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Auf den Spuren der Tokaj-Weine

Die als Unesco-Welterbe registrierte Weinregion Tokaj 200 km nordöstlich von Budapest erreichen Sie über die M3 (Abfahrt Miskolc) und dann über die Landstraße 37. Länge der Tour von/bis Szerencs 130 km, Zeitbedarf ein bis zwei Tage.

Das 6600 ha große Weinanbaugebiet Tokaj-Hegyalja an den südlichen Ausläufern der Zemplén-Berge ist das „Mekka der Süßweinproduktion“. Hinter dem Ort Szerencs, dem Tor zur Weinregion, grüßt wenige Kilometer weiter links der Straße 37 das Gelbe Weinhaus (www.sargaborhaz.hu) der Spitzenkellerei Disznókő, ein klassizistisches Palais aus dem 18. Jh. Im Restaurant können Sie zum guten Essen auch Weine verkosten. Auf dem weiteren Weg begleiten Sie die Hügellandschaft mit ihren Weinanpflanzungen und bei Tokaj der 515 m hohe gleichnamige Berg. In Tarcal, 9 km vor Tokaj (nach rechts abbiegen auf die Straße 38), ist das Schlosshotel (Terézia kert 9 | Tel. 47/580400 | www.grofdegenfeld.hu) des Weinguts Gróf Degenfeld der ideale Ort, um sich beim Stopp im Restaurant mit einigen Geheimnissen des Tokajers vertraut zu machen.

Aszú heißt das Zauberwort, das die kostbare Geschmackswelt der edelsüßen Weine erschließt. Die Rebsorten, aus denen Tokaj-Weine gekeltert werden - Furmint, Hárslevelű (Lindenblättriger) und der seltene Muscat Lunel - sind ständige Begleiter auf dieser Route. Ebenso der Fluss Bodrog, ohne den die Weine nicht wären, was sie sind, denn erst im Zusammenspiel mit der Flussfeuchtigkeit entsteht jener Schimmelpilzbefall der Trauben, der mit der Herbstsonne den Zuckergehalt in einzigartiger Weise konzentriert.

In Tokaj ist der Topwinzer János Árvay zu Hause (József Attila utca 2 | Verkostung auf Anmeldung | Tel. 47/552155 | www.arvaybor.hu). Über den netten Weinort Bodrogkeresztúr geht es weiter nach Tolcsva (links der Straße 37) mit dem Spitzenweingut Tokaj-Oremus (Bajcsy-Zsilinszky utca 45 | Tel. 47/384505 | Fax 384504 | www.tokajoremus.com). Einzigartig ist dort das dreistöckige, seit dem 12. Jh. von Hand ausgeschlagene Kellersystem (Verkostungen Mo-Fr 10-16 Uhr, möglichst nach Anmeldung). Spätestens hier werden Sie weitere Geheimnisse der Tokaj-Weine lüften. So werden für einen Aszú-Wein die unter dem Schimmelpilzeinfluss geschrumpften Trauben einzeln aus der Gesamttraube herausgepflückt. Viel Landhauscharme hat das Restaurant Ős Kaján (Mo geschl. | Tel. 47/384195 | Kossuth utca 14-16 | www.oskajan.hu | €€) mit einer französisch inspirierten Küche.

Über die Straße 37 geht es weiter zum Städtchen Sárospatak, wo Sie einen schönen Spaziergang im Schlosspark machen können. Unter dem Park verbirgt sich das Kellersystem (Führungen März-Okt. Mo-So 10-18 Uhr, sonst bis 16 Uhr) des Weinguts Pajzos-Megyer (Nagy Lajos utca 12).

Sie können jetzt auf der gleichen Strecke zurückfahren oder die Tour über Sátoraljaújhely durchs Gebirge und entlang der westlichen Abhänge des Zemplén-Gebirges fortsetzen. Sátoraljaújhely - mit dem schönen barocken Rathaus (Kossuth Lajos tér 5) und der Piaristenkirche (Deák Ferenc utca 12) mit mittelalterlichem Kreuzgewölbe und barockem Interieur - ist ein beliebter Wintersportort. Von hier aus geht es durch die Hügel westwärts nach Pálháza. Lohnend ist ein Abstecher (2 km) nach Füzérradvány zum Schloss Károlyi in einem großen Park und zur Burg von Füzér. Nun fahren Sie über den Goldgräberort Telkibánya und Gönc und dann wieder südwärts. Zwischen Gönc und der Straße 37 liegen weitere Weinorte wie Abaújszántó, Tállya und Mád. In Mád stehen die Reben des bedeutendsten Tokaj-Winzers István Szepsy. Ein stattliches Palais, innen gediegen-einfach, ist das Hotel Mádi Kúria (24 Zi. Restaurant | Rákóczi Ferenc utca 48 | Tel. 47/548400 | Fax 548401 | www.madikuria.t-online.hu | €€).

Puszta-Romantik in der grossen Tiefebene

Von Budapest aus fahren Sie auf der Straße 51 nach Süden, parallel zur ca. 55 km langen Insel Csepel, die von zwei Donauarmen umgeben ist. Erst jenseits der Industriegebiete wird die Gegend schön. Für die Tour (von/bis Budapest 290 km) sollten Sie einen Tag einplanen.

Etwa 30 km hinter Budapest, in Kiskunlacháza, führt eine Abzweigung zur einstigen Serbenstadt Ráckeve (auf der Insel Csepel) mit dem eleganten Schloss Savoyen (Kossuth Lajos utca) und der Serbenkirche (Viola utca 1) aus dem 15. Jh. mit beeindruckenden Fresken und einer spätbarocken Ikonostase. Mit dem Bau seines Schlosses beauftragte der Türkenbezwinger Prinz Eugen 1702 Johann Lukas von Hildebrandt. Zur Weiterfahrt kehren Sie zurück zur Straße 51, auf der es in südlicher Richtung bis Solt geht. Für einen Cappuccino, ein selbst gemachtes Eis oder einen Strudel lohnt ein Abstecher zum unscheinbaren Café Erzsébet (nach rechts auf die Straße 52 abbiegen, gegenüber einer Tankstelle links an einem Parkplatz).

Auf der Straße 52 geht es nach Osten weiter in Richtung Kecskemét. Die Einzelhöfe (tanya) sind ein Markenzeichen der Puszta-Landschaft. Einige wurden zu Restaurants oder Gasthöfen ausgebaut. Auf dem Weg nach Kecskemét liegt bei Fülöpháza die Somodi Tanya mit gutem Restaurant. Westlich des Ortes liegt ein Teil des Puszta-Nationalparks Kiskunság (Kiskunság Nemzeti Park) mit Flugsanddünen, den zwei Lehrpfade erschließen (einer beginnt direkt an der Somodi Tanya). Wie einst ein echter Puszta-Einzelhof aussah, erleben Sie wenige Kilometer nordöstlich von Fülöpháza in der Einöde von Kunpuszta/Kerekegyháza. Dicht beieinander liegen dort die touristische Varga Tanya (Tel. 76/371030) und der Hof von Olga Rendek (Kunpuszta 81 | Kerekegyháza | Tel. 76/381762), von der Varga Tanya per Kutsche oder in einer halben Stunde zu Fuß zu erreichen. Olga Rendek und ihr Mann haben die tanya der Großeltern restauriert und zeigen sie so, wie man damals darin lebte.

Das nächste Ziel ist Kecskemét. Wer den bildschönen Ort bei einem Kaffee auf sich wirken lassen möchte, sollte die Terrasse des Caférestaurants Liberté ansteuern. Auf der Landstraße 54 geht es weiter zum südlich gelegenen Nationalpark Bugac-Puszta. Der schnellste Weg zurück nach Budapest führt über die Autobahn M5.