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Esslingen

Die frühere freie Reichsstadt Esslingen liegt etwa 15 km vom Stuttgarter Stadtzentrum entfernt und ist mit der S-Bahn, dem Zug Richtung Plochingen oder dem Auto (B 10, Abfahrt Vogelsangbrücke) zu erreichen.

Ein Besuch in Esslingen ist fast wie ein Schritt zurück ins blühende Mittelalter: In der 90000-Ew.-Stadt gibt es einen intakten mittelalterlichen Kern mit imposanten Kirchen und Pfleghöfen auswärtiger Klöster, die hier Weingüter besaßen, mit Stadttürmen und der ältesten Fachwerkhäuserzeile Deutschlands. Die Burg, die stolz über dem Marktplatz liegt, ist genau genommen gar keine, sondern ein Teil der Stadtbefestigung.

Einen Spaziergang durch mehr als 1200 Jahre Stadtgeschichte beginnen Sie am besten am Schelztor auf der Bahnhofstraße, einem der noch verbliebenen Tore der 1286 errichteten Stadtmauer. Von hier haben Sie einen sehr schönen Blick auf die Burg. Über den Wehrneckarkanal hinweg und in die Abt-Fulrad-Straße, benannt nach dem vermeintlichen Gründer Esslingens, erreichen Sie die Stadtkirche St. Dionys aus dem 14. Jh. mit den farbenprächtigen Glasfenstern im Chor (um 1300) und spätromanischen Pfeilern. In den Katakomben sind Ausgrabungsstücke aus dem frühen Mittelalter und Reste der Kirche aus dem Jahr 777 zu sehen (Führungen Do und So 15 Uhr | www.museen-esslingen.de).

Im Speyrer Zehnthof hinter der Kirche sprudelt es seit 1826 in der ältesten deutschen Sektkellerei Kessler (Führungen für Gruppen ab 15 Personen: Mo-Fr 10 und 14, Sa 10 Uhr | Tel. 3105930 | www.kessler-sektkellerei.de). Am Ende der Häuserzeile am Marktplatz liegt das romanische Münster St. Paul, 1268 als Kirche des Dominikanerklosters eingeweiht und somit älteste erhaltene Bettelordenskirche Deutschlands. Am rechten hinteren Ende des Marktplatzes steht das Neue Rathaus, ein früheres barockes Stadtpalais. Weiter geht es unter der Augustinerstraße hindurch, auf die steile Burgsteige, die durch die Weinberge in den inneren Burghof führt. Lohn für den kleinen Aufstieg: der prächtige Ausblick auf die verschachtelte Stadt, das Neckartal, die Fildern bis zur Schwäbischen Alb. Im Burghof findet im Sommer Openairkino (www.koki-es.de) statt.

Wieder am Fuß des Burghügels angekommen, überqueren Sie am besten den Rathausplatz, um zum Alten Rathaus zu kommen. Ende des 16. Jhs. wurde der Giebel auf der Nordseite des Hauses im Stil der Renaissance umgestaltet und mit einem Glockentürmchen (Glockenspiel tgl. 8, 12, 15, 18 und 19.30 Uhr) und einer astronomischen Uhr versehen. Die Fischbrunnenstraße hinab und links durch die Hirschstraße kommen Sie zum Hafenmarkt (1331), der ältesten Fachwerkhäuserzeile Deutschlands. Hier steht auch das Gelbe Haus aus dem 13. Jh. mit dem Stadtmuseum (Di-Sa 14-18, So 11-18 Uhr | Eintritt 2 Euro | www.museen-esslingen.de), in dem Sie sich über Esslingen vom Mittelalter bis zum 20. Jh. informieren können. Vom Museum sind es wenige Schritte durch die Milchstraße, am Postmichelbrunnen vorbei und in die Archivstraße, bis Sie wieder vor der Stadtkirche stehen. Mittwochs und samstags ist hier Markt.

Regelmäßige Stadtführungen werden ebenso angeboten wie Sonderführungen zu bestimmten Themen. Treffpunkt ist der Brunnen vor dem Alten Rathaus (Dauer ca. 90 Min., Infos: Esslinger Stadtmarketing | Marktplatz 2 | Mo-Fr 10-18, Sa 10-16 Uhr | Tel. 39693969 | http://tourist.esslingen.de).

Ludwigsburg

Für ein paar Stunden können Sie in der „Stadt der Schlösser und Gärten“ auf den Spuren der württembergischen Könige wandeln. Ludwigsburg ist mit den S-Bahn-Linien S 4 und S 5 oder mit dem Auto (über die B27) leicht zu erreichen.

Die Stadt war über Jahrhunderte Konkurrent Stuttgarts im Rennen um Macht und Ansehen. Klare Linien und große Plätze bestimmen das Bild der früheren Residenz- und Garnisonsstadt. Nach wie vor ist der barocke Aufbau deutlich. Der rechteckige Marktplatz, der „stolzeste Platz Württembergs“ (Theodor Heuss), mit niedrigen Häusern und Laubengängen wird dominiert von der evangelischen barocken Stadtkirche mit ihren beiden Türmen (1718-1726) und der eintürmigen katholischen Dreieinigkeitskirche (1724-1727).

Höhepunkt eines Bummels ist die Gartenschau Blühendes Barock (tgl. 7.30-20.30 Uhr | Eintritt 7,50 Euro mit Märchengarten | www.blueba.de) mit dem mächtigen Ludwigsburger Residenzschloss (1704 bis 1733 unter Herzog Eberhard Ludwig erbaut), der größten erhaltenen barocken Schlossanlage in Deutschland. Insgesamt umfasst das „schwäbische Versailles“ 18 Gebäude mit 452 Räumen. Sie können während einer Besichtigung in Filzpantoffeln Spiegelkabinett, Schlosstheater und Schlosskirche besichtigen (Führungen: Mitte März-Anfang Nov. durchgehend 10-17 Uhr, Anfang Nov.-Mitte März Mo-Fr 10.30, 11.45, 13.30, 15, 16, Sa/So 10.30, 11.30. 12, 13-16 Uhr alle halbe Stunde | Eintritt 6 Euro | www.ludwigsburg.de).

Zwei weitere standesgemäße Domizile der absolutistischen Herrscherfamilie ließen die württembergischen Herzöge bauen: das kleinere Jagd- und Lustschloss Favorite und das romantische Seeschloss Monrepos. Das Favorite liegt in der Nähe der Innenstadt inmitten des Favoriteparks. Ein direkter, 3 km langer Spazierweg verbindet es mit Schloss Monrepos. Einen Besuch wert ist auch die Porzellanmanufaktur im Residenzschloss, in der noch Figuren, Speiseservice und Vasen nach Modellen aus dem 18. Jh. gebrannt und handbemalt werden (Mo-Fr 9.30-17.30, Sa 10-13 Uhr | Ausstellungsraum im östlichen Flügel des Schlosses | www.porzellan-manufaktur-ludwigsburg.de).

Erscheint das herrschaftliche Ludwigsburg in vollem Glanz, so ist an den Resten historischer bürgerlicher Gebäude, zum Beispiel jenseits des Residenzschlosses an der Stuttgarter Straße, noch viel zu restaurieren. Schlendern Sie durch den Kaffeeberg zum Holzmarkt, dessen Obelisk an berühmte Ludwigsburger Poeten erinnert. Die Untere Marktstraße führt zurück auf den Marktplatz, der im Barockstil in den Jahren nach 1709 entstand. Hier findet sich auch die Tourist Information (Mo-Fr 9-17, Sa 9-14 Uhr | Marktplatz 6 | Tel. 07141/9102252 | www.ludwigsburg.de).

Von Juni bis September sind bei den Schlossfestspielen internationale Stars zu Gast (Kartentel. 07141/917100 | www.schlossfestspiele.de) Einer der Höhepunkte der Saison im Blühenden Barock ist im Spätsommer der Lichterzauber mit Feuerwerk.