Reisetipps Salzburger Land

Stichworte Salzburger Land

Biobauern

Im Salzburger Land werden 42 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet, das heißt, es wird kein Kunstdünger verwendet und großer Wert auf den schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen gelegt. Gewirtschaftet wird im Einklang mit der Natur, entsprechend wird auch auf artgerechte Tierhaltung geachtet. Insgesamt gibt es 3400 biologisch wirtschaftende Betriebe, die ihre Produkte häufig als Selbstvermarkter anbieten. Im Flachgau wird sogenannter Heumilchkäse erzeugt: Die Kühe fressen im Sommer ausschließlich Almgras, Kräuter und Blumen, im Winter Heu und Getreideschrot. Da ihre Milch besonders schmackhaft ist, kann bei der Käseherstellung auf Konservierungsmittel und Zusatzstoffe verzichtet werden.

Dopplereffekt

An der Veränderung der Tonhöhe bei rascher Annäherung oder Entfernung, zum Beispiel eines Zuges oder eines Polizeiautos mit eingeschalteter Sirene, kann der Dopplereffekt beobachtet werden. Christian Andreas Doppler ist nach Mozart der bekannteste Salzburger. 1803 im Haus Makartplatz 1 als Sohn einer Steinmetzfamilie geboren, studierte er am Polytechnischen Institut Wien, der heutigen Technischen Universität, Mathematik, Physik und Geometrie. Obwohl seine Entdeckung zeit seines Lebens umstritten blieb, wurde Doppler 1850 zum ersten Direktor des neu gegründeten Physikalischen Instituts an der Universität Wien berufen. Im zweiten Stock seines Geburtshauses ist in den Originalwohnräumen eine Forschungs- und Gedenkstätte eingerichtet.

Enge

Salzburgs Gassen sind eng, und die Fläche der Altstadt zwischen Salzach und Festungs- bzw. Mönchsberg ist nicht größer als die eines Autobahn-Kleeblattes. Hier ist aber eine andere Enge gemeint, eine Enge des Kopfes und zuweilen auch des Herzens. Mozart und Thomas Bernhard sind die Berühmtesten derer, die unter dem geistigen Klima Salzburgs litten und ihm entflohen. „Ich kann wohl sagen, daß ich gar kein Vergnügen habe - gar keines - als das einzige, daß ich nicht in Salzburg bin“, schreibt Mozart 1781 in einem Brief an seinen Vater. Und bei Thomas Bernhard heißt es, dass die „Schönheit dieses Ortes und dieser Landschaft genau jenes tödliche Element auf diesem tödlichen Boden“ ist. Welche Werke, muss man sich bang fragen, wären nie entstanden, hätten ihre Schöpfer nicht so sehr gelitten.

Fürsterzbischöfe

In der Mitte des 14. Jhs. wurde Salzburg geistliches Fürstentum und blieb es bis 1803. Der Fürsterzbischof übte kirchliche und weltliche Macht aus. Die enorme Machtfülle veranlasste Papst Pius IX. zur Feststellung, der Salzburger Erzbischof sei ein halber Papst und könne sogar Bischöfe ernennen. Ab dem 16. Jh. wurde Salzburg mit dem Neubau des Domes und der Residenz großzügig ausgebaut. Die kirchliche Vorherrschaft erschwerte die Ausbildung des Adels und des frühen Bürgertums. Nach der Säkularisierung fiel das Land als Kurfürstentum an Ferdinand III., einen in der Toskana entthronten Habsburger. Den Schatz des Erzstiftes entführte Ferdinand nach Würzburg, später nach Florenz. Der Rest kam nach Wien, als Salzburg 1816 endgültig österreichisch wurde. 1823 wurde das Erzbistum wieder errichtet, freilich ohne weltlich-politische Macht.

Hofkomponisten

Nicht alle Musik ist Mozart. Im Stift St. Peter und später auch am Hof der Bischöfe bestand schon sehr früh eine vorbildliche Kirchenmusikpflege. Unter Erzbischof Matthäus Lang errang die Salzburger Kantorei überregionale Bedeutung. Eines der Mitglieder war Paul Hofhaimer, der auch Hoforganist wurde. Sein Wohnhaus in der Pfeifergasse ist noch erhalten. Fürsterzbischof Wolf Dietrich schließlich gründete 1591 die Salzburger Hofkapelle, die bis zur Säkularisation 1803 das Musikleben nachhaltig beeinflusste. Ab 1763 war hier auch Johann Michael Haydn (1737 bis 1806) als Kapellmeister, Komponist und Organist tätig. Eine Gedenkstätte im Stift St. Peter, gegenüber der Stiftskirche, erinnert an den großen Kirchenmusiker.

Hohe Tauern

Bei den Hohen Tauern handelt es sich um die Gebirgskette im Hauptkamm der Ostalpen, die sich vom Krimmler Tauern im Westen bis zum Lungauer Murtal im Osten erstreckt. Der Name kommt von Tauern, der volkstümlichen Bezeichnung für Passübergänge. Neben den 266 Dreitausendern, unter ihnen Großglockner (3798 m) und Großvenediger (3666 m), schaffen vor allem die Tauerntäler zwischen den tosenden Wasserfällen in Krimml und Bad Gastein mit den mächtigen Einschnitten eine grandiose Naturerlebniswelt. Mineraliensucher zieht es ins Habachtal. Liebhaber der Arktis fahren durch das Stubachtal hinauf zum Weißsee, denn hier herrschen vergleichbare klimatische Verhältnisse - was auch am Schwinden der Gletscher sichtbar wird. In Kaprun lockt das Kitzsteinhorn als Ganzjahres-Skigebiet, und am Ende des Rauriser Tales führt der Weg auf den Sonnblick, zu Europas ältester Wetterwarte. Im Fuscher Tal beginnt die Großglockner Hochalpenstraße, und im östlich gelegenen Großarltal kann man tagelang wandern.

Jedermann

Der Dichter Hugo von Hofmannsthal, der Komponist Richard Strauss und der Theaterregisseur Max Reinhardt beriefen 1918 gemeinsam mit dem Dirigenten Franz Schalk und dem Bühnenbildner Alfred Roller einen Kunstrat ein, der die Idee der Festspiele durchsetzte. „Salzburg will dem geistigen Besitz der Welt dienen. Der Glaube an Europa ist das Fundament unseres geistigen Daseins …“, hieß es im programmatischen Entwurf Hofmannsthals. Niemand konnte ahnen, was mit der ersten Aufführung des „Jedermann“ am 22. August 1920 auf dem Domplatz begann: die unerreichte Erfolgsgeschichte der Festspiele mit allen Höhen und Tiefen. In Mundartfassungen kommt das Spiel vom Sterben des reichen Mannes jährlich in Mondsee, alle drei Jahre in Faistenau und gelegentlich in Grödig zur Aufführung.

Salz

Es ist das Salz, das „weiße Gold“, dem Stadt und Land, die Salzach und das Salzkammergut den Namen verdanken. Die Salzlagerstätten im Dürrnberg bei Hallein sowie in Hallstatt und Umgebung machten die Gegend zu einer der ältesten Industrielandschaften der Welt, begründeten und festigten Macht und Reichtum der Fürsterzbischöfe und veranlassten die Habsburger, zu Beginn des 14. Jhs. einen eigenen Salzwirtschaftsstaat - das Salzkammergut - zu betreiben. Heute wird in Hallein kein Salz mehr abgebaut, wohl aber in Hallstatt.

Schnürlregen

Wer nach Salzburg fährt, ist gut beraten, den Regenschirm nicht zu vergessen. Je kleiner er ist, umso besser. Sollte nämlich Regen einsetzen, führt dies zu Stau in den engen Gassen, weil die großen Schirme nicht aneinander vorbeikommen. Regen heißt in Salzburg Schnürlregen, meistens zumindest, weil das Wasser wie in Schnüren vom Himmel kommt. Schuld daran sind die Nordstaulagen: Atlantische West- und Nordwestwinde bringen zu allen Jahreszeiten feuchte Luftmassen, die sich am Gebirgsrand stauen und abkühlen.

Schriftsteller und Dichter

„Zitternd flattern Glockenklänge,/ Marschtakt hallt und Wacherufen./ Fremde lauschen auf den Stufen./ Hoch im Blau sind Orgelklänge.“ Georg Trakl, der poète maudit, wie er sich selbst sah, war es, der der Literatur in Salzburg Weltgeltung verschaffte. Der in Bad Gastein geborene Karl Heinrich Waggerl (1897 bis 1973), der später in Wagrain lebte, wurde dagegen als Idylle schaffender Heimatverkünder vermarktet und gefeiert. Georg Eberl (1893-1975) und Franz Innerhofer (1944-2002) beschrieben Schicksale von Knechten, Mägden und nicht ehelichen Kindern in der ersten Hälfte des 20. Jhs. Thomas Bernhard kam während des Zweiten Weltkriegs nach Salzburg, Carl Zuckmayer übersiedelte 1926 von Berlin nach Henndorf, Stefan Zweig lebte von 1919 bis 1934 auf dem Kapuzinerberg, Peter Handke wohnte 1979 bis 1988 auf dem Mönchsberg, O. P. Zier aus St. Johann im Pongau siedelt seine Geschichten über die „kleinen Leute“ und die großen Amtsinhaber in einem Ambiente jenseits der Postkartenidylle an.

Das Salzburger Literaturhaus Eizenbergerhof in der Strubergasse tritt seit 1991 erfolgreich als Ort der Literaturvermittlung und -präsentation auf und ist Sammelstätte der verschiedenen Literaturorganisationen.

Small is beautiful

Dieser Satz stand im Zentrum des Denkens von Leopold Kohr, 1909 in Oberndorf geboren und 1994 in Salzburg gestorben. Der Wirtschaftswissenschaftler und Träger des Alternativen Nobelpreises hat mit seiner Formel vom globalen Denken und lokalen Handeln nachhaltigen Einfluss auf die Arbeit der vielen Kulturvereine des Landes genommen. Sie sorgen dafür, dass das Salzburger Brauchtum lebendig und die Einheit von Natur und Kultur erhalten bleibt. Außerdem organisieren sie im Sommer Veranstaltungen und Feste. Der Verein Tauriska in Neukirchen am Großvenediger ist den Ideen Leopold Kohrs besonders verbunden.

Wasser

Wenn die ungeheuren Schneemassen in den Hohen Tauern schmelzen, stürzt das Wasser zu Tal. Diesen Umstand hat sich die Technik zunutze gemacht: Die Kraftwerksgruppe Glockner-Kaprun arbeitet als Speicher- oder Hochdruckkraftwerk und liefert sozusagen auf Knopfdruck die benötigte Menge an Strom. Mit der technischen Großleistung, fertiggestellt 1955, hat sich die Zweite Republik ein frühes Denkmal gesetzt. Wasser war aber auch zur Herstellung wie zum Transport des Salzes vonnöten. Heute ist die Qualität des Wassers in den zahlreichen Badeseen ein kostbares Gut. Kurorte wie Bad Gastein, Bad Vigaun und Bad Ischl profitieren von der Heilkraft des Wassers.