Reisetipps Malta

Stichworte Malta

Busse

Über 500 Linienbusse stehen auf Malta zur Verfügung; je eine Hälfte drängelt sich alternierend täglich im maltesischen Verkehrsgewühl. Die meisten sind modern, aber auch fotogene Oldtimer sind unterwegs. Die Busse legen täglich über 4000 Touren zurück, befördern jährlich Millionen Passagiere. Sie sind alle in Privatbesitz, gehören manchmal dem Fahrer selbst. Fahrpreise und -zeiten werden zentral festgelegt; alle Einnahmen fließen erst in eine gemeinsame Kasse - abgerechnet wird dann nach gefahrenen Kilometern, nicht nach beförderten Passagieren.

Fauna & Flora

Die Tierwelt der Inseln ist ausgesprochen artenarm. Es gibt weder giftige noch gefährliche Tiere - die größten frei lebenden Säugetiere der Inseln sind Kaninchen und Igel. Häufig zu sehen sind Eidechsen, Mauergeckos sowie diverse Zugvögel. Nur etwa ein Dutzend Vogelarten lebt ständig hier, darunter Maltas Nationalvogel, die blau gefiederte Blaumerle. Ziegen, Schafe und Kühe weiden nur selten im Freien, meist werden sie in unauffälligen Stallungen gehalten.

Die Landschaft wird weitgehend geprägt durch Macchia. In ihr gedeihen Thymian und Rosmarin, Heidekraut und der Mastixstrauch, Wolfsmilch- und Zwiebelgewächse. Im Frühjahr blühen Feldblumen wie der Klatschmohn. Ortsnamen wie Zebbug und Zejtun verraten, dass es früher hier große Olivenhaine gab. Sie mussten unter britischer Herrschaft Baumwollplantagen Platz machen, die inzwischen längst aufgegeben wurden. Neue Ölbäume werden nur vereinzelt angepflanzt. Gelegentlich finden Sie auch Johannisbrotbäume. Die Aleppokiefern führten erst die Johanniter ein, später kamen Agaven, Kaktusfeigen, Oleander und Eukalyptusbäume hinzu.

Inquisition

Die Inquisition, im 12. Jh. zur Auffindung und Bestrafung von Ketzern eingesetzt, wurde im Mittelalter oft missbraucht. In Spanien diente sie dem Königshaus zur Beugung des Adels; in Deutschland führte sie seit 1484 zahlreiche Hexenprozesse, die für die Opfer meist den Feuertod bedeuteten. Aus Malta sind solche Fälle kaum bekannt. Hier hatten die Inquisitoren vor allem die Aufgabe, die Interessen des Papstes beim Großmeister des Ritterordens zu vertreten; außerdem oblag ihnen die Vergabe der kirchlichen Druckerlaubnis.

Karrenspuren

In den rätselhaften Karrenspuren wie an der Clapham Junction wurden vor rund 3500 Jahren nach Ansicht mancher Archäologen auf hölzernen, etwa 2,40 m langen Schleifkarren bis zu 90 kg schwere Steine transportiert. Versuche haben ergeben, dass sie leicht von zwei Menschen zu ziehen waren. Mit den Steinen haben die Malteser der Bronzezeit wahrscheinlich wehrhafte Dörfer und Vorratssilos auf Hügelkuppen errichtet.

Megalithkultur

Besonders eindrucksvoll sind durch ihre weltweite Einzigartigkeit die steinernen Tempel aus der Jungsteinzeit. Ihre Erbauer gehörten einem rätselhaften Volk an, das vor etwa 6000 Jahren nach Malta übersetzte und sich mit der Urbevölkerung mischte. Im Lauf von etwa 1500 Jahren trugen sie an rund 40 Stellen gewaltige Steinblöcke zusammen. Das einzige uns bekannte Hilfsmittel, das sie dabei benutzten, waren Steinkugeln, auf denen sie die Kolosse rollten.

Hier das nötige Rüstzeug zum Verständnis von Tempelbeschreibungen: Der Begriff Megalith leitet sich von den griechischen Wörtern megas (groß) und lithos (Stein) ab. Es gab einzelne große Steine (Monolithen), Konstruktionen aus zwei senkrecht stehenden Steinen, über die horizonal ein dritter Stein gelegt wurde (Trilithen) und einzelne, aufrecht stehende Steine (Orthostaten).

Ritter

Der „Ritterliche Orden des Heiligen Johannes vom Spital in Jerusalem“, kurz Johanniter- und später Malteserorden genannt, wurde 1099 nach der Eroberung Jerusalems von den Teilnehmern am Ersten Kreuzzug gegründet. Ordensritter konnten nur Adlige werden, die zunächst eine zweijährige Probezeit als Novizen absolvierten, je zur Hälfte in der Krankenpflege und als Kämpfer auf einer Galeere. Der Orden war in mehrere Landsmannschaften, die so genannten „Zungen“, unterteilt. So hatte der anführende Pilier der deutschen Zunge die Oberaufsicht über alle Festungsbauten, der Pilier der französischen Zunge leitete den Krankenpflegedienst und derjenige der italienischen Zunge war der Admiral der Ordensflotte. Oberstes Leitungsgremium des Ordens bildete der „Rat der Sechzehn“, der aus den Piliers der Zungen, dem Prior der Ordenskirche und den obersten Verwaltungsbeamten der Zungen bestand. Der oberste Herr des Ordens, der Großmeister, wurde jeweils auf Lebenszeit von einem Wahlmännergremium gewählt. Ihm schuldeten alle Ritter unbedingten Gehorsam. Er vertrat wie ein Landesfürst den Orden nach außen.

Um eine derartige Organisation zu finanzieren, schreckten die Ritter nicht davor zurück, auf Kaperfahrt zu gehen, wenn gerade die Schenkungen europäischer Fürstenhäuser und die Einkünfte, die aus der Nutzung der Besitztümer überall in Europa erzielt wurden, nicht ausreichten.

Steinbrüche

Fast ganz Malta besteht aus Kalkstein mit eingelagerten Schichten aus Ton und Mergel. Es gibt zwei Arten von Kalkstein: Korallenkalk und Globigerinenkalk. Globigerinen sind uralte, auch heute noch vorkommende, bis zu 5 cm große Meerestiere mit einer kalkhaltigen Hülle, welche nach dem Tod der Tiere auf den Meeresboden absinkt. Über Jahrhunderttausende bildeten sie den Kalkstein, der heute auf Malta das wichtigste Baumaterial darstellt. Er ist leicht abzubauen und wird unter Sonnenbestrahlung hart.

Nur Fassaden in Seenähe sind auf Malta häufig aus dem sehr viel schwerer zu verarbeitenden Korallenkalk hergestellt. Beide Steinarten werden im Tagebau gewonnen. Vor allem in Zentralmalta finden Sie daher tiefe Gruben, auf deren Grund der Kalkstein gelöst und zerschnitten wird.

Trinkwasser

Angesichts der kahlen Landschaft und der Verstädterung stellt sich die Frage, womit die kleine Insel Malta ihren großen Trinkwasserbedarf deckt. Sie holt ihn sich zur Hälfte aus dem Meer. In vier modernen Anlagen, Reverse Osmosis Plants genannt, wird gereinigtes Meerwasser unter hohem Druck durch haarfeine Kunststoffmembranen gepresst, die für Salzkristalle jedoch nicht passierbar sind. Den übrigen Wasserbedarf kann Malta mit Brunnenbohrungen ins Grundwasser hinein decken.

Umweltschutz

Umweltschutz wurde auf Malta bisher klein geschrieben, denn noch wird der Müll unter offenem Himmel verbrannt, sind Sondermülldeponien nicht vorhanden. An die Kläranlage im Süden von Malta ist nur ein Teil der Gemeinden und Industriebetriebe angeschlossen. Und zur Stromerzeugung nimmt man statt der in vielen anderen Mittelmeerländern genutzten Sonnenenergie vorwiegend Erdöl. Immerhin gibt es schon Biodiesel an den Tankstellen, und Neuwagen fahren zumindest mit bleifreiem Benzin. Drei neue Kläranlagen auf Malta und Gozo sollen bis 2008 fertiggestellt sein, sodass dann nicht mehr 80 Prozent der Abwässer ungeklärt ins Meer fließen. EU-Vorschriften werden bis ins Jahr 2010 für viele weitere Umweltschutzmaßnahmen sorgen.

Verwirrende Turmuhren

Maltas Kirchturmuhren sind nicht zuverlässig. Manchmal sind sie nur aufgemalt, häufig gehen sie völlig falsch. Hat eine Kirche zwei Türme und damit auch zwei Kirchturmuhren, gibt meist nur eine die richtige Zeit an. Mit all den gar nicht oder falsch gehenden Uhren wollen die Malteser den Teufel verwirren, damit er nicht rechtzeitig zur heiligen Messe erscheinen und die Gläubigen ablenken kann.

Vogeljagd

Die Vogeljagd ist auf den Maltesischen Inseln ein Volkssport. Überall in der Landschaft sehen Sie aufgetürmte Steintischchen, auf denen im Frühjahr und Herbst Lockvögel in ihren Käfigen stehen. Zwischen den Käfigen ist ein hauchdünnes, für die Tiere nicht sichtbares Schlagnetz gespannt. Daran zieht der in einem Unterstand lauernde Jäger, sobald Finkenvögel sich ihm nähern.

So werden jährlich Hunderttausende von Tieren gefangen und anschließend lebend verkauft. Viele belassen es nicht beim Fang, sondern schießen die Vögel auch. Nach Schätzungen der rund 3000 maltesischen Vogelschützer werden so jährlich auf Malta über 3000 Reiher, 1500 Falken, 500 Eulen, 50000 Feldlerchen, 100000 Turteltauben und 200000 Singdrosseln getötet.

Die raren Exemplare werden ausgestopft und als Trophäen ausgestellt, die „Massenware“ wird fortgeworfen. Zwar konnten Tierschützer Schonzeiten und Jagdverbote für bestimmte Arten durchsetzen, doch diese Vorschriften werden kaum überwacht. Jetzt zwingt eine EU-Direktive die Malteser dazu, ab 2009 keine Schlagnetze mehr aufzustellen. Geschossen wird aber wohl auch weiterhin.