Reisetipps Umbrien

Sehenswertes Umbrien

Region: Città di Castello

Cattedrale (Duomo) SS. Florido e Amanzio

Das imposante Gotteshaus wurde über den Resten eines römischen Tempels errichtet. Nur der runde, frei stehende Glockenturm ist aus der ersten Bauperiode im 11. Jh. erhalten. Im Kircheninnern befindet sich die „Verklärung Christi“ von Rosso Fiorentino. Unter dem gesamten Bau liegt eine stimmungsvolle Unterkirche mit niedrigem Gewölbe. Im Domschatz befindet sich ein besonders kunstvoller Altarvorsatz aus getriebenem Silber (um 1144). | Museo Capitolare | Di-So April-Sept. 9.30 bis 13, 15-19, Okt.-März 10-13, 14.30-18.30 Uhr

Centro delle Tradizioni Popolari

Museum bäuerlicher und handwerklicher Tradition mit altem Gerät und Mobiliar. | Di-So 8.30-12.30, 15-19, im Winter 9.30-12.30, 14.30-17.30 Uhr | im Vorort Garavelle

Collezione Burri

Alberto Burri (1915-95), einer der interessantesten modernen Künstler Italiens, hat seine Objekte, Collagen und Gemälde im Palazzo Albizzini untergebracht (Via Albizzini 1). Zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt, sind in einer großen ehemaligen Tabaktrockenhalle gut hundert weitere Gemälde und Skulpturen Burris zu sehen (Ex-Seccatoi Tabacco | Via Pierucci). | Beide Di-Sa 9-12.30, 14.30 bis 18, So 10.30-12.30, 15-18 Uhr, Seccatoi Dez-Feb nur Sa/So | auf Anfrage: Tel./Fax 0758559848

Collezione Tessili

Hier können Sie die Arbeit an alten Webstühlen beobachten und das traditionelle Leinen erwerben, für dessen Herstellung Città di Castello seit Jahrhunderten berühmt ist. | Di-Sa 10-12, 15.30-17.30, So 10.30-13, 15-17.30 Uhr | Piazza A. Costa/Via S. Antonio

Palazzo Comunale

Als Architekt dieses ehemaligen Rathauses gilt Angelo da Orvieto, der Erbauer des Palazzo dei Consoli in Gubbio. Die Fassade prägen eine Rustikaquaderung und große gotische Zwillingsfenster. Von der gegenüberliegenden Torre Civica schöner Rundblick. | Piazza Gabriotti

Palazzo Vitelli alla Cannoniera

Der Palast stammt von Antonio da Sangallo (1521-32), die Graffiti auf der Gartenseite malte Giorgio Vasari. Hier ist die Pinacoteca Comunale mit bedeutenden Werken von Luca Signorelli, den Della Robbia und einer von Raffael bemalten Standarte untergebracht (Di-So 10-13, 14.30 bis 18.30 Uhr). | Via della Cannoniera

San Francesco

In der einschiffigen Kirche der Franziskaner aus dem 13. Jh. hängt die Kopie von Raffaels Vermählung Mariens (Original im Brera-Museum in Mailand). | Piazza Raffaele Sanzio

Region: Assisi

Duomo San Rufino

Der Dom aus dem 12./13. Jh. ist dem Ortsheiligen Rufino geweiht. Besonders schön sind die romanische Fassade mit ihren Fensterrosen und Tierdarstellungen sowie der Campanile. Im Innern steht das Taufbecken, in dem Kaiser Friedrich II., der hl. Franz und die hl. Klara getauft wurden. | Tgl. 7-12, 14-19 Uhr | Piazza S. Rufino

Eremo delle Carceri/Monte Subasio

Von der Porta Cappuccini etwa 4 km aufwärts durch Olivenhaine und Wäldchen gelangen Sie zu der Einsiedelei, die der hl. Franz oft zu spiritueller Einkehr aufsuchte. Später bauten Brüder hier Kloster und Zellen (tgl. 6.30-19, im Winter bis 17.30 Uhr) - ein guter Startpunkt für faszinierende Wanderungen durch die Steineichenwälder des Parco Regionale del Subasio.

Piazza del Comune

In römischer Zeit lag hier das Forum, dessen Reste im Museo Foro Romano zu sehen sind (wegen Restaurierung geschl. | Eingang Via Portico 2). Der Portikus des Minervatempels, der Goethe auf seiner Italienreise begeisterte, ist heute die Fassade der Kirche Santa Maria sopra Minerva. Links daneben der Palazzo del Capitano del Popolo (13. Jh.) mit mächtigem Turm. Gegenüber der Palazzo dei Priori (14. Jh.), heute Sitz des Fremdenverkehrsamts IAT.

Rocca Maggiore

Von der Piazza del Comune führt ein schöner Weg zur Rocca mit einmaliger Aussicht. In der hoch gelegenen, mächtigen Festungsanlage, erbaut um 1100, verbrachte der Stauferkaiser Friedrich II. seine frühen Jugendjahre. 1367 fiel sie an den Kirchenstaat.

San Damiano

In dieser kleinen Kirche unterhalb der Stadt hörte der hl. Franz die Stimme vom Kreuz, hier dichtete er seinen „Sonnengesang“, hier gründete die hl. Klara mit ihren Gefährtinnen das erste Kloster, und hier starb die Heilige 1253. Der kleine Betraum, einige Zellen und der Klostergarten können besichtigt werden. | Tgl. 10-12, 14-18, im Winter nur bis 16.30 Uhr

San Francesco

Der monumentale, auf mächtigen Subkonstruktionen gestützte Komplex besteht aus zwei übereinander gebauten Kirchen und einer großen Klosteranlage; hier leben noch etwa 50 Mönche. Die Grundsteinlegung erfolgte bereits mit der Heiligsprechung von Franz zwei Jahre nach seinem Tod. Seine Gebeine wurden 1230 hierher überführt, aber erst 1818 wiederentdeckt, tief eingemauert unter dem Hochaltar der Unterkirche.

Zur Unterkirche, der eigentlichen Grabeskirche, gelangen Sie über die vorgelagerte Piazza Inferiore. Am romanischen Doppelportal verspricht eine Inschrift dem frommen Pilger „an diesem Tag und für immer den vollkommenen Ablass“. Das Innere der Kirche (13.-15. Jh.), einschiffig mit ursprünglich einem Querschiff und Apsis, wurde gänzlich mit Fresken ausgemalt. Zu den ältesten Darstellungen zählen die links an der Wand des Langhauses vom Franziskusmeister um 1260 dargestellten Franziskusszenen. Sie sind der Leidensgeschichte Christi auf der rechten Wand gegenübergestellt. Besondere Beachtung verdienen die von Simone Martini ausgemalte Martinskapelle (1326) an der Südseite des Langhauses und die Magdalenenkapelle schräg gegenüber (Fernglas und Münzen für die Lichtautomaten nicht vergessen!).

Treppen führen aus dem mystischen Dunkel der Unterkirche hinauf zur größeren, lichteren Oberkirche. Im gleichen kreuzförmigen Grundriss wie die romanische Unterkirche erhebt sich die Oberkirche mit ihren hoch aufstrebenden gotischen Gewölbebögen. Auch sie ist ganz mit Fresken ausgemalt. Zu den ältesten gehören diejenigen im Querschiff und in der Apsis - sie stammen von Cimabue (um 1280) sowie zwei früheren Meistern (um 1267).

Der untere Teil des Langhauses ist mit Szenen aus dem Leben des hl. Franz ausgemalt. Der damals erst 30-jährige Giotto (ca. 1267-1337) hat - getreu der Lehre des Heiligen - nicht nur die Menschen, sondern alle Kreaturen mit vorher nie erreichter Lebendigkeit wiedergegeben.

Die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament in den Fensterzonen stehen in sinngemäßem Bezug zu den Darstellungen der Franziskuslegende. Sie entstanden vor Giottos Darstellungen von einem unbekannten Meister. Viele dieser Fresken waren beim Erdbeben 1997/98 stark beschädigt worden. Nun sind sie nach mühevoller Restaurierung wieder zu bewundern. | Tgl. Unterkirche 6-18.45, Oberkirche 8.30-18.45, im Winter nur bis 18 Uhr, So und feiertags jedoch nicht vor Mittag | Piazza San Francesco

Santa Chiara

Die Ordenskirche der Klarissen, Grabeskirche der hl. Klara und nach San Francesco der mächtigste Kirchenkomplex der Stadt, wurde 1257 bis 1265 erbaut. Im Innern kostbare Fresken des 14. und 15. Jhs. und Tafelbilder. In der Cappella del Crocifisso das große gemalte Kruzifix (12. Jh.), das einst in San Damiano hing, und von dem der hl. Franz zur Erneuerung der Kirche aufgefordert wurde. | Piazza S. Chiara

Santa Maria degli Angeli/Cappella Porziuncola

Um die Pilgerscharen aufzunehmen, die an Ablasstagen hierherströmten, ließ Pius IV. im 16. Jh. die mächtige Basilika mit Kloster errichten, dazu einen riesiger Vorplatz und einen eigens für Pilger an der linken Seite der Kirche bestimmten Brunnen mit 26 Wasserstellen. Grund dafür sind die kleine Cappella Porziuncola und die Cappella del Transito im Innern der Basilika: die Keimzelle der Franziskaner.

Die Porziuncola, eine kleine Kirche auf freiem Feld, baute Franz nach Anweisung der Stimme vom Kreuz mit eigenen Händen wieder auf. Hier versammelte er seine ersten Anhänger, wurde die hl. Klara in den Orden aufgenommen, geschah das „Rosenwunder“. Und in einer der Zellen (Cappella del Transito), die bald um die kleine Kirche erbaut wurden, starb der Heilige 1226. Sehenswert sind die Fresken in der Porziuncola, so die „Verkündigung“ von Ilario da Viterbo (1393), und Terrakotta-Arbeiten von Andrea della Robbia in der Sterbezelle und in der Krypta. | Tgl. 6.15-13, 14.30-19.30 Uhr | von weither sichtbar nahe dem Bahnhof

Region: Perugia

Arco Etrusco

Von den Etruskern im 3. Jh. v. Chr. errichtet, wurde das mächtige Stadttor von den Römern ausgebaut und erhielt den Beinamen Arco d'Augusto. Aus der Renaissance sind Loggia und Brunnen. | Piazza Fortebraccio

Collegio del Cambio

Die Sala dell'Udienza, in der die Geldwechsler ihre Geschäfte tätigten, zählt zu den schönsten profanen Renaissanceräumen (1452-57). Untergebracht im erweiterten Priorenpalast, besitzt das Collegio Holzintarsien von Antonio da Mercatello sowie bedeutende Fresken (1496 bis 1500) von Perugino. In einem gemalten Rahmen an der rechten Wand verewigte er sich in einem Selbstporträt. In der Cappella di S. Giovanni befinden sich Fresken von Giannicola di Paolo, einem Schüler Peruginos. | Tgl. 9-12.30 (So bis 13), 14.30-17.30 Uhr, im Winter Mo nachmittags geschl. | Corso Vannucci 25

Collegio della Mercanzia

Die Kaufmannszunft hatte seit 1390 ihren Sitz im Palazzo dei Priori. Wände und Decke dieses kreuzgratgewölbten Saals sind - für damalige Zeiten in Italien ungewöhnlich und kostbar - ganz mit Holz vertäfelt. In der Lünette das Zunftwappen: ein Greif mit einem Warenbündel. | März-Okt. und 20. Dez.-6. Jan. Di bis Sa 9-13, 14.30-17.30, So 9-13, Nov./Dez. und Jan./Feb. Di, Do/Fr 8-14, Mi, Sa 8-16.30, So 9-13 Uhr | Corso Vannucci 15

Duomo San Lorenzo

Grundsteinlegung der Hauptkirche Perugias war 1345, vollendet wurde sie erst im 15. Jh.; die Fassade blieb an der Brunnenseite roh. Das Innere der 68 m langen Hallenkirche besitzt mit Stuckmarmor verkleidete Säulen, freskierte Kreuzgewölbe (18. Jh.) und hohe Glasfenster. Links neben dem Haupteingang liegt hinter schmiedeeisernem Gitter die Cappella del Sant'Anello. In einem Silberschrein wird hier der Hochzeitsring Marias aufbewahrt. Gegenüber liegt die Kapelle des hl. Bernhardin von Siena. Ebenfalls an der rechten Seite die Taufkapelle mit außergewöhnlich reichem Marmorprospekt von Pietro Paolo di Andrea (1477).

Von der Sakristei aus betreten Sie den Chiostro della Canonica, den zweistöckigen Klosterhof. Hier wurden 1261-1305 fünf Konklaven zur Papstwahl abgehalten - heute flattert hier vergnügt Wäsche im Wind (Dommuseum Di-So 10-13, 14.30 bis 17.30 Uhr | Piazza IV Novembre).

Fontana Maggiore

Das Wasser vom etwa 5 km entfernten Monte Paciano in einen Brunnen auf dem Marktplatz zu leiten war technisch wegen der zu überwindenden Höhenunterschiede ein schwieriges Unternehmen. Der Bauleiter, ein Benediktiner namens Fra Bevignate da Cingoli, und der „Hydrauliker“ Boninsegna aus Venedig lösten perfekt das Problem mittels langer Aquädukte und unterirdischer Rohre.

Was die Fontana Maggiore aber zum berühmtesten aller mittelalterlichen Brunnen machte, sind der originelle dreistöckige Aufbau, die Auswahl der Themen und vor allem die Reliefs und Statuen von Nicola und Giovanni Pisano. Schier unglaublich scheint, dass der Brunnen in nur zwei Jahren, 1277-78, errichtet wurde. Die 1994 erforderlich gewordene Restaurierung dagegen dauerte mit modernem Gerät nahezu fünf Jahre! | Piazza IV Novembre

Galleria Nazionale dell'Umbria

Die 1887 gegründete Pinakothek ist in den obersten Stockwerken des Palazzo dei Priori untergebracht. Nach den Erdbebenschäden sind 2002 sämtliche Säle in Neuaufstellung wiedereröffnet worden. Neu dazugekommen ist eine Abteilung mit moderner Kunst. Ansonsten werden hier Meisterwerke von Pinturicchio, Perugino und Duccio di Buoninsegna neben anderen bedeutenden Werken der Umbrischen Schule des 14. und 15. Jhs. präsentiert. Restauriert sind auch die Deckenfresken (ca. 1454) in der ehemaligen Capella dei Priori von Benedetto Bonfigli, die Szenen aus dem Leben des hl. Ludwig von Toulouse sowie des Stadtpatrons Sant'Ercolano darstellen. | Di-So 8.30-19.30 Uhr, 1. Mo im Monat geschl. | Corso Vannucci 19 | www.gallerianazionaleumbria.it

Giardini Carducci

Besonders am Abend haben Sie von der großen Terrasse der kleineren Gartenanlage am Südende des Corso Vannucci einen traumhaften Blick bis nach Assisi und Montefalco. | Piazza Italia

Museo Archeologico Nazionale dell'Umbria

Im ehemaligen Kloster San Domenico sind etruskisch-römische und vorgeschichtliche Funde ausgestellt. | Di-So 8.30-19.30, Mo 10-19.30 Uhr | Piazza Giordano Bruno

Oratorio di San Bernardino

Berühmt ist vor allem die Fassade aus Terrakotta und mehrfarbigen Marmorreliefs, ein Meisterwerk der Renaissanceskulptur (1457-61) des Florentiners Agostino di Duccio. Im Innern ein frühchristlicher Sarkophag. Das dahinter liegende Oratorio di Sant'Andrea besitzt eine besonders schöne Kassettendecke aus dem 16. Jh. | Piazza S. Francesco

Palazzo del Capitano del Popolo

Der Renaissancepalast des Stadthauptmanns mit einem beachtenswerten Portal und Zwillingsfenstern im Obergeschoss wurde 1481 errichtet. Den Bau rechts mit den gotischen Spitzbögen bestimmte Papst Sixtus IV. zum Sitz der schon 1308 gegründeten Universität.

Wenige Schritte entfernt liegt auf derselben Seite hinter Arkaden der mercato coperto, der überdachte Obst- und Gemüsemarkt. Von der Terrasse haben Sie einen Blick auf die Dächer und die bis zu 20 m hohen Subkonstruktionen der Häuser. | Piazza Matteotti

Palazzo Gallenga-Stuart (Ausländeruniversität)

Vor dem mächtigen etruskischen Stadttor liegt der barocke Palast, in dem die Ausländeruniversität ihren Sitz hat. Diese wurde 1925 per königliches Dekret gegründet. | Piazza Fortebraccio 4 | www.unistrapg.it

Palazzo della Penna

Das Museum beherbergt Werke des Barock, des einheimischen Futuristen Gerardo Dottori (1884-1977) sowie sechs 1980 von Joseph Beuys in Perugia bemalte Schiefertafeln. | Di-So (April, Aug. tgl.) 10.30-13, 16 bis 19 Uhr | Via Podiani 11

Palazzo dei Priori

Der sich vom Domplatz längs des Corso Vannucci auftürmende Palazzo ist eines der mächtigsten gotischen Rathäuser Italiens (13-16. Jh.). Die Anordnung der gotischen Drillingsfenster des Obergeschosses, das Gesims und die Zinnenbekrönung geben dem wuchtigen Bau ein geradezu elegant-leichtes Aussehen. An der dem Dom zugewandten schmalen Seite gelangen Sie über eine halbrunde Freitreppe, die Scala della Vaccara, in die Sala dei Notari. Dieser um 1290 erbaute und von umbrischen Malern mit Fresken ausgemalte Raum bildet den Kern des Palazzo (Di-So 9-13, 15-19 Uhr). Im obersten Stockwerk befindet sich die Galleria Nazionale dell'Umbria.

Palazzo della Regione

Umbriens ehrgeizigster Neubau. 1988 schuf der Mailänder Stararchitekt Aldo Rossi in Bahnhofsnähe ein postmodernes Forum. | Fontivegge, Piazza Nuova (dei Baci)

Pozzo Etrusco

Die eindrucksvolle Zisterne, deren Entstehung man auf das 4. bis 3. Jh. v. Chr. datiert, wurde vor einigen Jahren im Untergeschoss eines mittelalterlichen Gebäudes entdeckt. Der Brunnen aus mächtigen Travertinquadern misst 5 m im Durchmesser und wurde bis zu einer Tiefe von 35 m erforscht. | April, Aug. tgl., Mai-Juli, Sept./Okt. Di-So 10 bis 13.30, 14.30-18, Nov.-März Di-So 11-13.30, 14.30-17 Uhr | Piazza Danti 18

Rocca Paolina

Als Papst Paul III. 1540 Antonio da Sangallo d. J. mit dem Bau einer Festung für seinen Statthalter in Perugia beauftragte, geschah dies, um den aufsässigen Perugini die Macht des Kirchenstaates vor Augen zu führen. In nur drei Jahren grub man die Rocca über fünf Ebenen tief in den Berg. Ein ganzes Stadtviertel wurde dafür teils abgerissen, teils überbaut. 1860, bei der Einigung Italiens, schleifte man dann den oberirdischen Teil der Festung und legte an seiner Stelle die Piazza Italia an.

Einen ersten Eindruck von der mächtigen Anlage bekommen Sie auf der Rolltreppe, die von der Piazza Italia zur Piazza Partigiani die Festung durchquert. In den mächtigen Gewölben der Rocca finden Ausstellungen statt.

San Domenico

Der Bau der Dominikanerkirche an der Ausfallstraße nach Rom wurde 1305 begonnen; 1616 stürzten die Pfeiler des Langhauses ein. Im schmucklosen Innern bestechen die herrlichen Chorfenster von Fra Bartolomeo di Pietro (1411) und das Chorgestühl mit reicher Intarsienarbeit (Ende des 15. Jhs.). In der ersten Kapelle rechts vom Chor befindet sich das gotische Grabmal für den 1304 in Perugia verstorbenen Papst Benedikt XI. In der Rosenkranzkapelle vor dem rechten Querschiff eine große Altarwand aus Terrakotta und pietra dura (1459), ein Werk des Florentiners Agostino di Duccio (tgl. 8-12, 16 Uhr bis Sonnenuntergang).

Links vom Kircheneingang liegt der große Kreuzgang mit dem bedeutenden Museo Archeologico (Mo 10 bis 19.30, Di-So 8.30-19.30 Uhr). | Piazza Giordano Bruno

San Michele Arcangelo

Die frühchristliche Rundkirche am nördlichen Ende des Corso Garibaldi gehört zu den ältesten Kirchen Perugias. Besondere Harmonie strahlt der von 16 Säulen verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Materials getragene Innenraum aus (zzt. in Restaurierung). Die Kirche befindet sich in schöner Umgebung, die zum Spaziergang oder Picknick einlädt. Panoramablick vom benachbarten Torturm Cassero di Porta S. Angelo. | Piazza S. Angelo

San Pietro

Die üppig ausgestattete Kirche liegt in der Unterstadt außerhalb der mittelalterlichen Porta San Pietro an der Ausfallstraße nach Rom. Die Gründung des Benediktinerklosters erfolgte Mitte des 10. Jhs. Römischen Ursprungs sind verschiedene Teile der Fassade. Im Kircheninnern umfängt den Betrachter ein wahres Fest der Sinne. Die frühchristliche Raumstruktur mit ihren antiken Marmorsäulen wird von einer vergoldeten Kassettendecke abgeschlossen. Das Chorgestühl ist eine kostbare Holzschnitzarbeit des 16. Jhs. Die vier Heiligendarstellungen der Eingangswand malte Perugino 1496. Zu betreten ist die Kirche durch einen der Höfe des Klosters, in denen die Agrarfakultät der Universität untergebracht ist (Besucher können sich in der Bar der Uni erfrischen). | Borgo XX Giugno

San Severo

Um zur kleinen Kapelle San Severo zu gelangen, steigen Sie hinter dem Dom wenige Meter die Via Raffaello hinauf. Dort ist nur ein großes Altarbild zu sehen, das einzige Werk Raffaels in Perugia. Der junge Raffael malte den oberen Teil des Freskos mit der Heiligen Dreieinigkeit um 1505. Sein Lehrer Perugino vollendete es. | Öffnungszeiten wie Pozzo Etrusco | Piazza Raffaello

Region: Valnerina

Castel San Felice

Etwas außerhalb, von Festungsmauern umgeben, besitzt die Kirche (12. Jh.) eine reich verzierte Fassade.

Cerreto di Spoleto

Die Kirche Santa Maria di Ponte (1204) des auf einem Felskegel liegenden Ortes hat eine besonders kunstvolle Fensterrose. Schöne Fresken besitzt San Lorenzo (14. Jh.).

Ferentillo

Die Häuser ziehen sich pittoresk beidseits des Flusses den Berg empor, gekrönt an jeder Seite von einer Burg. Auf der östlichen Flussseite die Kirche Santo Stefano (16. Jh.), in deren Unterbau aus dem 13. Jh. die Toten des Ortes noch bis 1871 begraben wurden. Absolut sehenswert ist das dortige Museo delle Mumie (nach Voranmeldung Tel. 074354395).

Monteleone di Spoleto

978 m hoch gelegenes altes Städtchen. Die Kirche San Francesco besitzt außergewöhnliche Fresken im Kreuzgang (14. Jh.).

San Pietro in Valle

Die Benediktinerabtei wurde vom Langobarden-Herzog Faroald II. gegründet, der sich als Mönch in diese Waldeinsamkeit nördlich von Ferentillo zurückzog und 728 hier starb. Die heutigen Bauwerke entstanden 996-1016, der fünfgeschossige Campanile im 12. Jh. Sie betreten den Klosterhof mit zweistöckigem Kreuzgang und gelangen von dort in die Kirche. Die Langhauswände bedeckt ein Freskenzyklus, der zu den bedeutendsten byzantinisch-langobardischen Wandmalereien in Italien gehört. Die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament wurden nach 14-jähriger Restaurierung wieder freigegeben. Lassen Sie sich die Themen von der freundlichen Kustodin erklären, ebenso das große Apsisfresko (14. Jh). Gepflegte Rasenflächen und Olivenhaine umgeben die Abtei, ideal zum Picknicken! | Im Sommer tgl. 10.30-12.30, 14.30-16.30 Uhr, sonst nur Sa/So | die Straße zur Abtei biegt bei Sambucheto westlich ab

Region: Narni

Duomo San Giovenale

Bei dem mächtigen romanischen Dom, 1145 dem ersten Bischof der Stadt geweiht, ist vor allem der Innenraum mit seinen ungewöhnlich flachen Bögen sehenswert. Die Kapelle SS. Giovenale e Cassio aus dem 6. Jh. existierte schon vor dem Bau des Doms, im 15. Jh. wurde sie neu zusammengesetzt. Ihre Mosaikdekoration sind sogenannte Kosmatenarbeiten aus dem 12.-14. Jh. Kunstvoll sind auch das frühe Mosaik „Segnender Christus“ (9. Jh.) und die fein kannelierten Pfeiler. | Piazza Cavour

Narni Sotterranea

Im 1. Jh. v. Chr. hatten die Römer bereits 13 km lange Wasserwege gebaut, teils unterirdisch, teils über noch sichtbare Aquädukte wie den Acquedotto della Formia. Das „unterirdische Narni“ mit Katakomben und mittelalterlicher Zisterne erläutern einheimische Führer. | Führungen: April-Okt. Sa 15, 18, So 10, 11.15, 12.30, 15, 16.15, 17.30, Nov.-März So 11, 12.15, 15, 16.15 Uhr | Tel. 0744722292 | www.narnisotterranea.it

Palazzo Eroli

2007 eröffnetes Museum. Prunkstücke sind die „Marienkrönung“ Domenico Ghirlandaios von 1486 und eine ägyptische Frauenmumie. | Di-So 10.30-13, 15.30-18/19.30 Uhr, im Winter nur Fr-So

Piazza Garibaldi

Belebter Platz mit Cafés, Brunnen, Campanile und zur seitlichen Domfassade ansteigender, breiter Treppe. Auf der östlichen Seite führen malerische Treppengassen durch die alten Wohnviertel hinauf zur prächtigen Rocca von 1370 (meist Sa/So 11-13, 16.30-19.30 Uhr).

Piazza dei Priori

Auf dem zentralen Platz liegt rechts die Loggia dei Priori mit mächtigen Rundbögen, Glockenturm und der Kanzel, von der der hl. Franz predigte, dahinter die Markthalle (7-13 Uhr) und gegenüber der aus drei Turmhäusern entstandene Palazzo del Podestà (13./14. Jh.).

Ponte d'Augusto

Um 31 v. Chr.-14 n. Chr. wurde unter Kaiser Augustus die mächtige Brücke aus Travertinblöcken errichtet. In drei oder vier Bögen überspannte sie, Teil der Via Tiberina, in 160 m Länge und 30 m Höhe das Tal der Nera - ein Bogen blieb davon erhalten und wurde zum Wahrzeichen von Narni.

San Domenico

Die Kirche (14. Jh.) mit schönen Fresken wird als Stadtbibliothek, Pinakothek und Paläontologisches Museum genutzt. | Besichtigung nur vormittags während der Öffnungszeiten der Bibliothek | Via Mazzini

Santa Maria Impensole

1175 als Teil eines Benediktinerklosters erbaut. Interessante, teils römische Unterbauten. | Via Mazzini

Region: Foligno

Duomo San Feliciano

Der auf den Resten einer Vorgängerkirche (12. Jh.) erbaute Dom wurde Anfang des 20. Jhs. restauriert und beim Erdbeben beschädigt. Unverändert blieb die zur Piazza della Repubblica gelegene romanische Fassade mit drei Fensterrosen und schönem Portal. Im Innern überrascht der Altar, eine verkleinerte Kopie von Berninis Baldachin von S. Pietro in Rom. Noch eine Kopie ist in der Sakramentskapelle Raffaels „Madonna von Foligno“ - das Original auch hier im Vatikan. An den Dom angebaut ist der Palazzo delle Canoniche aus dem 14. Jh.

Oratorio della Nunziatella

Der Renaissancebau besitzt zwei gute Perugino-Fresken. | Di-So 10 bis 13, 15/16-18/19 Uhr | Via Garibaldi

Palazzo Trinci

Hinter einer klassizistischen Fassade verbirgt sich einer der größten mittelalterlichen Familienpaläste in Italien (1389-1407). Durch einen formvollendeten gotischen Innenhof mit Freitreppe gelangt man in die Räume, die zum Teil noch mit dem ursprünglichen Mobiliar ausgestattet sind. Die Hauskapelle wurde 1492 von Ottaviano Nelli mit Szenen aus dem Marienleben ausgemalt. | Di-So 9-13, 15-19 Uhr | Piazza della Repubblica

Piazza della Repubblica

Zusammen mit der anschließenden Piazza Matteotti und der Piazza Pulignani das lebhafte Zentrum der Stadt. Dem Dom gegenüber liegen (von rechts nach links) der Palazzo Podestà (15. Jh.), der elegante Renaissancepalast der Orfini und der Palazzo Comunale, dessen ursprünglicher Bau aus dem 13. Jh. im 16./17. Jh. stark verändert wurde. Die Via Gramsci führt an prächtigen alten Familienpalästen entlang zur Piazza San Domenico. Die gleichnamige Kirche mit schönem gotischen Portal ist erst kürzlich restauriert worden.

Santa Maria Infraportas

Mit kleinem romanischen Portikus und mächtigem Campanile die älteste Kirche der Stadt. Die Auferstehungskapelle links vom Eingang (7./8. Jh.) wurde an der Stelle errichtet, an der Paulus und Petrus gepredigt haben sollen. | Zzt. wegen Restaurierung geschl. | Piazza S. Domenico

Region: Norcia

La Castellina

Die Zitadelle wurde 1554-63 von Vignola für die päpstlichen Stadtverwalter gebaut - ein kleines Prachtexemplar der Festungsbaukunst. Ein geheimer Gang verbindet die quadratische, mit Ecktürmen bestückte Festung mit der Porta Cerasca außerhalb der Mauern. | Piazza S. Benedetto

Duomo Santa Maria Argentea

Der „silberne“ Dom stammt von 1560, die Vorgängerkirche musste dem Bau der benachbarten Castellina weichen. Im linken Seitenschiff die Cappella della Misericordia mit abgenommenen Fresken, darunter eins mit Maria, dem hl. Benedikt und seiner Zwillingsschwester Scholastica vor einer frühen Ansicht von Norcia (16. Jh.). | Piazza S. Benedetto

Palazzo Comunale

Rathaus (14. Jh.) mit vierbogigem Portikus, trutzigem Glockenturm (1713) und einer im 19. Jh. hinzugefügten Loggia. In der Sala del Consiglio und der Sala dei Priori sind schöne Holzdecken und in der Kapelle ein Finger des hl. Benedikt kostbar in ein Reliquiar von 1540 gefasst. Links schließt sich das Teatro Comunale an. | Piazza S. Benedetto

San Benedetto

Die Kirche mit fein gestaltetem gotischen Portal und Fensterrose wurde 1388 auf dem Geburtshaus der heiligen Geschwister Benedikt und Scholastika errichtet. In der Krypta sind Teile eines römischen Gebäudes mit Tribuna aus dem 1. Jh. zu erkennen, in der Apsis Freskenreste. | Piazza S. Benedetto

Sant'Agostino

Vom Altar aus erhalten Sie den besten Eindruck vom Kirchenraum (14./17. Jh.) mit der großen geschnitzten Orgel und den Seitenaltären. Im Eingangsbereich Fresken aus der Perugino-Schule. | Via Anicia

Region: Terni

Centro Documentazione Industriale

Neues Kulturzentrum im Locale Antenna, das über die industrielle Vergangenheit informiert und Spaziergänge zur Industriearchäologie organisiert. | Sept.-Juni Mo-Fr 16-19, Mo/Di, Do, Sa auch 9-12, Juli/Aug. Mo-Sa 16-19 Uhr | Via D. Mascio

Duomo Santa Maria Assunta

Der Dom (17. Jh.) besitzt noch die Portale eines Vorgängerbaus. Im Innern romanische Fragmente, Gemälde und Skulpturen. Die Krypta birgt die Gebeine des hl. Anastasius, des Stadtpatrons. Gegenüber dem Dom befindet sich aus der Renaissance der Palazzo Bianchini Riccardi, seitlich Reste des römischen Amphitheaters. | Piazza Duomo

Museo Archeologico

Sammlung antiker Grabbeigaben, neu eröffnet in ehemaligen Industriewerkshallen. | Di-So 10-13, 16-19 Uhr | Via G. di Vitalone

Pinacoteca Comunale

Die Gemäldesammlung mit Werken von Benozzo Gozzoli und dem malenden Schuster Orneore Metelli (1872-1938) wird zzt. in den Industriekomplex, in dem sich auch das Museo Archeologico befindet, verlegt.

San Francesco

Die gotische, 1265 errichtete Kirche mit elegantem Campanile wurde bis ins 17. Jh. mehrmals umgebaut. Im Innern bemalte Bartolomeo di Tommaso 1450 die Cappella Paradiso mit Fresken des „Jüngsten Gerichts“ nach Dantes „Göttlicher Komödie“. Auf dem Kirchplatz ist noch das Flair des alten Terni zu spüren. Das hübsche Café-Restaurant Rendezvous lädt mit Stühlen auf der Piazza und begrüntem Hof zur Rast.

San Salvatore

Unter der eindrucksvollen Rundkirche (12. Jh.), zu deren Bau Teile früherer Gebäude verwendet wurden, hat man Reste einer römischen Thermenanlage freigelegt - Sie befinden sich hier in Ternis ältestem Teil. | Hinter der Piazza Europa

Region: Gubbio

Duomo Santi Mariano e Giacomo

An höchster Stelle innerhalb des Stadtrings errichtet, erwies sich der ursprüngliche Bau bald als zu klein und wurde 1240-43 durch den heutigen einschiffigen Dom ersetzt. Teile der schönen Fassade stammen von der alten Kirche. Im Dommuseum (Museo Diocesano) befinden sich einige beachtenswerte Werke des 16. Jhs. (tgl. 10-19, im Winter bis 18 Uhr | www.museogubbio.it). | Via Federico da Montefeltro

Palazzo dei Consoli

In den eleganten Palast gelangen Sie durch das Hauptportal von Angelo da Orvieto direkt in den Salone, der sich über das ganze Geschoss erstreckt. Hier befinden sich Waffen und Zeugnisse aus Gubbios Vergangenheit. Der größte Schatz Gubbios, die Iguvinischen Tafeln, sind in der Palastkapelle untergebracht. Die sieben verschieden großen Bronzetafeln (ca. 30 x 50 cm) aus dem 2. oder 1. Jh. v. Chr. sind - zum Teil beidseitig - mit lateinischen und umbrischen Schriftzeichen bedeckt, die von öffentlichen und privaten Zeremonien und Kulten sowie über die Ordnung des Staates berichten. Hätte man sie nicht 1444 in einem Gemüsegarten beim Amphitheater gefunden, wäre bis heute recht wenig von den legendären Umbrern bekannt.

Über eine schwindelerregend steile Treppe erreichen Sie die Pinacoteca (von der Loggia schöner Blick ins umbrische Tal). Der gegenüberliegende Palazzo Pretorio (1349) ist heute Rathaus, links steht der klassizistische Palazzo Ranghiasci. | Museo Civico und Pinacoteca Comunale | Piazza Grande | tgl. 10-13, 15-18, im Winter 14-17 Uhr

Palazzo Ducale

Auf den imposanten Grundmauern zweier Vorgängerbauten ließ 1472 der Herzog von Urbino und Stadtherr Gubbios, Federico da Montefeltro, seinen Palast mit eleganten Arkaden im Innenhof gestalten. In den restaurierten Räumen wurde ein Museum moderner Kunst eingerichtet (Palast und Museum Di-So 8.30-19.30 Uhr). Zurück zur Stadt können Sie die charakteristische Via della Cattedrale nehmen. | Via da Montefeltro

San Domenico

Im Innern Fresken umbrischer Meister des 15. und 16. Jhs. | Piazza S. Domenico

San Francesco

Grund und Boden zum Bau dieses Kirchenkomplexes soll Franz von Assisi 1214 von der reichen Familie Spadalonga erhalten haben. Vor allem sehenswert ist der großartige Marienzyklus (1413) von Ottaviano Nelli in der linken Chorkapelle. Zur Klosteranlage gehören auch zwei schöne Innenhöfe und ein außergewöhnlicher, oktogonaler Glockenturm. | Piazza S. Francesco

Sant'Agostino

Die Augustiner begannen mit dem Bau von Kirche und Kloster 1249 und ließen die mittlere Chorkapelle von Ottaviano Nelli und seinen Schülern mit farbenprächtigen Fresken aus dem Leben des hl. Augustinus ausmalen. | Piazza S. Agostino

Santa Maria Nuova

Die kleine profanierte Kirche aus dem 14. Jh. besitzt eines der zartesten Werke der umbrischen Gotik: die „Madonna im Belvedere“ von Ottaviano Nelli (1403). | Schlüssel bei der Kustodin | Via Dante 66

Sant'Ubaldo

Ein Besuch der Basilika mit den Gebeinen des Stadtheiligen und den großen „Kerzen“, die hier für das Fest der Corsa dei Ceri aufbewahrt werden, lohnt wegen der herrlichen Aussicht vom Vorhof über die Stadt. Ein schöner, aber steiler Fußweg, die Via S. Ubaldo, führt vom Dom etwa 2 km hinauf, bequemer ist die Seilbahn zum Monte Ingino (tgl. Juni bis Aug. 9.30-13.15, 14.30-19, Sept. bis Mai 10-13.15, 14.30-17, März bis 17.30, Sept./Okt. bis 18, April/Mai bis 18.30 Uhr) oder per Auto auf der Straße Richtung Scheggia.

Region: Spoleto

Arco di Druso

Der Drusus-Bogen wurde 23 n. Chr. nach dem Tod des gleichnamigen Feldherrn errichtet. Er bildete einen der Eingänge zum Forum. In der Nähe Reste eines römischen Tempels (1. Jh.), die teilweise in die Kirche Sant'Ansano mit der Krypta des hl. Isaak inkorporiert sind. | Tgl. 8 bis 12.30, 15-19 Uhr | Via Arco di Druso

Casa Romana

Unter dem Palazzo Comunale wurden 1885 Reste eines römischen Hauses entdeckt. Die reiche Ausstattung und einige Funde legen nahe, dass es sich um das Haus der Mutter Kaiser Vespasians handelt. | Juni bis Sept. tgl. 10-20, Okt.-März tgl. 10-18 Uhr | Via Visiale

Duomo Santa Maria Assunta

Über der Fensterrose des berühmten Doms (1175-1227) leuchtet das Mosaik „Thronender Christus zwischen Maria und Johannes“ (1207). Der fünfbogige Portikus mit den kleinen Kanzeln wurde 1491-1504 vor die Fassade gesetzt. Die besonders großen Quader am Campanile stammen von römischen Bauten.

Durch das reich verzierte Hauptportal betreten Sie das Innere, das 1638 barockisiert wurde. Einige Kunstwerke, wie der Fußboden, entgingen der „Modernisierung“, so auch rechts die kleine Seitenkapelle mit Fresken von Pinturicchio (1497). Besondere Aufmerksamkeit gebührt den großartigen Fresken des Marienzyklus in der Apsis. Es sind die letzten Arbeiten Fra Filippo Lippis, der sich mit seinem Sohn Filippino in der großen Gruppe rechts porträtierte und kurz vor Vollendung des Werks 1469 starb. Sein Grabmal ist im rechten Kreuzarm, jedoch ohne Leichnam, der bei Restaurierungsarbeiten abhanden kam. Beeindruckend auch das Kruzifix im ersten Seitenaltar links, 1187 auf Pergament gemalt und anschließend auf Holz übertragen. Unter der Cappella delle Reliquie, neben dem linken Kreuzarm, liegt die Krypta (9. Jh.) einer Vorgängerkirche (tgl. 8.30-12.30, 15-19, im Winter 15.30-18 Uhr | durch den Kreuzgang zu betreten).

Wenn Sie von der Via Fontesecca die rampenartig angelegten Stufen zur Piazza del Duomo hinabschreiten, bildet der Dom mit der dahinter aufragenden Rocca und den grünen Hügeln des Umlands eine einzigartige Kulisse - vor der alljährlich 6000 Besucher des Festival dei Due Mondi dem Abschlusskonzert lauschen. | Piazza del Duomo

Galleria Civica d'Arte Moderna

Moderne Kunst von Gewinnern des Premio Spoleto wie Alexander Calder, Alberto Burri oder Renato Guttuso. | Mi-Mo 10.30-13, 15.30-19 Uhr | Piazza Collicola

Museo del tessile e di costumi antichi

2008 eingeweiht: Stoff- und Modemuseum mit historischen Gewändern. | Mi-So 11-13, 16-19 Uhr | Palazzo Rosari-Spada

Piazza del Mercato

Der Marktplatz an der Stelle des römischen Forums ist immer noch der zentrale Platz der Stadt. Von hier geht auch die Via del Palazzo dei Duchi mit eleganten Antiquitätenläden und mittelalterlichen Werkstätten ab.

Ponte delle Torri

Die mächtige, 80 m hohe und 230 m breite Brücke mit ihren zehn hohen Bögen zeugt von mittelalterlicher Ingenieurskunst. Vermutlich an der Stelle eines römischen Aquäduktes erbaut, verbindet sie den Festungshügel Sant'Elia über das Tal des Tessino mit dem Berg Monteluco. Durch die einzige Fensteröffnung haben Sie einen herrlichen Blick. | Via del Ponte

Rocca Albornoz

Der Festung nach Plänen von Matteo Gattapone (1359-70) wurde im 19. Jh. ein Zellentrakt vorgebaut, denn bis 1984 diente die Rocca als Strafanstalt. 1499 regierte hier für kurze Zeit die berüchtigte Lucrezia Borgia, Tochter Papst Alexanders VI. In den eindrucksvoll ausgeleuchteten Gewölben der Rocca wurde 2007 das Museo del Ducato eröffnet, das Spätantike und seltene Kunst des langobardischen Herzogtums präsentiert. | Mi, So 9-13.30, Do-Sa 9-19.30, im Winter 9-17.45 Uhr

San Pietro fuori le Mura

Der 1329 nach einem Brand erneuerte Bau aus dem 12. Jh. wurde jetzt gründlich restauriert. Was diese Kirche auszeichnet, ist der bildhauerische Schmuck der romanischen Fassade (um 1200): 16 übersichtlich gegliederte Felder in Marmor, meisterlich skulptiert mit in Stein gehauenen Geschichten. Sie erzählen vom Leiden, der Hoffnung, den täglichen Arbeiten und Ängsten der mittelalterlichen Menschen, umrahmt von Tieren, Fabelwesen, Heiligen und Engeln. Am Abend leuchtet der Stein in rotgoldenen Tönen - die beste Zeit für ein Foto. | Tgl. 9-18.30, im Winter nur bis 16.30 Uhr (nachmittags den Kustoden bitten, aufzuschließen) | Anfahrt über die SS 3 (Via Flaminia) Richtung Rom

San Salvatore

Die Erlöserkirche ist die älteste der Stadt. Ihre Datierung schwankt zwischen frühchristlicher (4./5. Jh.) und langobardischer Zeit (8. Jh.). Schön ist das romanische Portal mit fein gearbeitetem Rankenfries. Im mehrfach umgebauten Innern sind die drei Schiffe durch große ionische und korinthische Säulen unterteilt. Im rechten Seitenschiff ein Kreuzigungsfresko des 14. Jhs. | Tgl. 7-19, im Winter bis 17 Uhr | oberhalb der Via Flaminia Richtung Foligno

Sant'Eufemia

Über Jahrhunderte war dieses Juwel romanischer Baukunst des 12. Jhs. hinter Überbauungen verschwunden; was Sie heute sehen, ist das Ergebnis sachkundiger Restaurierungen. Sie erreichen die Basilika, deren drei Apsiden zum Domplatz zeigen, von der Via Saffi über den Innenhof des Palazzo Arcivescovile. Beim Eintritt in die kleine Kirche werden Sie unmittelbar von der schlichten Schönheit des Innenraums gefangen genommen. Der Palast des Erzbischofs, der heute das Museo Diocesano beherbergt, wurde im Mittelalter um die Kirche herum errichtet. | Museum/Kirche Mo-Fr 10-13, 15-18, Sa/So 10-18 Uhr | Via Saffi

Teatro Romano

Das gut erhaltene römische Theater aus dem 1. Jh. v. Chr. fasst 3000 Zuschauer. Während der Festspiele finden hier vor allem Ballettaufführungen statt. Durch das Theater gelangt man zum Museo Archeologico mit bedeutenden Exponaten. | Tgl. 8.30 bis 19.30 Uhr | Piazza della Libertà

Region: Orvieto

Duomo Santa Maria Assunta

Der Dom von Orvieto, begonnen 1288, gilt als einer der prachtvollsten Italiens. Seine imposante Größe, die schwarzweißen Streifen (Basalt und Tuffstein), die herrliche Fassade und die Fresken Luca Signorellis rechtfertigen dieses Urteil. Die Fassade entwarf Lorenzo Maitani mithilfe von Arnolfo di Cambio und Andrea Pisano; Orcagna meißelte die Rose (1366). Viele der Mosaiken wurden erst im 16. Jh. angebracht und seitdem mehrmals erneuert, die älteste Darstellung ist „Mariä Geburt“ über dem rechten Seitenportal. Die Marmorgruppe „Maria mit Kind“ über dem schönen Mittelportal schuf 1347 Andrea Pisano, die Portaltüren aus Bronze erst 1970 Emilio Greco.

Besondere Beachtung verdienen die Marmorreliefs der Sockelzone. Sie zählen zu den bedeutendsten mittelalterlichen Plastiken Italiens, Lorenzo Maitani skulptierte sie mit seinen Gehilfen 1320-30. Eindrucksvoll sind diese Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, darunter das „Weltgericht“, wo die Toten zum Jüngsten Tag aus ihren antiken Sarkophagen steigen.

Auch der große Innenraum mit seiner bemalten Balkendecke, den gestreiften Säulen, kunstvollen Kapitellen und herrlichen Glasfenstern ist reich mit Kunstschätzen ausgestattet. So auch im Querarm links die Cappella del Corporale, in der Ugolino di Prete 1357-64 das Wunder von Bolsena darstellte, die Geschichte des böhmischen Priesters, der an der Umwandlung des Weins in das Blut Christi zweifelte. Als er in einer Kirche am Bolsenasee die Messe las, tropfte Blut auf das Messtuch: der Beginn der Fronleichnamsfeste, die Papst Urban IV. einführte, als er von dem Wunder erfuhr. Im Altar wird das Tuch in einem 1,40 m hohen, äußerst kostbaren Reliquienschrein (14. Jh.) aufbewahrt. Ein Marmortabernakel von Nicolò da Siena und Andrea Orcagna (1358) und die große „Schutzmantelmadonna“ von Lippo Memmi (1320) vervollständigen die Ausstattung.

Die gegenüberliegende Cappella Nuova, auch Cappella di San Brizio genannt, wurde 1447 erst von Fra Angelico und Benozzo Gozzoli, dann 1499-1504 von Luca Signorelli freskiert. Das ungewöhnliche Thema der Darstellung, der „Antichrist“ und das „Ende der Welt“, erregte schon damals Aufsehen. In den Medaillons der Sockelzone Porträts antiker Philosophen und Dichter sowie Szenen aus Dantes „Göttlicher Komödie“. Signorellis Fresken waren für die Entwicklung der Renaissancemalerei von großer Bedeutung, denn erstmals nach der Antike wurde hier der menschliche Körper in allen Stellungen anatomisch korrekt dargestellt. | Mo-Sa 9-12.45, 14.30-19.15, Nov. bis Feb. bis 17.15, Okt., März bis 18.15 Uhr, So 14.30-18.45, Okt. bis Juni bis 17.45 Uhr | Piazza del Duomo | www.opsm.it

Museo Archeologico Civico/Palazzo Faina

Im schönen Palazzo Faina gegenüber dem Dom sind Zeugnisse aus Orvietos etruskischer Vergangenheit ausgestellt. Außerdem wurde ein archäologischer Lehrpfad für Kinder und Jugendliche eingerichtet. | April bis Sept. tgl. 9.30-18, Okt.-März Di-So 10-17 Uhr | Piazza Duomo | www.museofaina.it

Necropoli Crocifisso del Tufo

Die bekannteste der vielen etruskischen Nekropolen, die Orvieto umgeben, entstand im 6.-3. Jh. v. Chr. Es handelt sich um eine richtige „Totenstadt“ mit schmalen, rechtwinklig angeordneten Straßen, an denen die in den Tuffstein gehauenen Grabkammern liegen - teils mit Namen des Toten über dem Eingang. | April bis Okt. tgl. 8.30-19.30, Nov.-März bis 17.30 Uhr | SS 71, km 1,8

Orvieto Underground

Über Jahrtausende wurden in die Tufffelsen Grabkammern, Vorratsräume, Steinbrüche, selbst etruskische Brunnen gebaut (der Grundwasserspiegel liegt unterhalb des Tuffgesteins). Auch eine Ölmühle aus dem 14. Jh. befindet sich hier. | Führungen tgl. 11, 12.15, 16, 17.15 Uhr (bei Andrang häufiger), Feb. nur Sa/So | ab Touristeninfo Piazza Duomo 24 | www.orvietounderground.it

Palazzo Papale

Der Papstpalast, das Quergebäude neben der rechten Domflanke, wurde im 13. Jh. auf Wunsch der Päpste Urban IV. und Martin IV. erbaut. Heute ist hier das Museo Archeologico Nazionale mit etruskischen Wandbildern und Funden aus Gräbern der Umgebung untergebracht. | Tgl. 8.30 bis 19.30 Uhr | Piazza Duomo

Palazzo del Popolo

Der romanisch-gotische Bau - ab 1280 Regierungssitz - erhebt sich auf der gleichnamigen Piazza. Die unteren Arkaden waren ursprünglich offen, die Freitreppe wurde im 14. Jh. angebaut, um einen direkten Zugang zum großen Saal im Obergeschoss zu schaffen. Heute finden hier Ausstellungen und Kongresse statt.

Palazzo Soliano

Dieser Palast gegenüber der rechten Domseite wurde 1304 für Papst Bonifaz VIII. erbaut. Den herrlichen Saal im oberen Stockwerk erreichen Sie über eine lange Freitreppe. Im Erdgeschoss ist das Museo Emilio Greco mit Skulpturen und Grafiken untergebracht, die Greco 1980 der Stadt vermachte. | Fr-So 10.30-13, 15.30-17 Uhr | Piazza Duomo

Pozzo di San Patrizio

Papst Clemens VII. veranlasste 1528 den Bau dieses Brunnens durch den berühmten Festungsbaumeister Antonio di Sangallo d. J., um bei einer eventuellen Belagerung die Wasserversorgung der Rocca zu gewährleisten. Zwei gegenüberliegende Portale geben Einlass zu Rampen, die mit jeweils 248 flachen Stufen in die Tiefe führen, 72 große Fenster öffnen sich zur Brunnenröhre. Das zylindrische Bauwerk ist 61,32 m tief und im äußeren Durchmesser 12,16 m breit. | Mai-Aug. tgl. 9-20, März/April, Sept./Okt. tgl. 10-19, Jan/Feb., Nov./Dez. tgl. 10-17 Uhr | Viale Sangallo

San Domenico

Das großartige gotische Liegegrabmal des Kardinals de Braye wurde 1286 von Arnolfo di Cambio, dem Architekten des Florentiner Doms, geschaffen. | Piazza S. Domenico

San Giovenale

Die Basilika ist besonders reich mit Fresken (11.-14. Jh.) ausgestattet. Den Hauptaltar schmücken interessante, auf 1170 datierte Reliefs. | Piazza San Giovenale

Region: Todi

Cisterna Romana

Unterirdische, römische Zisterne des 1. Jhs. n. Chr. | Di-So 10.30-13, 15-18, Nov.-März Sa/So 10.20-13, 14.30-17 Uhr | Via del Monte | bei der Piazza del Popolo

Duomo

Trotz der klaren romanisch-gotischen Fassade mit schöner Rose und kunstvoll verzierten Portalen macht der Dom (12.-14. Jh.) mit dem mächtigen Campanile einen eher wehrhaften Eindruck. Das dreischiffige Innere wird durch Säulen und Pfeiler mit besonders interessanten Kapitellen gegliedert. An der Innenseite der Fassade ein großes Fresko „Jüngstes Gericht“ von Ferraù da Faenza (1596). Weiter sind hervorzuheben im Presbyterium ein gemaltes Holzkruzifix aus dem 13. Jh. und ein mit Intarsien verziertes Chorgestühl (1530); auf der rechten Seite ein schönes Taufbecken (15. Jh.) und ein gotisches Madonnenbild. Eindrucksvoll sind die Krypta und lange Gänge im Untergeschoss; zur Straßenseite hin wurden hier Läden untergebracht. | April-Okt. 8.30-12.30, 14.30 bis 18.30, Nov.-März bis 16.30 Uhr

Palazzo delle Arti

Hinter dem Dom wird der Palazzo Vignola (16. Jh.) für Kunstausstellungen genutzt. | Via del Seminario 9

Piazza del Popolo

Die vom Dom gekrönte Piazza mit ihren Cafés und Läden ist ein einmaliges städtebauliches Ensemble. Im Süden ragt der zinnenbewehrte Palazzo dei Priori (Ende 13. Jh.) mit seinem mächtigen Turm empor. Gegen Osten öffnet sich die Piazza Garibaldi mit einer Aussichtsterrasse. Der Palazzo del Popolo (1233) besitzt Schwalbenschwanzzinnen und eine offene, zweischiffige Halle im Erdgeschoss. Eine vor der Fassade des daneben liegenden Palazzo del Capitano (um 1290) aufsteigende Freitreppe führt in die große Halle mit eleganten gotischen Fenstern und in die oberen Räume des Palazzo del Popolo. Dort sind die Pinakothek und das Museum für Stadtgeschichte untergebracht (Di-So 10.30-13, 15 bis 18, Nov.-März bis 17 Uhr).

San Fortunato

Eine dreigeteilte Treppe mit dem Denkmal des Dichters Jacopone da Todi führt hinauf zur höchsten Stelle des Stadthügels, auf den die Stadtpatronskirche (1292-1463) gebaut wurde. Die Fassade mit schönem Mittelportal ist nur im unteren Teil vollendet. Im Innern der lichten gotischen Hallenkirche befindet sich ein zartes Fresko von Masolino da Panicale „Madonna mit Kind“ (1432). Rechts neben der Fassade ist der Eingang zum Klosterhof (14. Jh.). Vom Campanile haben Sie einen herrlichen Rundblick. | Piazza Umberto I

Santa Maria della Consolazione

Die herrliche Renaissancekirche (erbaut ab 1508), auf halber Höhe zur Stadt auf einem Grasplatz gelegen, wurde lange Zeit Bramante, dem Begründer der Hochrenaissance, zugeschrieben. Aber es waren Peruzzi, Vignola und Antonio da Sangallo d. J., die bis 1584 am Bau dieser Kirche mitwirkten. Im kleeblattförmigen Innenraum mit seiner hohen Kuppel trägt der Hochaltar ein wundertätiges Madonnenbild. Die schwungvolle Barockausstattung steht in krassem Gegensatz zur geradezu asketischen Nüchternheit des Raums.