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Insider Tipps Montenegro MARCO POLO Korrespondentin Danja Antonović im Interview

Danja Antonović hat ihre Wurzeln in Montenegro. Als Balkankorrespondentin fährt sie oft dorthin, um zu arbeiten und Verwandte zu besuchen.

Sie leben seit 2005 in Belgrad. Wie ist es dazu gekommen?

Ich habe in München studiert und dort die Deutsche Journalistenschule absolviert, lange Jahre in Deutschland gelebt. Als die Lage auf dem Balkan wieder stabil wurde, bin ich nach Belgrad, in meine erste Heimat, zurückgekehrt. Ich bin beruflich oft in Montenegro, freue mich dort auf das steinerne Haus meines Großvaters und auf diese wilde Natur, die man sonst kaum noch erleben kann.

Was reizt Sie an Montenegro?

Zuerst hat Montenegro auf kleinstem Raum wahnsinnig viel zu bieten: richtig hohe Berge, tiefe Schluchten und Bergseen. Dann das buchstäblich tiefblaue Meer, Sandstrände in versteckten Buchten, ein Hauch von Venedig in den Altstädten von Kotor oder Budva - es ist ein Märchenland.

Und was mögen Sie dort nicht so?

Der Bauboom an der Küste stört mich gewaltig. Obwohl sich Montenegro Öko-Staat nennt: Die Verschandelung der unberührten Strände kann man kaum ökologisch nennen. Die Montenegriner begreifen nicht, was sie dadurch verlieren können. Jammerschade.

Wo und wie leben Sie genau?

Ich lebe in Belgrad, im Haus, in dem ich aufgewachsen bin, im Zentrum der Stadt. Um die Ecke ist ein großer Bauernmarkt, Geschäfte und Kneipen sind nicht weit. Belgrad ist eine pulsierende Stadt, eine Mischung aus Triest und Budapest.

Was machen Sie beruflich?

Als freie Journalistin berichte ich aus der gesamten Balkanregion. Ich habe für fast alle großen deutschen Printmedien geschrieben, u.a. „FAZ“, „Die Zeit“, „Vanity Fair“ oder „Geo“. Für das Internetportal „Geo Audio“ mache ich Hörfunkreportagen aus den Balkanschluchten und über den neu erwachten Tourismus.

Kommen Sie viel in Montenegro herum?

Ja, so oft die Themen Montenegro betreffen. Aber auch sonst bin ich dort, wann immer ich kann, um kurz Sonne zu tanken und die Familie zu sehen - am liebsten im Juni oder September, wenn das kleine Land nicht so überlaufen ist.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Freunde treffen, essen gehen oder selber kochen - das entspannt mich. Klavierspielen genauso: Das Üben von Kadenzen tut den Fingern und dem Kopf gut.