Reisetipps Tunesien

Ausflüge & Touren Tunesien

Auf historischen Spuren durch Nordtunesien

Die Tour führt von Hammamet um die Halbinsel Cap Bon und durch Tunesiens fruchtbaren Norden. Für die 610 km lange Strecke sollten Sie zwei Tage vorsehen und Proviant einpacken, denn gute Restaurants sind rar.

Durch das lebhafte Städtchen Nabeul, das antike Neapolis, führt die C 27 teils am Meer entlang, teils landeinwärts auf die Halbinsel Cap Bon, Tunesiens Hauptanbaugebiet für Zitrusfrüchte und Wein. In Kelibia (70 km) lohnt ein Besuch der herrischen Festung, die auf einem 150 m hohen Hügel über dem Fischerhafen thront.

Kerkouane (83 km) ist die einzige rein karthagische Siedlung in Tunesien und zählt zum Unesco-Welterbe. Deutlich können Sie den Grundriss der Häuser aus dem 4. bis 2. Jh. v. Chr. erkennen, die alle ein eigenes Bad besaßen (Di–So. 9–16, im Sommer bis 18 Uhr | 2,5 TND).

Nordwärts erreicht die C 27 schließlich die häufig windumtoste Nordspitze des Cap Bon bei El-Haouira (95 km). Die Stadt ist berühmt für ihr Sperberfestival im Juni. Oberhalb liegen die römischen Steinbrüche von Ghar el-Kebir, in denen Sklaven Kalkstein für den Wiederaufbau Karthagos brachen (tgl. 9–17, im Sommer 8–18 Uhr | 1,5 TND). Im Restaurant La Daurade (Tel. 72269080 | €€) bekommen Sie ein preiswertes Mittagsmenü mit schönem Blick auf die See.

Die C 26 erreicht, nun nach Südosten führend, den gebirgigeren Teil des Cap Bon. Über steile Serpentinen schlängelt sich eine Abzweigung die Steilküste hinunter ans Meer zum Kurort Korbous (165 km). Am Strand entspringen heiße Thermalquellen, die römische Damen und Herren einst zur Kur per Schiff von Karthago aus besuchten.

Der Großraum Tunis erfordert nun erhöhte Aufmerksamkeit. Die Route umgeht die Stadt südlich und wendet sich auf der Autobahn in Richtung Béja nach Westen. An der Ausfahrt in Richtung Téboursouk verlässt die P 5 die Schnellstraße und verbindet mit dem Städtchen Testour (280 km), dessen Ortsbild die im 17. Jh. erbaute und im spanischen Mudéjarstil geschmückte Moschee einen ungewöhnlichen Akzent verleiht. In Aïn Tounga (288 km) beherrscht eine imposante byzantinische Festung (6. Jh.) die Straße. In Dougga (300 km) verdienen die westlich gelegenen römischen Ruinen von Thugga einen längeren Stopp. Malerisch auf einem Hügel zwischen Olivenbäumen ausgebreitet, zählt die Unesco-geschützte Stätte zu den bedeutendsten Nordafrikas: Theater und Kapitolstempel aus dem 2. Jh. sind hervorragend erhalten; der mondsichelförmige Tempel der Juno Caelestis (3. Jh.) lässt karthagische Einflüsse im Kult erkennen. In den Wintherthermen (3. Jh.) entspannten sich die Herren nach dem Besuch des Bordells gegenüber: Dessen Eingang schmücken mit Brüsten und Penis dekorierte Hinweisschilder. Am Hügel unterhalb der römischen Stadt erinnert das numidische Mausoleum (3. Jh. v. Chr.) an die nichtrömischen Bewohner dieser überaus fruchtbaren Region (tgl. 8.30–17.30, im Sommer 8–19 Uhr | 2,5 TND). Eine einfache, saubere Übernachtungsmöglichkeit mit gutem Restaurant finden Sie im Hotel Thugga an der P 5 (30 Zi. | Tel. 78466647 | €€).

P 18 und P 12 führen nun bis Makhtar mit den sehenswerten Ruinen der römischen Siedlung Mactaris (400 km). Weiter nach Nordosten sind die wieder aufgerichteten Säulen des Kapitolstempels von Thuburbo Majus (500 km) weitere Zeugen der römischen Vergangenheit (tgl. 8.30–17.30 | im Sommer 8–19 Uhr | 2,5 TND).

Der P 4 weiter in Richtung Tunis folgend, kreuzen Sie bei Bou Rebia (540 km) ein Teilstück des ursprünglich 123 km langen römischen Aquädukts, das Karthago mit Wasser aus dem Bergmassiv des Djebel Zaghouan versorgte und noch bis ins 12. Jh. hinein seinen Dienst versah. Etwa 25 km weiter stoßen Sie südlich von Tunis auf die Autobahn und folgen ihr zurück nach Hammamet (610 km).

Durch die Medina von Tunis

Auf diesem etwa dreistündigen Rundgang besichtigen Sie Bereiche der Medina, die Touristen eher selten zu sehen kriegen. Besorgen Sie sich vorher den bei der Touristeninformation erhältlichen Detailplan der Medina.

Ausgangspunkt ist das Medinator Bab el-Bahr an der Place de la Victoire. Dahinter führt die schmale, von Läden gesäumte Rue Djamaa ez-Zitouna auf die Moschee Ez-Zitouna zu. Hier gehts links an den Drei Medresen und dem Hammam Kachachine vorbei zur Rue Tourbet el-Bey. Sie sind nun in den Wohnvierteln der Altstadt. Am Grabmausoleum der Husseinitendynastie, dem Tourbet el-Bey, wenden Sie sich nach links, passieren das Museum Dar Ben Abdallah und erreichen die 1716 erbaute Mosquée des Teinturiers, die Färbermoschee, Ecke Rue Sidi Kacem und Rue des Teinturiers. Gleich neben der Moschee steht ein prachtvoller Medinapalast, Dar Othman, mit einer in dunklem und hellen Stein dekorierten Fassade aus dem 17. Jh. Die Rue El-Ariane bringt Sie zurück zur Rue Tourbet el-Bey und über Souk des Etoffes an die Große Moschee. Sie folgen nun der Rue Sidi Ben Arous in den nördlichen Teil der Medina. Schon nach wenigen Schritten befinden Sie sich erneut in einem Wohnviertel. Einige der ehemaligen Patrizierhäuser dienen heute als Restaurant oder Hotel. Weiter geradeaus gehend, sehen Sie entlang der Rue du Pacha viele dieser alten Paläste, die stark vom Verfall gezeichnet sind. Im Dar Lasram (18. Jh.) in der Rue du Tribunal 24, zu der die Rue de la Noria rechts abbiegt, residiert die ASM, die die Restaurierung der Altstadt betreut. Moderne tunesische Kunst ist Thema des Musée de la Ville de Tunis (Rue du Tribunal, Palais Kherredine Pacha | Mo–Sa 10–19 Uhr | 2 TND).

Auf der Rue du Pacha wieder zurückgehend, biegen Sie an der Rue Bir Lahjar nach rechts und erreichen die Rue Dar el-Djeld. Hier verwöhnt der Gourmettempel Dar el-Djeld (Tel. 71560916 | kein Ruhetag | €€€) Promis aus Kultur und Politik mit exquisiten Gaumenfreunden. Der westliche Ausgang der Altstadt an der Place du Gouvernement ist nur wenige Schritte entfernt.