Reisetipps Shanghai

Ausflüge & Touren Shanghai

Sheshan

Eine Fahrt in den westlichen Bezirk Songjiang, der Aufstieg zur Kirche auf dem höchsten Hügel Shanghais und ein ca. 3 km langer Spaziergang durch Bambuswälder dauern fünf Stunden. Naturfreunde und Vogelliebhaber werden diesen Ort erst kurz vor Sonnenuntergang verlassen wollen.

Schon die Poeten der Tang-Dynastie (618-907) haben diese Landschaft mit den neun lieblichen Hügeln und grünen Bambuswäldern als „Himmel in den Wolken“ besungen. Sheshan, der mit 100 m höchste Berg, zieht nicht nur stadtmüde Spaziergänger an. Neben dem alten, sehenswerten Observatorium aus dem Jahr 1900 steht auf dem Gipfel die von portugiesischen Missionaren 1925 bis 1935 errichtete Kathedrale der Heiligen Mutter. Die in ihrem Stilmix quer durch die Jahrhunderte schöne Kirche ist Sommersitz des Bischofs von Shanghai. Zur Marienwallfahrt im Mai zieht sie rund 80000 Katholiken an - das Christentum hat in China wieder Zulauf. Die Gläubigen wählen den steilen Aufstieg vom südlichen Eingang aus, der als Kreuzweg angelegt ist.

Auf halber Strecke kann man die 1844-70 errichtete, liebevoll geschmückte Mittelkirche besuchen und die stille Atmosphäre in ihrem kleinen Garten genießen. In Shanghai, wo alles Alte abgerissen oder touristisch aufpoliert wird, ist dies ein selten schöner, authentischer Ort. Vogelliebhaber werden unterhalb der Kathedrale die Seilbahn zum benachbarten Hügel besteigen: Dort zwitschern und zilpen Hunderte von Arten in einem Vogelpark. Am Fuß des Sheshan können Sie anschließend im Luxushotel Le Méridien (Linyin Xin Road 1288 | www.lemeridien.com/sheshan) köstlich speisen. Songjiang Sheshan National Forest Park | tgl. 7.30-16.30 Uhr | Eintritt 40 Yuan mit Cable Car | Touristenbus Nr. 1 b (Busbahnhof am Shanghai Stadium) oder Taxi (ca. 100 Yuan einfach) | ca. 40 km von Shanghai

Zhujiajiao

Ein Vormittagsausflug in ein lebendiges Wasserdorf mit kleinen Museen am westlichen Stadtrand von Shanghai, gut mit dem Taxi oder dem Bus zu erreichen.

Zhujiajiao am Ufer des Dianshan-Sees ist das einzige der vielen Wasserdörfer im Umland, das noch zu Shanghai gehört. Die Renovierungswelle ist natürlich auch hierhin geschwappt, allerdings erst in diesem Jahrhundert. Das bedeutet, es wurde behutsam saniert und nicht so viel zerstört wie andernorts. So bietet diese kleine Wasserstadt immer noch genug, um in den Gassen entlang der vielen kleinen Kanäle das alte, pittoreske China suchen zu gehen. Die Geschichte der Siedlung begann vor mehr als 5000 Jahren. Noch heute säumen zweistöckige Häuser mit geschwungenem Dach aus der Ming- und Qing-Zeit (1368-1911) die Kanäle, die von zwanzig alten Brücken überspannt werden.

Wenn Sie sich durch die Händlergassen gewunden und das bunte Angebot bewundert haben, beruhigt ein Blick von der steinernen Fangsheng-Brücke (Brücke zur Freilassung) das Auge. Langsam gleiten die rostigen Lastkähne dahin, und die Schiffer teilen mit langen Stöcken die wuchernden Wasserpflanzen - eine aus Südamerika eingeschleppte Art, die sich auf Chinas Wasserwegen rasant verbreitet. Alte Frauen bieten kleine, lebende Fische zum Kauf an: Greifen Sie zu (Vorsicht, glitschig!), und werfen Sie einen Fisch zurück ins Wasser. Das ist ein alter buddhistischer Brauch und bringt Glück. Die Brücke, benannt nach diesem Brauch, wird von fünf steinernen Bögen getragen. Mit 72 m Länge und 7,40 m Höhe ist sie die größte und schönste dieser Art im Jangtse-Delta. Die „Gondolieri“ hier singen zwar nicht, aber dafür ist eine Fahrt mit dem hölzernen Kahn durch die Kanäle (60 Yuan, eine Station 5 Yuan) billiger als in Venedig.

Die Wasserstadt ist touristisch voll erschlossen: Das Eintrittsgeld, zu entrichten am Stadttor am Parkplatz, berechtigt zum Besuch der Sehenswürdigkeiten, die in einem Plan eingezeichnet sind. Dazu zählt der Kezhi-Garten. Der Stadtgotttempel mit blutrünstigen Gemälden ist ebenfalls eindrucksvoll. Beachten Sie ferner die Ausstellung jahrtausendealter Keramik- und Jadefunde im Delta: Hier staunt man über die Kunstfertigkeit und das ästhetische Gespür im alten China. Eine weitere Ausstellung erzählt vom Reisanbau. Interessant sind auch die Exponate im kleinen Fischereimuseum. Im Granny Teahouse sind Sie schließlich im ersten Haus am Platz gelandet, was die Aussicht betrifft. Hier können Sie sich für die Rückfahrt stärken. Eintritt 60 Yuan | Touristenbus Nr. 4 (Busbahnhof am Shanghai Stadium) oder Taxi (ca. 140 Yuan einfach) | ca. 40 km von Shanghai

Putuo Shan

Die kleine Insel mit ihren prächtigen Klöstern ist eins der großen Pilgerziele des chinesischen Buddhismus - und ein schöner Ort zum Wandern und Baden. Eine Übernachtung ist immer nötig, wer zwei Nächte bleibt, hat ausreichend Zeit, alles zu sehen. Meiden Sie die Wochenenden und Hauptferienzeiten: Dann sind die Übernachtungspreise wegen der begrenzten Kapazitäten entsprechend hoch.

So wünscht man sich China überall: ruhig, mit Wäldern und Bergpfaden, kleinen Ortschaften, ans Ortsbild angepassten Neubauten, lebendigen Tempeln und überschaubaren, freundlichen Herbergen. Überschaubar ist überhaupt die ganze Insel, z.B. vom 290 m hohen Gipfel Foding Shan (Buddhagipfelberg) aus - er ist der höchste des Eilands. Zwar verkehren auf den wenigen Straßen tagsüber Kleinbusse, aber das nur 12,5 km² große Inselchen (4600 Ew.) lässt sich bestens erwandern. Es ist zudem ein Ort mit Tradition: Ein japanischer Chinapilger, den bei der Heimfahrt im Jahr 916 ein Sturm auf die Insel verschlug, brachte eine Figur der Barmherzigkeitsgöttin Guanyin an Land, gründete den ersten Tempel und legte damit den Keim für den hiesigen Guanyin-Kult. Bis zum 13. Jh. stieg Putuo Shan zu dessen bedeutendstem Zentrum auf - und damit zu einem der Hauptwallfahrtsorte des chinesischen Buddhismus. Die Insel gilt als einer der vier heiligen Buddhaberge Chinas. Ihr Name bedeutet so viel wie Potala-Berg - wobei dieser Ausdruck auf einen indischen Berg zurückgeht, der als Heimat der Guanyin gilt. Vor 1949 lebten hier über 4000 Mönche und Nonnen in mehr als 200 großen und kleinen Klöstern. Danach ging es bergab - bis zum Tiefpunkt in der Kulturrevolution, als die Roten Garden sämtliche Bildwerke zerstörten. Heute beschert der stete Strom großer und kleiner Opfergaben den wiederbelebten Klöstern einen ungeahnten Reichtum, den sie mit blendend goldenem neuem Bildschmuck auch effektvoll in Szene setzen - zum größeren Ruhm der Guanyin.

Putuo Shan „erobert“ man gewöhnlich von Süd nach Nord: Im Süden befindet sich der Fähranleger. Von hier sind es nur kurze Wege von 1-2 km bis zu kleinen Ortschaften und Hotels. Es gibt vier Hauptattraktionen:

Das Tempelkloster Puji Si, von dessen Besuchern die daran grenzende Ortschaft - die größte der Insel - lebt, liegt in der Mitte des Südteils. 1080 gegründet, ist es das älteste der Hauptklöster. Die Achse, entlang der sich die Hauptgebäude reihen, beginnt vor dem großen Teich, der vor dem Eingang liegt, und zwar mit einer kaiserlichen Inschriftenstele von 1734. Die Halle der Himmelskönige eröffnet die Folge der Hauptgebäude. Im angrenzenden Haupthof ist am meisten los: Hier werden stets gewaltige Mengen Weihrauch abgebrannt. Die Haupthalle, ein mächtiger Bau im Palaststil, birgt eine vergoldete, riesenhafte Guanyin-Figur, an den Seiten ihre 32 Inkarnationen. Vorn rechts sehen Sie Weituo, des Glaubens General, links den Schutzpatron Guan Gong, eigentlich eine daoistische Gestalt. Auf der Rückseite hinter der Hauptfigur ist Guanyin in sitzender Pose dargestellt. Die dritte Halle ist gewöhnlich den Mönchen vorbehalten, doch kann man von außen die „Drei kostbaren Buddhas“ erkennen, die hier verehrt werden.

Das zweite Hauptziel liegt im Südosten und ist schon bei der Anreise per Schiff oder Flugzeug unübersehbar: die Südmeer-Guanyin, eine mit Sockel 33 m hohe Bronzefigur (1997) der stehenden Göttin. Sie überragt ein eindrucksvolles Ensemble, das auf einer Folge ansteigender, großer Terrassen auch höchst lebendig gestaltete, aus Stein gemeißelte Wächterfiguren zeigt. Angeblich kam Guanyin einmal selbst auf die Insel - sie sprang der Sage nach übers Wasser und hinterließ dabei ihren Fußabdruck auf einem Felsen. Der „Guanyin-Sprung“ - so heißt der Abdruck - ist am Ufer zu sehen, nordwestlich der Monumentalfigur unterhalb des neuen „Tempels der nicht gehen wollenden Guanyin“. Gemeint ist die Guanyin-Figur jenes Japaners aus dem Jahr 916: Sie ließ den Sturm brausen, um den Mönch zum Bleiben zu zwingen. Der Tempel des Purpurbambushains, den man auf dem Weg dorthin passiert, birgt eine weiße Guanyin, begleitet von grotesken Figuren der 18 Luohan. In der hinteren Halle ist ein liegender Buddha (beim Eintritt in das Nirvana) zu sehen.

Die zwei weiteren Hauptziele liegen im Norden:

Das eine ist das Kloster Fayu Si (gegründet 1580), das größte auf Putuo Shan. Seine Anlage ähnelt dem des Puji Si, doch ist die Zahl der Hallen größer, und gibt es noch mehr zu sehen, darunter einen Jadebuddha und eine Guanyin, die zur Rettung der Menschen auf einem Riesenfisch übers Meer fährt.

Wer ein frommer Pilger oder ein sportlicher Mensch ist, steigt neben dem Kloster hinauf zur vierten Hauptsehenswürdigkeit, dem Gipfelkloster Huiji Si. Wer es bequemer liebt, fährt mit dem Kleinbus noch ein Stück nordwärts bis zur Endstation und nimmt die Gondelbahn (25 Yuan). Das Huiji Si ist das kleinste der drei Hauptklöster, aber auch hier glänzt viel Gold. Versäumen Sie nicht den Aufstieg zum nahen Gipfel!

Ruhiger ist es am Ostkap der Insel. Dort wurde ein kleines Kloster über eine tiefe Kluft im Felsufer gebaut. Nördlich der Straße führt ein Fußweg zum idyllischen Shancai-Grotten-Kloster. Abkühlung im Meer bieten die breiten Strände auf der Ostseite der Inselmitte. Mehrere Fischrestaurants und zwei sympathische Hotels mit etwas Englisch sprechendem Personal finden Sie am Goldsandstrand (Jinsha) im Süden: das feinere Citic Putuo Hotel (108 Zi. | Tel. 0580/6698222 | Fax 6698177 | www.citicpt.com | €€) und das schlichtere Purple Bamboo Hotel (52 Zi. | Tel. 0580/6698001 | Fax 6698019 | €).

Inseleintritt 160 Yuan (am Anleger zu zahlen), Eintritt Klöster meist unter 10 Yuan | Anreise am besten per Bus und Schnellfähre (zusammen viereinhalb Std., Abfahrt 8.15 Uhr, Waima Lu 1588, unter der Nanpu-Brücke, Retourtickets 450 Yuan, Buchung in CITS-Reisebüros/China International Travel Service, z.B. Beijing Xilu 1277, Tel. 62898899, kein Verkehr bei aufgewühlter See) oder per Flugzeug (tgl. nach Flughafen Zhoushan, von dort Bus und Schiff, Flugzeit 30 Minuten, insgesamt ca. dreieinhalb Std.)