Reisetipps Sri Lanka

Ausflüge & Touren Sri Lanka

Tempeltour um Kandy

Kultur, Geschichte und Romantik prägen diesen Ausflug ins Umland der heiligen Stadt. Er führt zu drei besonders verehrten und schön gelegenen Tempeln und zu einem Friedhof, der an eine traurige Periode der Inselgeschichte erinnert. Für den Ausflug sollten Sie mindestens sechs Stunden einplanen. Die Tempel kosten jeweils 100 Rps. Eintritt.

Ausgangspunkt dieser Tour ist der Commonwealth War Cemetery an der Deveni Rajasinghe Mawatha im Ortsteil Dodanwala. Man erreicht ihn mit dem Auto auf dem Weg in den Universitäts-Vorort Peredeniya und dann am Maheweli entlang in Richtung Aniwatta/Katugastota. Hier ruhen alle Soldaten der britischen und alliierten Truppen, die 1942 im Abwehrkampf gegen die Japaner gefallen sind. Die Toten liegen in Reihengräbern, nach ihren Religionen getrennt.

Der erste der drei Tempel, die im Fokus dieser Tagestour stehen, ist Embekke. Der Weg zu diesem Heiligtum, in dem sich Hinduismus und Buddhismus begegnen, führt von Peredeniya etwa 7 km auf einer guten, kurvenreichen Straße an Reisfeldern vorbei nach Süden. Der buddhistische Tempel ist auch dem Hindukriegsgott Skanda gewidmet, der auf Sri Lanka meistens Kataragama genannt wird. In der Hindumythologie ist Skanda ein Sohn Shivas und ein Bruder des elefantenköpfigen Ganesha.

Nur 2 km nördlich von Embekke thront auf einem Felsen der Tempel von Lankatilaka. Seine Ursprünge reichen bis ins 14. Jh. zurück. Die schönen Decken- und Wandmalereien im Innern sind etwa 350 Jahre alt.

Weitere 3 km nach Norden, ebenfalls auf einer Anhöhe gelegen, befindet sich schließlich der Tempel von Gadaladeniya, mit einem herrlichen Blick auf die Hügel der Umgebung. Indische Architekturelemente wurden auch hier, schon beim Bau um die Mitte des 14. Jhs., verwendet, beispielsweise Fresken von Elefanten und Zwergen (ganas). Von dem Gadaladeniya-Tempel können Sie zur 2 km entfernten Nationalstraße 1 und via Peradeniya zurück nach Kandy fahren.

Bahnfahrt durchs Bergland

Langsam zuckelt die Bahn durch Teegärten und Bananenplantagen, über Viadukte und durch Tunnel, vorbei an grandiosen Schluchten und mit unvergesslichen Aussichten auf ein wildes Bergland. Die Eisenbahnstrecke von Colombo ins Bergland zählt zu den schönsten Asiens. Von der Hauptstadt bis zum Endbahnhof in Badulla benötigt der Zug insgesamt etwa zehn Stunden.

Bahnhof Colombo-Fort, am frühen Morgen: großes Gedränge überall. Aus den Pendlerzügen strömen Tausende auf dem Weg zu ihrer Arbeit, vor den Zügen bilden sich Trauben von drängelnden Passagieren. Kurz vor 6 Uhr startet der „Podi Menike“ zu seiner Ganztagsfahrt ins Bergland. Am Zugende ist der „Observation Saloon“ mit einer großen Glasfront angehängt.

Erster Stopp ist Gampaha, ein Ort, der außer einem hübschen botanischen Garten vor seinen Toren, Henaratgoda, wenig zu bieten hat. Die Landschaft wird nun hügeliger, tropischer, üppiger: Reisfelder gehen in Reisterrassen über, Reste von Dschungel auf beiden Seiten der Gleise.

Der Pass von Ihalakotte, etwa auf der Hälfte der 121 km langen Strecke von der Hauptstadt in die ehemalige Königsstadt, verlangt den beiden Dieselloks, die den Express mit seinen acht Waggons ziehen, einiges ab. Aber die Passagiere können in aller Ruhe die traumhaft schöne Landschaft genießen. Zwei, drei Tunnel, dann wächst linker Hand der Bible Rock (Bibelfelsen) aus dem dicht bewaldeten Hügelland, eine Art Tafelberg, der wie ein aufgeschlagenes, dickes Buch aussieht.

Ein kurzes Stück führt das Gleis jetzt hart neben einem Abgrund entlang. Schon bald rollt der Zug in den Bahnhof Peradeniya Junction ein. Von diesem Knotenpunkt sind es nur wenige Kilometer nach Kandy. Doch die Fahrt geht weiter: über Gampola, Hatton, Nanu Oya (dies ist der Bahnhof von Nuwara Eliya, der aber 10 km außerhalb der Stadt liegt), Bandarawela und Ella bis nach Badulla. Diese Strecke gilt unter Eisenbahnliebhabern als eine der schönsten Asiens, wenn nicht gar weltweit. Wer hier mit offenen Sinnen unterwegs ist, wird viele interessante Kleinigkeiten neben großartigen Landschaften von atemberaubender Dramatik entdecken (zum Beispiel in Gampola, wo ein Wasserstandsanzeiger verdeutlicht, wie hoch die Fluten des Mahaweliflusses manchmal steigen können).

In Hatton, auf 1271 m Höhe, geht der Blick schier endlos über den hellgrünen Teeteppich, unterbrochen nur durch gelb blühende Akazien, die als Schattenspender zwischen die Teesträucher gepflanzt werden. In Nanu Oya hält der Zug etwas länger; hier warten Busse, Taxis, Tuk-Tuks und Mietwagen auf die Besucher, die Nuwara Eliya, die alte Sommerfrische der Engländer, zum Ziel haben. Riesenfarne, Rhododendronwälder und Bananenplantagen wechseln sich anschließend nach Osten hin im Landschaftsbild ab. Immer aufregender wird das Naturschauspiel vor den Abteilfenstern - tiefe Schluchten, dann wieder Dörfer, in denen die Bahn quasi quer durch den lokalen Gemüsemarkt schnauft. Bandarawela, Ella und dann der Endspurt über gewaltige Brücken, von denen eine mit neun Bögen als Brücke der neun Herzen bezeichnet wird; schließlich folgt eine gewaltige Kurve, die einzige Achterbahnschleife der sri-lankischen Eisenbahn. Sie bietet beste Gelegenheit, den hinteren Zugteil aus dem Abteilfenster heraus zu fotografieren.

In Badulla, auf nur noch 680 m Höhe, endet am Nachmittag die Reise. Bahnhof und Städtchen lassen die Herzen aller Nostalgiereisenden höher schlagen: Schmiedeeiserne Girlanden und Bänke sowie ein grünes Wärterhäuschen bilden ein Ensemble wie aus merry old England importiert.

Diese Zugreise lässt sich ebenso schön in umgekehrter Richtung machen. Für Urlauber mit knapp bemessener Zeit mag wichtig sein, dass der Schienenweg zwischen Bandarawela und Nanu Oya (etwa drei Stunden Fahrtzeit) das schönste Teilstück ist. Wer einen Wagen mit Fahrer gemietet hat, schickt das Auto mit dem Gepäck voraus und lässt sich am Zielort abholen - ein idealer Baustein während einer individuellen Inselrundreise, viel Abenteuer für wenig Geld.