Reisetipps Schweiz

Highlights Schweiz

Region: Lugano

Bellinzona

Über der Kantonhauptstadt thronen drei Burgen. Das Castello Montebello (13. Jh.) gilt als eine der schönsten Burgen des Landes und beherbergt das Museo civico mit archäologischen Funden. Auf das ältere Castelgrande führt von der Piazza del Sole ein Lift. Es wird im Sommer als Bühne für Opern- und Kinovorführungen genutzt. Empfehlenswert: ein Halt im Burgrestaurant Castelgrande (Mo geschl. | Tel. 091/8262353 | €€). Das Castello di Sasso Corbaro (15. Jh.) liegt südöstlich der Stadt. Lohnend ist der Markt am Samstag. Er ist der größte des Kantons und bietet Kunsthandwerk und Tessiner Spezialitäten.

Locarno

Die Piazza Grande mit ihren Arkadengängen und Straßencafés ist stets einen Besuch wert, ganz besonders aber im August: Dann findet hier das Internationale Filmfestival statt. Hunderte Beiträge kämpfen um die Auszeichnung des Goldenen Leoparden, etliche Filme werden unter freiem Himmel auf der Piazza gezeigt, die Platz für 8000 Zuschauer bietet. Festivalinfos: www.pardo.ch

In der Altstadt trifft man sich in der Casa del Popolo (tgl. | Piazza Corporazioni | Tel. 091/7511208 | €). Ein Gourmettempel ist das Centenario von Gérard Perriard (Lungolago Motta 17 | Muralto | Tel. 091/7438222 | So/Mo geschl. | €€€). Originelle vegetarische Küche bietet das Il Boccalino (Mo geschl. | Via della Motta 7 | Tel. 091/7519681 | €€). Wer Lust auf Musik hat: In der Cantina Cantinetta (Piazza Grande) finden am Wochenende regelmäßig Jazzkonzerte statt, in der Bar Lungolago (Via Bramantino 1) treffen sich junge Leute. Hier gibt's die beste Pizza der Stadt.

Eine sehr gute Unterkunft das Schlosshotel mit seinem wunderschönem Garten in Piazza-Nähe. (32 Zi. | Tel. 091/7512361 | Fax 7517323 | €-€€). Auskunft: Ente Turistico Lago Maggiore | Via B. Luini 3 | Tel. 091/7910091 | www.maggiore.ch

Valle Onsernone

Diese abgelegene Schlucht zeigt die andere, schroffe Seite des Tessins. Manche Häuser können nur mit Gondel angefahren, manche Höfe nur per Hubschrauber bedient werden. Aber ein Postbus fährt, und es gibt in Comologno die Osteria Palazign (Tel. 091/7972068 | €€). Man erreicht das Tal, von dem Max Frisch einmal sagte, es sei das einzige Tal der Schweiz „ohne Baedekers Stern“, von Locarno nordwärts über Tegna und den Abzweig bei Cavigliano.

Region: Zürich

Kronenhalle

Nach wie vor die Institution in Zürich: Noch immer hängen die Originale von Chagall bis Picasso an den Wänden. Und noch immer gibt es ein Wiener Schnitzel mit Rösti zum Niederknien. | Tgl. | Rämistr. 4 | Tel. 044/2629900 | €€-€€€

Aargau

Der Kanton Aargau, zwischen den Kantonen Basel und Zürich gelegen, kommt in den meisten Reiseführern zu kurz. Dabei hat diese Region sehr viel zu bieten - zum Beispiel Schlösser. Erwähnenswert sind das Wasserschloss Hallwyl in Seengen und Schloss Wildegg in Möriken-Wildegg. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch des Aargauer Kunsthauses in Aarau (50 km westlich von Zürich). Es beherbergt eine der wichtigsten und umfassendsten Sammlungen neuerer Schweizer Kunst vom ausgehenden 18. Jh. bis in die Gegenwart - u. a. Cuno Amiet, Louis Soutter und Verena Loewensberg. Mit dem 2003 eröffneten Erweiterungsbau der Basler Architekten Herzog & de Meuron wurde die Ausstellungsfläche verdoppelt (Di-So 10-17, Do 10-20 Uhr | Aargauerplatz | Tel. 061/8352330). Näher zu Zürich liegt das Städtchen Baden. In einer Viertelstunde sind Sie mit dem Schnellzug im Jahrhunderte alten Kurort. Jedes zweite Jahr findet hier das große Animationsfilmfestival Fantoche (www.fantoche.ch) statt. Das Badener Museum Langmatt beherbergt eine großartige Sammlung impressionistischer Malerei. (März-Nov. Di-Fr 14-17, Sa/So 11-17 Uhr | Tel. 056/2008670).

St. Gallen

Na klar, die Bratwurst! Die Entstehung der Stadt, Zentrum der Ostschweiz, geht auf die Klostergründung des heiligen Gallus im Jahr 612 zurück. Sie ist über die Grenzen vor allem wegen der typischen Kalbsbratwurst bekannt, die hier mit einer pikanten Zwiebelsoße und Rösti serviert wird. Doch die Stadt hat viel mehr zu bieten. Die Altstadt, die direkt an den Klosterbezirk mit der zweitürmigen Stiftskirche St. Gallus und Otmar aus dem 18. Jh. anschließt, hat teilweise ihren spätgotischen Charakter bewahrt. In der Stiftsbibliothek, dem schönsten Rokokosaal der Schweiz, lagern 140000 Handschriften, Frühdrucke und Bücher von weltweiter Bedeutung und unermesslichem Wert. Bekannt ist St. Gallen auch durch seine Hochschule mit wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung. Kulinarisch ist die Gaststube Jägerhof (Sa mittags und So geschl. | Brühlbleichestr. 11 | Tel. 071/2455022 | €€) zu empfehlen. Angenehm und ruhig wohnen können Sie in der Altstadt im Hotel St. Gallen (24 Zi. | Bankgasse 12 | Tel. 071/2276100 | Fax 2276180 | €€). Als Mitbringsel bieten sich der St. Galler Biber, ein Marzipan-Lebkuchen, und die St. Galler Stickereien an, die man z.B. bei Sturzenegger (Marktgasse 21) bekommt. Auskunft: Tourist Information | Bahnhofsplatz 1a | Tel. 071/2273737 | www.st.gallen-bodensee.ch

Schaffhausen/Rheinfall

Der Stadtrand täuscht. Die Industriegebiete könnten von einem Besuch abhalten, sollten es aber nicht, denn in der Altstadt gibt es viele hübsch verzierte Häuser und Plätze mit alten Brunnen. Schaffhausen war früh, schon vor dem 12. Jh., Handelsplatz, weil die Flussschiffer ihre Waren hier anlanden mussten, um sie auf Wagen am Rheinfall vorbeizutransportieren. Der weltbekannte Rheinfall von Schaffhausen stürzt am Westende der Rheinschleife um den Vorort Neuhausen auf 150 m Breite bis zu 20 m in die Tiefe. 3 km vom Rheinfall flussaufwärts gibt es einen Wallfahrtsort für Feinschmecker: das Hotelrestaurant Fischerzunft, in dem Küchenchef André Jaeger für höchste Qualität bürgt (10 Zi. | Rheinquai 8 | Tel. 052/6320505 | Hotel | €€ | Restaurant | €€€).

Region: Luzern

Verkehrshaus Luzern

Das größte und vielseitigste Verkehrsmuseum Europas präsentiert die historische und technische Entwicklung der verschiedenen Verkehrsmittel bis hin zur Raumfahrt. Der Schwerpunkt liegt auf den Errungenschaften, die den Verkehr im 19. und 20. Jh. verändert haben. Attraktionen sind das Planetarium und das Imax, ein Filmtheater-Rundgebäude mit einer 360-Grad-Projektion. | April-Okt. tgl. 10-18, Nov.-März 10-17 Uhr | Lidostr. 5 | www.verkehrshaus.ch

Küssnacht/Rigi

Also dann: Durch diese hohle Gasse - muss man eigentlich nicht durch. Mit viel Pathos (und Sinn für Fremdenverkehr) halten die Schweizer ihren Befreiungsmythos von Wilhelm Tell aufrecht, der dem Landvogt Geßler aufgelauert haben soll. Hat er wohl nicht - die Historiker können's einfach nicht beweisen. Trotzdem hat Küssnacht seinen Tellbrunnen. Und selbstverständlich kommen Sie nach 2 km auf der Straße Richtung Immensee an die Tellskapelle und die Hohle Gasse. Damit genug der Armbrustschießereien. Das Schönste an Küssnacht ist die Rigi. Jawohl - es heißt einwandfrei: die! Denn höchstwahrscheinlich leitet sich der Name von Regina montium ab, „Königin der Berge“. Der weiteste Blick bis zu den französischen Vogesen und auf den deutschen Schwarzwald eröffnet sich dem Betrachter vom Rigi-Kulm, wo hinauf eine Zahnradbahn von Vitznau aus fährt. Die Luftseilbahn aus Weggis gelangt nur bis Rigi-Kaltbad, dafür stehen dort Hotels und Sonnenterrassen zur Verfügung, und es gibt etliche Spazierwege. Selbstverständlich können Sie auch in die Zahnradbahn umsteigen, die Sie ganz auf den Gipfel hinaufführt.

Region: Bern

La Chaux-de-Fonds

Die Stadt im Neuenburger Jura hat den Ruf der Schweiz als Land der Uhrenmacher begründet. Hier haben alle mal angefangen, die heute noch den Edeluhrenmarkt beherrschen: Audemars, Piguet, Breguet usw. Sehenswert ist deshalb auch das Uhrenmuseum: Musée d'Horlogerie Di-So 10-17 Uhr | Rue des Musées 29 | www.mih.ch. Das Museum zeigt mehr als 3000 Schaustücke und eine Multivisionsschau zur Geschichte der Uhrenfertigung. 1794 wurde die Stadt bei einem Großbrand zerstört und danach mit rechtwinkligem Straßensystem wieder aufgebaut. Sie ist auch Geburtsort des Autokonstrukteurs Chevrolet und des berühmten Architekten Le Corbusier. Das Tourismusbüro bietet verschiedene interessante Stadtwanderungen an. Danach sollten Sie unbedingt im Café du Petit Paris einkehren. Der Küchenchef hat sein Handwerk u.a. bei Paul Bocuse verfeinert (Rue du Progrès 4 | Tel. 032/9686533 | €€). Auskunft: Office du Tourisme | Espacité 1 | Tel. 032/8896895 | www.chaux-de-fonds.ch

Jungfrau-Region

An dieser Stelle des Berner Oberlands prallen die Superlative nur so aufeinander. Im Mittelpunkt die Eiger-Nordwand, immer wieder Herausforderung für Bergsteiger. Vor und nach der Erstbesteigung im Jahr 1938 durch eine deutsch-österreichische Seilschaft haben über 50 Menschen an der „Mordwand“ ihr Leben gelassen. Superlativ zwei: die Jungfraujoch-Bahn. Besonders die Amerikaner und Japaner lieben den höchsten Bahnhof (3454 m) auf dem Jungfraujoch (3475 m), von dem aus man eine prächtige Aussicht über den mächtigen Aletschgletscher genießt. Von der Zwischenstation Eigerwand (2866 m) kann man noch einmal einen Blick auf die mörderische Wand werfen, bis der Zug hinunter zum Bahnhof Grindelwald (1034 m) zuckelt. Wer auf die Reisekasse Rücksicht nehmen muss, kann mit der Jungfraujoch-Bahn von Grindelwald zur Station Eigergletscher (2300 m) fahren, am Fuß der Eiger-Nordwand entlang zur Station Alpiglen (1600 m) wandern (2-3 Std.) und von dort mit der Bahn zurück nach Grindelwald fahren. Das ist der größte Touristenort der Gegend, nicht der bekannteste. Dieser Titel gebührt dem autofreien Wengen, schon wegen der „Lauberhorn-Abfahrt“, einem der berühmtesten Rennen im internationalen Skizirkus. Auskunft: Verkehrsbüro Wengen | Tel. 033/8551414 | www.wengen.ch

Region: Lausanne

Montreux

Ein Hauch von Fin de Siècle weht noch durch die ca. 30 km südöstlich von Lausanne gelegene Stadt. Die Wende zum 20. Jh. scheint in Montreux (20000 Ew.) wieder lebendig zu werden, wenn man die Hotelpaläste an der Uferpromenade in diesem Teil des „Waadtländische Riviera“ genannten Seeufers betrachtet. Der schönste von allen ist das Le Montreux Palace (215 Zi. | 20 Suiten | Grand-Rue 100 | Tel. 021/9621212 | Fax 9621717 | www.montreux.ch/montreux-palace | €€€). Von den Zimmern ist der Blick auf den See und die Berge sensationell. Die Jugendherberge in Montreux-Territet (Passage de l'Auberge 8 | Tel. 021/9634934 | Fax 9632729) ist einmal im Jahr überfüllt, wenn wegen des Internationalen Jazzfestivals Europas Jugend nach Montreux strömt (www.montreuxjazz.com). Auskunft: Office de Tourisme | Rue du Théâtre 5 | Tel. 021/9628484 | Fax 9628486 | www.montreux.ch

Montreux bietet sich als Ausgangspunkt für Ausflüge an, z.B. mit der Zahnradbahn auf den Hausberg, den Rochers de Naye. Die Aussicht vom 2045 m hohen Gipfel ist traumhaft. Sie überblicken den See, die Berner, Walliser und Savoyer Alpen mit Montblanc-Massiv und den Jura. Hier können Sie das Murmeltierparadies und den Alpingarten La Rambertia (Juni-Okt. tgl. 10-16 Uhr) besuchen. Im Frühling ist ein Ausflug besonders schön, dann sind die Wiesen voll blühender Narzissen. Wenn Sie in Montreux wohnen, haben Sie schon den halben Weg hinter sich. Beim Verkehrsbüro können Sie ein Busticket Chemin fleuri kaufen und damit Teile des 10 km langen Weges per Bus zurücklegen. Auf der Wegstrecke liegt (3 km von Montreux) das Wasserschloss Chillon. Der ehemalige Sitz der Savoyer Grafen mit Türmen und doppelter Mauer ist die wohl schönste mittelalterliche Burg der Schweiz. | April-Sept. tgl. 9-18, März/Okt. 9.30-17, Nov.-Feb. 10-16 Uhr | Av. de Chillon 21 | Veytaux | www.chillon.ch

Region: Chur

Via Mala

Der, wie er übersetzt heißt, „böse Weg“ führt durch die gleichnamige Rheinschlucht zwischen Thusis und Zillis in Graubünden. Wer seine Schönheit richtig ermessen will, geht zu Fuß, auch wenn inzwischen eine Straße durch die Schlucht gebaut wurde. Der Fußweg ist 3,5 Stunden lang. Wer kein Auto hat, fährt mit der Rhätischen Bahn von Chur nach Thusis. Dort steigt er in den Postbus, der dann durch die Schlucht Richtung San Bernardino zuckelt. In Zillis lohnt ein Besuch der Kirche St. Martin, die man wegen der rund 900 Jahre alten, farbigen Kirchendecke auch die „Sixtina der Alpen“ nennt. Ausführlich informiert das Heft „Kulturwege in Graubünden“, das man bei Graubünden Ferien bestellen kann (Alexanderstr. 24 | 7000 Chur | Tel. 081/2542424 | www.graubuenden.ch).