Reisetipps St. Petersburg

Highlights St. Petersburg

Region: Rund um die Admiralität

Dekabristenplatz/Ploschtschad Dekabristow

Der Alexandergarten geht in den grünen Dekabristenplatz über, dessen Mittelpunkt das bekannteste Wahrzeichen Petersburgs bildet: der Eherne Reiter. Das Denkmal für Peter den Großen zeigt den Stadtgründer als dynamischen Visionär, der auf seinem sich aufbäumenden Pferd zum großen Sprung nach vorn ansetzt. Das Werk des Franzosen Etienne Falconet wäre nur halb so attraktiv, stünde es nicht auf dem wie eine mächtige Woge geformten Sockel: Ursprünglich war dies ein 1600 t schwerer Felsblock, der 12 km entfernt lag. Zu seinem Transport baute man eigens einen Katamaran aus zwei Segelschiffen. Den Namen „Eherner Reiter“ erhielt das Denkmal 1833 durch ein Poem Puschkins, in dem Ross und Reiter lebendig werden. Auf Russisch heißt er übrigens „Kupferner Reiter“ - dabei ist die Statue in Wirklichkeit aus Bronze. Den Platz flankieren die durch einen Torbogen verbundenen Gebäude von Senat und Synod, 1829-34 errichtet von Carlo Rossi. Sie beherbergten die obersten Instanzen von Staat und russisch-orthodoxer Kirche. Nach einem Umbau soll hier das russische Verfassungsgericht einziehen. Trolleybus: 5, 22, Bus: 3, 10, 22, 27

Eremitage/Gosudarstvenny Ermitash

Für Kunstfreunde ist die Eremitage schon Grund allein, nach Petersburg zu kommen, denn dieses überwältigende Museum steht zu Recht auf einer Stufe mit Louvre, Prado oder dem „Met“ in New York. Vor allem westeuropäische Gemälde von Weltrang, von da Vinci bis Picasso, hängen hier dicht an dicht. Doch ist die Eremitage weit mehr als nur ein mit Kulturschätzen üppig bestücktes Museum: Der Winterpalast und seine Anbauten, die einstige Hauptresidenz der Zarendynastie, stellen selbst das prächtigste unter den gezeigten 60000 Exponaten dar.

Den Grundstock für diese gewaltige Sammlung legte Katharina II., die 1764 beim Berliner Kaufmann Johann Gotzkowski 225 Gemälde erwerben ließ. Im gleichen Jahr begann neben dem Winterpalast der Bau der Kleinen Eremitage. Hier genoss die Zarin ihre Kunstschätze allein oder im intimen Kreis - daher der Name Eremitage. Die Kunstsammlung des Zarenhofes wuchs und damit auch ihr Platzbedarf: Zunächst entstand ab 1770 die Alte Eremitage entlang des Newa-Ufers, dann im rechten Winkel dazu die Raffael-Loggien - und schließlich die Neue Eremitage des Münchner Architekten Leo von Klenze. Deren von zehn Atlanten getragener Paradeeingang hatte seinen Sinn: 1852 machte der Hof seine Sammlungen teilweise der Öffentlichkeit zugänglich.

Der während der Oktoberrevolution 1917 erstürmte Winterpalast wurde danach in das verstaatlichte Museum integriert. Nun gelangten viele beschlagnahmte Kunstschätze von Adel und Kirche in die Eremitage. Den Zweiten Weltkrieg überstand die teils in den Ural ausgelagerte Kollektion - anders als die Gebäude - relativ unbeschadet.

Besucher betreten vom Schlossplatz durch ein prächtiges Tor zunächst den weiten Innenhof des Winterpalastes. Dieses barocke Schloss mit über 1000 Räumen wurde 1754-62 von Francesco Rastrelli „zum Ruhme Russlands“ errichtet. Ein Großbrand 1837 zerstörte allerdings das gesamte Innenleben des Palastes, das später von Baumeistern wiederhergestellt wurde.

Nach der Kassenhalle schreiten Sie über die pompöse Jordan-Treppe ins erste Obergeschoss hinauf, wo sich die Wege verzweigen: Geradeaus geht es in die großen Säle auf der Newa-Seite, wo Sonderausstellungen stattfinden. Nach links gelangt man in einige der reichsten Räume des Palastes: in den Peter-Saal, den von vergoldeten Säulen flankierten festlichen Wappensaal, dann in die imposante Militärgalerie von 1812, schließlich in den Georgssaal mit dem Zarenthron.

Wer sich nach der Jordan-Treppe zweimal nach links wendet, findet die spektakuläre Kollektion französischer Impressionisten aus Beutekunst-Beständen, die die Eremitage erstmals 1995 zeigte. Unvergessen bleibt auch der dann folgende, im maurischen Stil errichtete Pavillonsaal in der Kleinen Eremitage.

An einer großen grünen Malachitvase angekommen, sollten Sie sich entscheiden, was Sie weiter ansehen möchten: Geradeaus weiter folgt in der Alten Eremitage die italienische Abteilung mit zwei Da-Vinci-Madonnen und den Raffael-Loggien. Nach rechts führt der Weg zur holländischen und flämischen Malerei. Wer an der Vase jedoch treppab geht, gelangt in die weitläufige Antikenabteilung in der Neuen Eremitage.

Oder Sie gehen zurück in den Winterpalast: Auf dem gleichen Stockwerk befinden sich prachtvoll ausgestattete Gemächer der Zaren. Das Erdgeschoss birgt die prähistorischen Schätze sowie die Schatzkammer. Besonders beeindruckt hier das 2500 Jahre alte „Gold der Skythen“: Das Reitervolk aus dem Süden Russlands hinterließ fantastische Goldarbeiten, vor allem mit kunstvollen Tiermotiven (nur mit Führung, 300 Rbl). In den eher schmucklosen Räumen des zweiten Obergeschosses stößt man auf die weitläufige orientalische Sammlung sowie die hauseigenen „Franzosen“ des 19. und 20. Jhs. Eher bescheiden entwickelt ist die Museumsgastronomie: Am Fuße der Jordan-Treppe gibt es eine Cafeteria und ein Internetcafé. Di-Sa 10.30-18, So 10.30-17 Uhr | Schlossplatz 2 | 350 Rbl (Eintritt frei für Studenten - auch ausländische - bei Vorlage eines Studentenausweises sowie am ersten Do im Monat für alle Besucher) | Führungen: Tel. 5718446 | www.hermitage.ru | Trolleybus: 1, 7, 10, Bus: 7

Isaakskathedrale/Issakijewski Sobor

Diese Kathedrale bei einem Petersburg-Besuch zu übersehen, ist unmöglich. Mit 101 m Höhe überragt sie das Stadtzentrum - die goldene Kirchenkuppel ist die viertgrößte der Welt. Die Petersburger nennen gerne weitere Superlative des Sakralbaus: 12000 Menschen haben darin Platz, sein Gewicht von 300000 t ruht auf 24000 in den Boden gerammten Pfählen. Die Wände sind bis zu 5 m dick. Zur Vergoldung wurden 400 kg Gold verbraucht. Zur überaus üppigen Ausgestaltung des Innenraums dienten 43 verschiedene Mineralien. Sie wurden alle auch in einer ausgestellten Büste des Architekten Auguste de Montferrand verwendet, der einen Monat nach der Fertigstellung 1858 gestorben war.

Die außen mit ihren 112 Monolithsäulen aus karelischem Granit streng und massiv wirkende Kirche ist im Innern hell und feierlich. Zentrales Element ist der Ikonostas aus weißem Marmor, der von Säulen aus Malachit und Lazurit flankiert wird. 300 Skulpturen und 150 Gemälde machen die Kathedrale in der Tat zu dem, was sie heute auch offiziell ist: ein Museum, in dem nur an hohen Feiertagen Gottesdienste abgehalten werden.

Selbst wer Zeit und Kosten für die Innenbesichtigung sparen möchte, sollte den Aufstieg auf die Kolonnade nicht versäumen: Aus 43 m Höhe bietet sich ein wunderbarer Rundumblick. Direkt zu Füßen liegt dann der Isaaksplatz: In dessen Zentrum steht seit 1859 das von Montferrand konzipierte Reiterdenkmal für Zar Nikolaus I. Es gelang ihm, die von Peter Klodt geschaffene, 6 m hohe Skulptur so auszubalancieren, dass sie nur auf den Hinterbeinen des Pferdes steht. Jenseits der Blauen Brücke über die Moika erhebt sich der Mariinski-Palast (1839-44). Er ist heute Sitz des Stadtparlaments. Tgl. 11-19 Uhr | 300 Rbl | Aufstieg auf die Kolonnade 11-18 Uhr 150 Rbl, 18-23 Uhr 300 Rbl | Isaaksplatz | www.cathedral.ru | Trolleybus: 5, 22, Bus: 3, 10, 22, 27

Region: Rund ums Gostiny Dwor

Christi-Auferstehungskirche/Spas-na-Krowi

Diese bunte Zwiebelturmkirche fällt im Petersburger Stadtbild aus dem Rahmen: Sie wurde erst 1887-1907 im neo-altrussischen Stil errichtet. Anlass für den Bau war das Anarchistenattentat auf Zar Alexander II., der hier 1881 durch eine Bombe tödlich verletzt wurde. Daher kommt auch der Beiname der Kirche: „Erlöser auf dem Blut“. Im Innern wurde ein Baldachin über jener Stelle des Straßenpflasters errichtet, wo der Zar tödlich verwundet wurde - und die Farborgie der Emaillekuppeln findet hier ihre Fortsetzung: Die Wände dieser riesigen Schmuckschatulle sind komplett mit Mosaiken ausgekleidet - insgesamt 7000 m²! Do-Di 11-19 Uhr | Nab. kan. Gribojedowa 2 | 300 Rbl | www.cathedral.ru | Metro: Gostiny Dwor, Newski Prospekt

Newski Prospekt

Der 4,5 km lange Newski Prospekt bildet auf seiner ganzen Länge das pulsierende Zentrum Petersburgs - wobei der breitere Mittelabschnitt zwischen Moika und Fontanka der prächtigste und lebhafteste ist. Hier stehen Kaufhäuser und Ladenpassagen. Obwohl der starke Autoverkehr die Lebensqualität inzwischen spürbar mindert, bedeutet eine Adresse am Newski enormes Prestige. Besonders intensiv ballen sich hier teure Hotels, Restaurants und Kinos. Das nachts üppig illuminierte Straßenbild ist makellos.

Drei Metrostationen machen den Newski für Fußgänger bestens erreichbar. Wer beim Bummel über den langen Boulevard dennoch müde wird, kann in den nächsten Bus steigen: Zwischen Admiralität und Moskauer Bahnhof fahren alle Linien (außer der 17) immer nur geradeaus.

Angelegt wurde der Newski ab 1711 als Verbindung der Admiralität einerseits und des Alexander-Newski-Klosters andererseits mit der Fernstraße von Nowgorod zur Newa, die entlang des heutigen Ligowski Prospektes verlief. Die Idee, eine durchgehende Blickachse in den Sumpfwald zu schlagen, scheiterte allerdings an Kursabweichungen. So kam es zu dem Knick hinter dem Moskauer Bahnhof.

Region: Petrograder Seite

Peter-Paul-Festung/Petropawlowskaja Krepost

Die Festung auf der Haseninsel ist der Kern, aus dem sich St. Petersburg entwickelte. Zunächst wurden auf dem nur 750 m langen Eiland Erdwälle aufgeworfen und Holzpalisaden errichtet. Es entstanden sechs Bastionen, die nach ihren „Bauleitern“ benannt wurden - einer davon war der Zar selbst. 1706 übernahm der Tessiner Baumeister Domenico Trezzini dann die Aufgabe, die Wälle durch mächtige Ziegelmauern zu ersetzen, was bis 1740 dauerte. Dabei entstanden in West und Ost noch die zwei Ravelin genannten Vorwerke. Später verkleidete man die der Stadt zugewandte Seite mit Granit. Gedacht war die Zitadelle zum Schutz der Newa-Mündung vor den Schweden - doch musste sie sich nie eines Angriffs erwehren. Deshalb diente sie bald mehr als Gefängnis und als Familienfriedhof der Romanow-Dynastie. Heute ist die Festung ein ruhiger Museumskomplex - und faktisch die größte Fußgängerzone der Stadt.

Das wichtigste Bauwerk ist die Peter-Paul-Kathedrale. Eine erste hölzerne Kirche wurde schon 1703 inmitten der Wälle errichtet. 1712 begann Domenico Trezzini mit dem Bau eines Gotteshauses, das als weithin sichtbares Symbol für Russlands aufstrebende Macht dienen sollte: Sein Barockstil war für das Land völlig neu und westlich-modern - und die 122,5 m hohe Turmnadel beeindruckte die Zeitgenossen. Auf ihrer Spitze balanciert eine Engelsfigur. Im Turm ist ein großes Glockenspiel eingebaut. Im Sommer kann es bei Führungen (12, 14, 16 Uhr) besichtigt werden.

Die Kathedrale wurde zur neuen Grablege der Zarenfamilie bestimmt: Im von einer prächtigen vergoldeten Ikonostase beherrschten Kirchensaal sind fast alle russischen Monarchen bestattet. Die Gräber der beiden „großen“ Zaren, Peter I. und Katharina II., befinden sich rechts vorne. Was wie Sarkophage aussieht, sind nur Grabaufsätze aus Carraramarmor: Die Särge befinden sich in Grüften 2,5 m tiefer. Um 1900 baute man eine Grabkapelle für Großfürsten an. Die 1918 in Jekaterinburg erschossene Familie des letzten Zaren Nikolaus II. wurde genau 80 Jahre später in einer Seitenkapelle rechts vom Eingang beigesetzt. Frische Blumen zeigen, wie populär manche Zaren noch heute sind.

Alle anderen Sehenswürdigkeiten erschließt ein Rundgang: Wer von der Metrostation Gorkowskaja kommt, erreicht die Festungsinsel über die Johannesbrücke. Das erste Tor führt in einen Vorhof. Links befindet sich ein neues Informations- und Kassencenter. Die eigentliche Festung betritt man dann durch das Peter-Tor. Es wurde 1718 von Domenico Trezzini errichtet. Das Relief über dem mächtigen Zarenadler zeigt den „Sturz des Simon durch den Apostel Petrus“ - wobei dieser die Gesichtszüge seines Namensvetters, des Zaren, trägt.

Links vom Peter-Tor befindet sich der Eingang zu einem 97 m langen Gang in der Festungsmauer, der Poterna. Er führt zu einer Kasematte tief in der Herrscherbastion. Diese ungewöhnlichen Räume werden für Ausstellungen und Kunstaktionen benutzt. Auf der Innenseite der Herrscherbastion ist der Aufgang zu einem 300 m langen Aussichtssteg auf der Krone der Festungsmauer. Von dort bietet sich ein wunderbarer Blick auf die Newa und das historische Stadtzentrum. Am Ende dieses Weges sehen Sie auf der von einem Flaggenturm gekrönten Naryschkin-Bastion Kanonen. Hier wird aus alter Tradition jeden Tag Punkt 12 Uhr ein weithin hörbarer Signalschuss abgefeuert. Nun lohnt es sich, zum Newa-Tor zurückzugehen. Tritt man durch das Tor auf den Schiffsanleger hinaus, so stehen links bei sonnigem Wetter (auch im Winter!) Sonnenanbeter an der warmen Festungsmauer.

Das Museum des alten Petersburg im Ingenieurshaus ist wenig sehenswert. Ganz anders das Kommandantenhaus: Es beherbergt das Museum Die Geschichte Petersburgs-Petrograds 1703-1918. Je weiter man durch die Zeit und die 28 Säle des Museums vordringt, umso schöner wird die Präsentation der Exponate: Jeder Raum behandelt ein Thema - sei es Armee, Schifffahrt, Industrialisierung, die Geschäfte am Newski Prospekt oder schließlich Küche und Badezimmer zu Anfang des 20. Jhs. Vor allem für Kinder entwickelt sich dieses Museum wegen seiner interaktiven Angebote zu einer wahren Entdeckungsreise.

Zwischen den beiden Häusern steht das 1991 errichtete Denkmal des Bildhauers Michail Schemjakin für Peter I. Es ist ganz anders als die sonstigen heroischen Zaren-monumente und deshalb bis heute umstritten: Der Leib ist riesig, der Kopf klein und kahl, die Finger lang - was alles als Allegorie auf den russischen Staat gedeutet werden kann.

Bevor Sie die Haseninsel über die Kronwerk-Brücke verlassen, lohnt sich ein Gang auf die westliche Inselspitze - wegen eines wunderbaren Blicks auf Strelka, Winterpalast und Isaakskathedrale. Insel und Festung: tgl. 6-22 Uhr frei zugänglich; Kathedrale und alle Museen: Do-Mo 10-18, Di 10-17 Uhr (Kathedrale Mai-Sept. tgl. 10-19 Uhr); Aussichtssteg tgl. 10-22, Okt.-April 10-20 Uhr | Kathedrale 150 Rbl, alle anderen Punkte 60 Rbl, Kombi-Eintrittskarte 250 Rbl (10 Tage gültig) | Metro: Gorkowskaja

Region: Wassili-Insel

Strelka

Der Name Strelka (russ.: Pfeil) steht nicht unbedingt im Stadtplan. Offiziell heißt das Areal an der Inselspitze der Wassili-Insel Börsenplatz. An dieser Newa-Gabelung befand sich von etwa 1730 bis 1880 der Petersburger Hafen mit Kais, Zoll, Packhäusern und einem großen Markt für die Importgüter. Handel und Schifffahrt wurden auch bei der architektonischen Gestaltung zu den beherrschenden Elementen: 1810 wurden von Thomas de Thomon die beiden rostroten Rostrasäulen errichtet. Einerseits trugen sie Leuchtfeuer (heute befinden sich dort Gasfackeln, die nur an Feiertagen entzündet werden), andererseits handelt es sich um maritime Denkmäler: Zu ihren Füßen sitzen allegorische Figuren der Flüsse Wolga, Dnjepr, Newa und Wolchow. Aus den Flanken ragen Schiffsschnäbel (lat.: Rostrum). Zentrum von Thomons Ensemble ist der tempelartige Bau der Börse (1805-10). Seit 1940 befindet sich darin das Museum der Kriegsmarine (Mi-So 11-18 Uhr), das weitgehend der Sowjetflotte gewidmet ist. Der Eintrittspreis auf Eremitage-Niveau rechtfertigt einen Besuch jedoch nur für echte Nautikfans.

Von der Inselspitze aus gesehen, gruppieren sich die goldenen Turmnadeln von Admiralität und Peter-Paul-Kathedrale, die Kuppel der Isaakskathedrale, der Winterpalast und drei Klappbrücken um die weite Wasserfläche der Newa und bilden so ein festlich gerahmtes, einzigartiges Stadtpanorama. Eine 2006 eingerichtete Attraktion sind die Wasserspiele, die diesen klassischen Anblick - je nach Geschmack - verstellen oder schmücken. Die Fontänen sind sommers Mi, Do und So von 12 bis 0.20, Fr/Sa Abend bis 1.20 Uhr in Betrieb - zu gewissen Zeiten auch mit Musik-, Licht- und Laserbegleitung. Pl. Birshewaja | Trolleybus: 7, Bus: 10

Region: Sonst noch sehenswert

Peterhof/Petergof

4,5 Mio. Besucher im Jahr können nicht irren: Das „russische Versailles“ ist ein Touristenmagnet - und an Sommerwochenenden hoffnungslos überfüllt. Mehr noch als der Große Palast - ein 300 m langer Barockbau - ist der edle Park mit seiner Fontänenvielfalt Zeugnis für die Prachtentfaltung der russischen Monarchie.

Peterhof wurde in seinen Grundzügen von Peter I. als Lustschloss und Prunkresidenz erdacht. Kanäle und Teiche im Hinterland und 15 m Höhenunterschied zum unteren Park erlaubten die Anlage von Wasserspielen. 1714-23 entstanden alle wesentlichen Elemente des Schlossareals, wenngleich Peters Tochter Elisabeth um 1750 den Palast von Bartolomeo Rastrelli noch erweitern und umgestalten ließ. Im Obergeschoss können 27 Räume und Säle besichtigt werden, die sich in Reichtum, Originalität und Schönheit gegenseitig zu übertreffen versuchen. Die vorherrschende Farbe ist Gold. Ausreißer aus der barocken Pracht sind zwei chinesisch gestaltete Zimmer sowie das Eichenkabinett von Peter I. Der Besuch der Besonderen Schatzkammer (Osobaja Kladowaja | 400 Rbl) im Westflügel lohnt sich nur für Russischkundige, die an einer Führung teilnehmen können: Die Luxusattribute verschiedener Zaren (von der Pillendose bis zum Thron) sind nämlich nicht beschriftet.

Die größte - und ebenfalls großzügig vergoldete - Sehenswürdigkeit befindet sich vor dem Palast: die Große Kaskade mit 138 Wasserstrahlern. Das Wasser fließt hier in ein großes Becken, das über einen Stichkanal mit der Ostsee verbunden ist. Zentrales Element dieser Komposition aus Wasser, Marmor, Bronze, Gold und Tuffstein ist die 1735 aufgestellte Samson-Fontäne: Der 20 m hohe Wasserstrahl kommt aus dem Maul eines Löwen, den Muskelmann Samson niedergerungen hat - eine Allegorie auf den 1709 bei Poltawa errungenen Sieg über die Schweden.

Der vom Kanal geteilte Untere Park erstreckt sich 2 km entlang der Küste. In jeder Hälfte gibt es eine weitere Kaskade sowie einen kleinen Palast: Im Westteil ist dies das Schlösschen Marli - ausgestattet mit Mobiliar und Kunstobjekten aus der Zeit Peters I. - und der eher strenge Goldene Berg. Interessanter ist jedoch der Ostteil mit der von wasserspeienden Drachen gespeisten Kaskade Schachbrettberg, Springbrunnen und dem Schlösschen Monplaisir (Do-Di 10.30-18 Uhr | Eintritt 300 Rbl). Seinen Kern bildet das einstöckige holländische Häuschen, das sich Peter I. direkt am Meer als erstes Gebäude Peterhofs errichten ließ.

Mittelpunkt des streng geometrischen Oberen Parks ist der Neptun-Brunnen. Er sollte eigentlich 1688 auf dem Nürnberger Hauptmarkt aufgestellt werden, was aber an mangelndem Geld und Wasserdruck scheiterte. Ein Jahrhundert später kaufte der spätere Zar Paul I. das eingemottete Kunstwerk. In den Nebengebäuden östlich davon gibt es einige interessante Museen: Das Benois-Museum über die gleichnamige Künstler- und Architektenfamilie, das Spielkartenmuseum und die Ausstellung Kaiserliche Fahrräder - denn auch die Romanows liebten es, von Zeit zu Zeit in die Pedale zu treten. Park tgl. 9-19 Uhr, Fontänen 11-17 Uhr | 300 Rbl (Mai-Sept.) | Großer Palast Di-So 10.30-18 Uhr außer letzter Di im Monat | 500 Rbl | Petrodworez | Sankt-Peterburgski Prospekt 47 | Anfahrt (ca. 30 km): per Tragflügelboot (30 Min.) von der Eremitage direkt zum Park, ca. 350 Rbl, bis zur Bushaltestelle direkt vor dem Palast: von Metro Awtowo Bus 424, von Metro Leninski Prospekt Bus 224

Zarskoje Selo

Im „Zarendorf“ befand sich das - inzwischen rekonstruierte - legendäre Bernsteinzimmer. Doch Puschkin (wie der Residenzvorort seit 1937 heißt) wäre auch ohne dieses Weltwunder den Ausflug vor die südlichen Stadtgrenzen allemal wert:

Herz des Schlossensembles ist der Katharinenpalast, der nach Katharina I., der Ehefrau und Nachfolgerin von Peter dem Großen, benannt ist. Sie ließ hier 1717-24 ein Schloss und einen akkuraten Park anlegen.

Besucher betreten das Obergeschoss über die üppig mit Stuck verzierte Paradetreppe, die so aber erst 1860 angelegt wurde. Der dann folgende Große Saal ist atemberaubend: Fensterreihen öffnen sich auf beide Seiten zum Park, dazwischen reflektieren große Spiegel das Licht - und der verbleibende Platz wurde mit vergoldetem, barockem Schnitzwerk überreich dekoriert. Darüber spannt sich ein 860 m² großes Deckengemälde namens „Russlands Triumph“, das den Saal perspektivisch erhöht. An den Saal schließen sich drei ebenfalls in Gold getauchte Vorzimmer an, deren Interieur erst unlängst rekonstruiert wurde.

In der Gegenrichtung beginnt die Goldene Enfilade: Eine lange Zimmerflucht aus zehn in barocker Üppigkeit ausgestalteten Räumen, die einst als Speisezimmer, Bildergalerie oder Empfangsräume dienten. In ihrer Mitte betritt man als Höhepunkt das Bernsteinzimmer: Drei Wände des 96 m² großen Raumes sind mit 500000 Bernsteinscheibchen passgenau belegt. Aus Bernstein wurden auch Gravuren, Figuren, Bilderrahmen und Ornamente geschaffen - man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll. Handwerklich ist dieses weltweit einmalige Raumdesign zweifellos ein Meisterstück - darüber, ob sein künstlerischer Wert den legendären Ruf rechtfertigt, darf man geteilter Meinung sein. Doch mehr zählt der ideelle Wert: Das farblich zwischen Waldhonig und Rinderfilet changierende Bernsteinpuzzle war schon immer ein Gradmesser in den deutsch-russischen Beziehungen. 1717 schenkte der preußische König Friedrich Wilhelm I. dem Zaren Peter I. als Zeichen der guten Beziehungen ein Bernsteinkabinett. Vier Jahrzehnte später wurden die nur für eine Kammer ausreichenden Wandpaneele ergänzt und damit ein Saal im Katharinenpalast dekoriert. Während der Blockade Leningrads verschleppte die Wehrmacht dann das Meisterwerk nach Königsberg. Als die Sowjetarmee 1945 die Stadt eroberte, verlor sich die Spur des Beuteguts: Vermutlich ist es dort verbrannt. 1979 beschloss die Sowjetregierung, das Bernsteinzimmer zu rekonstruieren.

Doch die aufwendige Rekonstruktion drohte an ihren Kosten zu scheitern, wäre 1999 nicht der deutsche Ruhrgas-Konzern mit 3,5 Mio. Dollar eingesprungen. Schließlich tauchten in Deutschland noch eine Kommode und eines der vier Steinmosaike mit allegorischen Darstellungen der menschlichen Sinne auf. Diese privaten Beutestücke kehrten 2000 zurück - und 2003 wurde das vollendete Bernsteinzimmer wieder feierlich eröffnet.

Links vor dem Palast schuf der Schotte Charles Cameron einen Bäderkomplex im Stil römischer Thermen: In der luftigen Cameron-Galerie kann eine Ausstellung (Do-Di 10-17 Uhr) über Alexander II. besichtigt werden. Die nobelsten Räume, die mit Halbedelsteinen ausgekleideten Achatzimmer, sind jedoch zur Restaurierung auf Jahre geschlossen. Dafür entschädigt ein Spaziergang durch den um einen See angelegten Landschaftspark - er gleicht einer Entdeckungsreise, denn Pavillons, Tore und Brücken warten mit den verschiedensten Stilen auf: Türkisch, chinesisch, gotisch, griechisch - selbst Ruinen wurden der Romantik zuliebe hier eigens errichtet.

Vor allem historisch interessant ist der 1792-96 etwa 400 m nördlich errichtete Alexanderpalast (Mi-Mo 10-17 Uhr außer letzter Mi im Monat | 300 Rbl). 1904-17 lebte hier der letzte Zar Nikolaus II. mit seiner Familie. Von hier aus wurden sie in die Verbannung und dann in den Tod geschickt. Katharinenpark tgl. 6-22, im Winter 9-17 Uhr | 160 Rbl | Katharinenpalast 10-17 Uhr außer Di und letzter Mo im Monat (für Individualbesucher 12-14 und 16-17 Uhr) | 520 Rbl | Stadt Puschkin | Ul. Sadowaja 7 | Anfahrt (ca. 25 km): per Bus K-342 von Metrostation Moskowskaja, per Vorortzug vom Witebsker Bhf. oder Metro Kuptschino bis Detskoje Selo, von dort 2,5 km mit Bus 371, K-517

Region: St. Petersburg

Gostiny Dwor

Petersburgs zentrales Kaufhaus ist historisch bedingt ein ungewöhnlicher Bau: nur zwei Etagen - doch diese haben die Form einer jeweils 1 km langen Aneinanderreihung von Abteilungen im Karree. Eine Logik, welche Waren wo zu finden sind, gibt es nicht. So wandert man an soliden Markenboutiquen und gut sortierten Selbstbedienungs-Abteilungen wie auch altbackenen Verkaufstheken vorbei. Die Linie am Newski hebt sich durch Noblesse und akzeptable Klimatisierung ab: Im Obergeschoss findet sich eine Haute-Couture-Galerie, im Erdgeschoss eine große Souvenirabteilung, wo die Kunden vom übelsten Kitsch verschont bleiben. Newski Prospekt 35 | Metro: Gostiny Dwor, Newski Prospekt

Imperatorski farforowy sawod/Kaiserliche Porzellan-Fabrik

Gedecke der 1744 gegründeten Petersburger Porzellan-Manufaktur waren zur Zarenzeit international begehrt. Von den Sowjets wurde sie in „Lomonossow-Porzellanwerk“ umbenannt - ihr Markenzeichen wurde das blau-goldene Kobaltnetz-Dekor. Nun trägt das Unternehmen wieder seinen historischen Namen - und wird dem alten Anspruch wieder gerecht: Der Firmenshop bietet edelste Service für mehrere Tausend Euro oder filigran bemalte Sammlertässchen für einige Hundert Euro. Daneben gibt es Nippes wie Porzellaneisbären, (gute) Souvenirtassen und Avantgarde-Designs aus den 1920er-Jahren. Wladimirski Prospekt 7 | www.ipm.ru | Metro: Dostojewskaja

Purga

Das schräge Kellerlokal gibt es gleich zweimal - in ein und demselben Haus: In der Purga I (Eingang näher zum Newski) feiert man jeden Tag um Mitternacht Neujahr - und Väterchen Frost rockt dabei richtig ab! In der Purga II (Mi-So ab 20 Uhr) wird hingegen Nacht für Nacht auf Probe geheiratet. Spröde Seelen sind hier wie da falsch! Tgl. 16-6 Uhr | Nab. reki Fontanki 11 | Tel. 5705123 (I), 5712310 (II) | www.purga-club.ru | 100-200 Rbl | Metro: Gostiny Dwor

Philharmonie (Großer Saal)

1450 Klassikhörer sitzen zwischen korinthischen Marmorsäulen und unter riesigen Kronleuchtern. Denn die über gleich zwei Sinfonieorchester verfügende Schostakowitsch-Staatsphilharmonie (Chefdirigent: Juri Temirkanow) befindet sich im ehemaligen Festsaal der Adelsversammlung am Platz der Künste. Achtung: Der Kleine Saal (maly sal) der Philharmonie befindet sich am Newski Prospekt 30! Kasse 11-15, 16-19 Uhr | Ul. Michailowskaja 2 | 1000-1500 Rbl | Tel. 7104290 | www.philharmonia.spb.ru | Metro: Newski Prospekt

Mariinski-Theater

Neben der Eremitage ist das „Marien-Theater“ Petersburgs zweites Kulturaushängeschild mit Weltruhm - und dies nicht erst, seitdem Anna Netrebko hier ihre Starkarriere begonnen hat. Weithin bekannt wurde sein Opern- und Ballettensemble schon unter dem Namen „Kirow-Theater“, den es in der Sowjetzeit trug. Doch in den letzten 20 Jahren erlebte der knapp 150 Jahre alte Prachtbau (der Saal mit fünf goldglänzenden Rängen bietet 1625 Plätze!) am Theaterplatz unter dem heutigen Intendanten Waleri Gergijew einen enormen Höhenflug. Russische Klassiker wie das Ballett „Schwanensee“ oder Opern nach einheimischen Märchenmotiven sind zwar nach wie vor auch im Programm. Aber es werden auch viel beachtete neue Inszenierungen auf die Bühne gebracht - wobei kein Personal- und Dekoaufwand gescheut wird. Gesungen wird meistens in der Originalsprache.

Das Mariinski unterhält neben der Kasse im Haus noch eine weitaus günstiger gelegene Verkaufsstelle im Gostiny Dwor, auf halber Höhe an der Außentreppe Ecke Newski Prospekt/Ul. Dumskaja. Tgl. 11-14.30 und 16-21 Uhr | Pl. Teatralnaja 1 | 600-4500 Rbl | Tel. 3264141 | www.mariinsky.ru | Bus: 3, 22, 27

Grand Hotel Europe

Das Flaggschiff der Petersburger Hotellerie. Das 130 Jahre alte Traditionshaus wurde sorgfältig modernisiert und verwöhnt mit allem Komfort, wahrte aber sein historisches Ambiente. Vier noble Restaurants und die elegante Lobbybar stehen auch Nichtgästen zur Verfügung. Besonderes Flair haben die Terrassenzimmer im obersten Stock mit phantastischem Blick über den Platz der Künste. DZ ab 500 Euro zu den Weißen Nächten! 301 Zi. | Ul. Michailowskaja 1-7/Ecke Newski Prospekt | Tel. 3296000 | Fax 3296001 | www.grandhoteleurope.com | Metro: Newski Prospekt