Reisetipps Normandie

Ausflüge & Touren Normandie

Durch das Tal der Seine zum Meer

Die schönste Route von Paris nach Rouen ist diejenige, die dem Lauf der Seine auf ihrem Weg zur Mündung folgt. An den vielen Flusswindungen sind historische Glanzpunkte und landschaftliche Schönheiten zu entdecken. Dauer: zwei Tage, rund 140 km bis zum Meer

Verlassen Sie die Autobahn A 13 an der Ausfahrt 16 in Richtung Vernon. Am Rand des mittelalterlichen Städtchens liegt das Château de Bizy. Hinter Vernon wechseln Sie auf die andere Seite der Seine und biegen unmittelbar hinter der Brücke nach Giverny ein. Dort erleben Sie eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Normandie: das Anwesen des großen Impressionisten Claude Monet. Kehren Sie nun um, bleiben auf der rechten Seite des Flusses und fahren über die D 313 nach Les Andelys, das malerisch an einer Schleife der Seine liegt. Am Ende des Städtchens geht es rechts hinauf zu den Ruinen des Château Gaillard. Richard Löwenherz ließ 1196 das gewaltige Bollwerk zur Verteidigung der Normandie gegen das französische Königreich errichten.

Auf der Weiterfahrt können Sie Rouen über die D 126 direkt ansteuern oder aber einen landschaftlich schönen Umweg entlang des Ufers der Seine wählen. Für einen Rundgang durch das Freilichtmuseum Rouen sollten Sie mindestens drei Stunden einplanen und hier am besten auch übernachten.

Bei der Weiterfahrt bleiben Sie auf dem rechten Seineufer und biegen kurz vor Beginn der A 150 links in die D 982 ein. Lohnend ist ein Stopp in Saint-Martin-de-Boscherville zur Besichtigung der normannisch-romanischen Abteikirche Saint-Georges. Ein Höhepunkt sakraler Baukunst ist die nächste Station, die Abbaye de Jumièges, die als die schönste Ruine Frankreichs bezeichnet wird. In Saint-Wandrille-Rançon erleben Sie die Benediktinerabtei aus dem 7. Jh. und in Caudebec-en-Caux die Kirche Notre-Dame, ein Meisterwerk der Spätgotik.

Verlassen Sie die D 982, folgen Sie der D 81, und machen Sie zu Ehren des Dichters Victor Hugo im herrlich am Seineufer gelegenen Villequier Halt, wo Sie das ihm gewidmete Museum besuchen sollten. Wenige Kilometer weiter beeindruckt das spätgotische Château d'Ételan. In Lillebonne kehren Sie auf die D 982 zurück. Das im 1. Jh. errichtete Amphithéâtre Romain zeugt von der Bedeutung des Städtchens zu Zeiten Julius Cäsars.

Die A 15 führt direkt in die Hafenstadt Le Havre, gern auch La Porte Océane genannt. Es lohnt sich, zum Vorort Sainte-Adresse zu fahren, die neugotische Kapelle Notre-Dame-des-Flots anzusteuern und von dort den Blick über das Cap de la Hève, das alte Fort und das Meer zu genießen.

Wenn Sie Le Havre in südlicher Richtung verlassen, überqueren Sie unbedingt den Pont de Normandie in Fahrtrichtung Honfleur und genießen die grandiose Aussicht auf die Seinebucht.

Entlang der Côte d'Albâtre

Sehr lohnend ist der Einstieg in die Normandie an ihrem nordöstlichsten Punkt, im Seebad Le Tréport. Zu Füßen der höchsten Kreideklippen Frankreichs gelegen, offenbart es den Charme der Côte d'Albâtre, die sich von hier bis über Étretat hinaus hinzieht. Von Le Tréport bis Étretat sind es 105 km, die sich - mit genügend Zeit für Stopps - in einem Tag bewältigen lassen.

Zum Teil mehr als 100 m hoch sind die Steilklippen der Côte d'Albâtre. Zu ihren grünen Tälern führt die D 925, die sich kurvenreich entlang des Klippenrands bis zum Cap de la Hève bei Le Havre schlängelt. Le Tréport und der benachbarte Badeort Mers-les-Bains bieten einen schönen Einstieg in die Küstentour.

Als das älteste französische Seebad stellt sich Dieppe vor. Zum mittelalterlichen Charakter trägt die Burg bei, die über der Stadt und dem Hafen thront. Die D 75 und D 68 erlauben es, die Fahrt küstennah fortzusetzen. Ein Stopp lohnt sich in Varengeville-sur-Mer. Die über dem Meer gelegene Kirche des Künstlerdorfs besitzt ein Glasgemälde von Georges Braque. Wenige Kilometer weiter erreichen Sie mit Saint-Valéry-en-Caux das nächste beliebte Seebad. Ein Abstecher ins Hinterland führt in Cany-Barville zum Château Cany, das prachtvoll inmitten seines schönen Parks liegt. Über die D 925 gelangen Sie nun direkt nach Fécamp, das Sie auch über das Seebad Veulettes-sur-Mer am Meer entlang erreichen können. Diese Strecke führt am Château de Sassetot vorbei, in dem die legendäre Kaiserin Sissi ihre Ferien verbrachte.

In Fécamp ist unbestrittener Höhepunkt die mächtige frühgotische Abteikirche Sainte-Trinité. Ein charmanter Badeort ist das nahe Yport, das eng in die Steilklippen gebaut ist. Weit mehr Platz und vor allem zwei Naturereignisse links und rechts bietet der Strand von Étretat: Die berühmten Felsnadeln im Meer sind ein Wahrzeichen der Normandie.

Durch das stille Hinterland

Eine herrliche Strecke führt von Alençon über die Suisse Normande zur Küste des Calvados. Lassen Sie sich für die rund 150 km zwei Tage Zeit, um ausreichend Gelegenheit für Stopps zu haben.

Alençon begrüßt mit dem massiven Château des Ducs seine Besucher und macht ihnen bewusst, dass sie geschichtsträchtigen Boden betreten haben. Ein schöner Eindruck wartet wenige Kilometer entfernt inmitten der herrlichen Alpes Mancelles. Das malerisch in den Hügeln gelegene Saint-Céneri-le-Gérei zählt sich zu den schönsten Dörfern Frankreichs.

Nach diesem kleinen Ausflug führt der Weg zurück nach Alençon und in Richtung Norden über die N 138 zum Bischofssitz Sées. Die Kathedrale Notre-Dame gilt als Meisterwerk normannischer Hochgotik. Nach wenigen Kilometern auf der N 158 erreichen Sie mit dem Château in Médavy ein weiteres attraktives Bauwerk. Die kleine D 26 führt nach Le Pin-au-Haras zum ebenfalls in einem Schloss untergebrachten Staatsgestüt Haras du Pin. Eine landschaftlich schöne Strecke bietet dann die N 26, die nach Argentan führt. Wie Alençon hat auch diese Stadt ihren Ruf durch die Spitzenherstellung begründet. Über die N 158 ist es nun nicht mehr weit nach Falaise, der Geburtsstadt Wilhelms des Eroberers, des legendären normannischen Herzogs.

Die D 511 führt Sie weiter zum blumengeschmückten Pont-d'Ouilly mitten in die romantische Suisse Normande, die viele Naturfreunde und Freizeitsportler anlockt. Temperamentvoller Mittelpunkt der Region ist das kleine Clécy.

Über die D 562 erreichen Sie schließlich Caen, die einstige Hauptstadt der Normandie. Wilhelm der Eroberer hat mit der Burganlage und den berühmten Abteien großartige Bauwerke in der Hauptstadt des Calvados hinterlassen.

Ausflug zum Mont-Saint-Michel

Der Ausflug zum Mont-Saint-Michel - knapp 150 km, mit Besichtigung zwei Tage - beginnt im historischen Bayeux, führt durch verschiedene Landschaften an Schlössern und Abteien vorbei, berührt sehenswerte Städte und findet seinen Höhepunkt mit der Besichtigung des „Glaubensbergs des Abendlands“.

Bayeux besitzt mit seiner Altstadt und der prächtigen Kathedrale bereits zwei Sehenswürdigkeiten. Seine große Attraktion ist aber die Tapisserie de Bayeux. Verlassen Sie die Stadt auf der D 572, und fahren Sie bis zum Waldgebiet Forêt de Cerisy. Auf der linken Seite ist das stilvolle Château de Balleroy mit dem Heißluftballonmuseum zu besuchen, auf der rechten Seite die Abteikirche von Cerisy-la-Forêt. Kurz danach erreichen Sie Saint-Lô. Größter Schatz der Stadt ist das von Napoleon Bonaparte angelegte Gestüt Haras National.

Ein architektonisches Juwel auf der nächsten Etappe ist die gotische Kathedrale von Coutances, die Sie über die D 972 erreichen. Von der Terrasse des Vierungsturms sind die Strände von Agon-Coutainville und, bei guter Sicht, die Kanalinsel Jersey zu sehen. Die D 971 führt Sie nun in das beliebte Seebad Granville.

Folgen Sie dann an der Küste entlang der D 911 in Richtung Avranches. An der Pointe de Champeaux öffnet sich ein phantastisches Panorama zum Mont-Saint-Michel, zur Bretagneküste und zu den Îles Chausey. In der alten Bischofsstadt Avranches lohnt ein Besuch des Parks.

Auf der N 175 und der D 75 sind es dann nur noch wenige Kilometer bis zum Mont-Saint-Michel | Mai bis Aug. tgl. 9-19, Sept.-April 9.30 bis 18, Einlass bis 17 Uhr | 8 Euro). Die vom Meerwasser umspülte Felseninsel ist durch einen Damm mit dem Festland verbunden, sodass Sie derzeit noch unmittelbar vor das Klostereingangstor fahren und dort parken können. Demnächst wird das Gebiet um den Berg allerdings renaturiert, sodass es für Autos keinen Zugang mehr geben wird.

Bereits im Eingangsbereich, an der Porte de l'Avancée, aber auch in der zur Abtei hinführenden Grande Rue bestimmt erhebliches Gedränge das turbulente Treiben mit Geschäften, Souvenirläden, Crêperien und Restaurants. Erst beim nicht ganz unbeschwerlichen Aufstieg über steile Treppenwege zum Klosterbereich lichten sich die Mengen.

Auf dem Weg passieren Sie Verteidigungsmauern, Türme und Terrassen, die Ihnen herrliche Blicke auf die näher rückenden Kunstwerke sakraler Architektur eröffnen. An den Gebäuden vorbei, in denen die noch heute im Kloster lebenden Mönche wohnen, erreichen Sie schließlich die Terrasse de l'Ouest (Westterrasse). Hier beginnen die in deutscher Sprache gehaltenen Führungen durch die Klosteranlage.

Höhepunkt ist der Kreuzgang, geschaffen als Ort der Stille und Meditation. Die schönen, mit normannischer Ornamentik versehenen Spitzbogenarkaden ruhen auf schlanken, doppelreihigen Säulen. In den Salles des Hôtesses unter dem Kreuzgang begrüßte und bewirtete der Abt die hohen, reichen Gäste, während im Almosensaal die Pilger empfangen und milde Gaben an die Armen verteilt wurden.

Auf dem Rückweg zur Westterrasse beschließt ein grandioser Rundblick über die Bucht, die Küste und das Meer die Fülle der Eindrücke. Kommen Sie am Abend wieder und lassen sich den atemraubenden Sonnenuntergang über der Bucht nicht entgehen.

In den Sommermonaten gibt es außerdem die stimmungsvollen promenades nocturnes: Zu sphärischen Klängen dürfen Nachtschwärmer durch rund 20 Säle auf einem etwa 1000 m langen Licht-und-Schatten-Parcours wandeln und sich von der mittelalterlichen Architektur zu Wachträumen inspirieren lassen.