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Insider Tipps Mosel MARCO POLO Insider Wolfgang Bartels im Interview

Der Fernsehreporter und Journalist Wolfgang Bartels ist im Ruhrgebiet aufgewachsen. Seit 1985 lebt er in Trier - und möchte dort bleiben.

Was hat sie an die Mosel gelockt?

Die ganz banale Geschichte: Ich habe eine Frau aus Trier kennengelernt, bin dorthin gezogen, habe geheiratet, ein Haus gebaut - bin also „hängen geblieben“.

Was gefällt Ihnen dort?

Schön ist es, in der Junisonne ganz oben in einem Weinberg zu sitzen, ringsum die grünen Reben, die Rebzeilen führen ganz steil hinunter zum Fluss. Unten auf der Mosel sehe ich, wie sich die Schiffe kreuzen. Auf der anderen Seite bringt eine Burgruine die Phantasie in Gang. Und dann klettere ich hinunter und schließe den Tag in einer Straußwirtschaft mit „Muselfisch“ und Riesling ab.

Und was gefällt Ihnen nicht so?

Für manch einen hier im Tal endet der Horizont immer noch am eigenen Kirchturm - das müsste eigentlich nicht sein.

Wo und wie leben Sie genau?

Ich lebe ganz am westlichen Stadtrand von Trier, in einem Neubaugebiet. Meines ist eines der „letzten“ Häuser von Trier, dann beginnen die Streuobstwiesen, die zum nächsten Ort gehören. Im Hang über dem Haus lädt der Wald zu Spaziergängen ein. Nach Luxemburg sind es mit dem Auto nur fünf Minuten. Vom Balkon aus kann ich unten im Tal die Mosel sehen und in der Ferne die Türme des Trierer Doms.

Kommen Sie viel an der Mosel herum?

Für meinen Job als Fernsehreporter bin ich dauernd unterwegs - rund tausend Kilometer in der Woche. Ich arbeite für die Landesschau des SWR und berichte über alles, was so im Südwesten passiert: kleine und große Skandale, Kuriositäten - und Dorfporträts. Sehr oft „spielen“ meine Themen natürlich auch an der Mosel.

Sind Sie auch in Ihrer Freizeit unterwegs?

Nein, dazu bin ich beruflich viel zu viel auf Achse. Am liebsten ziehe ich mich dann in mein Studierzimmerchen zurück und lese historische Bücher darüber, wie unser heutiges Europa letztlich zu dem geworden ist, was es ist. Außerdem blättere ich gern in meinen Kunstbänden, ob Bosch oder Leipziger Schule. Und ich sammle Whisky - aber nur Single Malts aus Schottland.

Mögen Sie die moselländische Küche?

Ja, unbedingt. Von Schales bis zur „Schnibbelbohnensuppe“. Mein Lieblingsgericht ist Entenbrust an Früchten vom Weinbergspfirsich.