Reisetipps Nizza

Ausflüge & Touren Nizza

Die Küste entlang ans Cap Ferrat

Nach einer kurzen Fahrt über die Basse Corniche die mittelalterlichen Gassen von Villefranche-sur-Mer entdecken; an der Küste des Cap Ferrat spazierengehen; die Villen Ephrussi de Rothschild und Kérylos besuchen. Das Cap Ferrat liegt nur 10 km von Nizza entfernt, sodass sich der Ausflug als Halbtagestour (ohne die Spaziergänge) gut eignet.

Am Hafen von Nizza fahren Sie ostwärts über den Boulevard Franck Pilatte und den Boulevard Maurice Maeterlinck um den Mont Boron herum bis zur Bucht von Villefranche.

Die Altstadt von Villefranche erhebt sich wie ein antikes Theater über dem Meer. Folgen Sie der Beschilderung zur kleinen Chapelle St-Pierre mit Fresken von Jean Cocteau (Di-So 10-12 u. 14-18, im Sommer 15-19 Uhr, 15. Nov.-15. Dez. geschl.). Der malerische Fischerhafen hinter der Kapelle verlockt zu einem Zwischenstopp in einem der Cafés. Parallel zur Uferstraße Quai de l'Amiral Courbet liegt die Rue Obscure, eine vollkommen mit Häusern überbaute Straße.

Folgen Sie nun der D 6098 am Meer entlang bis zur Kreuzung, über die Sie das Cap Ferrat erreichen. Ende des 19. Jhs. war die Halbinsel lediglich ein verwilderter Grund. Der belgische König Leopold II. entdeckte 1895 das Stückchen Land, erwarb zwei Drittel des Geländes und ließ zahlreiche Villen bauen. Darunter die berühmte Radiana, einen goldenen Käfig für seine junge Geliebte. Hier liegt auch der Zoo Parc Cap Ferrat.

Bei der Weggabelung am Touristikbüro halten Sie sich links und fahren zum Hafenparkplatz: Ausgangspunkt für einen Spaziergang vorbei an Villen und türkisfarbenen Buchten. Die gesamte Halbinsel kann auf einem Fußweg umrundet werden. Schön ist der Weg zur Pointe St-Hospice, der Spitze des Caps (ca. 3,5 km).

Ein Schmuckstück auf dem Cap Ferrat ist die Villa Ephrussi de Rothschild (ausgeschildert). Sieben Jahre benötigte die Baronesse Rothschild für deren Bau, in den die Ideen von nicht weniger als 15 Architekten einflossen. Die Villa beherbergt heute eine bedeutende Kunstsammlung, u. a. mit Möbeln und Gemälden aus Mittelalter und Renaissance, sowie eine wertvolle Porzellansammlung. Die 7 ha umfassenden Themengärten sind paradiesisch. Für eine Pause zwischendurch ist die Terrasse des eleganten Salon de Thé genau das Richtige. März-Juni, Sept./Okt. tgl. 10-18, Juli/Aug. 10-19, Nov.-Feb. 14-18 Uhr | Saint-Jean/Cap Ferrat | Eintritt 10 Euro, mit Villa Kérylos 15 Euro | Besichtigung mit 4-sprachiger Broschüre | www.villa-ephrussi.com

Weiter geht es rechts über die D 125 nach Beaulieu-sur-Mer zur Villa Kérylos. Mit der Nachahmung eines griechischen Palastes aus dem 2. Jh. v. Chr. hat der Archäologe Théodor Reinhach modernen Komfort mit dem Geist der Antike verbunden. Die Villa ist mit Kopien und Reproduktionen von Möbeln und Fresken aus dem alten Griechenland eingerichtet. März-Juni, Sept./Okt. tgl. 10-18, Juli/Aug. 10-19, Nov.- Feb. 14-18 Uhr | Impasse Gustave Eiffel | Beaulieu-sur-Mer | Eintritt 8,50 Euro, mit Villa Ephrussi 15 Euro | Besichtigung mit Audioführer auch auf Deutsch | www.villa-kerylos.com

Auf den Spuren von Matisse & Co

Ein Tag auf den Spuren der großen Künstler führt ins Hinterland von Nizza. Ziel ist das Bergdorf Saint-Paul de Vence, rund 22 km von Nizza entfernt. Enge Gassen, der obligatorische Bouleplatz und ein Blick über die Hügel bis zum Meer. Hier waren sie alle: Matisse, Chagall, Renoir, Signac, Dufy. Bis heute ist das Dorf ganz der Kunst verschrieben. Abwechslungsreich und kurzweilig ist dieser Ausflug für alle: ausgesprochene Kunstliebhaber und diejenigen, die Farben und Landschaften lieben.

Von Nizza geht es auf der A 8 in Richtung Cannes, die Sie bei der Ausfahrt Villeneuve-Loubet (Nr. 48) verlassen. Von dort folgen Sie der Beschilderung „Vence/Saint-Paul“.

Bereits bei der Hinfahrt kommen Sie an der Ortseinfahrt von Saint-Paul vorbei. Erste Station Ihres Ausflugs sollte jedoch die Matisse-Kapelle Chapelle Rosaire in Vence sein: Das Spiel von Licht und Sonne ist vormittags am eindrucksvollsten. 1947-51 steckte Matisse all seine Ideen und Liebe zu Licht, Formen und Farben in die Gestaltung der Kapelle. Von Fenstern und Türen über Bilder bis hin zum Altar - alles stammt aus seiner Hand. Das durch die farbigen Fenster einfallende Licht taucht die Kapelle in einen warmen Schein. Die Kerzenständer sind Matisse' Lieblingsblume, der Anemone, nachempfunden; der Altar ist aus einem Stein, der der Beschaffenheit von Brot ähnelt. „Das ist mein Meisterstück“, urteilte Matisse über das Ergebnis seiner Arbeit. Und Le Corbusier verließ die Kapelle mit den Worten: „Dank Ihnen ist das Leben heute schön.“ Mo/Do 10-11.30, Mo/Mi/Sa 14-17.30 Uhr | Eintritt 3 Euro | Infomaterial auch auf Deutsch

Von Vence geht es zurück nach Saint-Paul. Zeit für einen Mittagssnack. Entlang der Stadtmauer und rund um die Rue Grande gibt es jede Menge Restaurants und Bistros. Und nicht nur das: In der Rue Grande reiht sich eine Galerie an die andere. Zeitgenössische Kunst, Antiquitäten, Skulpturen - ein Mekka für Kunstliebhaber! Am Ende der Rue Grande liegt der Friedhof mit dem Grab von Marc Chagall. Rund um Saint-Paul gibt es vier ausgewiesene Wanderwege von 30-90 Minuten Länge.

Vom Dorf aus geht es zu Fuß oder per Auto zur Fondation Maeght. Auf dem schattigen Hügel verbirgt sich eine der wichtigsten europäischen Sammlungen zeitgenössischer Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen: Bonnard, Calder, Chagall, Giacometti, Léger, Miró. Das Ehepaar Marguerite und Aimé Maeght hat die Stiftung 1964 gegründet und zusammen mit dem Architekten Joseph Lluis Sert einen wahrhaft künstlerischen Ort geschaffen. Gebäude und Anlage wurden von den Künstlern mitgestaltet: Wandmosaike von Chagall, Brunnen von Bury, ein Skulpturenlabyrinth von Miró, der Hof von Giacometti. Von Giacometti ist auch das Mobiliar im Museumscafé (€) im Garten, wo sich dieser Tag herrlich beenden lässt. Okt.-Juni tgl. 10-12.30 u. 14.30-18 Uhr, Juli-Sept. 10-19 Uhr | Saint-Paul | Eintritt 11 Euro | www.fondation-maeght.com

Office de Tourisme de Saint-Paul: 2 rue Grande | Tel. 0493328695 | www.saint-pauldevence.com