Reisetipps Tirol

Ausflüge & Touren Tirol

Burgentour am Oberen Gericht

Der 60 km lange Weg von Landeck zum Reschenpass, das Obere Gericht, war früher einer der wichtigsten Übergänge über die Alpen nach Italien und deswegen mit zahlreichen Burgen gesichert. Einige dieser Burgen sind einen Besuch wert. Dafür lohnt ein ganzer Tag.

Schauen Sie sich im Landecker Schloss die sehenswerte Ausstellung über die Tiroler Migration an und machen Sie sich dann selbst auf den Weg: den Inn entlang, Richtung Reschenpass. Besorgen Sie sich aber vorher noch die Burgencard - für 6,50 Euro ist der Eintritt in alle Burgen inbegriffen (in der Touristeninformation oder bei den Burgen erhältlich | www.burgencard.at). Etwa 12 km nach Landeck führt eine eiserne Brücke über den Inn. Die Pontlatzbrücke, heute modernisiert, spielte 1703 während des Spanischen Erbfolgekriegs und 1809 während der Tiroler Befreiungskriege eine ganz bedeutende Rolle. Die Tiroler Schützen zerrieben hier die feindlichen Truppen, indem sie Baumstämme und Felsbrocken von den steilen Bergen rollten. Die Feinde mussten fliehen, die Tiroler hatten kaum eigene Verluste.

Setzen Sie Ihre Reise auf der Reschenbundesstraße fort. Kurz nach der Ortschaft Pfunds liegt das Hotel Kajetansbrücke. Hier beginnt die Führung zur Grenzfeste Altfinstermünz. Bis zum Bau der neuen Reschenbundesstraße im 19. Jh. führte an dieser in den Hang gebauten Befestigungsanlage aus dem 15. Jh. an der engen Talstelle auf der Nord-Süd-Route kein Weg vorbei. An der Brücke, die früher zur Schweizer Seite hin eine Zugbrücke war, wurde der Zoll eingezogen. Der höher gelegene Wehrturm ist mit der restlichen Anlage über einen 35 m langen Tunnel im Felsen verbunden. Während der einstündigen Führung erfahren Sie mehr über Geschichte und Bedeutung des Oberen Gerichts. | Juni-Sept. Di 10 Uhr od. auf Anfrage | Anmeldung erwünscht Tel. 0664/3959471 | www.altfinstermuenz.com

Zurück beim Hotel Kajetansbrücke führt der Weg weiter nach Nauders. Kurz vor der Ortschaft liegt das Sperrfort Nauders. Der imposante, fünf-geschossige Steinquaderbau wurde zwischen 1836 und 1846 von den Habsburgern gegen mögliche Invasionen aus Italien gebaut und ist das einzige Bauwerk dieser Art in Österreich, das innen wie außen unverändert geblieben ist. Ein Teil der über 50 Räume wurde tief in den Fels hineingebaut. Im Inneren des Forts ist ein militärisches Museum mit Waffen, Uniformen und Ausrüstung untergebracht. | So und Mi 15 Uhr | Gruppenführungen nach telefonischer Vereinbarung Tel. 05473/87242 | Tel. 05473/87470 | Tel. 0664/9224495 | www.nauders.com

Die letzte Burg auf der Tour ist Schloss Naudersberg (1380 m), etwa 1 km hinter der Ortschaft Nauders. 1239 erstmals erwähnt, diente das Schloss bis ins 20. Jh. als Gerichtssitz. Im 15. Jh. wurde es von den Engadinern geplündert, später wieder aufgebaut und erhielt so sein heutiges, prunkvolles Aussehen. Besonders schön ist die prächtige Vertäfelung im alten Gerichtssaal. Im Turm liegen die ehemaligen Gefängniszellen, im 2. Stock befindet sich ein Museum mit Exponaten lokaler Künstler. Sehenswert sind vor allem die Kruzifixe von Barthlmä Kleinhans, der als Kind erblindete und trotzdem noch über 300 Kreuze schnitzte. | So 10 u. Mi 17 Uhr | Gruppenführungen nach telefonischer Vereinbarung Tel. 05473/87242 od. | Tel. 05473/87470 od. | Tel. 0664/9224495 | www.nauders.com

Fahren Sie nach der Besichtigung noch 20 km weiter, über den Reschenpass (1455 m) in den Vinschgau nach Südtirol (Italien). Etwa 3 km hinter dem Pass liegt eines der schönsten Fotomotive der Welt: der Reschensee. 1950 wurde er auf dem Gebiet der ehemaligen Ortschaft Graun aufgestaut. Der Kirchturm ist das einzige Bauwerk, das damals nicht abgerissen wurde. Seither ragt die Spitze wie eine Nadel aus der Mitte des 6 km langen Sees.

Mit der Straßenbahn ins Hochgebirge

Einer der schönsten Rundwanderwege ist der 7 km lange Zirbenweg vom Patscherkofel zum Glungezer, hoch über Innsbruck. Mit festem Schuhwerk ist er leicht zu bewältigen. Die netteste Möglichkeit, von Innsbruck dorthin zu gelangen, ist die Straßenbahnlinie Nr. 6. Etwa fünf bis sechs Stunden sollten Sie für die Tour veranschlagen.

Los fährt die Straßenbahnlinie 6 unterhalb des Bergisel, neben dem Stift Wilten. Sie rumpelt romantisch durch den Wald, vorbei an Schloss Ambras bis nach Igls. Ein paar Minuten von der Endstation in Igls aufwärts liegt die Patscherkofelbahn. Der Patscherkofel ist der Hausberg von Innsbruck, die Abfahrtsstrecke der Olympischen Spiele 1964 und 1976. Die Gondelbahn bringt Sie hinauf auf 2000 m zur Bergstation. Von hier haben Sie die Möglichkeit, den Gipfel des Patscherkofel (2246 m) zu besteigen (etwa 20 Min.) und den gewaltigen Rundumblick zu genießen oder weiter Richtung Osten zum Zirbenweg zu spazieren. Der Zirbenweg führt durch einen der ältesten geschlossenen Zirbenkieferbestände des Alpenraums. Das schönste an diesem Weg ist der Ausblick: Gipfel reiht sich an Gipfel in den Stubaier Alpen und dem Karwendel, Innsbruck und das halbe Inntal liegen Ihnen zu Füßen. In zwei bis drei Stunden wandern Sie unter der Viggarspitze und Neunerspitze bis zur Tulfein-Alm (€). Hier auf 2035 m können Sie noch einmal den Ausblick genießen, bevor Sie mit der Glungezerbahn hinunter nach Tulfes kommen. Ein Bus bringt Sie wieder zurück nach Igls, wo die Straßenbahn wartet. (Das Kombiticket für den Bus und die beiden Gondelfahrten kostet 19,50 Euro.)

Das gläserne Tirol

Ein Ausflug durch die Glasbläserstätten gibt einen Einblick in eine Kunst, die in Tirol eine lange Tradition hat. Für die 60 km lange Tour und die Besichtigungen sollten Sie sich einen ganzen Tag Zeit nehmen.

Die Tour beginnt in Kufstein bei der Firma Riedel. Riedel-Gläser haben sich dem Wein angepasst und so neue Trends gesetzt. In der Ausstellung „Sinnfonie“ in der Fabrik erfahren Sie, wie die Ausnahmegläser von Mund geblasen werden. | Mo-Fr 9-12 u. 13-16 Uhr | Weissachstr. 28-34 | Tel. 05372/64896 | www.riedel.com

Der Weg führt weiter über die Inntalautobahn bis nach Rattenberg ins Herz der Glasbläserei. In der Fußgängerzone der mittelalterlichen Altstadt können Sie Glasbläsern in ihren kleinen Werkstätten bei der Arbeit zuschauen und Souvenirs erwerben.

Die letzte Station ist der „Grüne Riese“ der Firma Swarovski. Die wasserspeiende Riesenskulptur ist Markenzeichen der Kristallwelten in Wattens, in denen der weltberühmte Familienbetrieb seine kunstvollen Kristallprodukte zeigt. | Tgl. 9-18.30 Uhr | Kristallweltenstr. 1 | Tel. 05224/51080 | 9,50 Euro | http://kristallwelten.swarovski.com