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Veloland Schweiz: die Jura-Route

Diese Tour führt von Basel bis Nyon am Genfer See über die Hochebenen des Jura entlang der französischen Grenze. Sie begegnen wilden Pferdeherden und genießen grandiose Ausblicke. Das Mittelland liegt Ihnen zu Füßen, das sich zwischen dem Jura und den Alpen vom Bodensee bis zum Genfer See erstreckt. Der Blick auf den Alpenkranz ist überwältigend, diese Kette der schnee- und eisbedeckten Viertausender, aus denen - vom Jura her gesehen - das berühmte Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau herausragt. Das breite Angebot öffentlicher Verkehrsmittel lässt alle Optionen offen: Man kommt mit Bahn und Bus praktisch überallhin, kann die Tour also an beliebigen Orten beginnen und beenden. Von St. Ursanne nach Nyon braucht man 2-7 Tage, je nach Tempo und Routenwahl. Länge: 200-300 km.

Fahren Sie mit der Bahn über Delémont, die Hauptstadt des Kantons Jura, nach St. Ursanne, einem mittelalterlichen Städtchen am Lauf des Grenzflusses Doubs. Gleich zu Beginn erwartet Sie eine der wenigen happigen Steigungen. Die Belohnung folgt sogleich, finden Sie sich doch auf der für den Jura typischen Hochebene wieder, den so genannten Freibergen, wo sich karges Weideland, Baumgruppen und Waldstücke mit gigantischen Schirmtannen zu einem der schönsten Landschaftsbilder der Schweiz formieren. Sie gelangen leicht bis Saignelégier, das für seine Tradition und die Zucht der robusten Freiberger Pferde berühmt ist. Auch müde Beine kommen zu ihrem Recht, etwa im kollektiv geführten Café du Soleil (Tel. 032/9511688 | www.cafe-du-soleil.ch | €), wo sieben schön renovierte Zimmer und im Anbau 22 weitere zum Übernachten einladen.

Am nächsten Tag führt der Weg vorbei am idyllischen Étang de la Gruère, einem Moorsee in einem nordisch anmutenden Naturschutzgebiet. Ein Bad im seifigen Moorwasser ist zwar nicht die Sache von Sauberkeitsfanatikern, aber ungewöhnlich und gesund! Über den Mont Crosin mit seinen Windturbinen erreichen Sie den Mont Soleil über St. Imier, wo das größte Sonnenkraftwerk der Schweiz arbeitet. Das örtliche Sporthotel hat schon bessere Zeiten gesehen, aber dafür ist die Aussicht beim Frühstück auf der Terrasse grandios.

Von La Chaux-de-Fonds aus können Sie mit dem Zug bis Les Ponts-de-Martel fahren und die Tour am nächsten Tag durch eine zauberhafte Hochmoorlandschaft fortsetzen. Vorbei an einsamen Höfen und den staunenden Straußen einer Farm erreichen Sie nach einer tollen Schussfahrt das Val de Travers, ein dicht besiedeltes und wasserreiches Tal. Dort können Sie sich im hübschen Schwimmbad bei Boveresse eine willkommene Abkühlung gönnen oder im Bezirkshauptort Môtiers das Wohnhaus, in das sich der Naturphilosoph Jean-Jacques Rousseau zurückzog, besichtigen.

Die nächste Etappe rund um die imposante Erhebung Aiguille de Baulmes bis Lignerolle ist landschaftlich ebenso reizvoll. Das gilt aber kaum für das Stück bis Vallorbe, für die Steigung bis zum Lac de Joux auf etwa 1000 m über dem Meer nehmen Sie bequem den Zug. Dort präsentiert sich dann entlang des Sees eine grandiose Landschaft. In diesem abgeschiedenen Tal mit seiner klaren Luft hat sich bis heute die Präzisionsuhrenherstellung halten können. In Le Brassus warten gemütliche Hotels, und wer nach ungestörter Ruhe die 300 m auf den Mont de Bière nicht scheut, wird belohnt mit einer Fahrt durch den Parc jurassien vaudois, eine naturnahe Kulturlandschaft mit Mooren, Karstfelsen, Dolinen und Hunderten von Kühen. Schließlich folgt die Abfahrt durch hübsche Weinbauerndörfer am Abhang zum Genfer See bis Nyon, wo Sie als Zückerchen noch das Schiff Richtung Genf oder Lausanne via Evian auf der französischen Seite nehmen können.

Alpenwasser: Wellness in verschiedenen Bädern

Die Alpen bringen gesunde und sehr mineralhaltige Wasser hervor, die schon die Römer nutzten. Entsprechend ist über die Schweiz verstreut eine Vielzahl von Thermalbädern zu finden, die sich im Zug des Wellnesstrends und großartiger Lage regen Zulaufs erfreuen. Exemplarisch soll dies auf einer Route von der Nordgrenze zum Südostzipfel der Schweiz dargestellt werden. Die Route kann mit dem Auto, aber auch sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Angriff genommen werden. Länge: 300 km, Zeitbedarf: nach Lust und Laune.

Wenn Sie aus Deutschland bei Waldshut in die Schweiz kommen, stoßen Sie kurz hinter der Grenze auf das erste Bad: das Glaubersalzbad von Zurzach, dessen 39 Grad warme Quelle man erst in den 1950ern anzapfte. Auf dem Weg Richtung Zürich treffen Sie auf das Kurstädtchen Baden, das eine 2000-jährige Bädergeschichte aufweist. Seine 19 Quellen gelten als die mineralreichsten der Schweiz.

Vom reichen Wasserhaushalt des Alpenlands zeugen auch die vielen Seen. Dem langen Zürichsee folgt der ebenso schmale Walensee, eingezwängt zwischen zwei Bergmassiven: Imposant auf der linken Seite die Churfirsten, sieben steil in den Himmel ragende Felsklötze, gefolgt vom nicht weniger markanten Alviermassiv. Schnurgerade führen Autobahn und Bahn in die so genannte Bündner Herrschaft, einen Teil des oberen Rheintals, das durch mildes Klima geprägt ist und ebenso milde Blauburgunderweine hervorbringt. Dort liegt das nächste Ziel: Bad Ragaz. In der Taminaschlucht südlich von Ragaz entdeckte man 1242 die heilenden Wasser. Ragaz hat sich dank anspruchsvoller Hotellerie, Golf- und Flugplatz sowie reicher Möglichkeiten im Sommer wie im Winter den Ruf einer noblen Erholungsoase erworben. Lassen Sie dann wiederum eine Hauptstadt - Chur links liegen und folgen Sie zwischen Reichenau und Ilanz der Rheinschlucht, einem grandiosen Cañon von seltener Schönheit. Am Ende eines Seitentals erreichen Sie Vals, eine der wenigen deutschsprachigen Ortschaften inmitten des Teils der Schweiz, in dem die vierte Landessprache, Romanisch, gesprochen wird. Der Ort hat dank seines Thermalbads Schlagzeilen gemacht. Realisiert wurde es vom einheimischen Stararchitekten Peter Zumthor, der es mit flachen Valser Quarzitplatten sozusagen aufschichtete - derselbe Stein, mit dem auch die Valser Hausdächer gedeckt sind. Entstanden ist ein architektonischer Wallfahrtsort, der mit seiner noblen Schlichtheit die Sinne betört.

Zurück im Rheintal, biegen Sie bei Reichenau in Richtung Engadin ab und folgen dem Landwasser via Davos und dem Flüelapass nach Susch oder mit der Rhätischen Bahn der Landquart nach Klosters und sind dank des Vereinatunnels schnell im Unterengadin. In Scuol - oder Schuls - findet sich eines der schönsten Bäder. Im Außenbassin schaut man im Herbst durch die gelben Lärchen auf die schon schneebedeckten Berge gegenüber, und das alles im berühmten, gleißenden Engadiner Licht, das den Himmel tiefblau erscheinen lässt.