Reisetipps Tunesien

Sehenswertes Tunesien

Region: Mahdia

Bordj el-Kebir

Die von Türken im 16. Jh. errichtete Festung fast am Ende der Halbinsel steht wahrscheinlich dort, wo sich im 10. Jh. der Fatimidenpalast befand. Über die Wehrmauer genießen Sie einen schönen Blick über die Altstadt und den Hafen, vor allem aber über den großen islamischen Friedhof am Fuß des Bordj el-Kebir. | Di–So 9–13 und 15–18, Winter 9–16 Uhr | 3 TND

Grande Mosquée

Von den Fatimiden 916 errichtet, wurde die Große Moschee im 16. Jh. zerstört, 1960 aber nach Originalplänen wieder aufgebaut. Durch einen monumentalen Torbau gelangen die Gläubigen in den arkadengesäumten Innenhof und in den schlichten Gebetssaal. Über der Mihrabnische erhebt sich eine schön dekorierte Kuppel. Nichtmuslime haben nur Zutritt zum Innenhof. | Di–So 8–13 Uhr | 1,5 TND

Medina

Die kleine Altstadt entlang der Rue Obeïd Allah ist schnell besichtigt. Idyllisch ist die Place du Caire mit dem Café Gamra; an der Südseite sind mit eleganten Steinmetzarbeiten geschmückte Torbögen zu bewundern. In zahlreichen Weberateliers stellen Männer Seidenstoffe und Schals her, für die Mahdia berühmt ist. Die meisten lassen sich gern bei der Arbeit zusehen.

Skiffa el-Kahla

Wie befestigt Mahdia war, können Sie an diesem 1554 erbauten mächtigen Stadttor sehen. Es führt von der Neustadt in die Medina und zugleich vom Festland auf die Halbinsel. Der Durchgang ist mehrfach geknickt – an diesen Stellen befanden sich früher massive Torflügel – und 40 m lang.

Region: Hammamet

Centre Culturel International Dar Sebastian

Mit dem rumänischen Millionär Georg Sebastian begann 1926 Hammamets Aufstieg zum Seebad, damals allerdings nur für die bessere Gesellschaft. In seiner elegant eingerichteten Villa empfing er Hautevolee und Intellektuelle wie André Gide, Coco Chanel und Winston Churchill. Eingebettet in einen üppigen Garten, ist das Anwesen heute noch Anziehungspunkt für Künstler, wenn das Festival International d'Hammamet stattfindet. | 97 Avenue des Nations Unies | tgl. 8–18 Uhr | 2 TND

Dar Hammamet

Das Museum zeigt traditionelle Trachten und Kleidung, darunter die sieben Roben, die eine Braut während der sieben Tage dauernden Hochzeit trägt. | Medina | tgl. 8–18 Uhr | 1,5 TND

Medina

Zwei tiefe Tordurchgänge führen durch die Stadtmauer in die Medina mit zahlreichen Souvenirgeschäften im Umfeld der Kasbah. Eine schlichte Moschee und Wohnhäuser mit dekorativen Holzportalen säumen die schmalen Gassen. Die Kasbah bietet Ihnen einen schönen Blick über die Dachterrassen der Medinahäuser und über die Bucht; ein maurisches Café im höchsten Turm serviert Mokka und Erfrischungsgetränke. | Tgl. 8–18 Uhr | 3 TND

Medina Méditerranea

Die künstliche Medina ist Mittelpunkt der Hotelzone Hammamet-Yasmine südlich der Stadt; ein hübsches Konglomerat der schönsten tunesischen Altstadtecken von Tunis bis Tozeur wurde hier nachgebaut. Restaurants und Cafés sorgen fürs leibliche Wohl, eine Vielzahl an Läden für Einkaufsvergnügen.

Region: Tozeur

Belvédère

Dieser schöne Aussichtspunkt auf einem Granithügel am Rand der Oase stand ursprünglich einsam zwischen Palmen; nun bilden der Golfplatz und die Hotels der Touristenzone den Rahmen für den Sonnenuntergang über Oase und Chott el-Djerid. Dennoch lohnt der etwa zehnminütige Spaziergang zum Belvédère, denn das Spektakel der über Palmkronen und Salzsee versinkenden Sonne ist wunderschön.

Dar Cheraït

Das Museum zeigt wertvolle Exponate des Kunsthandwerks, antike Möbel, Waffen, aufwendige Trachten und Kalligrafien. | Route Touristique | tgl. 8–24 Uhr | 6 TND

Ouled el-Hadef

Ausgangspunkt für die Besichtigung der Altstadt ist die Place Ibn Chabbat im Stadtzentrum. Von hier gehts an der Markthalle entlang zur Rue de Kairouan, die den Stadtteil Ouled el-Hadef von Süd nach Nord durchquert. Die Straße und die davon abzweigenden Gassen sind gesäumt von Stadthäusern in der traditionellen Ziegelarchitektur: Vorkragende Ziegel bilden geometrische Muster an den Fassaden und halten die Mauern durch den Schattenwurf angenehm kühl. Mehrere Häuser stehen zur Besichtigung; vereinbaren Sie auf jeden Fall vorab einen Eintrittspreis!

Musée des Arts et Traditions Populaires

Dieses kleine Museum in einem Marabout aus dem 17. Jh. kann mit seinem bunten Sammelsurium an Exponaten zwar nicht mit Cheraïts Kostbarkeiten mithalten, dafür besitzt es aber viel mehr Charme. Den verdankt es Souad Khchim, der enthusiastischen Hüterin dieser Schätze, die jedes Stück anschaulich erläutert. | Rue de Kairouan | Di–So 8–12 und 15–18, Sommer 16–19 Uhr | 1,5 TND

Palmeraie/Oase

Hauptverbindung zwischen dem Stadtzentrum und der Touristenzone ist die nach dem in Tozeur geborenen Lyriker Abou el-Kacem ech-Chebbi (1909–34) benannte Straße. Kurz nach dem Hotel Continental sehen Sie links die Kutschenstation. Hier können Sie eine calèche für die Rundfahrt durch die Oase mieten oder einen individuellen Rundgang beginnen. Im Mai/Juni können Sie zusehen, wie die Palmen künstlich befruchtet werden. Ab November ernten die Männer die reifen Fruchtstände.

Planet Oasis

Ein riesiges, in der Oase aufgebautes Zelt dient als Kulisse für eine Dinnershow mit guter tunesischer Küche, Bauchtanz, Akrobaten und Trommlern. Sind genügend Interessenten anwesend, startet eine eindrucksvolle Licht-Ton-Schau mit abschließender Fantasia. | Dinnershow um 35 TND, Licht-Ton-Schau 20 TND | Reservierung unter Tel. 76460310 | www.planet-oasis.com

Region: Douz

El-Hofra-Düne

Die große Düne im Süden, unmittelbar bei der Hotelzone, ist besonders am späten Nachmittag ein herrliches Fotomotiv. Von ihrem Kamm blicken Sie weit über das Sandmeer des Großen Östlichen Erg. Leider werden Sie dieses Vergnügen selten für sich allein haben: Hartnäckige Kameltreiber bieten ihre Tiere für kurze oder längere Exkursionen an. Ein Tipp: Wenn nachts Ruhe einkehrt, können Sie die faszinierende Wüstenlandschaft im kühlen Licht des Mondes ungestört genießen.

Markt

An einem am Ortsrand gelegenen, ummauerten Platz wird am Donnerstagvormittag ein Viehmarkt gehalten. Nomaden und Bauern bringen Ziegen, Schafe, Hühner, Esel und Dromedare nach Douz. Auch Wanderheiler sind mit geheimnisvollen Tinkturen und machtvollen Amuletten vertreten.

Musée du Sahara

Kleine, aber durchaus interessante Ausstellung über das Leben der Nomaden. | Avenue des Martyrs | Juni–Aug. Di–So 7–11 und 16–19, sonst 9.30–16.30 Uhr | 1,5 TND

Region: Gabès

Marché Jara

Der Markt im Stadtteil Grand Jara besteht aus dem touristischen Teil mit Souvenirshops und dem traditionellen Bereich um die Große Moschee, in dem vor allem Gewürze und das berühmte Henna aus Gabès verkauft werden. Ein Bummel lohnt besonders in den Vormittagsstunden. Montags ist der Markt geschlossen.

Mosquée de Sidi Boulbaba

Sidi Boulbaba kam im 7. Jh. nach Gabès. Als Gefährte des Propheten wurde er hoch verehrt, und seine Grabmoschee ist bis heute Ziel vieler Pilger. Schön sind das durch elegante Arkaden gegliederte Eingangsportal und der arkadengesäumte Innenhof. In den Gebetsraum mit dem Grab des Sidi dürfen Nichtmuslime nur einen Blick werfen. | Abseits der Straße in Richtung Matmata | unregelmäßige Öffnungszeiten

Musée des Arts et Traditions Populaires

Das kleine Museum residiert in einer Medersa aus dem 17. Jh. Gezeigt werden Hausrat, Trachten und Schmuck aus Südtunesien. Von der Dachterrasse herrlicher Blick auf die Palmenoase. | Neben der Moschee Sidi Boulbaba | Di–So April–Sept. 8–13 und 16–19, sonst 9.30–16.30 Uhr | Eintritt 2 TND

Palmeraie/Oase

Mit ihren über 300000 Palmen besitzt sie eine imposante Größe. In der Oase liegen kleine Weiler wie das hübsche Chenini und Attraktionen wie ein zurzeit eher kläglicher Zoo, der aber zu einem attraktiven Naturmuseum ausgebaut werden soll. Auch der aus römischer Zeit stammende Damm, barrage romaine, ist kein wirkliches Highlight – doch das dichte Grün der Palmen, das Glucksen und Plätschern des Wassers in den Kanälen und das Zwitschern der Vögel schaffen eine sehr entspannte Stimmung. Am bequemsten erleben Sie die Oase mit der Pferdekutsche, der calèche. Die Fahrer warten in Petit Jara, nicht weit vom Markt, auf Kunden (ca. 25 TND für 4 Fahrgäste).

Region: Bizerte

Kasbah

Die in byzantinischer Zeit erbaute und im 17. Jh. erweiterte Festungsanlage nördlich des alten Hafens ist zugleich das älteste Wohnviertel von Bizerte. Im Schutz der Mauern breitet sich ein Labyrinth von Gassen und Sackgassen aus. Den besten Überblick haben Sie von der Festungsmauer, remparts, auf die Sie vom Hafen aus hinaufsteigen können. | Juli/Aug. tgl. 9–12.30 und 16–24, Sept.–Juni Mo 15–19, Di–So 9–12 und 15–19 Uhr | 0,5 TND

Vieux Port

Ein Idyll im Herzen der Altstadt: Die Mauern der Kasbah und des gegenüberliegenden Forts el-Hani bilden einen schützenden Wall um das Hafenbecken, bunt bemalte Boote dümpeln am Kai. Gegen Abend füllen sich die Cafés, Wasserpfeifen werden bereitgestellt und Teekessel angeworfen, während die Fischer mit ihren bunt beleuchteten Booten zum nächtlichen Fang hinausfahren.

Region: Tunis

Avenue Habib Bourguiba

Die vielspurige Straße führt durch die Neustadt zur Medina. Der von Platanen beschattete Mittelstreifen ist sozusagen Tunis' Corso. Hier geht man spazieren, trifft Freunde, kauft Zeitungen oder die duftenden Jasminsträußchen. Neben dem Theater (Ecke Rue de la Grèce) und dem Hotel Carlton (Nr. 31) gibt es eine ganze Reihe weiterer, schön restaurierter Art-déco-Häuser zu bewundern. Der tunesische Gelehrte Ibn Khaldoun (1332–1406) bewacht von seinem Denkmalsockel den Platz vor der Kathedrale. Hier verengt sich die Avenue Bourguiba zur Avenue de la France und endet am Medinator Bab el-Bahr.

Bab el-Bahr/Porte de France

Erst Mitte des 19. Jhs. wurde dieses Stadttor errichtet; die Franzosen rissen die Medinamauern ab und ließen es etwas beziehungslos mitten auf der Place de la Victoire stehen. Dahinter führen zwei schmale Gassen in die Dämmerwelt der Souks.

Dar Bach Hamba

Eine italienische Stiftung hat in dem herrlichen Medinapalais aus dem 17. Jh. ein Museum und Kulturzentrum der mediterranen Künste mit wechselnden Ausstellungen eingerichtet. Alleine die wunderbaren Majolikamosaike an den Wänden lohnen den Besuch. | 9 Rue Bach-Hamba | Mo–Sa 9–17 Uhr | Eintritt 2 TND

Dar Ben Abdallah

Das von außen schlichte Haus stammt vom Ende des 18. Jhs. und birgt das volkskundliche Museum Musée des Arts et Traditions Populaires. Sobald Sie es durch den charakteristischen abgeknickten Gang betreten, finden Sie sich im prunkvollen Zuhause einer Patrizierfamilie wieder. Der Knick sollte die Bewohner vor ungebetenen Blicken schützen, wenn sie sich im Innenhof aufhielten. Vom Hof führen prunkvolle Portale in die originalgetreu rekonstruierten Räume. Wertvolle Koranausgaben, antike Waffen, Brautschmuck und Kleidung vervollständigen die Ausstellung. | Impasse Ben Abdallah | Mo–Sa 9.30–16.30 Uhr | 2 TND

Djammaa ez-Zitouna/Große Moschee

Die Rue Djammaa ez-Zitouna führt vom Bab el-Bahr direkt auf die Moschee zu. Im 8. Jh. entstand ein erstes Gotteshaus, das mehrmals umgebaut wurde. Ab dem 13. Jh. avancierten die Zitouna und die ihr angeschlossenen Lehranstalten, die Medresen, zur bedeutendsten Hochschule des Landes und zur drittwichtigsten der islamischen Welt. Neben Theologie wurden Philosophie, Astronomie und Medizin unterrichtet. Heute ist die Ausbildung der Studenten an die Universität von Tunis verlagert. 184 von antiken Kapitellen aus Karthago gekrönte Säulen gliedern den Gebetsaal. Nichtmuslimen ist der Zutritt untersagt; sie können allerdings vom Innenhof aus einen Blick auf den im Dämmerlicht liegenden Raum erhaschen. Sehenswert ist das schöne Vierkantminarett mit Stuck- und Majolikadekor. | Sa–Do 8–14.30, Fr 8–12.30 Uhr | 2 TND

Mosquée de Sidi Youssef

Anfang des 17. Jhs. wurden die Souks von Tunis unter türkischer Herrschaft erweitert. Der Bau der Sidi-Youssef-Moschee 1616 versammelte die besten Kunsthandwerker des Landes und läutete durch seine Architektur eine neue Ära ein: Hofmoscheen mit Vierkantminarett waren passé – nun wurde mit einem schmalen Achteckminarett und stark verkleinertem Hof gebaut. Die Moschee und das dazugehörige Mausoleum des Youssef Dey können nicht besichtigt werden, aber das Äußere ist durchaus ansprechend. | Rue Sidi Ben Ziyad

Mosquée Hammouda Pacha

Unter türkischer Ägide entstanden 1655 auch Moschee und Mausoleum des Hammouda Pacha mit einem noch eleganteren achteckigen Minarett und üppigem Dekor.

Musée National du Bardo

Das archäologische Museum zeigt eine der größten römischen Mosaikensammlungen weltweit. Die Mythenwelt Roms, nordtunesische Landschaften, das Getier des Meers und der Lüfte – diese Motive finden sich an Böden und Wänden des ehemaligen Beypalasts. Zu den berühmten Mosaiken zählt eine Darstellung des Dichters Vergil, dem zwei Musen die Verse der „Aeneis“ eingeben (3. Jh.). Das Museum beleuchtet auch die punische und frühchristliche Zeit. | Quartier Bardo | am Ende der Avenue du 20 Mars | Di–So April–Sept. 9–17, Okt.–März 9.30–16.30 Uhr | 6 TND

Souks

Souk, Markt, heißt der Innenstadtbereich, dessen schmale Gassen, Sackgassen und Plätze von winzigen Läden gesäumt und gegen die Tageshitze mit Strohmatten oder Tonnengewölben geschützt sind. Jedes Gewerbe hat seinen eigenen Souk: Der Souk des Libraires vereint die Buchhändler gleich neben der Großen Moschee; im Souk et-Attarine glitzern winzige Parfümfläschchen in den Auslagen, und Opferkerzen hängen von der Ladendecke. Der Souk ech-Chechia ist einer der interessantesten: Hier werden die Filzkappen, chechias, die Zierde jedes traditionsbewussten Tunesiers, aufgebürstet und verkauft. Neben den klassischen weinroten gibt es neuerdings auch chechias in poppigen Farben, die bei der modebewussten Jugend beliebt sind. Im Souk et-Trouk sind die Teppich- und Souvenirläden versammelt. Ein jeder wirbt mit seiner Dachterrasse und dem Panoramablick über die Medina, um Kunden anzulocken. Im Souk el-Berka wurden noch bis weit ins 19. Jh. Sklaven versteigert. Obwohl die Souks auf den ersten Blick recht unübersichtlich wirken, können Sie sich ruhig treiben lassen. An den meisten Verzweigungen weisen Schilder zu nahen Sehenswürdigkeiten und damit auch wieder aus dem Gassengewirr hinaus.

Tourbet Aziza Othmana

Aziza Othmana war eine überaus mildtätige Dame. Kurz vor ihrem Tod 1669 schenkte sie ihren Sklaven die Freiheit, gründete ein Hospital und richtete mit ihrem Vermögen eine Stiftung zu Gunsten junger Mädchen ein. Ihr Grabmal wird von den Tunesiern sehr verehrt und darf auch von Nichtmuslimen besucht werden. Im Innern vereinen sich Majolikamosaike und Stuck zu harmonischer Schönheit. | 9 Impasse Echmahia | unweit der Moschee Hammouda Pascha

Tourbet El-Bey

Noch ein Grabmal, diesmal die Begräbnisstätte der Husseinitendynastie etwas abseits der Souks in dem ruhigeren Wohnviertel der Medina. Im 18. Jh. errichtet, lässt es in seinem verspielten Dekor italienische Einflüsse erkennen. Über 160 Gräber befinden sich in diesem mit Marmor, Stuck und zelliges, Majolikamosaiken, geschmückten Mausoleum; ein Turban am Kopfende weist auf männliche Bestattete hin. | Rue Tourbet el-Bey | Mo–Sa 9.30–16.30 Uhr | 2 TND

Les Trois Medersas/Drei Medresen

Nur wenige Schritte von der Großen Moschee entfernt verbergen sich hinter hohen Portalen drei am Ende des 18. Jhs. erbaute Medresen, ehemalige Lehranstalten der Zitouna-Moschee. Einzig in der Medersa du Palmier wird noch der Koran unterrichtet; die Medersa Bachia, kenntlich an dem Brunnen davor, dient heute der Ausbildung junger Kunsthandwerker. Besichtigen können Sie die Medersa Slimania. Rund um den Innenhof gruppieren sich die Zellen der Studenten; den kleinen Gebetssaal schmücken Säulen aus dem römischen Karthago. | Rue des Libraires | unregelmäßige Öffnungszeiten

Region: Djerba

Djerba Explore

Der Kulturkomplex am Leuchtturm Rass Taguerness besteht aus der Krokodilfarm Animalia, dem Museumsdorf Djerba Heritage, die beide überwiegend Kinder ansprechen (siehe Kapitel „Mit Kindern reisen“), und dem überaus sehenswerten Museum islamischer Kunst, das mit über 3000 Exponaten nicht nur tunesische Kunst, sondern auch die Einflüsse aus dem Vorderen Orient und dem saharischen Raum zum Thema hat. | Sommer tgl. 9–20, Winter bis 17.30 Uhr | 5 TND, Kombiticket 7,30 TND

El-May

Die aus dem 16. Jh. stammende Moschee in der Inselmitte besitzt alle Charakteristika der Ibaditenarchitektur: Der gedrungene, von mächtigen Stützpfeilern stabilisierte Bau ist weiß gekalkt; das Vierkantminarett läuft in einer stumpfen, zuckerhutförmigen Spitze aus; Gebetssaal und die Räume für die Waschungen sind um einen Innenhof angeordnet, unter dem sich die Zisterne befindet. Der äußere Eindruck ist der einer Burg, weniger eines Gotteshauses. Nichtmuslime haben keinen Zutritt.

Guellala

Berühmt ist der Ort (8000 Ew.) im Süden Djerbas für die Kunstfertigkeit seiner Töpfer. Allerdings wird keine dekorative bunte Keramik gebrannt, die Tonwaren sind archaisch und unlasiert. Ein Hügel, die einzige Erhebung Djerbas, liefert den Lehm, aus dem die Töpfer die schweren Tonkrüge zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und die kleinen Gefäße für den Krakenfang formen.

Hara Seghira/Erriadh

Der Ort 9 km westlich von Houmt Souk besitzt mit der Synagoge La Ghriba das bedeutendste jüdische Pilgerziel Nordafrikas. 586 v. Chr. soll sich die erste jüdische Gemeinde niedergelassen und eine Synagoge errichtet haben. Der heutige Bau entstand erst 1920, doch die darin aufbewahrte Thorarolle zählt zu den ältesten weltweit. 2002 verübten radikale Islamisten einen Anschlag auf La Ghriba. Seither ist die Synagoge streng bewacht. Im Innern können Sie schönes Majolikadekor und üppige Schnitzarbeiten bewundern. Zutritt nur mit Kopfbedeckung. | So–Do 9.30–12.30 und 14.30–17 Uhr, Fr nur vormittags | 1,5 TND

Houmt Souk

Die lebhafte Inselhauptstadt (40000 Ew.) an der Nordküste empfängt ihre Besucher mit einer strahlend weißen Medina. Zentrum sind die teils überwölbten Souks zwischen Square Mongi Bali und Place Hedi Chaker. Das Warenangebot besteht zwar fast ausschließlich aus Souvenirs, doch Sie können immer noch Entdeckungen machen, so im Souk des Orvèvres, wo sich zierlicher Filigranschmuck findet. Beim Bummel durch die Altstadt passieren Sie zahlreiche foundouks. Diese dienten den Händlern einst als Warenlager und Unterkunft, einige sind heute zu einfachen Hotels umgebaut. Das im 15. Jh. errichtete Bordj el-Kebir, die große Festung, lässt die kriegerischen Auseinandersetzungen um Djerba in Gedanken wieder aufleben. Es beherbergte berüchtigte Piraten wie Dragut oder die Brüder Barberousse (tgl. 8–19, Winter 9.30–16.30 Uhr | 3 TND).

Midoun

Djerbas zweitgrößtes Städtchen im Osten (9000 Ew.) ist kaum mehr als ein großer Markt. Keramik, Kaftane und Stoffkamele füllen die Regale. Da Midoun bis ins 19. Jh. Umschlagplatz für den Sklavenhandel war, werden Sie hier vielen dunkelhäutigen Menschen begegnen. Die Umgebung Midouns ist mit zahlreichen menzeln gesprenkelt, den Gutshöfen der Ibaditen. Bei einer Fahrradtour lässt sich diese archaische Kulturlandschaft gemächlich erkunden. Nur 4 km nach Norden finden Sie beispielsweise die aufgelassene Moschee Djamel-Fadhium in typischer festungsartiger Bauweise mit einer Zisterne und einem konisch geformten Minarett.

Musée des Arts et Traditions Populaires

Das Volkskundemuseum von Houmt Souk residiert in einer Zaouia, einem theologischen Komplex mit Moschee und Unterrichtsräumen des 18. Jhs. Im ehemaligen Gebetssaal finden Sie Trachten der Djerbi, die Bibliothek zeigt islamische Manuskripte, weitere Räume widmen sich der Goldschmiedekunst, der Töpferei und weiterem Kunsthandwerk. | Avenue Abd el-Hamid el-Kadhi | Sa–Do April–Sept. 8–12 und 15–19 sonst 9.30–16.30 Uhr | 3 TND

Musée de Guellala

Alltagstrachten, aufwendige Brautkleider, islamische Kalligrafie, Töpferei – das moderne und hübsch gestaltete Museum am höchsten Punkt Djerbas über dem Töpferdorf Guellala zeigt einen sehenswerten Querschnitt der inseleigenen Traditionen. | An der Straße von Guellala nach Sedouikech | Mitte Juli–Aug. tgl. 8–22, sonst 8–18 Uhr | 5 TND

Region: Kairouan

Bassins des Aghlabides

Die beiden im 9. Jh. von der Aghlabidendynastie angelegten Bassins sind Meisterwerke der arabischen Wasserbaukunst. Sie wirken kreisrund, haben aber 48 bzw. 17 Ecken und speicherten das per Aquädukt von den 36 km entfernten Bergen des Djebel Cherichera herangeführte Wasser. | Rue Ibn al-Aghlab | Juli/Aug. tgl. 7–13.30, Sept.–Juni Sa–Do 8–17.30, Fr 8–12 Uhr | Sammelticket

Bir Barouta

Das Schöpfrad des Brunnens im Herzen der Medina wird von einem im Kreis laufenden Kamel angetrieben. Das Wasser gilt als heilig und wird, in Plastikflaschen abgefüllt, an die Pilger verkauft. | Avenue du 7 Novembre | tgl. 8–17.30 Uhr | Sammelticket

Djamaa Sidi Oqba/Große Moschee

Nur wenige Bauwerke dokumentieren so eindrucksvoll die Herkunft des Islam aus der Wüste wie diese aus Lehmziegeln errichtete und mehrmals umgebaute Moschee. Wie ein Bollwerk stemmen sich Mauern, Bastionen und Minarett fast gänzlich schmucklos der städtischen Umtriebigkeit entgegen; Erdfarben und klare Linien fordern im marmorgepflasterten Innenhof auf zur Ruhe und Besinnung. Unter ihm befindet sich eine Zisterne, in die Regenwasser durch kunstvoll gearbeitete Siebe im Boden abläuft. Das Fundament des dreistufigen, wuchtigen Minaretts stammt aus dem 8. Jh., die schattigen Arkaden wurden unter Verwendung antiker Säulenkapitelle im 9. Jh. erbaut. Dem Minarett gegenüber nimmt der Gebetssaal die südöstliche Hälfte der Moschee ein. Durch eines der 17 reich mit Schnitzereien geschmückten Portale können Sie einen Blick ins Innere werfen, der Zutritt ist Nichtmuslimen verwehrt. 414 aus antiken Stätten hierher gebrachte Säulen unterteilen den im Dämmerlicht liegenden Raum in 17 Schiffe. Den Toren gegenüber liegen Kiblawand und Mihrabnische, in deren Richtung sich die Gläubigen zum Gebet verbeugen. Die Mihrab ist das wertvollste Ausstattungselement der Moschee, sie ist ausgelegt mit Lüsterkacheln aus dem Zweistromland; der 862 angefertigte Predigtstuhl daneben ist der älteste der islamischen Welt. Das Lalla Rihana-Tor in der Ostmauer wird von antiken Säulen und mächtigen Hufeisenbögen gestützt und diente als Eingang für Privilegierte. | Sa–Do 8–14, Fr 8–12 Uhr | Sammelticket

Medina/Souks

Eine 4 km lange, von vier Toren durchbrochene Stadtmauer aus Lehmziegeln umfasst die Medina nahezu vollständig. In ihrem Schutz breitet sich beiderseits der Avenue du 7 Novembre Wohn- und Handwerksgassen, Marktstraßen und Plätze aus, die teils noch völlig untouristisch und ursprünglich das authentische Bild einer arabischen Altstadt vermitteln.

Mosquée des Trois Portes/Moschee der drei Pforten

Zwischen die Wohn- und Handwerkshäuser des Weberviertels gesetzt, ist diese 866 von einem reichen Kaufmann gestiftete Moschee ein ungewöhnliches Bauwerk: Ihre Fassade nehmen vollständig die drei nebeneinanderliegenden Portale ein. Die Steinmetzarbeiten der Umrandungen in zierlicher Kufischrift und mit bewegtem Rankenwerk sind verspielter Kontrast zur Strenge der Großen Moschee. | Rue de la Mosquée des Trois Portes (kein Zutritt für Nichtmuslime)

Musée du Tapis/Teppichmuseum

Kairouan ist Teppichstadt, doch sollten Sie sich vor dem Teppichkauf im staatlichen Museum über die Vielfalt von Farben und Mustern informieren. Hier werden auch die staatlichen Zertifikate vergeben, die jeder Teppich besitzen sollte. Sie bestimmen die Qualität und legen einen empfohlenen Verkaufspreis fest. | Avenue Ali Zaouaoui | Mo–Do 8.30–13 und 15–17.45, Fr/Sa 8.30–13 Uhr

Zaouia de Sidi Abid el-Ghariani

Eine Zaouia ist die Grabstätte eines Heiligen, der eine Moschee und eine Medersa angeschlossen sind. Sidi Abid el-Ghariani lebte im 14. Jh., seine Zaouia dient heute als Sitz der Gesellschaft zum Erhalt der Medina (ASM), weshalb Sie dieses herrliche Bauwerk der Blütezeit maurisch-andalusischer Kunst in Ruhe bewundern können. Spitzenfeiner Stuck und zierliche Holzmalereien sind atemberaubend schön. | Rue Sidi Abid el-Gariani | tgl. 8–17 Uhr | Sammelticket

Zaouia de Sidi Sahab/Barbiermoschee

Der hier Beigesetzte und Verehrte war zwar nicht der Barbier, aber doch ein enger Vertrauter des Propheten. Sein Grab liegt außerhalb der Medina in einem im 17. Jh. erbauten Mausoleum, dessen üppiges Dekor mit bunten Fayencen, Stuck und Malerei den Geschmack der osmanischen Herrscherdynastien spiegelt. Die Zaouia ist ein bedeutendes Pilgerziel; vor allem junge Frauen erhoffen sich Fruchtbarkeit durch die baraka des Heiligen. | Avenue el-Moez ibn Badis | tgl. 8–18 Uhr | Sammelticket

Region: Sousse

Catacombes du Bon Pasteur

Der Eingang zu den frühchristlichen Katakomben liegt südwestlich der Medina in der Neustadt. In Sousse wurden vier Katakomben mit über 15000 Grabstätten gefunden. Die des Guten Hirten (2.–4. Jh.) sind auf einer Länge von 230 m zugänglich. | Rue Abdel Hamid Essaka | Di–So 9–19, im Winter–17 Uhr | 1,5 TND

Grande Mosquée

Nach dem Vorbild der Sidi-Oqba-Moschee von Kairouan wurde die Große Moschee als Teil der Stadtbefestigung erbaut und mit zwei Wachtürmen gesichert. Einer wurde im 11. Jh. in ein Minarett umgewandelt. Der Innenhof ist auf drei Seiten von schmucklosen Arkaden umgeben; an der vierten Hofseite liegt der Gebetsraum hinter einer erst im 17. Jh. angebauten Galerie. Wehrhaft und schlicht, vermittelt das Gotteshaus einen Eindruck davon, wie die ersten Moscheen auf tunesischem Boden ausgesehen haben. Für Nichtmuslime ist nur der Innenhof zugänglich. | Sa–Do 8–14, Fr–13 Uhr | 1,5 TND

Musée Archéologique

Das Museum in der Kasbah besitzt nach dem Bardo in Tunis die wohl eindrucksvollste Mosaikensammlung: Berühmte Tableaus wie das „Haupt der Medusa“, „Oceanus“ mit Langustenhaaren oder „Dionysos auf dem Triumphwagen“, den Tiger ziehen, sind hier zu sehen. Die meisten stammen aus dem 2./3. Jh. und wurden in der Nähe von Sousse oder El-Djem entdeckt. Der idyllische Museumsgarten lädt zur Rast zwischen Säulenstümpfen und Zypressen. | La Kasbah | Di–So 9–18 Uhr | 3 TND

Ribat

Der Wehrbau war früher eine Art muslimisches Kloster für Kriegermönche. Eine Kette solcher Ribats schützte die tunesische Küste und diente den Menschen im Angriffsfall als Unterschlupf. Dieses Ribat wurde 821 auf nahezu quadratischem Grundriss mit drei runden Ecktürmen errichtet; der vierte, über 27 m hohe Turm kam wohl später hinzu und bietet heute einen herrlichen Panoramablick über die Medina. Das Zugangstor in der Südmauer ist mit einem gotisch anmutenden Kreuzgratgewölbe geschmückt. Ansonsten ist auch dieser faszinierende Bau völlig schlicht: den Innenhof umgeben die Zellen der Kriegermönche, in der ersten Etage befindet sich ein einfacher Gebetsraum. | Tgl. 8–19, im Winter 8–17.30 Uhr | 3 TND

Souks

Es kostet etwas Energie, die erste Barriere der Souvenirläden mit ihren oft übereifrigen Verkäufern zu überwinden, die den Eingang zum Souk blockieren. Aber dahinter eröffnet sich dann ein Reich der Glitzerstoffe und Parfüms, der Schuhe, Halsketten und Kofferradios, der Fleischer und Gewürzverkäufer, dessen Unverfälschtheit wirklich faszinierend ist. Man kann sich zwar leicht verlaufen, aber auch schnell wieder herausfinden – sanft bergauf gehts in Richtung Kasbah, bergab zu Ribat und Moschee.

Region: Tabarka

Aiguilles

Die spitz erodierten Felsnadeln am westlichen Ende der Strandpromenade sind Tabarkas Wahrzeichen. Schöner Blick aufs Fort!

Basilique

Die Basilika diente ursprünglich als römische Zisterne, später als katholische Kirche, zuletzt als Museum. Schöne Mosaikfußböden im Innern, doch leider ist sie auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Fort Génois

Die Festung wurde im 17. Jh. auf einer vorgelagerten Felsinsel errichtet. Heute führt ein Damm hinüber – allerdings ist außer den alten Mauern noch nichts zu sehen, weil die Arbeiten am geplanten Museum nicht recht vorankommen.