Reisetipps Niederlande

Insider Tipps Niederlande MARCO POLO Autorin Elsbeth Gugger im Interview

Elsbeth Gugger ist Korrespondentin des Schweizer Radios DRS und des Zürcher Tagesanzeigers und lebt seit 1992 in Amsterdam.

Wieso leben Sie in Amsterdam?

Die Grachtenstadt hat eine hohe Lebensqualität. Außerdem brauche ich kein Auto. Ich kann wirklich alles mit dem Fahrrad erledigen, selbst bei Wind und Wetter, und muss mich dank gut ausgebauter Radwege nicht mit den Autofahrern um mein Territorium streiten.

Wie geht es Ihnen in den Niederlanden?

Blendend! Dies ist ein Land der kurzen Wege: In einer halben Stunde bin ich am Strand (für eine Schweizerin eine aufregende Vorstellung!), in zehn Minuten stehe ich mit den Skates auf meinem Lieblingsdeich. Was will ich mehr?

Und was gefällt Ihnen nicht so?

Die schlechten Manieren auf Bahnhöfen: Man steht in Trauben vor den Eingangstüren, statt den Aussteigenden Platz zu machen. Und viele vergessen gerne, im Ruheabteil ihre Klappe zu halten.

Wo und wie leben Sie genau?

Ich wohne im östlichen Hafengebiet von Amsterdam, umgeben von modernen Bauten. Ich wundere mich schon lange nicht mehr über die ausländischen Architekturstudenten, die in mein Viertel pilgern. Der Weg in mein Büro in der Innenstadt an einer der drei Hauptgrachten ist der schönste Arbeitsweg, den ich je hatte: Ich radle durch das neu erschlossene Terrain des alten Hafens bis zum am Wasser gelegenen Bahnhof und dann weiter an den Grachten entlang.

Was machen Sie beruflich?

Als Korrespondentin für Schweizer Medien berichte ich über alles, was für meine alte Heimat interessant ist. Dazu gehören Themen aus Politik, Wirtschaft, Kultur - und bunte Geschichten. Gleichzeitig decke ich die internationalen Organisationen in Den Haag ab, verfolge also Prozesse am Internationalen Strafgerichtshof oder am Uno-Gericht.

Kommen Sie viel in den Niederlanden herum?

Ich reise ständig kreuz und quer durchs Land, interviewe hier einen Politiker, dort eine Fachfrau, besuche Ausstellungen oder sehe mir einen Betrieb an. Als Radiofrau bin ich auf O-Töne angewiesen. Das ist mir sehr recht, da ich lieber auf Reportage gehe, statt im Büro zu sitzen.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Amsterdam ist voller beeldjes. Viele dieser kleinen Statuen und Skulpturen stehen unbeachtet in Parks oder an Straßenecken. Für meinen Mann und mich ist es ein sonntägliches Vergnügen, neue Minidenkmäler zu entdecken.