Reisetipps Salzburger Land

Auftakt Salzburger Land Was für eine Region!

Morgens auf den Berg steigen, am Nachmittag im See schwimmen und abends ein Konzert besuchen: Im Salzburger Land und im Salzkammergut ist das leicht an einem Tag zu schaffen. Seen gibt es fast überall und Berge sowieso - die sind selbst im flachsten Teil noch über 800m hoch. Was die Musik betrifft, geben die Salzburger Festspiele den Ton an, und die Erinnerung an Wolfgang Amadeus Mozart ist in der barocken Landeshauptstadt allgegenwärtig. Aber auch auf dem Land ist nicht alles Blasmusik. Zum Essen gehen die einen ins Feinschmeckerrestaurant, die anderen ins nächste Wirtshaus - und alle fühlen sich wie im siebten Himmel.

Es ist das unnachahmliche Zusammenspiel von Natur und Kultur, das den besonderen Reiz des Salzburger Landes und des Salzkammerguts ausmacht. Die gesamte Region ist ein Urlaubsland für jede Jahreszeit.

Im Sommer laden die Berge zum Wandern und Klettern ein wie die Seen zum Baden, Surfen und Segeln. In der Stadt Salzburg trifft sich während des Sommers alles, was in der Musik- und Theaterwelt Rang und Namen hat. Während der Festspiele befindet sich die Stadt sechs Wochen lang im Ausnahmezustand, und wer immer kann, sollte sich dem Zentrum nur zu Fuß nähern. Der Herbst mit den klaren Tagen ist besonders schön zum Radfahren und Nordic Walking entlang der Flüsse und Bäche und rund um die Seen. Während des „Bauernherbstes“, an dem sich über 80 Gemeinden beteiligen, steht jedes Jahr ein Thema des ländlichen Lebens im Mittelpunkt. Dann öffnen sich die Tore zu den Bauernhöfen, und was dort produziert wird, können die Besucher verkosten und kaufen. Im Winter, wenn alles unter einer gleichmäßigen Schneedecke ruht, strahlt das Land eine beinahe meditative Stille aus. Die Ruhe wird dort unterbrochen, wo die Zentren des alpinen Wintersports mit Pisten für jede Sportart locken: In Altenmarkt-Zauchensee, der Europa-Sportregion Zell am See-Kaprun und Saalbach-Hinterglemm ist das Après-Ski mindestens so verlockend wie die rasante Fahrt mit dem Snowboard. Wo im Sommer gesurft und geplanscht wird, ziehen im Winter die Langläufer ihre Spuren und versuchen sich Eisläufer an waghalsigen Pirouetten. Wer es bequem mag, lässt sich gut eingepackt auf dem Pferdeschlitten durch die Landschaft ziehen. Im Frühjahr sind die klimatischen Unterschiede zwischen dem „Land Inner Gebirg“ - Pinzgau, Pongau und Lungau - und der Gegend um Salzburg mit dem Flachgau besonders deutlich zu spüren. Wenn hier schon die Blumen blühen, reicht dort der Schnee noch bis in die Tallagen. Zwischen dem Seenland im Flachgau und den höchsten Bergen in den Hohen Tauern liegen schließlich über 3000 Höhenmeter.

Salz, Edelmetalle und Marmor haben immer wieder Siedler angelockt. Unter Kelten, Römern und auch Bajuwaren erlebte die Region eine kulturelle Blüte. Die Klostergründungen seit dem späten 6. Jh. legten die Basis für die nachfolgende kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung. So entstand ein heute von vielen Millionen Menschen jährlich besuchtes Reiseziel. Trotz der vielen Besucher sind die Dörfer und Märkte mit den barock geformten Kirchen und den wuchtigen Häusern beschaulich und überschaubar geblieben. Gleiches gilt für die wenigen Städte. Außer der Landeshauptstadt gibt es im Salzburger Land und im Salzkammergut keine Stadt mit mehr als 20000 Einwohnern. Die unangefochtene Rolle des kirchlichen Fürstenstaates von der Mitte des 14. bis zum Anfang des 19. Jhs. hat der Stadt Salzburg zu einem bedeutenden kulturellen Status verholfen und dem Land einen Stempel aufgedrückt, dessen Spuren bis heute wahrnehmbar sind. Der italienisch anmutende Charakter der weiträumigen Plätze, der mächtige Dom, die edlen Palais - allen voran die erzbischöfliche Residenz samt Neugebäude - stehen in einem sympathischen Kontrast zu den mittelalterlichen engen Gassen und Häusern.

Zum Ende der Epoche des Fürsterzbistums wurde Wolfgang Amadeus Mozart geboren. Weil er sich den Vorstellungen des Landesherrn widersetzte, wurde er aus Salzburg vertrieben und ging nach Wien. Damals konnte niemand ahnen, welche Bedeutung dieses Jahrtausendgenie für Salzburg noch haben sollte. Auch ihm zu Ehren wurden 1918 die Festspiele gegründet - ein weiteres bedeutendes Kapitel in der Biografie Salzburgs.

„Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein …“, so heißt es bei Ralph Benatzky im „Weißen Rössl am Wolfgangsee“, einer der am meisten gespielten Operetten. Er hat Recht, auch wenn er damit nur einen Bruchteil des besonderen Charmes beschreibt. Die Attraktion des Salzkammerguts liegt im Nebeneinander von Alt und Jung, von Tradition und Moderne. Die Region erstreckt sich über die drei Bundesländer Oberösterreich (72 Prozent), Steiermark (16 Prozent) und Salzburg (12 Prozent). Wirtschaftliche Interessen der Habsburger an den Salzvorkommen führten schon im 14. Jh. zur Gründung eines eigenen Salzwirtschaftsstaates mit Gmunden als Verwaltungszentrale. Im 19. Jh., als die Heilkraft der Sole entdeckt wurde, entwickelten sich rasch Kurorte. Bad Ischl ist zu einem der wichtigsten geworden, nicht zuletzt, weil Kaiser Franz Joseph hier über 60 Jahre zur Sommerfrische weilte.

Das Kuren im herkömmlichen Sinne ist längst in den Hintergrund geraten. Denn spätestens seit man um die heilende Wirkung des Gebirgsklimas auf den menschlichen Organismus weiß, werden die Berge als riesengroßes Freiluftsanatorium wahrgenommen. Um schädliche Einflüsse weitgehend fernzuhalten, wurde der Nationalpark Hohe Tauern gegründet. Auch in den anderen Gebirgsregionen wird großer Wert auf den Schutz der Umwelt gelegt, von der starken Gewichtung ökologischen Wirtschaftens bis zum naturnahen Bauen der Häuser.

Das Land Salzburg nimmt innerhalb der neun österreichischen Bundesländer nach wie vor eine Sonderstellung ein. Dies bringen nicht nur die aus Untersberger Marmor gehauenen Stelen, die an der Landesgrenze stehen, zum Ausdruck. Das Gewicht der Geschichte mag auch der Grund dafür sein, warum in Salzburg die Anfänge der alternativen und später der „grünen“ österreichischen Stadtpolitik zu finden sind. Als jüngstes Beispiel der Sonderrolle sei die Aufnahme des Tierschutzes in die Landesverfassung genannt. Das Land ist in fünf politische Bezirke - Pinzgau, Pongau, Lungau, Tennengau, Flachgau - und mit der Stadt Salzburg in sechs Verwaltungseinheiten aufgeteilt. Auf einer Fläche von 7154 km² - etwa 8 Prozent des österreichischen Staatsgebietes - leben 520000 Einwohner, davon zwei Drittel auf dem Land und ein Drittel in der Stadt. Nach wie vor sind rund 80 Prozent der Bevölkerung Katholiken. Der Anteil der Protestanten ist mit 3,5 Prozent verschwindend gering.

Salzburg zählte schon in der Monarchie zu den industrieärmsten Regionen. Waren bis nach dem Ersten Weltkrieg mehr als 50 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, sind es heute nur noch 6 Prozent. Die Kinder und Enkel der Knechte und Mägde arbeiten heute im Handels- und vor allem im Dienstleistungsbereich, schließlich kommen jährlich 5,3 Mio. Gäste mit 22Mio. Übernachtungen ins Land. Der Tourismus ist zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor geworden. Er hat dazu beigetragen, dass hier einige der besten Köche Österreichs arbeiten und Hotels stehen, die zu den schönsten des Landes zählen.