Reisetipps Slowenien

Ausflüge & Touren Slowenien

Castle-Hopping

Slowenische Geschichte ist zu großen Teilen die Geschichte feudaler Herrschaft über Bauernland. Auf Schritt und Tritt stolpern Sie deshalb über Schlösser und Burgen; von manchen stehen nur noch Ruinen, andere wiederum dienen als Restaurants, Hotels oder Museen. Für die knapp 400 km lange Rundreise zu unbekannteren Burgen Mittelsloweniens sollten Sie zwei Tage veranschlagen und stilgerecht im Schloss Otočec übernachten.

Von der östlichen Autobahnumgehung Ljubljanas erreichen Sie über die Ausfahrt Polje das Renaissanceschloss Fužine, im 16. Jh. am Ufer der Ljubljanica im Rechteck mit kantigen Ecktürmen errichtet. Seit 1991 residiert hier das Slowenische Architekturmuseum, das einen großen Teil seiner Ausstellung Jože Plečnik widmet (Mo-Fr 9-15, Sa 10-18, So 10 bis 15 Uhr | Eintritt 3 Euro | Studenec 2a). Dann umfahren Sie Ljubljana auf dem südlichen Ringabschnitt und folgen der Autobahn Richtung Postojna. Diese verlassen Sie bei Unec Richtung Cerknica und lassen sich von den Wegweisern am jahreszeitlich auftretenden oder verlandenden See Cerkniško polje zum Schloss Snežnik leiten, dessen weiße, zwischen Bäumen schimmernde Silhouette zu jeder Jahreszeit von einer magischen Aura umgeben ist.

Zurück auf der Regionalstraße 212, fahren Sie nach Osten bis zur Einmündung in die 106. Ein Abstecher von 4 km nach Süden bringt sie nach Ribnica. Der Ort ist ein Zentrum für Holz- und Töpferwaren, die z.B. bei Franc Jaklič (Sajevec 16) preiswert angeboten werden. Eine Ausstellung traditionellen Kunsthandwerks wird im Schloss Ribnica gezeigt, das im 12. Jh. gegründet und im 15. Jh. zu einer wahren Festung mit Graben und Zugbrücke ausgebaut, im Zweiten Weltkrieg aber stark zerstört wurde. Huete ist nur noch ein Renaissanceflügel erhalten, aber der und seine eleganten Arkaden genügen, einen Eindruck von der wehrhaften Festung zu vermitteln (April bis Okt. Di-So 10-13, 16-19 Uhr | Eintritt 2 Euro).

Nun geht es wieder nach Norden in Richtung Ljubljana zur Burg Turjak auf einer Anhöhe westlich der Straße. Sie ist mit Bastion und Rundtürmen ein wahres Renaissancebollwerk und eine der größten Burgen Sloweniens (Sa 12-19, So 11-19 Uhr | Eintritt 2 Euro | wenn geschl., im Dorf am Abzweig nach dem Schlüssel fragen).

Auf so viele Verteidigungsbauten folgt das zauberhafte Wasserschloss Otočec, das Sie auf zwei Wegen anfahren können. Schnell und bequem führt die Autobahn nach Novo Mesto; zur Auffahrt müssen Sie noch ein Stück in Richtung Ljubljana. Zeitraubend, aber eine völlig unbekannte Seite Sloweniens erschließend führen die Regionalstraßen 106 (nach Süden bis Kočevje), 217 (nach Črnomelj), 218 (nach Metlika mit sehenswertem Schloss) und schließlich 105 in einem Bogen durch das ehemalige deutsche Siedlungsgebiet Gottschee und durch dichte Wälder nach Novo Mesto (ab Ribnica 110 km auf teils schlechten Straßen). Otočec, romantisch am Ufer der hier milde plätschernden Krka erbaut, ist eines der idyllischsten Hotels Sloweniens und entsprechend teuer. Preiswerter können Sie z.B. auf dem Ferienbauernhof Šeruga übernachten (Sela pri Ratežu 15 | südlich von Otočec | Tel. 07/3346900 | Fax 3346901 | www.hiseztradicijo.com | €-€€). Gespeist wird aber unbedingt in dem von Fackeln erleuchteten Burghof des Wasserschlosses!

Und schon lockt die nächste Burg: Podsreda. Von Novo Mesto aus können Sie dazu bis zur Abfahrt Krško die Schnellstraße benutzen oder aber der parallel dazu verlaufenden Landstraße 419 folgen und dabei die Burg Kostanjevica ob Krki und das Kloster Pleterje besuchen. In Richtung Brestanica überqueren Sie hinter Krško die Sava und folgen der Straße 422 nach Nordosten bis zum 12 km entfernten Abzweig zur Burg Podsreda, wo die bäuerliche Welt noch in Ordnung zu sein scheint. Im 12. Jh. erbaut, ist dies Sloweniens einzige Burg, deren romanischer Architekturkern nahezu unverfälscht erhalten geblieben ist.

In Podsreda zweigt die Regionalstraße 423 nach Šentjur und Celje ab. Sie durchquert die Kozjansko genannte gebirgige Region, die als Regionalpark das kulturelle Erbe schützt und mit staatlichen Mitteln nach und nach restauriert.

Auf der Autobahn geht es nun zurück nach Ljubljana. Wenn Sie noch Muße haben, besuchen Sie zum Abschluss Schloss Velenje (17 km nördlich der Ausfahrt Žalec). In den Räumen des restaurierten Renaissanceschlosses werden Ausstellungen zu so unterschiedlichen Themen wie Vorgeschichte, afrikanische Masken, Malerei des 20. Jhs. gezeigt - und Sie können eine nachgebaute Gastwirtschaft besichtigen (Di-So 10-18 Uhr | Eintritt 2,50 Euro | Ljubljanska cesta 54). Knurrt der Magen? Dann hinunter vom Berg in die elegante Vila Herberstein (Kopališka 1 | Tel. 03/8961400 | €€€). Hier haben Sie die Wahl zwischen deftig Slowenischem im Parterre und Internationalem im Obergeschoss. So gestärkt vergehen die letzten Kilometer bis Ljubljana wie im Flug.

Wanderung zu den Triglav-Seen

Eine der schönsten Bergtouren führt unter den Gipfel des Triglav ins zauberhafte Sieben-Seen-Tal. Die Route erfordert im ersten, steilen Teil eine gute Kondition, Trittsicherheit und stabile Bergschuhe; Kinder sollten gesichert werden. Eine Berghütte bietet Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeit. Dauer: 5-7 Stunden.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Hütte Dom pri Savici (653 m) über dem See von Bohinj. Sie folgen zunächst dem Wanderweg bergauf zum Savica-Fall und steigen dann in steilen Serpentinen den Felsabfall der Komarča auf 1294 m Höhe hinauf, wo der erste, „schwarze“ See, Črno jezero, in einem Felskessel schimmert. Von hier folgen Sie dem Tal Lopučnička dolina und den Wegmarkierungen zum Triglav leicht ansteigend in nordwestlicher Richtung, bewältigen eine weitere, aber nur kurze, steile Strecke nach Nordost und erreichen auf 1685 m schließlich das Sieben-Seen-Tal mit der Hütte Koča pri Ttriglavskih jezerih nach insgesamt 3-4 Stunden Wegstrecke. Hier, wo die Triglav-Seen wie Perlen an einer Kette zwischen den Wiesen glitzern, ist ein idealer Ort für eine Rast oder auch für eine Übernachtung; vielleicht möchten Sie ja noch weiter bergauf durchs Tal bis unter den Felsgipfel des Triglav wandern oder aber einfach das zauberhafte Blütenmeer betrachten, das im Frühjahr und Frühsommer das Tal in ein duftiges Paradies verwandelt. Zurück geht es auf dem gleichen Weg, Dauer etwa 2-3 Stunden.