Reisetipps Polen

Highlights Polen

Region: Gdańsk (Danzig)

Długi Targ/Langer Markt

Der Lange Markt bildet das Herzstück des Rechtstadt-Viertels. Er ist ist Teil des sogenannten Königsweges, der von der Brama Wyżynna (Hohes Tor) über die ul. Długa (Lange Gasse) und den Długi Targ bis an die Mottlau führt. Hier stehen die berühmtesten historischen Gebäude Danzigs dicht beieinander. Fesselnd: das originalgetreu restaurierte Innere des Rathauses, in dem sich heute das Museum der Stadtgeschichte (Muzeum Historyczne Miasta Gdańska | Di-So 10-16 Uhr | ul. Długa 47 | www.mhmg.gda.pl) befindet. Ein Höhepunkt ist auch der mit Samt ausgekleidete Rote Saal mit prunkvollen Deckengemälden. Der Aufstieg zur Aussichtsplattform auf dem Turm lohnt sich ganz sicher.

Neben dem Rathaus befindet sich der Artushof (Dwór Artusa), einst Versammlungsort Danziger Kaufleute. Beeindruckend ist hier der Große Saal, dessen 450 m² von einem Sternengewölbe überspannt werden. Vor dem Artushof steht der Neptunbrunnen, dem Meeresgott und Schutzpatron der Stadt gewidmet. Am Ende des Langen Marktes, an der linken Seite des Grünen Tores (Zielona Brama), sehen Sie eine kleine Tafel mit dem Hinweis auf das Büro des ehemaligen Arbeiterführers Lech Wałęsa.

Malbork/Marienburg

Rund 60 km südöstlich von Gdańsk überragt die größte mittelalterliche Burganlage Europas das Ufer der Nogat. Die mächtigste Burg des Deutschen Ordens galt vormals als uneinnehmbar. Sie brauchen einige Stunden, um die imposante Anlage mit ihren Schätzen zu besichtigen (tgl. 8-20 Uhr | www.malbork.pl). Am schönsten ist eine 45-minütige Nachtvorführung zur Burggeschichte (Son-et-lumière, Światło i dźwięk | Mai-Sept. 21.30 Uhr | 15 Zł.). Gut übernachten können Sie im Schlosshotel Zamek (42 Zi. | ul. Starościńska 14 | Tel. 0552728488 | Fax 0552723367 | €€).

Słowińskinationalpark

Ca. 115 km nordwestlich von Danzig liegt dieser Nationalpark, der auf der Unesco-Liste der Weltbiosphärenreservate steht. Seine größte Attraktion sind seine Wanderdünen. Aussichtspunkte finden sich auf dem Leuchtturm in Czołpino und dem Turm auf dem Berg Rowokół. Im Dorf Kluki befindet sich das Freilichtmuseum Słowiński Park Narodowy (Smołdzino | ul. Bohaterów Warszawy 1 | www.slowinskipn.pl).

Region: Warschau

Kulturpalast/Pałac Kultury

Fertiggestellt 1955 als Geschenk der Sowjetunion für Polen, galt er bis 1989 als sichtbarstes Symbol der Unterwerfung durch die Sowjets. Mit 230 m bis zur Spitze ist er das höchste Haus Polens: 42 Etagen, 3288 Räume, 1 Mio. m³ umbauter Raum. Der Kulturpalast beherbergt u. a. Theater, Kinos, das Technikmuseum und Institutionen wie das Goethe-Institut. Mit dem Lift gelangen Sie in die 30. Etage in 114 m Höhe mit herrlichem Rundblick auf Warschau. Tgl. 9-20 Uhr | Metro Centrum

Muzeum Powstania Warszawskiego/Museum des Warschauer Aufstandes

Alte Radiosendungen, Fotos, Filmaufnahmen, Interviews und moderne Simulationen vermitteln einen Eindruck von dem 63 Tage dauernden Aufstand der polnischen (Untergrund-)Heimatarmee (AK) gegen die Nazi-Herrschaft im Spätsommer 1944. 200000 Warschauer kamen ums Leben, die Stadt wurde völlig zerstört. Mo/Mi, Fr-So 10-18, Do 10-20 Uhr | ul. Przyokopowa 28 | www.1944.pl | Bus 106, 155 Muzeum Powstania Warszawskiego

Region: Wrocław (Breslau)

Rynek/Marktplatz

Elf Straßen münden auf den Platz, in dessen Mitte sich das im gotischen und im Renaissancestil erbaute Rathaus befindet. Die schönsten Bürgerhäuser stehen auf der Westseite des Rings (u. a. Nr. 2 das Greifenhaus, Nr. 4 Zum Goldenen Adler, Nr. 6 und Nr. 7 Zur Goldenen und Zur Blauen Sonne). An der nordwestlichen Seite verbindet sich der Markt mit dem Platz vor der Elisabethkirche, vorbei an den zwei charakteristischen kleinen Barockhäusern Jaś und Małgosia („Hänsel und Gretel“). An der südwestlichen Ecke gelangen Sie auf den Salzmarkt (Plac Solny), u. a. mit dem klassischen Gebäude der Neuen Börse und den rund um die Uhr geöffneten Blumenständen in der Mitte.

Region: Krakau

Rynek Główny/Hauptmarkt

Mit 200 m langen Seiten einer der größten mittelalterlichen Plätze Europas. In der Mitte die Tuchhallen aus dem 16. Jh. mit phantastischen Fratzen auf ihrem hohen Giebeldach. In der Marienkirche aus dem 14. Jh. befindet sich der herrliche Marienaltar von Veit Stoß, ein spätmittelalterliches Meisterwerk und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zu jeder vollen Stunde bläst ein Feuerwehrmann vom höheren Turm der Kirche den Alarmruf, der einst Krakau im 13. Jh. vor einem Mongolenangriff bewahrte.

Częstochowa/Tschenstochau

160 km von Krakau in Richtung łódź liegt das Kloster der Paulinermönche auf Jasna Góra, dem Hellen Berg. Der Ort ist der Mutter Gottes und Königin Polens geweiht. Der Legende nach hat sie das Kloster vor der Erstürmung durch die Schweden gerettet: Die Mönche trugen das Marienbild auf den Mauern des brennenden Klosters herum - daher die dunkle Färbung der Ikone der Schwarzen Madonna. Zu ihr pilgern jedes Jahr im August Hunderttausende Gläubige aus ganz Polen.

Oświęcim/Auschwitz

Etwa 60 km westlich von Krakau erinnern Baracken, Wachtürme und Stacheldrahtzäune, Verladerampen, Hinrichtungsmauern und Krematorien an den von den Nationalsozialisten begangenen Völkermord. Mehr als 1,1 Mio. Menschen aus 28 Nationen, darunter knapp 1 Mio. Juden, sind in Auschwitz-Birkenau, dem größten Konzentrationslager, das Hitler 1940 und 1942 bauen ließ, ermordet worden. Heute sind das Stammlager Auschwitz I und die Außenstelle Birkenau Museen und Gedenkstätten. In Birkenau erhebt sich seit 1967 das monumentale Denkmal für die Auschwitz-Opfer. Gedenkstätte und Museum Auschwitz-Birkenau: tgl. | Eintritt frei | Standardführung auf Deutsch (ca. 3,5 Std.) 1-15 Personen 174 Zł. | ul. Więźniów Oświęcimia 20 | Oświęcim | Tel. 0338448100 | www.auschwitz.org.pl

Wieliczka

13 km südlich von Krakau liegt eines der ältesten Salzbergwerke Europas, das heute zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Zur Besichtigung wurde ein 3,5 km langer Abschnitt auf 64-135 m Tiefe freigegeben. Wunderschöne Kapellen, u. a. die Kapelle der Heiligen Kinga, in der vom Altar bis zum Kandelaber alles aus Salz ist, unterirdische Seen, unzählige Figuren und Fresken begeistern die Besucher. Unter Tage befinden sich auch ein Sanatorium und ein Restaurant. Kopalnia Soli Wieliczka | April-Nov. tgl. 7.30-19.30, Nov.-März 8-17 Uhr | ab 45 Zł. | www.kopalnia.pl | www.wieliczka.pl

Region: Olsztyn (Allenstein)

Kanał Elbląsko-Ostródzki/Oberländischer Kanal

Sind Sie schon mal mit einem Schiff über Land gefahren? Hier geht das. Der Kanal aus dem 19. Jh. verbindet mehrere Seen und überwindet insgesamt 99 m Höhenunterschied mithilfe von Schleusen und fünf geneigten Ebenen. Dort werden die Schiffe auf einen Schienenwagen verladen und mittels eines Aufzugs zum nächsten Gewässer befördert. Interessant und schön ist die elfstündige, 82 km lange Fahrt von Elbląg (Elbing) nach Ostróda (Osterode) durch eine fantastische Natur. Man kann aber auch schon in Małdyty nach 37 km die Fahrt beenden. Abfahrt Ostróda oder Elbląg 8 Uhr | 23-70 Zł. | Żegluga Ostródzko-Elbląska | Ostróda | ul. Mickiewicza 9a | Tel. 0896463871 | www.zegluga.com.pl | www.um.ostroda.pl

Wilczy Szaniec/Wolfsschanze

100 km nordöstlich von Olsztyn liegt bei Gierłoż (Görlitz) das 1940 erbaute Hauptquartier Hitlers. Heute sind noch Mauerreste der 6m dicken Bunkerwände zu sehen, darunter die sogenannte Lagerbaracke, in der Graf Stauffenberg am 20. Juli 1944 das missglückte Attentat auf den Diktator verübte. Wilcze Gniazdo | Gierłoż | tgl. 8 Uhr bis Dämmerung | www.wolfsschanze.home.pl

Region: Jelenia Góra (Hirschberg)

Friedenskirchen

Es lohnt sich, von Jelenia Góra aus einen Ausflug den beiden Kleinoden Schlesiens, den Friedenskirchen in Jawor (Jauer, ca. 40 km nordöstlich ) und Świdnica (Schweidnitz, 65 km östlich ) , zu widmen. Gemäß der im Westfälischen Frieden von 1648 zugestandenen Religionsfreiheit erlaubten die habsburgischen Kaiser ihren protestantischen Untertanen in Schlesien den Bau von drei Kirchen. Diese mussten außerhalb der Stadt liegen, aus Holz, Lehm, Sand und Stroh errichtet sein, sie durften keine Türme und Glocken haben, die Bauzeit durfte nur ein Jahr dauern. Die Kirche in Głogów (Glogau) brannte nach einiger Zeit ab. Die beiden erhaltenen in Jawor (pl. Pokoju 2) und in Świdnica (pl. Pokoju 6) - die größte Holzkirche Europas - beeindrucken vor allem durch den Gegensatz zwischen dem bescheidenen Äußeren und der für protestantische Gotteshäuser sehr untypischen prächtigen Ausschmückung mit Gold und Malereien im Inneren. Sie gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Beide Kirchen Mo-Fr 9-13 u. 15-17, Sa/So 15-17 Uhr | Erklärungen vom Tonband auf Deutsch

Legen Sie in Świdnica eine gemütliche Kaffeepause in einem einmaligen Ambiente ein. In der Nachbarschaft der Kirche liegt das Cafe 7 (pl. Pokoju 7 | www.cafe7.s-ca.pl), das in einem alten Speicher mit schönen Bilderausstellungen und einem gemütlichen Kaminfeuer untergebracht ist.

Krzeszów/Grüssau

Die Klosteranlage der Benediktiner (später Zisterzienser) aus dem 13. Jh., 40 km südöstlich von Jelenia Góra, wird von der zweitürmigen Abteikirche aus dem 18. Jh. überragt, deren prachtvolles Äußeres dem beeindruckenden Inneren mit üppigen Stuckdekorationen, Fresken, Altären, dem Chorgestühl und der Orgel entspricht. In der Fürstenkapelle ruhen die Schweidnitzer Piasten. Ebenso begeistert die kleine St.-Josephs-kirche nebenan, wo Michael Willmann um 1695 einen großartigen Freskenzyklus schuf.

Region: Südostpolen

Zamość

Zamość, das „Padua des Nordens“, entstand als utopischer Architektenentwurf der Renaissance. Reiche polnische Magnaten erwarben Anfang des 16. Jhs. das Gebiet der heutigen Stadt. Der 36-jährige Großkanzler Jan Zamoyski ließ dann von dem italienischen Baumeister Bernardo Morando sein Schloss und die Stadt entwerfen. Heute erstrahlt das Unesco-Weltkulturerbe (58400 Ew.) in der Schönheit seiner restaurierten Renaissancebauten.

Das Zentrum der idealen Stadt besteht aus dem quadratischen Großen Markt mit dem Rathaus. Der Markt wird von wunderschönen Kaufmannshäusern mit Laubengängen gesäumt. Die schönsten stehen auf der Nordseite und gehörten Kaufleuten und Handwerkern aus Armenien, die seit 1585 in Zamość angesiedelt wurden. Im „Haus zum Engel“ ist heute das Regionalmuseum untergebracht mit interessanten Informationen zur Stadtgeschichte (Di-So 9-16 Uhr | ul. Ormiańska 30). Gegenüber, an der Südfront, steht das Haus des Architekten Morando (Nr. 25). In einer Seitenstraße (ul. Staszica 37) unweit davon wurde 1870 Rosa Luxemburg geboren. Eine kleine Gedenktafel erinnert an die Sozialistin. Am Markt steht auch die dreischiffige Kollegiatskirche. Von der multikulturellen Vergangenheit der Stadt zeugen die griechisch-orthodoxe Kirche in der Altstadt, die Synagoge (ul. Pereca) und die Kathedrale (ul. Kolegiacka).

Zum Übernachten bietet sich das Hotel Zamojski an, mit Blick auf den Marktplatz (53 Zi. | ul. Kołłątaja 2-6 | Tel. 0846392516 | Fax 0846392501 | €-€€). Touristeninformation: Rynek Wielki 3 | Tel. 0846392292 | www.zamosc.pl