Reisetipps Nizza

Auftakt Nizza Was für eine Stadt!

Nizza ist bunt wie ein Regenbogen: blau die Bucht, rot die Dächer, ockergelb die Häuser und grün die Gärten. Das mediterrane Licht lässt die Farben intensiver leuchten als anderswo. Und das an über 300 Sonnentagen im Jahr! Es riecht nach Meer, Gewürzen und Blumen. Die Tage verfliegen. Morgens ein Marktbesuch auf dem Cours Saleya, einem der schönsten Märkte der Côte d'Azur; dann auf der Strandliege dem Geräusch der Wellen lauschen, sich von den Farben Chagalls betören lassen und abends ins Nachtleben eintauchen. Natürlich erst nach einem stilvollen Diner. Lassen Sie sich treiben durch das lebendige Nizza!

Lange galten Nizza (Nice) und die Côte d'Azur ausschließlich als Glamour-Metropole und Ruheständler-Paradies. Heute ist Nizza weltoffen, jung und dynamisch. Rund 380000 Ew. leben hier; fünfzig Prozent davon sind unter vierzig. Das Leben in der Stadt ist ein buntes Gemisch aus gemütlich flanierenden Genießern und Inlineskatern mit iPod am Gürtel. Ebenso kontrastreich ist das Angebot, mit dem Nizza Sie überraschen wird: Restaurants im traditionell provenzalischen Stil neben modern experimenteller Küche; Museen mit Werken aus vergangenen Epochen neben junger, innovativer Kunst; schicke Strandbars neben öffentlichen Stränden mit bunt gestreiften Sonnenschirmen und Beachvolleyballern.

Die Berge ragen direkt hinter Nizza felsig-begrünt, im Winter schneebedeckt in den Himmel; vor der Küste leuchtet in hellem Türkis das Meer. Nizza liegt in einer Region, die von der Natur großzügig bedacht ist. Unschlagbar ist das Klima im südöstlichsten Zipfel Frankreichs: Rundherum durch Hügel und Berge vor den Winden wie dem Mistral geschützt, wird Nizza mit milden Wintern und einer Durchschnittstemperatur von 10 Grad verwöhnt. Im Sommer dagegen bleibt es von glutheißen Monaten verschont und kann dank der frischen Meeresbrise durchatmen. Dabei ist die Blütenpracht umwerfend: Mimosen, Orangen und Zitronen im Winter; Oleander, üppige, pinkfarbene Bougainvilleen und Lavendel im Sommer - in Nizza blüht es immer! Perfekte Voraussetzungen, um von Januar bis Dezember zu wandern, Sport zu treiben und auf Entdeckungstour zu gehen. Das Angebot ist voller Abwechslung, unerwartet und authentisch. Tauchen Sie in die Grotten vor der Küste, folgen Sie den Spuren der letzten Wölfe der Alpen im Parc du Mercantour, blicken Sie am Klettersteig Via Ferrata oberhalb des Dorfes Peille von Hängebrücken aus in die Tiefe, oder besuchen Sie eines der ungezählten Dörfer der Umgebung, in denen die Zeit zum Teil stillzustehen scheint - möglich ist (fast) alles. Das Freizeitangebot in und um Nizza ist riesig.

Südländischer Müßiggang? Keine Spur! Als Universitäts- und Kongressstadt zieht Nizza Besucher aus der ganzen Welt an. Mit seinem angesehenen Kongresszentrum Acropolis ist Nizza nach Paris die bedeutendste Kongressstadt Frankreichs. Und wenn abends die Studenten - 26000 gibt es von ihnen - die Altstadtgassen und Bars beleben, sind Sie mittendrin im fröhlichen Treiben. Auch wirtschaftlich ist die Region von Bedeutung: Sie lebt in erster Linie vom Tourismus, aber das ist nicht alles. Mit ihrem Technologiepark Sophia Antipolis, 20 km von Nizza entfernt, ist die Informationstechnologie Hauptwirtschaftszweig des Départements. Mit 1300 Unternehmen und 30000 Arbeitsplätzen gilt Sophia Antipolis als das Silicon Valley Frankreichs. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Nizza über den zweitgrößten Flughafen Frankreichs verfügt. Er liegt nur zehn Minuten vom Stadtzentrum entfernt und bietet fast 80 internationale Verbindungen in 30 Länder. So sind Sie nach Ihrer Ankunft ohne lange Bus- oder Taxifahrten schnell in der Stadt, und das Erlebnis Nizza kann beginnen!

Zurück zu den Anfängen: Die Geschichte der Stadt beginnt vor 400000 Jahren. Aus dieser Zeit stammen die Überreste der Grotten von Terra Amata. Im 4. Jh. v. Chr. kamen die Griechen und legten am Fuß der Colline du Château ihren Handelsstützpunkt Nikaïa an. Drei Jahrhunderte später gründeten die Römer in den Hügeln ihre Siedlung Cemenelum, dort, wo heute das Stadtviertel Cimiez liegt. Die Römersiedlung wurde neun Jahrhunderte später zugunsten von Nikaïa aufgegeben. Es folgten wechselhafte Zeiten: Erst den Ostgoten, dann dem Frankenreich unterstellt, litt die Stadt unter den Sarazeneneinfällen. Im 10. Jh. übernahmen die Grafen der Provence die Führung der Stadt. Ab dem 14. Jh. war Nizza im Besitz von Savoyen und blieb es, mit wenigen Unterbrechungen, nahezu fünf Jahrhunderte lang. Einschneidendstes Datum in Nizzas Geschichte ist das Jahr 1860. Per Volksabstimmung wurde die Angliederung Nizzas an Frankreich beschlossen. Die Stadt erlebte daraufhin einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Infrastruktur wurde ausgebaut. Der Straßen- und Wohnungsbau florierte, die Stadt bekam Anschluss an das Eisenbahnnetz, der Tourismus nahm seinen Anfang.

Die ersten, die kamen und sich in die Côte d'Azur verliebten, waren Engländer und Russen auf der Flucht vor den kalten Wintermonaten. Mit ihnen kamen Geld und Adel in die Stadt: Paläste, Kirchen, Promenaden - die Gäste aus dem Norden verwandelten das kleine Hafenstädtchen in eine mondäne Stadt, berühmt über die Grenzen Frankreichs hinaus. Russische Adelsfamilien und wohlhabende Geschäftsleute verewigten sich durch den Bau herrschaftlicher Residenzen. Seite an Seite stehen sie heute mit barocken Bauwerken und Palästen im Belle-Époque- und Art-déco-Stil. Bedenkt man, dass Nizza im Jahr 1860 kaum mehr als 40000 Ew. zählte, ist es umso erstaunlicher, welcher architektonische Reichtum im 19. Jh. hier entstanden ist. Vor dieser Kulisse ist ein Spaziergang durch Nizza ein Flanieren vorbei an Villen und Palästen, vor denen sich die Palmen in den Himmel strecken und in deren Fenstern sich das Blau des Meeres spiegelt. Apropos flanieren: Die Promenade des Anglais ist, wie der Name schon verrät, den Engländern zu verdanken. Es war die Idee des Engländers Lewis Way, den schmalen Kieselweg in einen befestigten Gehweg umzubauen. Und so war die Promenade seit Mitte des 19. Jhs. ein Ort des Sehens und Gesehenwerdens: Lords und Ladys, Künstler, Kurtisanen und gekrönte Häupter wie Zar Alexander II. und Napoleon III., Königin Victoria und das kaiserliche Paar Franz-Josef und Elisabeth spazierten die weltberühmte Uferpromenade entlang. Ein Who's who bis heute, denn ab 1920 kamen dann Kino- und Chansonstars hinzu. Die „Prom“: das bleibende Wahrzeichen Nizzas.

Nicht nur beim Blick aufs Meer von einem der blauen Stühle auf der Promenade aus kommen mediterrane Gefühle auf. In einem der Kellertheater französischen Chansons zu lauschen, hat mindestens den gleichen Effekt. Oder aber Sie besuchen eine der vielen Jazzkneipen: denn auch der Jazz hat in Nizza Tradition. Das erste internationale Jazzfestival fand 1948 statt. Mit dabei waren Louis Armstrong, Django Reinhardt und Stéphane Grappelli. Ein gutes Omen, denn bis heute prägt der Jazz die Musikszene der gesamten Region. Neue Gruppen entstehen, es wird experimentiert, überall wird gejazzt.

Besonders stolz ist Nizza auch auf seine 19 Museen und Galerien, auf seine 32 historischen Denkmäler und 300 ha Parks, Gärten und Grünflächen. In den Kunstmuseen erwarten Sie Werke aus dem 20. Jh. Henri Matisse' und Marc Chagalls Fantasien in Blau, Gelb, Grün; Bens unverkennbare Schreibschrift; die Farben der naiven Künstler. Bunt wie ein Regenbogen eben - entdecken Sie die Farben Nizzas!