Reisetipps Rhodos

Ausflüge & Touren Rhodos

Auf den Spuren der Antike und Ritterzeit

Geschichte kompakt: An diesem Tag lernen Sie alle vier rhodischen Städte der Antike und alle bedeutenden Burgen der Johanniterritter kennen. Mehrmals kommen Sie ans Meer, sodass Badepausen möglich sind. Sie sollten früh aufbrechen, um die Öffnungszeiten der archäologischen Stätten voll nutzen zu können. Der Montag ist für diese Rundfahrt ungeeignet, da Sie dann mancherorts vor verschlossenen Türen stehen. Länge der Rundfahrt von und bis Rhodos-Stadt: 210 km, Zeitbedarf mindestens acht bis zehn Stunden

Erste Station ist der Monte Smith. In der Antike befand sich auf ihm die Akropolis von Rhodos. Italienische Archäologen haben Stadion und Theater rekonstruiert, doch vom Apollotempel stehen nur noch dreieinhalb Säulen aufrecht.

Vom Monte Smith geht es hinunter auf die Schnellstraße, die die Stadt Rhodos mit Líndos verbindet. Faliráki mit seinen Hotelhochhäusern bleibt links liegen, Rhodos wird ländlicher. Hinter Kolímbia kommt links, hoch auf einem Berg, das Kloster Tsambíka in Sicht. Hinter der Abzweigung zum völlig unverbauten, traumhaft schönen Sandstrand Tsambíka Beach steigt die Straße bald an. In einer Linkskurve liegt das Talkloster von Tsambíka mit einer schönen Kirche und einer urigen Taverne.

Der nächste Besichtigungsstopp lohnt in Archángelos, dem zweitgrößten Ort der Insel. Ein kurzer Spaziergang führt zur stets frei zugänglichen Ruine der Ritterburg.

Hinter Archángelos steigt die Schnellstraße zunächst hügelan und senkt sich dann in das größte Orangenanbaugebiet von Rhodos hinab. Hier liegt an der Küste Charáki mit der Festung Féraklos. Am Fuß des Burghügels befinden sich, etwa 200 m hinter den letzten Häusern des Orts, auf freiem Feld die Reste einer Zuckerraffinerie aus Kreuzritterzeiten. Die Gewinnung von Rohrzucker war ein bedeutender Wirtschaftszweig des Johanniterordens. Die Ruinen sind eingezäunt, von außen allerdings gut einzusehen.

Der erste Blick auf Líndos lässt jeden zunächst einmal auf die Bremse steigen. Über den weißen Häusern des einzigartigen Dorfs ragt der mächtige Akropolisfelsen auf, den die Griechen der Antike mit einem Tempel und die Ritter des Mittelalters mit einer Burg krönten. Líndos sollten Sie an diesem Tag nicht besuchen. Selbst eine Kurzbesichtigung würde mindestens drei Stunden in Anspruch nehmen. Hierher kommen Sie besser an einem anderen Tag ganz gezielt mit einem Linienbus.

Hinter Gennádi zweigt man ins Inselinnere ab und fährt nach Ístrios. Am Weg nach Apolakkiá fallen nach etwa 5 km rechts zwei große Apsiden auf, die zu einer fünfschiffigen Basilika aus frühchristlicher Zeit gehörten.

Nächster Ort nach Apolakkiá ist Monólithos, ganz in der Nähe der gleichnamigen, sehr fotogenen Burg auf einem Hügel hoch über dem Meer. Auf der Weiterfahrt sollten Sie in Siána eine Pause einlegen und dort einen Joghurt mit Honig essen, bevor es an der Westküste weitergeht. Hinter Kritinía zweigt eine Stichstraße zur schon gut sichtbaren Burg ab. Wer von Burgen erst einmal genug hat, fährt gleich weiter zum winzigen Fischerhafen Kámiros Skála und zu den Ausgrabungen der antiken Stadt Kámiros. Danach steht nur noch ein Ziel auf dem Programm: kurz vor Rhodos-Stadt das Plateau des Filérimos mit seinen antiken Ruinen und einem mittelalterlichen Kloster.

Kleine Kirchen, stille Dörfer

Auf der Suche nach dem ursprünglichen Griechenland werden Sie in den Binnendörfern der Insel viel eher fündig als in den Küstenorten. Diese Tour führt in viele kleine Orte - und zu einer Reihe kleiner Kirchen und Klöster aus byzantinischer Zeit. Manche sind verschlossen, um Ikonendiebstähle zu verhindern, andere stehen Besuchern offen. Sie bieten nicht nur Kunstgenuss, sondern faszinieren ebenso oft durch ihre landschaftliche Lage. Ein Jeep ist für diese Rundfahrt nicht unbedingt erforderlich. Er ermöglicht es allerdings, Abkürzungen über Schotterstraßen und holprige Pisten zu nehmen. Länge der Rundfahrt ab und bis Faliráki: 250 km, Zeitbedarf mindestens acht bis zehn Stunden

Sie verlassen Faliráki auf der Schnellstraße, zweigen jedoch nach 5 km ins Dorf Afántou ab und nehmen dort die Straße ins große Binnendorf Psínthos. Ein kleines Sträßlein führt weiter nach Archípolis.

Von Archípolis aus können Sie einen kurzen Abstecher über die Straße Richtung Kolímbia unternehmen, an der nach 2 km rechter Hand die Kirche Ágios Nektários steht. Sie ist vollständig mit neuen Wandmalereien im traditionellen byzantinischen Stil ausgeschmückt. Auf der anderen Straßenseite hat die Gemeindeverwaltung einen Waldpark mit Picknickplätzen angelegt. Von Archípolis geht es weiter nach Eleoússa und zur Kirche Ágios Nikólaos Fountouklí, einem schönen Sakralbau. Nach der Besichtigung kehren Sie nach Eleoússa zurück und fahren von dort über die stillen Dörfer Platánia und Apóllonas nach Émbonas, wo Sie eine Weinkellerei besichtigen und zu Mittag essen können.

Nächstes Besichtigungsziel ist, weit im Süden, das Kloster Skiádi mit seiner wundertätigen Marienikone. Von dort führt eine neue Straße über den Berg hinüber nach Mesanagrós. Im Dorf werden Sie mit einer unbedingt sehenswerten Kirche belohnt. Den Schlüssel dazu bewahrt der Wirt des benachbarten Dorfkaffeehauses, in dem es auch ein einfaches Essen gibt, auf. Links unterhalb der Straße von Mesanagrós nach Lachaniá lohnt die Wallfahrtskirche Ágios Thomás einen kurzen Abstecher. Lachaniá offenbart seinen ländlichen Reiz am besten, wenn man das Fahrzeug an der Hauptstraße stehen lässt und zur Taverne Plátanos nach unten geht. Von Lachaniá geht es dann wieder in Richtung Norden. Zwei Höhepunkte dieser Tagesfahrt stehen noch auf dem Programm: ein Abstecher zum Bergdorf Asklipión mit seiner freskengeschmückten Kirche und einem kleinen Museum sowie ein kurzer Abstecher zum Kloster Thári bei Láerma, in dem nach längerer Pause jetzt wieder Mönche leben.

Wer danach noch Lust hat, kann schließlich von Lárdos aus durch einen duftenden Kiefernwald zum Kloster Ipsenís fahren, wo gastfreundliche Nonnen zu Hause sind. Über die gut ausgebaute Ostküstenstraße gelangen Sie schließlich nach Faliráki zurück.

Viel Natur und schöne Strände

Auf dieser Tagestour bleiben die historischen Sehenswürdigkeiten weitgehend unbeachtet. Naturerlebnis und Badespaß stehen im Vordergrund - dazu passt natürlich ein offenes Fahrzeug am besten. Man kann die Tour als vollständige Inselrundfahrt gestalten und entlang der Westküste zurückfahren. Sehr viel schneller gelangen Sie aus dem Süden freilich über die besser ausgebaute Ostküstenstraße ins Feriendomizil zurück. Länge der Rundfahrt ab und bis Rhodos-Stadt: 200 km, Zeitbedarf sieben bis neun Stunden; Badesachen nicht vergessen!

Den Auftakt für den Reigen schöner Strände entlang der Ostküste bildet die kleine Bucht von Ladikó kurz hinter Faliráki. An dem kurzen, aber selten vollen Sandstrand steht eine einzige Taverne: Eine gut befahrbare Staubstraße führt hinüber in die Anthony-Quinn-Bucht.

Das Dorf Kolímbia besitzt zwei schöne Sandstrände. Der nördliche ist kilometerlang, optisch wegen des flachen Hinterlands allerdings weniger ansprechend. Der südliche hingegen wird von einer niedrigen Steilküste aus bizarr geformten Felsknollen begrenzt, die ihn auch fürs Auge durchaus attraktiv machen.

Fahren Sie von Kolímbia aus nicht gleich in Richtung Süden weiter, sondern unternehmen zunächst einmal einen Abstecher zu den Eptá Pigés im Landesinnern, stoßen Sie dort auf einen unterirdischen Wassergraben und nach dem Weg über den Hügel auf eine sanft gewellte grüne Landschaft samt Teich. Widerstehen Sie jedoch der Verlockung zu baden: Trinkwasserschutzgebiet!

Schon 2 km südlich von Kolímbia zweigt eine Stichstraße an den Strand von Tsambíka ab, der zu den schönsten der Insel zählt. Er ist beinahe 1 km lang und noch völlig unverbaut. Nur eine Taverne und mehrere improvisierte Imbissbuden stehen hier. Ansonsten ist alles naturbelassen. Besonders schön: Der Wind hat an den Hängen im Süden des Strands Sand abgelagert, sodass es aussieht, als liege man vor haushohen Dünen.

Nach einem Besuch im Kloster Káto Tsambíka können Sie in Charáki eine Burg erklimmen. Wer stattdessen lieber noch einen Sandstrand aufsucht, kann von Charáki aus zur nördlich gelegenen Agáthi-Bucht fahren.

Meist voll sind die beiden schönen Sandstrände von Líndos. Sie sollte man ein anderes Mal besuchen und an Líndos vorbei weiterfahren nach Péfki. Unterwegs können Sie den schönen Blick auf die Bucht Ágios Pávlos, in der einst der Apostel Paulus an Land gegangen sein soll, genießen.

Bei Lárdos erreichen Sie wieder die Schnellstraße. Schon wenige Hundert Meter weiter liegt links unterhalb der Straße eine weitere kleine Sandbucht. Bei Kiotári beginnt kurz darauf der längste Ostküstenstrand. Als breites, teils sandiges, teils kiesiges Band reicht er bis weit jenseits von Gennádi.

Das am weitesten von Rhodos-Stadt entfernt gelegene Dorf ist zugleich das südlichste der Insel: Kattaviá. Am Dorfplatz laden mehrere Tavernen zu einer Rast ein, aber auch am Strand von Prassoníssi an der Südspitze kann man speisen.

Wenn Sie für die Rückfahrt in den Norden nicht die schnellere Strecke entlang der Ostküste vorziehen, gelangen Sie schon kurz hinter Kattaviá an die westlichen Ufer der Insel. Schöne Strände findet man hier zwar nicht mehr, dafür ist aber die bergige Landschaft besonders abwechslungreich.

Wer noch viel Zeit hat, wird auf dem Rückweg vielleicht noch einen Abstecher in das Schmetterlingstal Petaloúdes unternehmen wollen, um dann von dort über das Dorf Psínthos nach Faliráki oder in einen anderen Urlaubsort zurückzukehren.