Reisetipps Niederländische Küste

Ausflüge & Touren Niederländische Küste

Durch Stadt und Land am Ijsselmeer

Die abwechslungsreiche Rundfahrt führt von Enkhuizen über den Abschlussdeich nach Friesland. Von dort geht's zur Kunstlandschaft Flevoland, dann zurück nach Enkhuizen. Rund 260 km, Dauer: ein bis zwei Tage

Bei dieser Tagestour besuchen Sie die niederländischen Regionen Friesland, Westfriesland sowie Flevoland mit ihren typischen Landschaftsbildern und den geschichtsträchtigen Orten Enkhuizen und Blokzijl.

Enkhuizen, wo die Rundfahrt beginnt, kann auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurückblicken. Im Zentrum sind noch viele malerische Gebäude aus dem Goldenen Zeitalter zu sehen. Im 17. und 18. Jh. besaß Enkhuizen die großen Werften, auf denen die Fleuten, die dickbauchigen Segler der Ostindischen und Westindischen Kompanie, gebaut wurden. Das schöne Rathaus, 1686 bis 1688 aus Sandstein errichtet, ist noch erhalten. Neben dem prächtigen Bürgersaal ist auch das Bürgermeisterzimmer aus dem 17. Jh. zu besichtigen.

Die Fahrt führt weiter über Andijk und von dort am Deich entlang nach Medemblik. Über die N 240 erreicht man bald Den Oever, wo der 30 km lange Abschlussdeich (afsluitdijk) beginnt, der die Provinzen Nordholland und Friesland verbindet. Auf der 32 m breiten Deichkrone führt die Autobahn hinüber nach Zurich in Friesland. Nach 6,5 km erreicht man einen Parkplatz mit Aussichtsturm, von dem aus man einen wundervollen Blick über das IJsselmeer und das Wattenmeer hat.

Die stürmische Nordseebucht trockenzulegen war schon immer ein Traum der Holländer. Pläne hierfür gab es bereits im Jahre 1667. Von 1927 bis 1932 dauerte der Bau des Dammes zwischen Nordholland und Friesland. Aus der salzigen Zuiderzee, der „Südsee“, wurde das süßwasserhaltige IJsselmeer. Für die Nordseefischer war der Bau freilich eine Tragödie, denn viele verloren dadurch ihre Arbeit.

Hat man die 30 km hinter sich gebracht, biegt man von der A 7 nach Makkum ab. Die ehemalige Handelsstadt ist heute bei Wassersportlern beliebt. Sie ist auch für ihre Fayencen bekannt.

Weiter geht es dann auf der N 359 nach Lemmer. Ein Restaurant für Fischliebhaber ist das De Connoisseur (tgl. | Vuurtorenweg 15 | Tel. 0514/565559 | €€-€€€). Wer mag, kann in Lemmer auch übernachten, zum Beispiel im gemütlichen Hotel Lemster Veerschip (6 Zi. | Polderdijk 2–3 | Tel. 0514/563376 | Fax 564656 | www.lemster-veerschip.com | €). Hinter Lemmer führt die Fahrt weiter über die A 6 bis Ausfahrt Nr. 15, dann weiter auf der N 331 und N 333 über Marknesse bis nach Blokzijl.

Die kleine Stadt (1200 Ew.), deren Markenzeichen die engen Gassen und die Giebelhäuser rund um den Hafen sind, war während des 80-jährigen Krieges gegen Spanien Piratennest. In Blokzijl legen heute jährlich rund 20000 Boote an. Von hier lohnt sich ein weiterer Abstecher: Die sogenannten Wasserdörfer Kalenberg, Muggenbeet und Giethoorn sind besonders schön inmitten von „Meeren“ gelegen.

Über Schokland, eine ehemalige Insel, heute ein einziges Museum, erreicht man schließlich Lelystad. Auf der Werft werden historische Segelschiffe nachgebaut. Das seeklare Replikat des Dreimasters Batavia dümpelt bereits im Wasser.

Eine halbe Stunde dauert die Fahrt rund um das IJsselmeer von der Kunstlandschaft Flevoland bis zurück ins historische Enkhuizen – oder vier Jahrhunderte, je nachdem, ob man die Tour zeitlich oder historisch betrachten will.

Zu den Städten des Goldenen Zeitalters

Die geruhsame Tour führt Sie von der Hafenstadt Dordrecht zu den schönen Windmühlen von Kinderdijk bis ins hübsche Porzellanstädtchen Delft. Länge: ca. 70 km, Dauer: Tagesausflug

Die Promenaden am Wasser, der alte Voorstraat- und der Wijnhaven, die malerischen Grachten und engen Gassen machen den Charme von Dordrecht aus, dessen Giebel vom 70 m hohen Turm der Grote oder Onze Lieve Vrouwekerk mit dem barocken Aufsatz überragt werden. Während der St.-Elisabeth-Flut im Jahr 1421 wurde die Stadt (110000 Ew.) vom Festland abgeschnitten. Seitdem liegt sie auf einer Insel. Gleich drei Flüsse, die Oude Maas, der Rheinarm Noord und die Merwede, fließen hier vorbei. Am Zusammenfluss der Ströme, am Groothoofdspoort, dem barocken Hafentor, hat man eine herrliche Aussicht: Hier kommen alle Binnenschiffe von und nach Rotterdam vorbei.

Dordrecht zählt mehr als 800 unter Denkmalschutz stehende Gebäude und gehört zu den ältesten Städten der Grafschaft Holland. Sie wurde bereits im Jahre 1049 erwähnt, erhielt 1220 das Stadtrecht und 1299 das Stapelrecht für Wein, Getreide und Holz. Auch die Hanse hatte hier ein Handelshaus. In einem Patrizierhaus, Nieuwe Haven 29, ist das Museum Simon Van Gijn untergebracht. Hier kann man sehen, wie eine wohlhabende Bürgerfamilie im 19. Jh. lebte (Di–So 11–17 Uhr | Eintritt 6 Euro). Neben überdurchschnittlich guten Restaurants (zum Beispiel das Fischrestaurant De Stroper | tgl. | Wijnburg 1–3 | Tel. 078/6130094 | €€€) hat Dordrecht auch nette Läden zu bieten.

Von Dordrecht aus führt die Strecke weiter in Richtung Papendrecht, Alblasserdam nach Kinderdijk. Einzigartig ist die wohl meistfotografierte Mühlenlandschaft der Niederlande, die 1997 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde. Die 19 Windmaschinen, erbaut 1722 bis 1761, sind die größte Ansammlung von Poldermühlen im Land. Im Pumphaus ist ein Museum eingerichtet.

Nehmen Sie die Autofähre über die Lek nach Krimpen a.d. Lek, fahren Sie weiter nach Capelle aan de IJssel, um via E19 in Richtung Den Haag zu fahren. Um nach Delft zu kommen, dem nächsten Ziel, verlässt man die Autobahn bei der Abfahrt Delft (nicht Delft Zuid).

Schon von Weitem ist der schiefe Turm der Oude Kerk sichtbar. Durch die romantische Innenstadt entlang der Grachten zu spazieren (Vorsicht, Radfahrer!) ist ein Vergnügen. Den Besuch schließt man bei schönem Wetter am besten in einem der Terrassencafés am Markt ab, flankiert von der Nieuwe Kerk und dem klassizistischen Rathaus und umgeben von Studenten und Touristen.