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Das Geheimnis von Loch Ness

Scharf wie mit einem Messer ist Loch Ness in die Highlands geschnitten. Unter seiner Oberfläche ruht ein Geheimnis, das seit Jahrhunderten die Gemüter bewegt: das Ungeheuer von Loch Ness. Der See ist fast 38 km lang, misst aber nur 1,5 km in der Breite. Eine ein- bis zweitägige Spurensuche mit dem Wagen zu den geheimnisvollsten Orten. Rundstrecke ca. 100 km

Drumnadrochit, die Kapitale der Nessie-Forschung am Nordufer von Loch Ness, erreichen Sie von Inverness aus über die A 82. Hier gibt es eine Handvoll Hotels, ein preisgekröntes Pub, einen Lebensmittelladen und zwei Ausstellungen zum Seeungeheuer. Die eine populär, bunt und nicht so empfehlenswert, die andere, Loch Ness 2000 (tgl. | April/Mai/Okt. 9.30-17 Uhr, Juni/Sept. 9-18 Uhr, Juli/Aug. 9-20 Uhr | £5,95 | www.lochness.com), ist interessant für Leute, die immer schon gedacht haben, mit Nessie könne etwas nicht stimmen. Die Schau wurde von Adrian Shine konzipiert. Er kam vor 30 Jahren als Monsterjäger zum Loch Ness und entwickelte sich mit der Zeit zum Skeptiker. Akribisch trug er Beweise zum Pro und Contra für die Existenz von Nessie zusammen.

Zum ersten Mal war das Ungeheuer 565 von einem irischen Missionar erspäht worden. Seit 1933 eine Straße um Loch Ness ausgebaut wurde, mehrten sich die Augenzeugenberichte. Heute streifen bis zu 240000 Besucher jährlich um den See, täglich kreuzen hier mit Video- und Sonargeräten ausgerüstete Späherboote.

Wer sich mit auf die Suche machen will, steigt zu George Edwards ins Boot (Loch Ness Cruises | Ticket-Vorbestellung Tel. 01456/450395 | 1 Std. | £10 | loch-ness-cruises.co.uk). Unter dem Bootsrumpf schwappt dunkel und geheimnisvoll der See. George schmettert ins Mikrofon: „Halten Sie die Kameras bereit“. Das Wasser führt in dunkle Tiefen bis gut 300 m und ist ein gigantisches Frischwasserbecken, das sich nach der Eiszeit bildete - das perfekte Versteck für eine unbekannte Spezies.

Steve Feltham nennt sich „fulltime monster hunter“. Man trifft ihn im Örtchen Dores am Ostufer. Dazu folgen Sie der A 82 nach Fort Augustus an der Südspitze des Sees und fahren auf der Ostseite Richtung Inverness. Ab Foyers führt die Straße wieder direkt am Loch Ness entlang nach Dores. Am Seeufer, unterhalb des Pubs The Dores Inn, steht Felthams Domizil, ein Wohnmobil mit dem Schriftzug: „Nessie-Sery Independent Research“ und dem Verweis auf Felthams Job: hauptberuflicher Monsterjäger. Weil er davon nicht leben kann, knetet er kleine Nessie-Figuren aus bunter Fimomasse und verkauft sie für £7 pro Stück.

Wer später angemessen logieren und die Geschichten über Nessie nachklingen lassen will, folgt der B 862 nach Inverness und orientiert sich an der Ausschilderung Culloden Battlefield (B 851). Hier geht es zum berühmten Culloden House Hotel, wo Sie stilvoll nächtigen können.

Tweed-Tour auf Lewis und Harris

Ein typisches Geräusch für die im Atlantik gelegenen Äußeren Hebrideninseln Harris und Lewis ist das Klappern von Webstühlen. Seit Jahrhunderten wird hier Harris-Tweed gefertigt. Die meisten Weber leben an der „Golden Road“ von Harris, in einer Landschaft, die an die grünen Hügel Irlands erinnert. Von den Highlands aus kann man die Inseln mit dem Wagen ansteuern und dort eine zweitägige Autorundfahrt unternehmen. Rundstrecke ca. 280 km.

In der Saison bringt die Fähre Caledonian MacBrayne (www.calmac.co.uk) dreimal täglich Passagiere und Fahrzeuge in zweieinhalb Stunden von Ullapool nach Stornoway auf Lewis, an dessen Fischerhafen abends die Boote einlaufen und Seehunde am Kai nach Resten schnappen. Über dem Hafen erhebt sich Lewis Castle, das im 19. Jh. von Sir James Matheson gebaut wurde und heute als technisches College dient.

Sie starten die Inseltour von Stornoway aus auf der A 857, überqueren die schmale Seite der Insel und folgen ab Barvas der A 857 am Meer entlang zum Butt of Lewis, dem äußersten Zipfel im Norden. Hier gibt es den kleinen Strand Tràigh Sands und zahlreiche Crofters, Kleinbauern, die in ihren Häusern Zimmer vermieten. Da die Straße hier endet, müssen Sie den gleichen Weg zurückfahren, immer am Meer entlang - und werden mit schönsten Ausblicken belohnt. Sie folgen dem Meer auch weiter, auf der A 858, Richtung Harris. Bei Arnol, einer kleinen Gemeinde, stehen noch die alten Crofter-Häuser, die black houses, rußgeschwärzt und mit Feuerstellen und alten Bauernmöbeln eingerichtet. An der Küste von Lewis findet man auch den Dun Carloway Broch, die Ruine einer rund 2000 Jahre alten Fluchtburg. Die größte mythische Aura umgibt jedoch die Callanish Standing Stones, eine Kultstätte, die nach der Sonne gebaut ist, aus 48 Steinen besteht und deren Hauptanlage ein keltisches Kreuz ergibt. Der magische Ort soll 5000 Jahre alt sein.

Hinter Achmore stoßen Sie auf die A 859, auf die Sie nach rechts Richtung Harris einbiegen. Bei Tarbert erreichen Sie den Übergang zur schönen Nachbarinsel Harris. Gerade einmal 8 km sind es zur Golden Road, einer schmalen Straße, die phantastische Blicke aufs Meer bietet. Fahren Sie auf der A 859 weiter, finden Sie die schönsten Strände der Welt, z.B. den Strand von Scarista im Westen von Harris: der Sand ein unendliches Weiß, das Meer turmalinfarben.

Der Strand von Luskentyre ähnelt einem Halbmond, sanft gleitet er ins Meer. Das Wasser ist so klar, dass man den Grund sieht. Luskentyre besteht aus einer Reihe von acht Häusern und einem Friedhof am Meer. Handgeschriebene Schilder führen zu den Tweed-Webern. Sie sitzen in kleinen Häusern an ihren großen Webstühlen und fertigen Harris-Tweed. Den Kilt-Stoff Tartan webt Donald John Mackay; er arbeitet in einem Schuppen mit Blick auf den Strand (Haus No. 6, Luskentyre). Außerdem bietet er eine kleine Auswahl von Westen, Taschen und Hüten aus Tweed an.

Rodel ist der Endpunkt der Route. Über die etwas kürzere Strecke entlang der Südostküste von Harris fahren Sie zurück nach Lewis.