Reisetipps Montenegro

Highlights Montenegro

Region: Kotor

Stari grad/Altstadt

Drei Tore führen in die Altstadt, das älteste ist jenes im Süden, das bereits im 13. Jh. entstand. Das nördliche und das Haupttor (Morska vrata) vor dem großen Parkplatz am Ufer - die Altstadt ist autofrei - wurden im 16. Jh. im Renaissancestil errichtet. Direkt gegenüber dem Haupttor, mit den Palästen der Patrizierfamilien Bisanti und Beskuca im Hintergrund, liegt der Uhrturm (Sat kula). Neben der St.-Luka-Kirche, die sich noch bis ins 19. Jh. Katholiken und Orthodoxe teilten, ist vor allem die St.-Trifun-Kathedrale sehenswert, die beim Erdbeben von 1979 stark beschädigt wurde, inzwischen aber wieder vollständig renoviert ist.

Gospa od škrpjela

Zu den Höhepunkten eines Besuchs an der Boka gehören die beiden vor Perast gelegenen Kircheninseln. Die Kirche Gospa od Škrpjela (Frau vom Felsen) entstand 1452, als auf einem Felsen eine erste Kirche errichtet wurde. Jedes Jahr am 22. Juli fahren Boote hinüber auf die Insel, um des Geburtstags mit dem Werfen von Steinen ins angrenzende Wasser zu gedenken. Ein Brauch, der auf eine lange Tradition gründet: Da Seeleute und Fischer über Jahrzehnte hinweg Schiffe versenkten und Steine zur Erweiterung der anfangs kleinen Fläche auftrugen, reichte der Platz Mitte des 17. Jhs., um die Kirche auszubauen und neue Gebäude hinzuzufügen. Ihr barockes Innenleben bekam sie erst durch den Architekten Ilija Katičić, der den Glockenturm anbaute und das Kirchenschiff verfeinerte. Die Decken- und Wandgemälde stammen vom berühmten Maler Tripo Kokolja (1661-1713), dessen Werke zu seiner Zeit von Dubrovnik bis Venedig auf große Anerkennung stießen. Hunderte Votivtafeln zeigen Schiffe und Szenen aus dem Alltag von Perast und wurden zum Dank für geheilte Krankheiten aufgehängt.

Gegenüber von Gospa od Škrpjela liegt die Insel Sveti Đorđe (St. Georg), lange Zeit die bedeutendste Benediktinerabtei der Bucht. Während zum Bau der Schwesterkirche Dutzende Schiffe versenkt wurden, thront Sveti Đorđe auf einem natürlichen Steinriff. In jedem Küstenort können Bootstouren gebucht werden.

Perast

Die Büsten vor der im 15. Jh. errichteten barocken Sveti-Nikola-Kirche mit ihrem 55 m hohen, barocken Glockenturm zeigen, wem das Städtchen mit den meisten Sonnenstunden pro Tag seinen Ruf zu verdanken hat: seinen Kapitänen, bei denen auch Seeleute Peters des Großen in die Schule gingen. Heute hat der unter Denkmalschutz stehende Ort nur noch 300 Bewohner, einst aber war die Flotte der 1558 für autonom erklärten Gemeinde größer als die von Dubrovnik.

Perast zählt zu den schönsten Barockstädtchen an der Adria. Über Jahrhunderte stand es unter venezianischer Kontrolle, immer wieder angegriffen von den Schiffen des Osmanischen Reichs, das die Stadt jedoch nie erobern konnte. Ihr Status als wichtiger Grenzort brachte den Bewohnern zahlreiche Privilegien ein, die jedoch mit dem Fall Venedigs 1797 abrupt endeten und den Niedergang der stolzen Schifferzunft einleiteten. Das Museum von Perast (Mo-Fr 8-14, Sa/So 9-14 Uhr | am Ufer | Eintritt 1,50 Euro) ist im Bujović-Palazzo aus dem 17. Jh. untergebracht. Portraits der glorreichen Kapitäne der Stadt, Landkarten und Wohnzimmereinrichtung der Bujovićs lassen einen in ferne Seefahrerwelten eintauchen. Auch das Hotel Conte (10 Apartments | Tel. 032/373687 | www.hotel-conte.com | €€) war einmal ein Kapitänshaus.

Region: Budva

Stari grad/Altstadt

Ihre Beherrscher wechselten häufig, doch entscheidenden Einfluss auf die Gestalt der schmucken Altstadt nahmen die Bauherren aus Venedig: 1442 eroberten diese die Stadt, ließen zahlreiche Kirchen errichten und stellten auf die Reste einer alten Mauer die bis heute gut erhaltene Stadtmauer. Sehenswert sind außerdem die dreischiffige, schon im 9. Jh. entstandene Kirche Johannes des Täufers (Sveti Ivan) und der 1867 gebaute Glockenturm (Sahat Kula).

Sveti Stefan

Was mit Sveti Stefan, dem Treffpunkt des Jet-Sets und Miločer, der ehemaligen Sommerresidenz der jugoslawischen Könige demnächst passieren wird - weiß man nicht so genau. Eine Investorengruppe aus Singapur hat beide Hotelanlagen vom montenegrinischen Staat für 30 Jahre übernommen - und lässt sich Zeit mit Erneuerung der maroden Hotels. Die Neueröffnung war für 2007 geplant, wurde dann auf 2009 verschoben. Neugierigen Touristen bleibt nur der Blick vom Festland aus, der Sveti Stefan zum meistfotografierten Motiv des Landes machte: eine kleine, verwunschene Insel mit steinernen Häusern und roten Dächern, mit einem schmalen Damm mit dem Festland verbunden, wie sie in der Sonne badet. Nach der Fertigstellung werden wieder 100 Top-Zimmer in Sveti Stefan auf gut betuchte Gäste warten. Wer von seinem Badestrand Sveti Stefan im Auge behalten will, der findet gute Übernachtungsmöglichkeiten in den umliegenden Häusern auf dem Festland.

Region: Ulcinj (Ulqin)

Velika Plaža/Großer Strand

Copacabana und Tropicana heißen Teile des längsten Strands von Montenegro, der sich über 12 km bis zur albanischen Grenze zieht. Ein Traum für kleine Kinder, die im seichten Wasser planschen können. Der Strand ist auch ideal für erfahrene Surfer, wegen der heftigen Nachmittagswinde. Von hier fahren Busse in die Altstadt von Ulcinj, allerdings nicht sehr häufig.

Region: Virpazar

Skadarsko Jezero/Skutarisee

Von Wein verhangene Vorgärten, zerfallene Kirchen in den Tälern und von weißem Stein ummauerte Friedhöfe inmitten saftiger Weiden und fruchtbarer Felder: Die Anwohner des Skutarisees leben im Einklang mit und vom Reichtum der Natur. Weil der nach seiner wichtigsten Stadt Skadar (albanisch: Shkoder) benannte See von unterirdischen Grundquellen - genannt oki (Augen) - gespeist wird, behält das Wasser das ganze Jahr über die gleiche Temperatur bei.

Auf den vor dem Südufer gelegenen Inseln bezogen im 15. Jh. Mönche und Nonnen ihr Quartier. Unbeeindruckt von den rauen Gefilden, gehen deren Nachfahren immer noch Tag für Tag ihrem Glauben nach. Ausflüge auf die Klosterinseln Gorica, Beška und Moračnik organisieren Pelikan (Tel. 020/711107) in Virparzar und das Restaurant Plaža in Murići (Mobiltel. 069/663210) für etwa 15 Euro pro Person. Organisierte Touren gibt es auch auf das sogenannte Alcatraz des Sees: eine kleine, von Seerosenfeldern umgebene Insel, auf der unterschiedliche Vogelarten zwischen den Ruinen des alten Gefängnisses leben. Weil der Wasserspiegel während der Schneeschmelze mehrere Meter ansteigt, sind ausgewählte Brutstätten auf einem Holzgerüst höher gelegt worden. Kaum vorstellbarer Fischreichtum und eine Vogelvielfalt wie nirgendwo anders in Europa machen den im Frühjahr wegen der Schneeschmelze auf über 500 km² anschwellenden, im Herbst immer noch über 300 km² großen See zu einem Paradies für Fans von Flora und Fauna. Pelikane, Kormorane und Reiher haben hier ihre Brutstätten, Tausende von Zugvögeln fliehen von Spätherbst bis Frühjahr vor den Wintertemperaturen im Norden. Karpfen, die sardinengroßen Ukeleie, Lachsforellen, Hechte und Zander kommen in riesigen Schwärmen vor. Gespeist vom eiskalten Wasser der Morača, die auf der Westseite in den See mündet, bildete dieser über Jahrhunderte die umkämpfte Schnittstelle zwischen den rebellischen montenegrinischen Stämmen und den türkischen Eroberern. Heute verläuft die montenegrinisch-albanische Grenze mitten durch den See.

Dieses einmalige Biotop, das atemberaubende Bilder fürs Fotoalbum liefert, ist wirklich einen Abstecher wert: in Mala Gorica duftet der Lorbeerbaumwald um die Wette, in Limljani wachsen die Kastaninenbäume in den Himmel. Fjordartig schlängelt sich der Fluss Rijeka Crnojevića auf dem Weg zum See, in vielen Farben schimmert die Seeoberfläche, bedeckt von seltenen Pflanzen. Fischerdörfer, die nach Vergangenheit riechen, und Klöster, in denen schwarzgekleidete Nonnen stumm ihre Arbeit verrichten: Das alles sind Bilder einer Welt, die höchstens zwei Stunden vom Touristentrubel an der Küste entfernt ist.

Region: Nikšić

Ostrog

Auf den ersten Blick wirken die Wände des kleinen Raums, in dem der Leichnam des heiligen Vasilije aufbewahrt ist, wie tätowiert: Direkt auf den Stein gepinselt sind Heiligenfiguren, die dem Erbauer des Klosters die letzte Ehre erweisen. 1665 ließ der damalige Metropolit der Herzegowina, Vasilije Ostrovski, das weiße Gebäude in den Fels hauen, nachdem er auf der Flucht vor den Türken seinen Stammsitz weiter westlich hatte aufgeben müssen. Später entwickelte sich der 22 km von Nikšić entfernte Fluchtort zur Pilgerstätte für Gläubige aus allen Teilen des früheren Jugoslawiens. Viele orthodoxe Familien lassen ihre Kinder hier taufen - so auch der in Montenegro geborene, seit 1997 wegen Anklage vor dem Haager UN-Tribunal untergetauchte bosnisch-serbische Kriegspräsident Radovan Karadžić. Selbst Katholiken und Muslime betrachten den Ort als Heiligtum. Das Hotel Glava Zete (Tel. 040/212666 | €) liegt direkt am Flusslauf der Zeta in dem gleichnamigen Ort. Typisch einheimische Küche können Sie in Bogetići, etwa 8 km vor dem Kloster, genießen: Konoba Koliba | Tel. 040/200704 | €.

Region: Žabljak

Durmitor Nacionalni park

Der 1980 von der Unesco zum Welterbe der Menschheit erklärte Nationalpark Durmitor bietet auf 390 km² alles, was die Herzen von Naturfreunden höher schlagen lässt: tiefe Schluchten, hohe Berge, Höhlen, Gletscherseen und eine schier unerschöpfliche Flora und Fauna. Allein 1300 Pflanzenarten haben Forscher in dem rund um Žabljak gelegenen Areal entdeckt, aber auch Vogelfreunde kommen auf ihre Kosten. Der Park streckt sich über eine Hochebene, die auf etwa 1500 m liegt, aus denen die Gebirgsspitzen herausragen. Höchster Berg ist der Bobotov Kuk (2522 m). Fünf Hütten stehen Bergsteigern im Nationalpark zur Verfügung, außerdem Heime in Škarka, Šusica und am Gebirgssattel Sedlo sowie kleinere Unterkünfte in Lokvice und Velika Kalica. Ausführliche Infomationen über den Norden von Montenegro gibt es, meistens in Englisch, im Internet unter www.durmitorcg.com/info_eng.php | www.eco.tours.cg.yu/eng/home/home.html und www.discover-montenegro.com/Activities.htm.

Piva

Die Geschichte des 55 km von Žabljak entfernten Klosters ist abenteuerlich: Um dem Bau des Staudamms in Plužine nicht zum Opfer zu fallen, wurde 1969 damit begonnen, die im 16. Jh. errichtete dreischiffige Kirche abzutragen und an ihrem heutigen Standort neu zu errichten. Das dauerte genau so lange wie der Bau des mit Fresken übersäten Gotteshauses. Achten Sie auf das Fresko über dem Südeingang: Wohl einmalig in orthodoxen Kirchen, findet sich hier ein Bild des türkischen Paschas Mehmed Sokolović, eines zum Islam konvertierten Verwandten des serbischen Patriarchen der Zeit.

Tara

Der längste Fluss des Landes ist zugleich der schönste: Über 158 km schlängelt sich die Tara auf montenegrinischem Territorium durch die Landschaft, frisst sich durch Felsen und sprudelt kurz hinter Leveri 1300 m tief ein Dutzend Stromschnellen entlang. Der tiefste Canyon Europas ist hier entstanden, der zweittiefste weltweit nach dem Grand Canyon - Grund genug für die Unesco, die Tara 1977 zum Welterbe zu erklären. Ein paar Kilometer weiter trifft sie mit der Piva zusammen und wird zum bosnisch-serbischen Grenzfluss Drina, der von Literaturnobelpreisträger Ivo Andrić in der Stadtsaga „Brücke über die Drina“ literarisch verewigt wurde.

Der wilde Fluss, dem Montenegriner den Kosenamen „die Träne Europas“ gegeben haben, fließt unweit des Orts Bistrica so langsam, dass man durch den Fluss waten kann. Weil die Einheimischen behauptet haben, man könne dort mit einem Sprung sogar die andere Seite erreichen, hat man diese Stelle „Teufelslügen“ genannt.

Mindestens einmal im Leben, schwärmen die Montenegriner, muss man mit Kajak, Floß oder Schlauchboot auf der Tara unterwegs gewesen sein. Spektakulär ist auch der Anblick von oben: In 150 m Höhe spannte 1941 der Brückenbauer Lazar Janković die Tara-Brücke kurz hinter Đurdevića über den Fluss. Um den Weitermarsch der nationalsozialistischen Truppen zu vereiteln, sprengte er den Mittelbogen ein Jahr später in die Luft. Imbissstände und ein Denkmal laden zu einem Pausenstopp ein. Raftingtouren werden sogar an der Küste angeboten, eine Tagestour kostet um die 70 Euro. Vila Jelka (Tel. 020/860150 | Mobiltel. 069/400094 | www.vilajelka.co.me/de) mit Sitz in Kolašin hat sich auf alle Extremsportarten spezialisiert.

Region: Kolašin

Biogradska Gora

Das 1952 zum Nationalpark erklärte Naturreservat enthält einen der drei letzten Urwälder Europas. Dass auf so engem Raum so viele völlig unberührte Flecken erhalten bleiben konnten, ist nicht zuletzt Fürst Nikola I. zu verdanken. Schon 1878, nur sechs Jahre nach Gründung des Yellowstone-Nationalparks in den USA, erklärte er Biogradska Gora zum ökologischen Schutzgebiet. Besonders interessant sind die Bergaugen (gorske oči) genannten Seen, von denen der Biogradskosee (Biogradsko Jezero) der schönste ist. Auskünfte und eine Wanderkarte gibt es im Büro des Nationalparks direkt am See. Es werden auch 12 Bungalows vermietet (Tel. 020/865046 | €). | Mai-Aug. tgl. 7-14 Uhr

Plav

Nur 2000 Einwohner zählt das verschlafene Nest, in dessen Nähe der Bergsee Plavsko jezero liegt. Der 2000 m lange und 1400 m breite See, versteckt in dichten Wäldern, liegt am Fuße des Prokletija-Gebirge (2700 m), das ob seiner kahlen Steilwände der Verwunschene Berg heißt. Sehenswert in Plav sind die Vezirova-Moschee von 1741 und die drei Jahrzehnte später erbaute Redžepagića-Moschee. Der Wohnturm der einstigen Herrscherfamilie (Kula Redžepagića) befindet sich direkt oberhalb des Gebetshauses. | 63 km südöstlich