Reisetipps Südschweden

Szene Südschweden

Reza Mir Heidari

pendelt seit mehreren Jahren zwischen München und Stockholm, wo er für die internationale Online-Marketing-Firma Tradedoubler (www.tradedoubler.com) arbeitet. Die schwedische Hauptstadt ist für ihn mittlerweile eine zweite Heimat. In seiner Freizeit zieht es ihn oft in die Schären und seinen zahlreichen Besuchern aus München zeigt er das Nightlife der Stadt, das es wirklich in sich hat!

Design auf schwedisch

International gefragt: Puristische Entwürfe schwedischer Designer

Eine neue Generation von Modemachern entsteht und ist auf dem Weg nach oben. Spätestens seit sich die Stockholm Fashion Week einen Namen als Treffpunkt für avantgardistische Designer gemacht hat, ist Fashion made in Sweden international gefragt. Hinter dem Independent-Label Nakkna stehen Camilla Sundin, Claes Berkes und Ella Soccorsi. In der Boutique des Mode-Trios gibt's edle Teile in gedeckten Farben. Dass man trotzdem nicht als graue Maus den Laden verlässt, verhindern ausgefallene Schnitte und originelle Details (Tjärhovsgatan 3 | Stockholm | www.nakkna.com). Die Kollektionen von Jenny Hellström sind futuristisch und nostalgisch zugleich: Sie entwirft moderne Teile, die vom Stil vergangener Jahrzehnte inspiriert sind (www.jennyhellstrom.com). Auch Carin Wester (www.carinwester.com) und Camilla Norrback (www.camillanorrback.com) erobern sich einen Platz unter den Topdesignern des Landes.

Ungewöhnlich Gebettet

Hotels mit Adventure-Charakter

Das Motto der Hotels in Südschweden: je abgefahrener, desto besser! Vorreiter der Bewegung ist der Künstler Mikael Genberg, der mit seinen zwei Hotels Trends setzt (www.mikaelgenberg.com). So besteht die Mini-Herberge Utter Inn auf dem Mälarsee aus einem Floß mit einem kleinen roten Häuschen drauf. Zwei Betten, zu denen man über eine Leiter drei Meter in die Tiefe steigt, warten darauf, dass man den Fischen Gute Nacht sagt (Västerås). Das Hotel Hackspett hängt in luftiger Höhe im Baumwipfel einer 350 Jahre alten Eiche und bietet Platz für eine Person und viele Gedanken (Västerås, Södra Ringvägen, Vasaparken). Größer, luxuriöser und trotzdem erschwinglich ist die eigene Insel mit Sandstrand. Die Miet-Inseln in der Nähe von Norrtälje sind ein Eldorado für Stromempfindliche und TV-Geschädigte (http://stugknuten.com). Wer es zentraler mag, schläft im Hotelboot Röda Baten Mälaren (Södermälarstrand Kajplats 6 | Stockholm | www.theredboat.com).

Very Vintage

Fashionistas stehen auf Secondhand

Vintage-Boutiquen sind angesagt wie noch nie. Trendige Teile gibt's zum Beispiel im Stockholm Stadsmission Second Hand (Stortorget 5 | www.stadsmissionen.se). Eine Zeitreise durch die Epochen und dazu eine coole One-Woman-Show erlebt man im Lisa Larson Secondhand (Bondegatan 48). Mode und Wohnaccessoires aus den 50er- bis 70er-Jahren gibt's im Charlston Second Hand (Haga Nygata 10d | www.charlston.se). Grandpa (Södermanagatan 21 | www.grandpa.se) verkauft auf zwei Etagen Klamotten schwedischer Designer aus zweiter Hand, Bilder, Dekokram und coole Retro-Möbel. In denen kann man problemlos stundenlang Probe sitzen und die Fische im Aquarium beobachten. There's no place like Grandpa!

Open Air

Beheizte Außenbereiche beim Clubbing

In der Szene-Metropole Stockholm heißt der Nightlife-Trend der Stunde Outdoor-Clubbing. In den Open-Air-Areas der In-Clubs drängen sich die Trendsetter unter Heizpilzen, in Hollywoodschaukeln und auf Teppichen. In den meisten Locations sind die Außenbereiche sogar so gut beheizt, dass sie ganzjährig geöffnet sind. Die beste Adresse für einen Sundowner ist der Outdoor-Hotspot Josefina (Galärvarvsvägen 10 | www.josefina.nu). Danach geht es mit viel frischer Luft weiter im Utecompagniet, das zum In-Club Sturecompagniet gehört (Stureplan | www.sturecompagniet.se). Humlegården liegt im gleichnamigen Park und ist die Outdoor-Location der Spy Bar, (Sturegatan | www.spybar.se). Zu schick? Heißer Tipp inklusive Riesenaußenbereich: Der Indie-Club Debaser, wo im schrammeligen Retro-Ambiente die Hippster Södermalms abhängen, Kicker spielen und zu Bands wie Architecture in Helsinki oder Surgarplum Fairy tanzen (Karl Johans Torg 1 | www.debaser.nu).

Neue Konzepte aus Sofo

Angesagt: Coole Shop-Konzepte

Immer mehr Concept-Stores eröffnen im Viertel SoFo (www.sofo.se). Die Abkürzung steht für South of Folkungatans. DJ-Sounds hören, chillen in der dazugehörigen Lounge und sich zwischendurch etwas Inspiration von den Kunstwerken an der Wand holen - Shopping mit Konzept eben. Die stylishsten Jeans ganz Schwedens gibt es im Weekday (Götgatan 21 | www.weekday.se). Kultlabel wie Acne oder Whyred teilen sich hier die Regale. Das Besondere: Dieser Store wurde vom Cheap Monday-Designer Örjan Andersson gegründet, der immer mal wieder direkt im Laden seine T-Shirts und Jeans per Hand bemalt. Wer das Hippste vom Hippen sucht, wird im Tjallamalla fündig. Die Designer, die die Kleider für Tjallamalla machen, sind - ähnlich wie die Kundschaft - größtenteils schwedisch, weiblich und alles andere als langweilig. Wer das perfekte Outfit gefunden hat, kann sich beim Store-Hairstylisten gleich noch die passende Frisur verpassen lassen (Bondegatan 46 | www.tjallamalla.com).

Trendy Haga

Göteborgs Viertel Haga ist im Kommen

Früher war Haga ein Arbeiterviertel, heute entwickelt es sich zunehmend zum Treffpunkt für ein trendiges und unkonventionelles Publikum. Der Mix aus Shops, Cafés und Restaurants überzeugt. Man lässt sich treiben, zum Beispiel vorbei am Bebop, einem Laden mit schwedischem Design aus den Jahren 1930-70 (Kaponjärgatan 4c | www.bebop.se), über die Nöller Espressobar (Haga Nygata 28 | www.noller.se) bis zum Drömmas. Der angesagte Store verspricht pures Glück für alle Shopaholics (Östra Skansgatan 3c | www.dromma.se).

Drive-In-Bingo

Die Westküste entdeckt ein Spiel

Auto-Bingo! Klingt schräg? Ist es auch, obwohl das Prinzip simpel ist. Man nehme einen großen Parkplatz, stelle zwei Wohnwagen darauf und rüste jedes Auto mit Autokinozubehör aus. Schon kann es losgehen. In einem der Wohnwagen sitzen Nummern-Girls und verlesen die gezogenen Zahlen, der andere wird zur Bar umfunktioniert. Die Plätze werden mittlerweile rar, denn immer mehr Schweden wollen als Erster „Bingo“ aus dem Autofenster rufen (Munkedal | Mai - Sept., jeden Di., 18.30 Uhr | www.munkedal.se).

Cool Cuisine

Von wegen Knäckebrot und Köttbullar

Schwedens junge Chefs sind kreativ wie nie! Vor allem Göteborg sorgt mit seiner innovativen Gastro-Szene in ganz Europa für Furore. Lust auf experimentelle Schweden-Kost? Die besten Adressen in Göteborg sind die Restaurants Hos Pelle (Djupedalsgatan 2 | www.hospelle.com) und Wasa Allé (Vasagatan 24 | www.wasaalle.se). In Viken bringt Jungkoch und Shootingstar Niklas Ekstedt Kreationen auf den Teller, die locker als moderne Kunst durchgehen könnten. Teaser gefällig? Wachtelbrüstchen in Aprikosenpüree, dazu Rosmarin-Curry und ein Chutney aus grünen Tomaten (Hamnplan | www.niklas.se). Das angesagte Stockholmer F12 überzeugt nicht nur mit avantgardistischer Küche, sondern auch mit einer coolen Sommer-Terrasse (Fredsgatan 12 | www.f12.se).