kommen lässt, sorgen für den kulinarischen Kick (Sas utca 4, Budapest, www.mokkarestaurant.hu). Design ohne viel Chichi gibt's in der Ba Bar (Huszár utca 7, Budapest, www.babar.hu). Genauso klare Linien verfolgt das Essen. Reduktion auf das Wesentliche steht im Vordergrund. Im Képíró in Budapest (Képíró utca 3) lassen sich Gourmets zum Beispiel Schnecken und Forellen schmecken.